Arasbacho 12.06.2019, 17:18 Uhr 4 0

Ein syrischer Flüchtling: Ich will nicht arbeiten gehen!

In dieser vor mir geschriebenen Reportage, geht es um einen syrischen Flüchtling, der nicht arbeiten möchte.

Köln - In Deutschland ist jeder Dritte auf Arbeitslosengeld angewiesen; einer davon ist der syrische Flüchtling Alan N., der Dreißigjährige lebt seit 2015 in Deutschland. Er ist geflohen, weil er nicht zum Militär gehen und sein Land vor den IS-Terroristen retten wollte. Seine Frau und ihr gemeinsames Kind musste er in Syrien zurücklassen, er flüchtete über die bekannte Balkanroute, die jetzt nicht mehr benutzt wird, nach Deutschland.

 

Derzeit lebt der Syrer allein in einer 40 Quadratmeter großen Wohnung, in einer arabisch-türkischen Straße, die den jungen Mann an seine syrische Heimat erinnert, weil kein Deutscher in dieser Straße lebt. Das gibt ihm auch in seiner neuen Heimat das Gefühl, heimisch zu sein.

 

Sein zu Hause: seine Wohnung besteht aus drei Räumen - eine kleine Küche, die im Wohnzimmer eingebaut ist, ein Schlafzimmer, von dem aus er den Rhein sieht und den Kölner Dom im Hintergrund, und ein Bad mit WC, mit eingebauter Dusche. In seiner Wohnung gibt es nicht viele Möbel, denn er sitzt gern auf dem Boden, den Rücken zur Wand und ein kleines Kissen dazwischen. Er sitzt auf einer Decke, isst Sonnenblumenkerne trinkt und trinkt schwarzen Tee. Im Fernsehen läuft ein indischer Film mit arabischen Untertiteln - über die Liebe zwischen einem Amerikaner und einer Inderin. 

 

Die Küche besteht aus einem Herd mit Mikrowelle, einem Kühlschrank und einem Heizkörper. Täglich macht er sich seinen Humus selbst, dazu Fladenbrot und Tee – der Speiseplan des umweltbewussten Syrers ist der eines Minimalisten.

In seinem Schlafzimmer liegen seine Sachen meist auf dem Boden. Eine Lampe hat er nicht, er zündet lieber Kerzen an, um Geld zu sparen und weil das für ihn ein Zeichen der Liebe ist.

Er schläft auf einer weißen Matratze, die mit einem rosafarbenen Laken bezogen ist und die mitten im Raum liegt. Darauf liegt ein Kissen mit kleinen Herzen – das genügt ihm vollkommen, denn auch in Syrien hat Alan kaum anders gelebt.

Er träumt davon, eine Ziege zu besitzen, mir der er seine Einsamkeit teilen könnte.

Seine Straße: hier gibt es sowohl türkische, wie auch arabische Läden. Und von rechts bis nach links nur Türken, die draußen sitzen, über den Alltag quatschen und gemeinsam ihren Tee trinken. Vom Erdboden aus kann man nur die Spitze des Kölner Doms sehen, den schönen und großen Rhein nicht. Man fühlt sich, als wäre man in der Türkei im Urlaub.

 

In dieser schönen, großen Metropole will sich der Dreißigjährige nicht um einen Job bemühen. Er denkt, dass die Menschen für ihn gern arbeiten gehen und er dafür nichts machen müsse.

„ Als Flüchtling bin ich nicht verpflichtet zu arbeiten.“

Warum er selbst nicht arbeiten möchte, verrät er:

„ Irgendwann werde ich mich vielleicht zur Rückkehr nach Syrien entscheiden. Warum sollte ich dann arbeiten, wenn Millionen andere es für mich tun. Ich sitze schön zu Hause, mit meiner Shisha und vorm Fernseher. „

Auf meine Nachfrage, dass das Geld vom Volke käme und er auch arbeiten müsse, antwortete er kurz und knapp

 

„ Das geht mich nichts an, die arbeiten gerne!“

 

Nach vier Jahren Arbeitslosigkeit keine Lust

„ Bei mir gibt es Fernsehen, ein iPhone mit dem ich chatten und Filme über W-LAN schauen kann, und diese große Stadt. Sterben werden wir alle irgendwann bald in der fernen Zukunft, und bevor dies geschieht, möchte ich das Leben leben und die Welt genießen. Noch nie, seitdem ich in Köln wohne, bekam ich das Gefühl der Einsamkeit und Armut. Die fünfhundertundfünfzig Euro reichen für mein Lebensunterhalt vollkommen aus“

Arbeit kommt für ihn nicht in Frage.

„ Die Deutschen sind ein Volk, das gern morgens früh um sechs aufsteht und bis achtzehn Uhr arbeitet, wir Flüchtlinge sind das nicht. In Syrien war ich ein Ziegenhirt, und bei der großen Hitze schliefen meine Frau und ich bis fünfzehn Uhr. Deutschland ist nicht mein Land und werde nie und nimmer für dieses Land arbeiten müssen.“

Frau und Kind will er nachholen

„ Meine Familie werde ich mit einem Antrag auf Familienzusammenführung, dank einer guten Freundin, einer Grünen-Politikerin, nach Deutschland holen. Als Mann habe ich das Sagen im Haus, wie es auch der Islam mir vorschreibt. Noch denke ich nach über eine zweite, dritte und vierte Frau nach, die mir unendlich viele Kinder schenken werden.“

 

Mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedet sich Alan von mir, auf Arabisch „ Illa Liqa, Allah Mahak!“ auf Deutsch: „ Auf Wiedersehen und Gott ist mit dir!“ Eine traurige Geste, die mir da begegnet ist.

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Tags: Aras Bacho, Reportage
4 Antworten

Kommentare

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    „ Als Flüchtling bin ich nicht verpflichtet zu arbeiten.“

    Doch, im SGB II und SGB XII steht das eindeutig drin.

    02.07.2019, 08:35 von Emil_Empire
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    Meine Gedanken sind bei der Ziege. Warum hat er sie nur zurückgelassen? Oder ging es jetzt in der Reportage um etwas anderes?

     

    13.06.2019, 15:31 von jetsam
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    deine Pauschalisierungen nehmen fremdenfeindliche züge an. viel erfolg weiterhin, hass gegen andere ethnische gruppen zu schüren…


    bist'n kleiner nazi, wa? oder so ein ganz ausgefuchster redakteur, der wichsend hinter seinem schreibtisch sitzt, weil seine texte so guuuuuuuuut und manipulativ sind…

    hornochse…

    13.06.2019, 10:09 von Sir_Tobi
    • 0

      Guuuuuuuuuuutmensch :-P

      18.06.2019, 09:51 von FrauBrauPrinzelich
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