Shoshannah_Peter 11.12.2007, 12:34 Uhr 17 1
NEON täglich

Gesetzlich geregelte Gerechtigkeit?

Kurz vor Weihnachten diskutieren Politiker ein sehr populäres Thema: die Managergehälter.

Es war Frau Merkel, die beim CDU-Parteitag letzte Woche mit ihrer Kritik an zu hohen Manager-Abfindungen als erste die Diskussion um die Spitzengehälter wieder angeheizt hat. In der sich angestrengt profilierenden SPD wurden gleich darauf Stimmen laut, die eine politische Reglementierung der „Höchstlöhne“ forderten.

Nun wurde Anfang dieser Woche von CDU-Seiten wieder zurückgerudert: Eine gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze bei Manager-Gehältern sei nicht denk-, weil gesetzlich gar nicht machbar. Lediglich die SPD hat nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Möglichkeiten einer Deckelung der Spitzengehälter prüfen soll.

Auf den Boden der politischen wie gesetzlichen Tatsachen zurückgekehrt ist jetzt von vielen Seiten zu hören, es sei eben doch in erster Linie Aufgabe der Aufsichtsräte, zu überprüfen, ob die Gehälter und Abfindungen der Wirtschaftsbosse noch angemessen seien.

Was haltet ihr von der Debatte über die nimmersatten Manager und ihrer Gehälter? Ist es eine Diskussion geboren aus sozialem Neid und politischem Kalkül? Oder meint ihr, es sei jetzt wirklich an der Zeit für eine politische Regelung, damit die Politik bald nicht nur Mindest-, sondern auch Höchstlöhne festsetzen kann? Und wie könnte eine vernünftige Regelung überhaupt aussehen - dass ein Spitzenmanager viel mehr verdient als einer seiner Sachbearbeiter ist klar - aber wieviel mehr fändet ihr gerecht?

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      @[Benutzer gelöscht] Na los, machen wir endlich Revolution!

      16.12.2007, 12:45 von Lenulitschka
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    Kanns sein, daß wir uns schon wieder mitten im Wahlkampf befinden?

    Ich frage mich, was die Leute mit mehreren Millionen Euo im Jahr anfangen. So ganz grundsätzlich und aus bloßer Neugier. Weil ich von dem, was z.B. der Mehdorn in nur einem Jahr kriegt, 100 Jahre lang meine ganze Familie ernähren könnte.

    Jeder Mensch hat seinen Preis. Manche gehen freiwillig für 3,- Euro die Stunde hart schuften, andere bewegen unter 3 Mille jährlich nichtmal den kleinen Finger. Und wenn ich in einen Konzern gehe und sage: Hey Leute, ich bin gut, ich bring Euer Unternehmen weiter und ich bin billiger als der Hannes, dem ihr da mehrere Millionen in den Hintern schiebt - dann werden sie mich auslachen und sagen: Mädel, Du kannst nicht gut sein, denn Du bist billig.

    So ist das. :D

    15.12.2007, 13:03 von chessige
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      @derHerrMitDemPixel
      Ein viel größeres Problem für die Marktwirtschaft ist allerdings, daß die Mehdorns und Pochers dieses Landes all das Geld, das sie einsacken, nicht ausgeben (können), sondern anlegen. Angelegtes Geld ist dem Wirtschaftskreislauf zu großen Teilen entzogen. Die Wirtschaft braucht aber den Konsum, also die Rückführung von Geld, um zu funktionieren und zu wachsen. Deshalb jammern sie ja immer, daß der kleine Mann in unsicheren Zeiten sein Geld aufs Sparbuch packt und nicht in den Supermarkt trägt. Daraus läßt sich nun der (freche) Schluß ziehen, daß die teuren Manager die größten Feinde ihrer Unternehmen sind. :D

      15.12.2007, 13:14 von chessige
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      @chessige Angelegtes Geld wird über die Banken dem Kreislauf wieder zugeführt. Wäre Geld nicht an der Wohlstandsvermehrung beteiligt, wäre es "totes Kapital" und die Bank würde keine Zinsen dafür bezahlen.

      15.12.2007, 17:54 von Romeo_Flausch79
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      @Romeo_Flausch79
      ... in Form von u.a. Krediten für den kleinen Mann, nech. Der kleine Mann verschuldet sich, kann nicht zurückzahlen, kriegt Gehalt und sonstwas gepfändet, muß ne EV machen, verliert ggfs. sogar seinen Job wg. der Gehaltspfändung und geht vllt. irgendwann in Privatinsolvenz, die Bank kann das geliehene Geld abschreiben und kriegt lediglich einen prozentualen Anteil von der Versicherung zurück, die das Geld aber auch wieder irgendwem aus der Tasche hat ziehen müssen. Die reinste Geldvernichtungsmaschinerie, wie übrigens der auf Gerüchten und nicht realen Zahlen basierende Aktienmarkt auch.

      Wieso also nicht dem Ottonormalverbraucher genügend Geld ohne Verschuldung in die Hand drücken, damit er ordentlich, glücklich und frei konsumieren kann?

      Ich bin der Meinung, daß der gemeine Kapitalist gelegentlich ein ordentliches Brett vorm Kopf hat und sich selbst etwas vor macht. :D

      16.12.2007, 14:01 von chessige
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      @chessige Die Banken verdienen ja nicht nur am "kleinen Mann", der sein Haus bauen oder seine Karibibreise finanzieren will, sondern auch an Unternehmen, die zwar viel Umsatz haben, aber auch nur wenig liquide Mittel. Die wollen ja auch mal investieren.

      Dem Otto-Normalmenschen Geld in die Hand drücken ist nicht so einfach. Man könnte ja einfach mehr Geld drucken, das würde das Problem aber nicht lösen, sondern nur das Geld wertloser machen. Im übrigen ist der Kapitalismus eine einzige Verdienstmaschine. Man muß nur richtig mitspielen statt auf staatliche Umverteilung zu hoffen.

      16.12.2007, 15:05 von Romeo_Flausch79
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      @Romeo_Flausch79 Ich schrieb ja auch: zu großen Teilen dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Das meinte ich auch so einschränkend, wie es formuliert ist. Und auch die Unternehmen, die Kredite beziehen, um liquide Mittel zur Verfügung zu haben, vernichten Geldwerte, wenn sie dann nämlich aufgrund von Fehlinvestitionen die liquiden Mittel in den Sand setzen oder gar Pleite gehen. Das Prinzip ist dort genau das gleiche, wie beim kleinen Mann, nur im größeren Stil.

      Natürlich kann man nicht einfach mehr Geldscheine drucken und in Umlauf bringen, schließlich will hier niemand eine Billion Euro für ein Kilo Brot ausgeben, wie es ja schon mal in Deutschland geschehen ist.

      Ich bin immer für richtig mitspielen.

      Im "stillen Don" ist sehr schön ausgemalt, was nicht geht. Nämlich den Leuten, die aufgrund intelligenten Wirtschaftens Vermögen angehäuft haben und anderen davon abgeben in der Form, daß sie sie entgeltlich beschäftigen, ihr Eigentum einfach unter dem Vorwand sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit, wie sie der Kommunismus und Sozialismus propagieren, wegnehmen und auf alle verteilen bzw. zum Volkseigentum erklären. Das hat sowas von gar nix mit Gerechtigkeit zu tun, sondern ist eine bodenlose Ungerechtigkeit.

      Soviel erstmal... ich brech an dieser Stelle wg. Besuch in meinen heiligen Hallen mal ab. :D

      16.12.2007, 15:36 von chessige
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    Was mich viel mehr stört, ist, dass ich keine Bundesliga mehr im Free-TV schauen kann, weil die Fußballvereine das große Geld scheffeln wollen. Und die tun auch noch so, als wären sie Vereine im Sinne von e.V., werden damt genauso besteuert wie ein Kirchenchor oder der Zwergdackelzüchterclub. Alles nur, damit Menschen, die keinen gescheiten Satz rausbekommen, 20 Mille im Jahr gezahlt werden können.
    Ein Manager hat immerhin tatsächliche Verantwortung, bei ihm gehts nich um ein Fußballspiel oder einen Filmerfolg. Und da der Staat sich auch nicht einmischt, wenn Prinz Poldi fürs auf der Bank sitzen Multimillionär wird, sollte man sich auch aus den Managergehältern raushalten. Die Löhne kommen ja nicht aus dem Nirgendwo, irgendjemand zahlt sie ja und wird sich was dabei denken.
    Man sollte sich lieber überlegen, wie man Steuerflucht unterbinden kann.

    12.12.2007, 12:36 von hemul
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      @hemul Welches "FreeTV" meinst Du denn? Das, welches 200€ im Jahr kostet, ohne daß man die Wahl hat?

      Was ärgert Dich daran, da ein wirklich guter Fußballer sauviel Kohle bekommt? Was kümmert es Dich? Inwiefern beeinträchtigt es *Dein* Leben?

      Und warum sollte man überlegen, wie man Menschen daran hindert, sich vor Raub an ihrer Arbeit zu schützen?

      12.12.2007, 22:49 von Romeo_Flausch79
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    Der Staat hat doch die Mittel in der Hand. Setzt einfach die Steuern progressiv erheblich herauf, besteuert Abfindungen ab 500.000 Euro grundsätzlich mit 80 Prozent, streicht die Steuerabsetzbarkeit von Lohn und Abfindung ab einer bestimmten Summe und bei jedem, der hier mehr als 1 Million pro Jahr verdient, aber meint in Steuerparadiesen leben zu müssen, wird einfach die Firma in Regress genommen. Fertig ist der Lack.

    Da braucht kein Mensch über Höchstlöhne zu debattieren und pseudosozial daherquatschen, was ja ohnehin niemand ernstgenommen haben mag - wenn's dann mal um die Umsetzung ginge.

    SeiShonagon

    11.12.2007, 18:58 von SeiShonagon
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    Wär's da nich einfacher, mehr Steuern von den Großverdienern zu verlangen? Dann hätte jeder was von den hohen Einkommen.

    11.12.2007, 17:55 von Pilades
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      @Pilades Dann ziehen sie in die Schweiz. Die Calvinisten sind weniger anfälllig für Neidkomplexe.

      11.12.2007, 17:57 von Romeo_Flausch79
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      @Romeo_Flausch79
      In der Schweiz kriegen ungelernte Bauarbeiter auch mehr als 20 Euro Stundenlohn, hey, da liegt das Geld noch auf der Straße...
      *feix*
      zz.

      12.12.2007, 14:46 von zzebra
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      @derHerrMitDemPixel
      Und deswegen kriegen deutsche Manager so viel Gehalt? Weil es hier für sie so brutal teuer ist? Das is aber nur mal ne seltsame Verperlung...
      *gröhl*
      zz.

      14.12.2007, 15:24 von zzebra
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    Dafür das Unternehmen, und dahinter stehen in höchster Ebene nun mal Manager, Vorstände etc., bei uns nahezu machen können was sie wollen ist vor allem die Politik verantwortlich.
    Sie gibt den gesetzlichen Rahmen vor aber bei einer Regierung die selbst vor dem letzten Lobbyisten zu Kreuze kriecht muss sich kein Unternehmen ernsthaft fürchten.
    Das ist alles Machtpolitisches Geschwätz.

    11.12.2007, 17:50 von andiwersonst
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