ezrahatsgecheckt 07.07.2018, 19:57 Uhr 15 0

Horsti kann es einfach ned

Empörung, Geschrei, Gestammel, Ausbruch, Verzweiflung, Angst, Unsicherheit, Tod, Zusammenbruch, Leid, Einsamkeit.

EInigungen, Übereinkünfte, die als neue Menschlichkeit verkauft werden, Grenzen die weiter verdichtet werden, binnen 48 Stunden, entscheiden, rückführen, schnell, schnell, ohne Erbarmen, ohne Urteil, festhalten, kein Problem sie können es, sie dürfen es, sie tragen die weiße Weste, die für Habgier und Egoismus steht, dass eigene Küchlein, dass nicht von dahergelaufenen weggeschnappt, ja gleich ganz verspeist werden darf. 

Tränen die fließen, werden getrocknet, ja peinlich bei Seite gewischt, hör auf damit, wir müssen das durchstehen, ein Mann ohne Hoffnung, sein Gesicht zeigt er nur selten, die Scharm sagt er, sei viel zu groß. Die Gebäude zu mächtig, die Menschen zu fest auf ihren Stühlen, er hat Angst, sie würden sich nicht bewegen, auch wenn er umfällt, wenn Wasser aus all seinen Poren läuft, er wegschwimmt, ohne das ihn jemand vermisst, eine Akte die übrig bleibt, ein Fall, eine blaue Mappe vielleicht, eine Abkürzung, die Stühle auf dem Flur, würden seine Geschichte sicherlich nicht erzählen, nein, er hat dort nichts zurückgelassen, die Flure kennen nur sein Schweigen. 

"Asyltouristen", so nennen sie ihn, spazieren angeblich ins Land und an den Grenzen werden Schiffe abgewiesen, als könne man das Leid verwalten, bestimmen wo es ankommt, nicht selten in überfüllte Booten mit Leichenbergen, kein Erbarmen! Die Meeresgrenzen müssen eingehalten werden, ja, die Meeresgrenzen die verschwimmen, die sich nicht festhalten lassen. Doch die Sprache zementiert, sie gießt das Leid über die Menschlichkeit, sie schafft Realität, die zu einer enormen Macht empor steigt und Unmenschlichkeit, als Leitmotiv als Werbeslogan verkauft. 

Seinen Vater trug er auf seinem Rücken, er kann nicht daran denken, an das Gewicht, er fühlt es nicht mehr, seine Beine sind stärker als Wurzeln, doch sie wurden ihm entrissen, er weiß nicht von wem, nur das er gehen musste, ganz lange, und ohne zu denken, Kilometer, Steine, Sonne, grüne Wiesen, Füße, immer wieder diese Füße. Sie riefen nach Wasser, nicht zum Trinken, nein, sondern um ihre unendlichen Schmerzen wegzuspülen, keiner kann Schmerzen verschwinden lassen, nicht diese Schmerzen, doch sie glaubten daran und der Glaube hatte einiges zu bieten auf diesem Weg. Ja, sie wurden erfinderisch, all jene die an einen Gott glaubten, hatten keine Probleme, sie wussten wohin sie ihr Leid richten mussten, ihre Klagelieder, Bitten und Flüche. Gott ist Groß, sangen sie und er fiel ein, in den Chor ihrer Stimmen die sich erhoben, und wieder absanken. 

Freiheitsberaubung an den Grenzen, Abwehr mit selbstgestrickten Wahrheiten, sie können erfinderisch sein, für die paar Menschen die täglich an und über die deutsch-österreichische Grenze wollen. Zahlen die ein Problem markieren sollen, die eine Diskussion in Gang bringen, damit die Wahlen glimpflich ausgehen, für den Heimatminister, der sich als Wächter von Recht und Ordnung aufbläst. Der sich als Obermacker, als Retter Europas auf seinen schief gebauten Thron hievt, denn er tue der "Sache" einen gefallen, er rüttele Europa endlich richtig auf. 
Mit dem Herumreisen müsse doch endlich Schluss sein,  es macht sicherlich keinen Spaß den Menschen zu zusehen, wie sie hier und da, nach Lust und Laune Asylanträge stellen. Horsti habe ein hartes Leben! Vor was für eine Belastungsprobe die Menschen ihn doch stellen, nein das ganze Land! Jetzt muss Horsti sich mit Mutti streiten, die ja nicht mal seine Mutti ist. Drohen kann sie ihm erst recht nicht und was das mit der Richtlinienkompetenz soll, findet er einfach unerhört, bin doch ned dei Himbeerdoni. Am besten Augen zu. Nichts sehen, nichts leichter als das! Die schutzbedürftigen Menschen sollen einfach da bleiben wo sie herkommen sind, so einfach ist das, denn er sieht überall nur blau-weiß, und das ist ja auch gut so, so soll es bleiben, keine Fahnen wie zur Weltmeisterschaft, wehe jemand klaut ihm seinen Bayern Wimpel aus dem Vorgarten, den er an diesen Tagen vermehrt aufhängen musste. Horsti muss sich doch irgendwie durchsetzen dürfen, sonst glaubt einem  ja keiner, mehr, wo er herkommt. Bratzn weg, sonst setzt's wos! Wortspiele sein altes Hobby lässt er wieder neu aufleben, aus Internierungslagern werden Sammeleinrichtungen, klingt doch nach Fetz'n Gaudi, endlich hören ihm die Menschen wieder zu! Die Anerkennung von Mutti braucht er eh nicht mehr, er fühlt sich wie Horsti im Wunderland und er wiederholt die Worte jeden Morgen, wenn er in seinem roten Samtbademantel die abgeleckten Stufen zu seinem Ministerium wackelt "runter mit ihrem Kopf" (Alice im Wunderland), dieses Mantra hat ihm in den letzten Tagen viel geholfen und Horsti macht da auch keinen Hehl mehr raus. Nein, denn er stehe doch für Humanität und Ordnung.

Die Wände im Flüchtlingsheim gleichen einem Gefängnis, sie starren zurück und er erschrickt. Das Papier liegt auf dem Boden, Sätze die anders klingen, hebt er vom Boden auf, ohne Sinn tanzen die Buchstaben, weil er nicht weiß, was sie von ihm wollen. Er ist gerade angekommen und schaut wieder auf seine Füße, das macht er immer, wenn er keinen Ausweg mehr sieht, als stünde hier die Zukunft geschrieben. Zurück, zurück, sagen seine Freunde, nicht Deutschland, nicht dein Land, und er versteht wieder nicht, er wollte nicht besitzen, er wollte nur ausruhen, mit seinen Füßen durch das Flussbett wandern, ja vielleicht wäre er eh wieder gegangen, denn er muss an seine Schwester denken und daran, wie gerne er sie jetzt umarmen würde. 







15 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Ach je.

    14.07.2018, 14:13 von mirror87
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    • 2

      Wundert mich, dass du hier noch nicht ein weiteres Mal von der Neon-Redaktion wegen Beleidigungen und übler Nachrede gesperrt wurdest. Na ja, schreib nur weiterhin solche Kommentare wie diesen und andere User werden ebenfalls auf dich aufmerksam. Die vielen Sperrungen von Usern biste ja ohnehin schon gewöhnt, nech. :-)

      14.07.2018, 15:43 von mirror87
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    • 2

      Ich hasse dich nicht. Es ist eher das Gegenteil: Du tust mir echt leid...wenn man so frustriert und aggressiv ist und fremde User grundlos immer so angreifen muss, dann sagt das sehr viel mehr über dich aus als über mich. Psychisch stabil wirst du kaum sein, such dir Hilfe.

      15.07.2018, 20:49 von mirror87
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    • 1

      Schau dir einfach deinen ersten Kommentar an, dann weißte genau, wer hier von uns beiden auf andere herunterschaut.

      Nices Wochenende wünsche ich.

      15.07.2018, 22:56 von mirror87
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    • 0

      Wohaaa, hab ich schon wieder ein Wochenende verpasst?

      16.07.2018, 23:03 von Freyr
    • 2

      Oh mann green tea...du hast so einen mittelschweren Dachschaden. ^^

      17.07.2018, 01:07 von mirror87
    • 3

      Auch wenn Du ihn nicht magst, Grüntee, so hat der Mirror recht... such Dir Hilfe! Das hier kann deine Probleme nicht kompensieren, auch wenn Du Dich in der spärlichen Aufmerksamkeit die man Dir (aus Mitleid) gewährt suhlst, wird es nicht besser werden...

      17.07.2018, 09:35 von chiral
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    • 1

      Doch es interessiert dich, weil du immer wieder antwortest. :D

      17.07.2018, 18:24 von mirror87
    • 0

      Joh, Leute die immer wieder meinen betonen zu müssen, dass es sie nicht nervt sind drollig...

      ;)

      17.07.2018, 21:52 von chiral
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