der orient liegt am horizont
und die goldene regel lautet: keine regelmässigkeiten. kein verficktes junkie monkey business.
es ist das schönste.
wir liegen zu dritt im bett. ich, sie und meine freundin.
wir lieben uns ohne eifer.
ohne druck, unruhe, sex. es ist einfach da.
meine freundin schläft, ihr linkes bein hat sie auf mein becken geschlagen,
den arm knapp darüber.
das heroin kuschelt von innen mit mir.
nichts wird jemals da rankommen. man kann erfolgreich sein, gewinnen, jemanden im streit besiegen.
ein tolles angebot bekommen, im auto seiner träume durch die stadt seiner träume fahren.
man kann sich von der teuersten nutte im land den schwanz eine stunde lang lutschen lassen und doch ist es ein fahler witz, eine belanglose oberfläche. diese ganze welt ist nur eine oberfläche und selbst die liebe zum geliebtesten menschen tritt nur in ganz besonderen augenblicken so tief ins mark, wie es heroin für stunden tut. einfach so. eins mit den göttern der ewigkeit. und alles, was man sonst hat, ist ja noch da, wird erst zusammengefügt in diesem moment. man kanns dann mal tatsächlich geniessen.
ich bin ein halbes jahr 100% rauschfrei. aber ich warte nur darauf, dass die zeit wieder reif ist. und selbst wenn ich 50 jahre lang nichts genommen hätte, ich würde bis zu meinem tod darauf spekulieren, es noch einmal zu tun. vielleicht nur noch noch einmal, aber das ganz bestimmt.
dafür brauchte es nie gründe. jeder grund ist ein falsches alibi. neugierde, langeweile, kummer, eine der letzten herausforderungen, die da draussen af einen warten. die noch etwas bieten, die nicht vermodert sind von den schmierigen griffeln der hässlichen leute. weil die sind weit weg von hier, die streiten sich um gartenzwerge. während ich im garten eden liege und das weltall in mir schlafen spüre.
alles das ist quatsch, es sind konstruktionen. die wirklichkeit ist ihre schönheit, und das ist ihre gefahr und das wiederum der einzige grund. man holt sich was in einer dunklen ecke der stadt, sieht die anderen vorbeilaufen und gucken, in ihren stone temple pilots und velvet underground t-shirts. sie gehen weiter und werden nie näher als jetzt rankommen. sie haben angst. ich habe keine angst. ich kaufe mir den scheiss und bezahle den preis. immer wieder bezahle ich den preis. der preis ist ein bisschen von meinem leben, für eine weile. die arbeit fällt in ein loch, die bindungen rücken in endlose ferne. aber all das kommt danach zurück, schneller als einem lieb ist. und nicht selten sogar um ballast bereinigt. heroin ist ist ein exquisiter filter, man plagt sich nicht mit halbherzigkeiten. der musikgeschmack bekommt mehr kontur, die attitüde wird freier, der blick geklart. die seele lenkt das geschick, die welt atmet in den eigenen vier wänden. der orient liegt am horizont.
das machts okay.
es ist also völlig in ordnung, ab und an mal tot zu sein.
solange ich das bein meiner freundin auf meiner hüfte spüre, während mir das heroin und von innen jedes pore meines körpers liebkost. solange ich mir mein glück nicht erkaufen und erstrampeln, durch die ettikette von gesellschaft und mode tag für tag herbei halluzinieren, halten, pflegen und verteidigen muß wie all die schlauen und guten leute da draussen, die nicht absolutes und 100% zweifelfreies top notch inventar dieses puppenhaus sind. solange ich nicht ein schönes mädchen treten muß, nur weil sie es gar nicht mehr anders kennt, sondern einfach nur daliege, in einer nacht mehr glück und selbstzufriedenheit spüre als all diese leute zusammengenommen in ihrem ganzen leben - solange zahl ich den preis doch gerne. das sei ja nicht echt? und ob es echt ist. vermutlich sogar echter als alles andere. die echteste von allen möglichen lügen.
doch ich habe meine regeln. wenn ich sie ignoriere, verliere ich alles, die gesamte wirklichkeit. ich rutsche ab in gewohnheit, werde ein spiesser-junkie. einer der den ordentlichen junkie weg geht. jeden tag, jahrelang. irgendwann entzug, komplett. danach müßte ich heroin für den rest meines lebens ignorieren und in meinen träumen bekämpfen. ich wär ein sklave meiner vergangenheit. doch ich will der könig meiner gegenwart bleiben, deshalb macht der könig die regeln.
und die goldene regel lautet: keine regelmässigkeiten. kein verficktes junkie monkey business.






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