CedaCo 06.12.2010, 20:13 Uhr 1 0

Ein Mädchen sollte nicht allein sein

Mein Brainstorming zum Thema Krieg.

Regen (trocken): „Ich muss gestehen: ich bin ein Frühaufsteher. Tut mir Leid, dass du's auf auf diese Weise erfahren musstest.“
Marie (lacht, dann sanft): „Du bist einer der Wenigen, die mich zum Lachen bringen können, Regen.“
Regen: „Das ist schade... Du solltest viel öfter lachen.“
Marie: „Dann solltest du mir wohl öfter Gesellschaft leisten...“
Regen: „Ein Mädchen sollte nicht allein sein.“
Marie (bitter): „Sollte ein Mädchen das nicht. Ein 'Mädchen' braucht einen Mann, meinst du das? Und was braucht ein Mann? Sollte ein Mann etwa allein sein?“
Regen schweigt, sieht aus dem Fenster.
Marie tritt näher, spricht leise, kaum hörbar: „Niemand sollte allein sein, Regen. Egal ob Mann oder Mädchen. Der Mensch ist geboren, um zusammen zu leben.“
Regen dreht sich um. „Ich kann nicht hier bleiben, dass weißt du, Marie.“
Marie (lauter): „Und warum nicht? Wer oder was hindert dich daran? Du bist ein freier Mensch!“
Regen (erhitzt): „Nicht alles ist so einfach, Marie. Du weißt nicht, wie es ist -“ bricht ab.
Marie: „Was weiß ich nicht? Im Grunde weiß ich nichts, im Grunde bin ich nur ein dummes Mädchen, dass willst du doch damit sagen, oder?“
Regen packt sie wütend bei den Schultern, drückt sie aufs Bett. „Jetzt hör' auf, mir die Worte im Mund zu verdrehen und lass mich einmal ausreden! Ich halte dich ganz und gar nicht für dumm und auch nicht für klein. Im Gegenteil, ich beneide dich um deine Unbeschwertheit. Ich gäbe viel dafür, die meine wieder zu erlangen. Aber man verliert viel im Krieg, Marie, mehr als du dir vorstellen kannst. Man sieht nicht nur die Kameraden fallen und elendig verrecken, man lebt nicht nur mit der Angst, seine Heimat und seine Familie nie wieder sehen zu können. Man ist allein da draußen, alleine in Gesellschaft von Kugeln und dem Geschrei der sterbenden Männer.“
(leiser) „Du hörst den Unterschied nicht, Marie. Ein deutscher Todesschrei klingt wie ein französischer. Du fragst dich in Momenten des Wartens – und glaub' mir Marie, davon gibt es viel zu viele – in diesen Momenten fragst du dich, wozu das alles. Du siehst Bilder, Marie, schreckliche unbeschreibliche Bilder von abgerissenen Gliedmaßen, zu Todesschreien verzerrte Gesichter, inmitten von Dreck und Blut, ganz viel Blut.
Nach dem Krieg ist nichts mehr so wie früher. Der Lärm und die grausamen Bilder verfolgen mich ohne Unterlass. Wenn ich die Augen schließe, wenn ich am See spazieren gehe – ja, selbst wenn ich die Kinder draußen spielen sehe, kommt mir der Gedanke, was aus ihnen werden wird. Werden sie ihren Vater je wiedersehen? Oder wachsen sie unter Frauen auf, weil alle Männer für ihr Land, für die Ehre oder sonst irgend etwas sterben müssen. Was wird sein, wenn sie alt genug sind, das Töten zu lernen? Wird dieser Krieg je ein Ende haben, Marie?“ schaut auf.

1 Antworten

Kommentare

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    hey, ich mag dienen text, zu mal er mal ne abwechslung ist .. ich hab die überschrift gelesen, den untertitel und dann musst cih draufklicken.
    gut!

    06.12.2010, 21:38 von weAreAnimals
    • 0

      @weAreAnimals Vielen Dank, das freut mich!

      06.12.2010, 21:40 von CedaCo
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