Annabel_Dillig 28.08.2009, 10:42 Uhr 11 1
NEON täglich

Gebührenstreit

Verspielt die SPD ihre Glaubwürdigkeit?

Wie auch die Grünen und die Linke schreibt sich die SPD ganz groß auf die Wahlkampf-Fähnchen, bei ihrer Wiederwahl die Studiengebühren abschaffen zu wollen. Ein Wahlplakat zeigt eine junge SPD- bzw. Juso-Politikerin, im Hörsaal sitzend, darunter der Satz „Bildung darf nicht vom Konto der Eltern abhängen – und deshalb wähle ich SPD“. Nun hängt zumindest das Studium der Abgebildeten sehr wohl vom Konto der Eltern ab, wie die Süddeutsche Zeitung herausgefunden hat: Die 23-Jährige, die in Duisburg für die Jusos kandidiert, studiert an einer Privat-Uni in Nordrhein-Westfalen, deren Gesamtkosten mehr als 20 000 Euro betragen.

Ist sie als Testimonial damit noch glaubwürdig? Ist die SPD mit ihrer Bildungspolitik noch glaubwürdig? Offenbar glauben selbst die jungen Menschen in der SPD nicht mehr daran, an einer öffentlichen Universität gut ausgebildet zu werden und wollen sich durch den Besuch einer exklusiveren Ausbildungsstätte von der breiten Masse abheben. Die SPD argumentiert, dass ja kaum jemand besser geeignet sei, sich gegen Studiengebühren auszusprechen, als eine, die sie zu bezahlen hat.

Was meint ihr?

1

Diesen Text mochten auch

11 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich habe mir den Text jetzt nochmal durchgelesen.

    Wo ist das gottverdammte Problem?

    Warum sollte denn eine junge Frau, deren Studium von den Eltern finanziert wird, nicht der Meinung sein können, daß das Studium nicht vom Konto der Eltern abhängen sollte?

    Ich sehe nicht den Hauch eines Kausalzusammenhanges...

    01.09.2009, 10:36 von sailor
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Was'n die SPD?

    28.08.2009, 15:04 von sailor
    • 0

      @sailor Große BÜRGERpartei von anno dazumal.

      28.08.2009, 15:51 von Steifschulz
    • 0

      @Steifschulz
      *seufz*

      28.08.2009, 15:58 von sailor
    • Kommentar schreiben
  • 0

    :-)

    28.08.2009, 14:49 von TNT
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    der spiegel hats wohl etwas besser recherchiert als die süddeutsche und demnach hat die junge juso politikerin neben ihrem studium gejobbt und zudem klargestellt, dass ihr studiengang nur an dieser privatuni möglich war. das gebläk der cdu studenten ist einfach nur peinlich und absolut durchschaubar. die sollen am sonntag so eine watsche bekommen. wahrheiten verdrehen können die konservativen schon immer am besten.

    28.08.2009, 12:36 von nureinlaecheln
    • 0

      @nureinlaecheln Das ist ja das einzig Positive daran ... dass die CDU und andere sich dadurch um Wählerstimmen bringen.
      Allerdings muss ich – wenn auch recht widerwillig – Respekt zollen. Mal abgesehen von einer Aktion zum Jahresanfang, und jetzt diesem absurden Wahlplakatunfug habe ich keine Aktionen gesehen mit der sich die CDU im Wahlkampf auf Bundesebene eine Blöße zeigte. Kohl war ein sehr guter Lehrmeister: Einfach die Sache aussitzen und zuschauen wie die anderen sich gegenseitig fertig machen. Mögliche Angriffe einfach ins Leere laufen lassen, und unangenehme Dinge, die man selber vor hat, noch nicht veröffentlichen (zumindest in den Wochen vor dem Wahlkampf Zurückhaltung üben), und man bekommt genug Stimmen. Das zahlt sich bei diesem Wahlkampf scheinbar sehr gut aus: Die SPD bekämpft sich selber öffentlich ganz von alleine und der Rest ist eh keine Gefahr. Lediglich wenn sich Linke, SPD und Grüne zusammenraufen könnte die Chance bestehen dass nicht Schwarz-Gelb an die Macht kommt, aber die SPD sorgt mit ihrer dämlichen Koalitionsverweigerung ja dafür, dass es dazu nicht kommen wird.

      28.08.2009, 13:30 von Cyro
    • 0

      @Cyro Die CDU hat vor allem aus dem letzten Wahlkampf gelernt. Damals hat es Merkel mit Ehrlichkeit versucht, das kam nicht gut an. Die Koalitionsverweigerung der SPD ist zum einen korrekt und zum anderen auch taktisch sinnvoll.

      Gerade die Gefahr, daß es rot-rot-grün auf Bundesebene geben könnte, beschert schwarz-gelb den Zulauf.

      28.08.2009, 20:10 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 Tja, allen kann man es nicht recht machen, was für den einen ein Hoffnungsschimmer ist macht den anderen Angst, und umgekehrt.
      Ich habe Angst vor mehr Armut, Sinken des Lebensstandards, noch mehr Marktwirtschaft ohne den sozialen Aspekt. Eine Gesellschaft, in denen einzig und allein Leistung zählt und die schwächeren auf der Strecke bleiben ist nicht das was ich mir wünsche und folglich auch nicht wähle. Ja, schwarz-gelb macht mir mehr Angst als alle anderen möglichen Koalitionen. (Vom Einsatz der Bundeswehr im Inland und Aufrüstung der Polizei sowie Trennung von Judikative und Exekutive in Hinsicht auf das BKA, soll heißen das BKA kann selbst Richter spielen und beschließen jemanden abzuhören, festzunehmen und das dann auch tun, mal ganz zu schweigen. So ein Programm kann man mir mit versprochenen Steuersenkungen auch nicht schmackhaft machen, die eh nicht bezahlbar sind für den Staat, es sei denn man will ihn bewusst endgültig in den Ruin treiben)

      31.08.2009, 09:31 von Cyro
    • 0

      @Cyro Angst ist bei Gott kein guter Ratgeber in Sachen Politik.

      Ich habe bisweilen den Eindruck, diese Ängste zu schüren, sei erklärtes Ziel...

      31.08.2009, 09:52 von sailor
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Tja ... was machen wir bloss mit dem Wort "sozial" ... aus manchen Parteiprogrammen wurde es schon vor langem gestrichen, bei einigen hat es gar nie existiert (höchstens als leere Worthülse), und bei der SPD wurde gleich zusammen mit der Glaubwürdigkeit verbannt ... wird es bald ganz zu beerdigen sein ?

      28.08.2009, 12:32 von Cyro
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Also, wenn jemand davon abhängig ist dass die Eltern das Studium finanzieren, aber fordert, dass das nicht so sein sollte, ist das kein Widerspruch.
    Nie und nimmer wegen dieser Sache verliert die SPD an Glaubwürdigkeit, ja noch nicht mal wenn sie jetzt Abstand nehmen wollen zu ihrem Kindergartengehabe (ihhh, mit denen machen wir aber keine Koalition) in der Vergangenheit, verlieren sie für mich nicht an Glaubwürdigkeit. Zorn ist ein schlechter Ratgeber, und Koalitionen zwischen demokratischen Parteien von Vornherein auszuschließen finde ich ... nicht sinnvoll, eher schädlich. Also, im Grunde wäre ich auch bereit diese Albernheiten einfach zu übersehen, denn mir geht es um Inhalte.

    ABER

    Die SPD hat ihre Glaubwürdigkeit ganz nachhaltig verloren mit der Politik die sie betreibt. Seit der Agenda 2010 halte ich die SPD für weitaus weniger sozial als je zuvor. Dachte ich früher in Zusammenhang mit der SPD an Willy Brandt, oder Leute wie Egon Bahr, denke ich heute an Schröder. Der im sozialen Bereich dermaßen viel abgebaut hat, wie es sich noch nichtmal die CDU getraut hat. Der für deutlich mehr Armut und eine Umverteilung des Vermögens der Deutschen hin zu wenigen Personen gesorgt hat. Der für so manche Reform gesorgt hat, die am Ende mehr kostete als hätte man es im alten Zustand belassen.
    Nein, nicht dass alle anderen Parteien besser wären, einige hatten so etwas schließlich auch vor.

    Nur, der Unterschied ist: Dafür wählt man nicht SPD. SPD stand für mich wirklich im Wesentlichen für sozial, und nicht für Sozialabbau.
    Nun kann man sagen: Vergangenheit ist Vergangenheit.
    Aber was passiert heute ?
    Münte will an der Agenda 2010 festhalten, also Schröders Politik fortsetzen.
    Da hilft es auch nichts wenn er ein paar Wochen vor der Wahl irgendwas sozial nettes verspricht. Wieso sollte man davon ein Wort glauben ?

    Nein, glaubhaft ist die SPD auf keinen Fall. Die Parteien, die für mich noch halbwegs glaubhaft sind (und derzeit im Bundestag vertreten sind), kann ich an ein, na ja, mit etwas gutem Willen an 2 Fingern abzählen.

    Aber an einem Plakat herumzumeckern bzw. damit die Glaubwürdigkeit der SPD in Frage stellen zu wollen finde ich lächerlich. Doch vielleicht wird so manchem damit vorgeführt wie peinlich sich andere Parteien benehmen, die darauf jetzt herumhacken.

    28.08.2009, 12:20 von Cyro
    • Kommentar schreiben
  • 0

    "Der Skandal liegt eher darin, dass selbst private Elite-Universitäten offensichtlich nicht in der Lage sind, ihren Absolventen wirtschaftliches Grundlagenwissen zu vermitteln: “Freie” oder “kostenlose” Bildung gibt es nicht. Gebührenfreiheit für zukünftige gutverdienende Universitätsabsolventen wird von der Mehrheit der steuerzahlenden Nicht-Akademiker finanziert." - blogt ziemlich gut http://www.antibuerokratieteam.net/

    28.08.2009, 11:50 von El_Hombre
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] ich auch nicht, im Gegenteil ...

      mein Dad ist tot und meine Mom kanns mir auch nicht zahlen, also musste ich fürs Wunschstudium mit einigermaßen Qualität einen Studienkredit aufnehmen.

      Genau dieses Problem war auch Gegenstand meines Beitrags zum diesjährigen 23. Plakatwettbewerb des DSW, Thema (Herkunfts)Eliten im Land

      http://tiny.cc/jIs9F

      28.08.2009, 15:38 von schauby
    • 0

      @schauby oder :

      http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-43584-13.html

      28.08.2009, 15:39 von schauby
Seite: 1 2

Das Magazin

Die nächste Ausgabe:
14. Mai 2012

NEON-Apps für iOS und Android

Neueste Artikel-Kommentare