schejne_kind 30.11.-0001, 00:00 Uhr 36 22

Die Stunde der Wahrheit

Meine Motivation, Israels Militäroffensive in Gaza zu verteidigen, liegt bei Null. Nicht, weil mir etwa die Argumente fehlen, nein.

Eine auf Israel tausende Raketen abfeuernde Hamas liefert genug Munition für vollmundige Rechtfertigungen. Israel hat zweifellos das Recht auf militärische Selbstverteidigung. Welcher andere Staat würde ständige Angriffe auf sein Territorium und seine Zivilbevölkerung über Jahre hinweg tolerieren? Keiner.

Warum hab ich also ein Problem mit diesem so gut begründeten Kanon?
Weil er meinem Land nicht hilft. Genauso wenig, wie die Militäroperation der IDF Langzeitstrategien in petto hat, genauso wenig ist es hilfreich, Israels Aktionen unbedingt zu verteidigen. Ich verstehe die Reflexe, die uns dazu bewegen, gerade deswegen so gut, weil ich über zwanzig Jahre lang in Europa gelebt habe. Meine Reaktion auf Israelkritik war stets dem nicht gerade israelfreundlichen Publikum und den Medien angepasst. Das Bild gerade rücken, die andere, die israelische Seite beleuchten, das war meine Aufgabe und ich hab sie stets gern übernommen, weil sie das beste war, was ich tun konnte. Damals.

Doch der Kontext hat sich geändert. Seit drei Jahren nun lebe ich in Israel. Der Fernbeziehung, die ich mit Israel geführt habe, ist ein intimes Näheverhältnis entsprungen. Eine Liebesbeziehung, die auf zwei sicheren Beinen steht.

Jeden Tag spüre ich Israel. Ich wache in Israel auf, ich gehe in Israel zu Bett. Ich studiere an einem Ort und arbeite am anderen. Während ich dieses kleine Land, so vielfältig, dass es einen fast um den Verstand bringt, durchquere, schlägt mein Herz ganz laut. Es ist die Freiheit,die da so laut schlägt. Die Freiheit, die es mir endlich erlaubt, mich tiefer auseinander zu setzen mit Land und Konflikt und dabei ehrlich und furchtlos zu sein.

Denn ich muss keine Angst zu haben, etwas zu entdecken, was mein Bild Israels negativ beeinflussen könnte. Ich liebe Israel und werde es immer lieben. Und das nun auf eine wahrhaftige und ehrliche Weise.
Ich bin eine loyale Partnerin, die es auch kritisieren darf und habe keine Angst davor, in Ungnade zu fallen, nur weil ich denke, dass das, was gerade im Gazastreifen vor sich geht, falsch ist. Falsch für die Palästinenser und für das, was mich mehr interessiert: falsch für Israel.
Ich will, dass Israel seine moralische Überlegenheit zeigt, indem es die Miltäroperation einstellt und die Zähne fest zusammenbeißt. Nicht zurückschlägt, egal was die Antwort von Hamas ist, bis ein neuer Waffenstillstand ausverhandelt ist.

Ganz einfach darum, weil es besser für Israel ist. Besser, als das zu tun was die Hamas will, nämlich die letzten Funken der Hoffnung auf Frieden zunichte zu machen, besser als die Verantwortlichkeit für den Tod von auch Unschuldigen weiterhin auf sich zu laden und besser, als israelische Soldaten in die Hände von Mördern zu treiben, die nichts mehr zu verlieren haben.

Ich schreibe diese Zeilen an einem Samstagmorgen. Ich weiß nicht, was morgen passieren wird. Das einzige worin ich mir sicher bin, ist, dass Israel es verdient, dass wir uns ehrliche Gedanken um seine Zukunft machen, sie aussprechen und so mutig sind, entsprechend zu handeln. Und zwar in einer Art, die beweist, dass wir an Israel glauben. An ein Israel, das sich nicht nur humpelnd und blutend von heute nach morgen schleppt, sondern an ein echtes, lebensfähiges Israel, das Bestand hat.

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36 Antworten

Kommentare

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    Hi,

    wusstet ihr eigentlich, dass die Waffen (ein Großteil) auch aus Deutschland geliefert wurden und werden? Und auch nach Israel *und* an die "Gegner"? Und das es eigentlich tatsächlich nur Geschäft ist? Und das die Medien das gar nicht schreiben (dürfen)? Warum ich das weiß? Weil ich dort mal gearbeitet hab...
    Wahrscheinlich hassen mich jetzt alle, weil ich persönlich am Krieg schuldig bin, oder so....hahaha

    Man Leute, wacht mal auf, versteht ihr nicht, wo ihr lebt und wo euer Geld herkommt?

    Ich werf mal DAS Thema dazu in die Runde, Wirtschaftskrise... Frau Merkel meinte ja dazu: Umweltschutz hört dort auf, wo Arbeitsplätze gefährdet sind.
    Naja, so ist die Welt halt...

    Und nebenbei, ich denke, dass Nationalismus, auch wenn er voll Emo verpackt wird, immer eine mögliche Wurzel, wenn nicht sogar DIE Wurzel allen Übels ist. Ich liebe jedenfalls weder Deutschland noch Israel noch irgendein anderes Land auf diesem Planeten. Das einzig Wichtige ist die Liebe zu den Menschen, egal, woher sie auch kommen.

    22.01.2009, 19:40 von greenapple
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      @greenapple Waffen kommen aus Deutschland?

      *wow*

      Sonst noch Neuigkeiten?

      28.01.2009, 13:39 von sailor
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      @sailor Seit wann braucht die IDF deutsche Waffen?

      Die deutschen Exporte sind Flugabwehr, Marineeinheiten, ABC-Schutzausrüstung und Ersatzteile für Panzer. Ob das so relevant für den Gaza-Krieg ist?

      Als ob die nicht genug Galils samt Munition selbst produzieren könnte. Und die U-Boote, die der Fettjockel, damals verschenkt hat, werden wohl kaum durch den Gaza-Slum tuckern. Die Hamas usw. wird wohl aus Tradition lieber auf Waffen aus dem Ostblock zurückgreifen. Dort nannte sich der Judenhaß einfach "Antizionismus" und war dadurch gesellschaftlich akzeptiert.

      28.01.2009, 20:09 von Romeo_Flausch79
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      @[Benutzer gelöscht] es ist unsere naive, idealistische, humanistische erziehung, die es uns unmöglich macht, sachlich über Gewalt nachzudenken. Leid, Zerstörung, Gewalt, das sind für uns prinzipiell negative Begriffe. Aber weißte, wenn du fett Kohle hast und ein Weltboss bist, dann ist das nur ein Werkzeug, wie alles andere auch. Und der Mensch verwirklicht nunmal seine Natur, mit allen Werkzeugen, die ihm zur Verfügung stehen. Und wie wir alle wissen, ist unsere Emanzipation von den niederen, tierischen Trieben bestenfalls eine schöne Illusion. Glaubt ihr ernsthaft, dass jemand, der die Macht hat, das Fernsehprogramm auf 3 Kontinenten zu beeinflussen, diese Macht nicht auch nutzt? Ne? Schießen und schlachten tun ja die anderen, die mit den AK47 und den Messern in der Hand. Man wartet einfach, bis sie sich ausreichend zermetzelt haben, und hat zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Man hat den westlichen Wirtschaftsimperialismus gestärkt und gleichzeitig auf sehr elegante Weise das Problem der Überbevölkerung im Griff. Findet ihr ekelhaft? Gibts nicht! Ach ja, und gegen die Flüchtlinge kann man ja Mauern bauen und die Küstenwache aufstocken, nech...

      24.01.2009, 06:25 von palettentreter
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      @[Benutzer gelöscht] Nein, ich unterstelle nichts planmäßiges, und schon gar kein "Vorgehen". Vielleicht unterstelle ich ein System, aber der eigentlich richtige Begriff lautet "invisible-hand-prozess". Systemtheoretisch nennt man das Emergenz. Und wenn ich schon systemtheoretisch denke, betrachte ich ganz sicher nicht nur den Gaza-Krieg. Es geht viel mehr um das Verwüsten von Infrastruktur, von Lebensgrundlage, von Kultur. Und das passiert global in einem etwas anderen Maßstab als in Gaza, wie ihr euch alle an 10^x Fingern abzählen könnt. Das Ziel (nein, die Wirkung, denn wir wollen ja keine Individualabsichten postulieren, nech...) ist die Aufrechterhaltung des aktuellen geopolitischen (Un)Gleichgewichts, damit Dinge wie ein Atomar gerüsteter Iran verhindert werden können. Es geht um nichts anderes, als den eigenen Status zu bewahren. Guckt euch mal an, wann es in der Geschichte welche Kriege gegeben hat. Ja, genau, es haben immer diejenigen Seite an Seite gekämpft, die in einem voherigen Krieg die kulturelle Dominanz ausgefochten hatten, und zwar gegen diejenigen, die aufgrund technischer oder militärischer Entwicklungen neuerdings in Reichweite kamen. Gut, wenn ich Wirtschaftsimperialismus sage, sollte ich eigentlich Kulturimperialismus sagen. Und mit Europas weißer Weste wisch ich mir den Arsch ab.
      Ach, und noch was, von wegen Bevölkerungszahlen. In der westlichen Welt ist das Bevölkerungswachstum rückläufig, und wie sieht es auf dem Rest des Planeten aus? Verdoppelung in 60 Jahren. Jo, und jetzt verratet mir mal, wozu wir 500 Jahre lang unsere Waffen perfektioniert haben...

      24.01.2009, 17:07 von palettentreter
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      @[Benutzer gelöscht] wow, da kommt ja was.
      Was mich glücklichstimmen würde, wäre mehr Bewusstsein für eben diese Emergenz.
      Z.B. indem Menschen bewusster wahrnehmen, woher sie wie beeinflusst werden und sich überlegen, warum das so ist (bzw. sein muss). Außerdem wünsche ich mir einen Staat, der die individuelle Befreiung von dieser Manipulationsmaschinerie UNTERSTÜTZT, z.B. indem in der Schulbildung mehr abstraktes Denken gefördert wird. Dazu gehören z.B. Querverbindungen zwischen Mathematik und Philosophie. Weniger rechnen, mehr denken, mehr Spiel mit dem formalen System an sich, damit das Schäflein lernt, dass Dinge nicht einfach "sind", sondern immer auch "erschaffen werden". Dazu gehört dann auch Ethik als Standardfach. Momentan haben wir einen Staat, der vom Stamm bis zum Blatt auf allen Ebenen über Lobbynetze mit einer völlig unkontrollierten (eben primär emergenten) Weltwirtschaft verwoben ist. Über die Bildungsreformen wird in der heranwachsenden Bevölkerung die Fähigkeit zu selbständig objektivierendem, relativierendem und überhaupt kritischem Denken immer stärker unterdrückt, und zwar von der Grundschule bis zur Uni. Das Humboldt'sche und überhaupt das humanistische Bildungsideal und damit auch das humanistische Menschenbild werden der Profit- und Machtgier geisteskranker Bonzen geopfert. Außerdem werden die Bestrebungen, den freien Informationsfluss (im Internet) ebenfalls marktwirtschaftlichen Prinzipien unterzuordnen, immer stärker. Sieht das etwa aus, wie eine Entwicklung, die man einfach so passieren lassen sollte?
      Ich will im Grunde nur ein bisschen mehr Bewusstsein, ein bisschen weniger Doppelmoral, ein bisschen mehr Gestaltung statt Vogelstrauß-Taktik. Im Prinzip hab ich nichts dagegen, wenn jemand sagt "die westliche Kultur ist besser, sie ist prädestiniert dazu, die anderen aufzufressen". Kulturdarwinismus, von mir aus. Aber dann sollte man doch wenigstens dazu stehen und sich ner ehrlichen Diskussion über die ethischen Implikationen stellen.
      Das, worum es mir eigentlich geht, ist ein ganz einfaches Wort, aber ein unglaublich schwieriger Begriff: FREIHEIT. Ja, genau, so unbestimmt. Denn genau darin liegt die Freiheit am Begriff "Freiheit". Und darin löst sich dann nämlich auch das Problem mit der Relativität von "Gleichgewicht". Freiheit ist ganz einfach all das, was nicht die Freiheit eines Anderen tangiert.

      11.02.2009, 05:20 von palettentreter
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    Israel hat wirklich einen ziemlich großen grund in gaza. einzumarschiren. wer würde nicht ausflippen wen man die ganze zeit von so ner rückständigen Islamischen Religionsgemeinschaft gedisst wird. Aber leider führen Kriege auch immer zu Zivilen opfern die eigentlich nichts mit den streitigkeite zu tuhen haben, aber das ist nunmal ein notwendiges übel dieser welt.

    11.01.2009, 20:10 von Polar
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      @Polar ja du bist auch son notwendiges übel...

      24.01.2009, 06:31 von palettentreter
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    heyhey,

    ich möchte 2 dinge loswerden. nein mehr ein kompliment für diesen guten emotionalen text, in dem viele gefühle stecken....die es nachvollziehbar machen, was israel erleidet.
    aber andererseits verstehe ich nicht, warum die ganze welt auf den gazastreifen schaut? was ist aus anderen, noch viel schlimmeren krisenherden in der welt geworden? was ist mit dem grenzkonflikt im kongo? der cholera-epidemie in simbabwe? den kindersoldaten in zig afrikanischen ländern die täglich töten und getötet werden? den täglichen selbstmordanschlägen im irak? in diesen konflikten weltweit leiden mehr menschen. meiner meinung nach haben die genauso viel hingabe und aufmerksamkeit verdient. was macht den gazastreifen so anders, so besonders? ist es das, weil vielleicht andere gebiete und länder auf der erde geradezu entmenschlicht wurden, wo wir nichts anderes mehr erwarten außer krieg, seuchen und tod? wir sollten uns überall gleichermaßen engagieren und keine unterschiede machen wer unsere hilfe verdient und wer nicht.

    10.01.2009, 11:56 von der.March
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      @der.March Schöner Text. Ich freue mich über die endlich etwas differenzierte Sichtweise. Aus der Politik hört man ja sonst nur, entweder wir sind auf der Seite Israels oder der Palästinenser. Das das nicht alles ist und dass es da auch wohl keinen Konflikt zwischen gut und böse gibt, wird gerne mal vergessen. Umso mehr freut mich Deine Interpretation und vor allem die Hoffnung auf Frieden in dieser doch sehr schwierigen Region. Wenn mehr Leute sich trauen würden, zu denken und zu sprechen wie Du, wäre der Konflikt doch ziemlich schnell gelöst...

      an Der.March: Ich denke schon, dass das ein Konflikt ist, auf den die Welt schauen sollte. Natürlich dürfen wir die anderen Kriesengebiete nicht vergessen, trotzdem sind die Probleme im Gazastreifen ohne die Hilfe von Aussen sicher nicht lösbar. Das geht uns alle was an, von einer Lösung kann die ganze Welt profitieren. Nur auf eine der beiden Seiten schlagen dürfen wir uns nicht, das ist nur kontraproduktiv und wird aber von Politikern auf der ganzen Welt aus ureigensten Interessen ignoriert. Und damit sind die (vielleicht sogar gemeinsamen) Hauptziele der beiden Gegner schon erreicht, die Welt ist in zwei Lager gespalten.

      Deswegen: Wir brauchen mehr Leute, die denken und handeln wie schejne_kind. Emotional und loyal: ja, ideologisch verblendet: nein. Danke dafür... You made my day...

      10.01.2009, 13:45 von azplanlos
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      @azplanlos Wenn mehr Leute sich trauen würden, zu denken und zu sprechen wie Du, wäre der Konflikt doch ziemlich schnell gelöst...

      Naja. Ich finde den Text auch gut geschrieben, lebe auch in Israel und stimme dem Inhalt voll zu. Aber er loest doch keinen Konflikt. Menschen ausserhalb von Israel denken immer, dass alle Israelis kriegerische Fanatiker sind, die alle Araber umbringen wollen. Natuerlich ist das nicht so. Bedenke auch, dass so gut wie jeder Israeli einen Soldaten kennt, der gerade im Gasastreifen ist. Natuerlich wollen wir, dass unseren Jungs nichts passiert. Und ich persoenlich kenne niemanden, der gerne unschuldige Zivilisten toeten oder quaelen moechte (ich sage nicht, dass es das nicht gibt, aber der Grossteil der Bevoelkerung ist nicht so). Vom Frieden-Wollen kommt der Frieden noch nicht. Da muessen schon auch Taten folgen.

      10.01.2009, 18:32 von hanhel
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    @schejne_kind:
    Ich kann gut verstehen, dass Du Dir ein edles Israel wünscht, das sich vor allem seinen moralischen Werten verpflichtet fühlt. Das wünsche ich mir auch.
    Ich glaube allerdings, dass sich das sehr gut verträgt mit einer engagierten Verteidung Israels und seiner Selbstverteidigung. Ich bin überzeugt, dass Israel sich mehr als alle anderen Länder in militärischen Konflikten an moralische Grundsätze hält. Gerade die letzten 20 Jahre haben aber gezeigt, dass Dialog und Nachgiebigkeit zu noch weniger Frieden führen. Ich habe meine Hoffnung auf einen Dialogfrieden verloren. Frieden kann es erst geben, wenn diejenigen, die die Vernichtung Israels wollen, besiegt oder machtlos sind.
    Auch die Diskussion hier offenbart wieder groteske Unwissenheit über die Geschichte des Nahen Ostens.
    Wer weiss denn schon, dass die Entscheidung auch den Juden eine eigene Heimstatt in den ehemaligen Gebieten des osmanischen Reiches zu geben, lange vor dem Holocuast getroffen wurde. Wer weiss denn schon, dass die dort lebenden Araber (die die Bezeichnung Palästinenser empört von sich wiesen) schon in den 20ern einen erbitterten Kampf gegen die dort lebenden Juden führten. Wer weiss denn schon, dass die Kriege, die Israel führen musste, ausnahmslos auf das Konto arabischer Aggressoren gehen und es keine Palästinensischen Flüchtlinge gäbe, hätte die arabische Welt akzeptiert, dass auch die Juden des Nahen Osten ihren eigenen Staat haben wollen. Diesen Konflikt gab es vor Zaunbau, Siedlungsbau und Besatzung - trotzdem glaubt hier fast jeder Kommentator, dies seien die Schlüssel zum Frieden.
    Die Liste liesse sich beliebig fortführen...

    Gerade deswegen brauchen wir Stimmen aus Israel, die uns etwas über die Realität dort erzählen.

    (und bitte nicht diese vor allem in Deutschland populären Randfiguren wie Uri Avnery)

    10.01.2009, 09:17 von Johann2212
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    Jeder der sich hier erlaubt eine Meinung zu haben sollte erstmal nach Israel fahren! Denn erst wenn man hier ist und mit den Leuten auf beiden Seiten spricht, versteht man die Verzwicktheit, die anderen Faktoren die eine Rolle spielen und das es nicht darum geht gute oder schlechte Politik und Militaerfuehrung zu machen...

    09.01.2009, 13:11 von madame_mango
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      @madame_mango
      Eine Meinung kann man sich auch so bilden.
      Man sollte sich nur darauf gefasst machen, daß von dieser Meinung nicht viel übrigbleibt, wenn man mal nach Israel/Palästina fährt...

      09.01.2009, 14:59 von sailor
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      @[Benutzer gelöscht] Stimmt schon. War nicht auch mal ein Artikel in der brandeins drüber...?

      Faktenwissen ist der Meinungsbildung eher hinderlich.
      Das ist es eben, was ich meine. Seit ich mal da war, halte ich mich, was Meinungen (oder verurteilungen) angeht, massiv zurück...

      09.01.2009, 15:37 von sailor
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      @sailor Wer entscheidet denn, welche Fakten relevant sind und welche nicht?
      Und stellen die Leute, die dir die "Fakten" servieren, sich überhaupt die Frage nach sachlicher Relevanz? Was glaubst du, sind deren Kriterien?

      24.01.2009, 06:08 von palettentreter
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      @palettentreter Welche Fakten für mich relevant sind und welche nicht entscheide ich selber.

      Das Faktenwissen Meinungsbildung behindert, sagt zunächst die nüchterne Verhaltensforschung unabhängig davon, um welches Thema es geht.

      Wer mir die Fakten serviert, entscheide ebenfalls ich. Und es ist immer gut, eine Antithese zu lesen, eine andere Meinung, und eine gewonne Erkenntnis ohne Scheu wieder in Frage zu stellen und sie (begründet) zu verwerfen oder an der Erkenntnis festzuhalten.
      Ein differenzierter Blick ist ungeheuer hilfreich dabei.

      Was genau ist eine 'sachliche Relevanz'...?
      ;)

      28.01.2009, 12:33 von sailor
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    Besonders traurig finde ich, dass es vor einigen Jahren noch ganz gut ausgesehen hatte und es jetzt zu diesen Rückschlägen gekommen ist. Israelis und Palästinenser kamen sich näher, nicht zuletzt auch Dank Arafat. Es sollte einen autonomen palästinensischen Staat geben und Frieden für beide Völker. Dann scheiterte alles an Jerusalem. Es gab zwar verschiedene Vorschläge, aber man kam zu keiner Einigung. Beide Religionen, die ich als extrem starr empfinde, beanspruchten die Stadt für sich. Auch wenn dies kein Religionskrieg ist, letztlich sind alle Verhandlungen daran gescheitert. Und dann kam es Stück für Stück wieder zu Rückschritten. Eine Mauer wurde gebaut, Selbstmordattentate und als schlechte Krönung die Wahl einer Terrororganisation zur Regierungspartei. Mir war zum heulen, als ich davon gehört habe. Ich verstehe ja, dass die Hamas mit ihrem sozialen Engagement Sympathien gewonnen hatte, aber die Einstellung zu einem totalen Krieg gegen Israel war doch bekannt. Wie kann man danach noch glauben, dass dieses Volk den Frieden will?! Keine Seite will sehen, was sie selbst zu der Situation beigetragen hat.

    Ich hoffe sehr, dass man durch Verhandlungen den Krieg stoppen kann, auf die Vernunft auf beiden Seiten und wenn es auch nur so ist, dass sich beide zu schade für eine Gewaltlösung sind.

    09.01.2009, 12:32 von Freydis
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      @[Benutzer gelöscht] :o)

      09.01.2009, 15:36 von Freydis
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    "Jeden Tag spüre ich Israel."
    Oh mann. "Israel" ist kein Gewissens- oder Wertepool.
    Ein guter Gedanke, dennoch. Nichts für ungut.

    08.01.2009, 15:20 von mumpitz
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    Hirn ist durchaus vorhanden. Zumindesta auf israelischer Seite. Denn die Angriffe sind, schaltet man Gefühle aus und betrachtet es nur machtpolitisch, sehr intelligent.
    Erstens schwächt man die Palästinenser militärisch direkt. Zweitens werden sie dank der zahlreichen zivilen Opfer und Verletzung des Völkerrechts noch stärker radikalisiert. Israel wird wegen Menschenrechtsverletzungen keine Folgen zu befürchten haben, also verlieren die Palästinenser noch stärker das Vertrauen in die Staatengemeinschaft und werden weiterhin Kamikazee-Aktionen unternehmen, was wieder als Begründung herhalten kann, sie dauernd zu schwächen. Das Vorgehen ist eigentlich sehr logisch. In zwei, drei Wochen wird wieder kein Mensch darüber sprechen.

    Menschlich ist es eine Katastrophe. Aber Menschlickeit spielt in der Politik leider keine Rolle.

    08.01.2009, 15:12 von lolo82
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      @lolo82 »Aber Menschlickeit spielt in der Politik leider keine Rolle.«

      Was ein fataler Grundirrtum ist.

      08.01.2009, 15:41 von sailor
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      @sailor >> Was ein fataler Grundirrtum ist.
      ... welchen bis heute sämtliche geopolitischen Handlungsweisen teilen...

      08.01.2009, 19:38 von palettentreter
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      @[Benutzer gelöscht] Dein Gehirn ist ein geopolitischer Irrtum...?
      Und nu?

      :D

      09.01.2009, 15:35 von sailor
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      @[Benutzer gelöscht] oh äh... verpennt. Sorry, ich meinte das hier:
      --------------
      sailor:
      »Aber Menschlickeit spielt in der Politik leider keine Rolle.«

      Was ein fataler Grundirrtum ist.
      --------------
      Ob Irrtum oder nicht, ist völlig irrelevant. Es ist gängige Praxis.

      24.01.2009, 06:04 von palettentreter
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