Eine Frage der politischen Bildung
Liberalismus, Kommunismus, Demokratischer Zentralismus - Was ist eigentlich Linksliberal ?
Niemand mag Schubladen. Leider kommt man nicht ganz ohne aus.
Ich hör immer wieder das Wort Linksliberalismus und frag mich, wie das denn nun eigentlich so gemeint ist.
Auf meiner Suche fand ich als erstes die Definition des Liberalismus:
Das ist eine These, die das Recht auf Freiheit, Eigenverantwortung sowie freie Entfaltung der einzelnen Person in den Mittelpunkt stellt (Individualismus)
-
Okay, das kann ich nachvollziehen. Aber was meint dann "Links" spezifisch für wen ?
2 Beispiele:
a)
der Demokratische Zentralismus
also ein von W.I. Lenin entwickeltes Führungsprinzip kommunistischer Parteien, nach dem Staat und Partei hierarchisch-zentralistisch aufzubauen sind, das Führungspersonal von Partei und Staat von unten nach oben gewählt wird und der unter Berufung auf den Leninschen Kommunismus die Abschaffung des privaten Eigentums und die Bildung von Gemeineigentum gefordert wird.
oder eher
b)
den Demokratischen Sozialismus
Anschauung, die darauf abzielt, einfach eine solidarische Gesellschaft zu schaffen,in der die Grundwerte Freiheit und Gleichheit verwirklicht werden.
Es macht für mich schon einen Unterschied ob ich eine Partei unterstütze die keine abgrenzung der Person wie beim individualismus möchte, also.nach der am Ende allen alles gehören soll oder ob damit einfach eine solidarische Gesellschaftsform gefordert wird, in der eine Politische Führung einfach besser geerdet werden soll.
Also:
Wie definiert man denn heute denn so liberal "links" ?
Vielleicht sogar und besser; ganz neu ?
ADD, 9.6.12
Danke für eure Antworten - Bin nun etwas weiter und frage mich, wo denn die Grenzen eines (links)liberalern Verhaltens auszuloten sind. Nehmen wir an, ein 12 Jähriger beantwortet Sie mit der folgenden Definition:
"Ein liberaler Mensch stellt seine Freiheit nicht aus niederen Beweggründen über die Bewegungsfreiheit, die Gesundheit oder die Entfaltungsmöglichkeiten eines anderen Menschen."
Ich würde ihm zustimmen.
Tags: Piraten, FDP, linksliberalismus




Kommentare
Meiner Meinung nach schließen sich Freiheit und Gleichheit aus. Denn allein die Freiheit anders zu sein, führt hier zu einem Widerspruch.
Linksliberalismus zielt meiner Meinung nach auf den Schutz der Bürgerrechte und erkennt die Notwendigkeit einer Sozialen Marktwirtschaft an. Rechtsliberalismus ist dann eher der Wirtschaftliberalismus.
Ein Rechtsliberaler wird z.B. gegen Streiks sein, weil diese die Wirtschaft schädigen, ein Linksliberaler erkennt das Streikrecht an, denn es ist Teil der Preisfindung (der Arbeit).
20.05.2012, 18:41 von Charlie_Bhm - dachte das wär dann eher so ne liberal-bestandskonservative strömung, sbzugrenzen von einer liberal-wertkonservativen strömung, die dynamic und veränderung im allgemeinen zumindest toleriert ?
20.05.2012, 21:19 von ThooooDas ist echtn son Ding mit dieser ganzen begriffswurstelei...
achso - naja, kommt drauf an wie gleichheit definiert ist. Gleich vor dem Rechtssystem oder gleich im sinne von querdenkverboten. Ich nehm mal an das erstere ist gemeint, aber im endeffekt musste an sich immer nachfragen...
20.05.2012, 21:23 von ThooooGleich vor dem Recht sollte (!) selbstverständlich sein.
Aber wie sieht das mit der Chancengleichheit aus? Wie kann einer aus einkommensschwachen "bildungsfernen Schichten" (nicht seine Schuld!) die gleich Chancen haben wie jemand aus einem wohlhabenden, akademischen Elternhaus (nicht sein Verdienst)? Und wenn man radikal ist und 100% Erbschaftssteuer, gleiche Bildung durch Förderungen, Ganztagsschulen, Sichtungen nach Begabungen u.s.w. einführt, was ist dann mit der Freiheit? Die Freiheit seinen Kinder Hobbies nach ihren Wünschen und nicht nach deren Leistungen zu ermöglchen, die Freiheit sein Vermögen zum Wohle der Kinder und Enkel einzusetzen?
Aber gerade der Widerspruch von Freiheit und Gleichheit macht das Leben doch interessant!
24.05.2012, 20:16 von Charlie_BIch denke die FDP in den frühen 70ern war ein Beispiel für Linksliberalismus. Mit der SPD die Rechte der Bürger stärken, mehr Demokratie wagen, den gesellschaftlichen Wandel gestalten.
Kohl dagegen sprach bei seiner Wahl zum Bundeskanzler von der "geistig-moralischen Wende" und meinte damit "zurück zur guten alten Zeit", die nicht so gut war, wie man sie in Erinnerung hatte.
24.05.2012, 20:20 von Charlie_BGängigerweise denke ich, das eine moderne Gesellschaft ersteinmal wert auf ein funktionierendes Erziehungs und Bildungssystem legen sollte.
27.05.2012, 08:12 von ThooooDazu muss man halt einfach mal n Arsch in der Hose haben und fragen in einigermassen vermienten Themen stellen dürfen.
Warum sind über die Hälfte von ALG2 Empfängern alleinerziehnde Mütter, vielfach mit "Schlüssel"Kindern ?
Warum sprechen wir nicht über initiales Coaching von Langzeitarbeitslosen.
Wieso gibt es keine Richtlinien für Eheverträge, in denen zumindest das Sorgerecht geregelt werden muss ?
usw
Überspitzt: Warum retten wir ein Finanzsystem aber nicht unsere Kinder ?
...
Wenn wir uns entscheiden, in einer korrupten Spassgesellschaft leben in der alles am besten wischiwaschi nett und freundlich sein soll, werden wir eben auch so unsere Probleme damit haben.....
Ich nehm' b)
20.05.2012, 16:22 von sailorhehe :)
20.05.2012, 21:25 von ThooooSehr geehrter Bürger - Wählen sie das linksliberale Tor a, b oder c ?
shit wirham ja nur zwo graf -- wie wörs mit geilobbyatismus ?