system 11.06.2007, 11:16 Uhr 6 1

Das war der Gipfel

Das G8-Treffen in Heiligendamm. Mal ganz nüchtern betrachtet - in Zahlen. Eine Bilanz.

8 Staatschefs trafen sich für
2 Tage in Heiligendamm, einem Ort in dem normalerweise
300 Menschen leben . Ein
2, 50 Meter hoher Zaun wurde außern herum errichtet. Er ist
12 Kilometer lang und hat
12,5 Millionen Euro gekostet. Eine
21km x 14km Sperrzone auf dem Meer und ein
4,5 Kilometer langes Unterwassernetz schützten den Strand
55 Km im Umkreis des Ortes war bis auf
3 000 Meter Höhe der Luftraum gesperrt.
1100 Bundeswehr-Soldaten sicherten Luftraum und See.

1000 Demonstranten wurden bei Krawallen in Rostock im Vorfeld verletzt und
400 Polizisten.

15,4 Millionen Euro kostete der Neubau des Pressezentrums in Kühlungsborn. Dort arbeiteten
4000 Journalisten aus aller Welt.
1 500 Menschen nahmen am alternativen Gegengipfel in Rostock teil.
80 000 Zuschauer waren beim Konzert „Deine Stimme gegen Armut“
2, 50 kostete eine Karte für das Konzert. Die Vorverkaufsgebühr.
6 Stunden lang wurde Musik gemacht und Reden gehalten

Fast
60 Stunden lang haben insgesamt mehr als
13 000 Demonstranten Sitzblockaden rund um Heiligendamm veranstaltet.
1 100 von ihnen wurden dabei in Gewahrsam genommen.
1 000 Kirchenglocken läuteten in ganz Nordeuropa für den Frieden und
30 000 Kerzen wurden in diesen Kirchen angezündet.
642 mal rückten die Rettungskräfte aus.
16 000 Polizeibeamte waren im Einsatz. Manche davon mehr als
15 Stunden am Stück

100 000 zusätzliche Übernachtungen meldete der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.

60 Milliarden Dollar versprachen die Staatscchefs am Ende für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose in den Entwicklungsländern. Zumindest auf dem Papier.

48 Stunden dauerte der G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm insgesamt.
92 Millionen Euro hatte der Bundeshaushalt für den G8-Gipfel vorgesehen. Jetzt werden es wohl eher
120 Millionen Euro.

250 000 Euro pro Stunde. Noch Fragen?

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6 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Türlich...sonst ist das alles für die Medien viiiiiel zu langweilig...

    11.06.2007, 20:12 von Stefff
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    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Ja und? da wurde nichts beschlossen, was man nicht auch die "Sherpas" im vorfeld hätte regeln lassen können und den Rest kann man auch im "kleineren Rahmen" regeln, oder nicht?

      ich freu mich im übrigen, dass die "direkt-antworten-funktion" wieder geht, das war letztlich mal kaputt irgendwie.

      11.06.2007, 11:52 von system
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    • 0

      @[Benutzer gelöscht] "Die Treffen sind nicht die Verursacher der Kosten."

      Die Argumentation ist nicht schlüssig. die Treffen sind verursacher der krawalle, also sind die treffen auch verursacher der Kosten, die die krawalle verursachen, oder?

      außerdem kostet es sowieso schon ne menge geld, die 8 mächtigsten Staatschefs der Welt einzufliegen und unterzubringen und so. und ich finde halt, die ergebnisse dieses treffens stehen in KEINEM verhältnis zum (Kosten-)Aufwand, den sie verursachen.

      11.06.2007, 12:25 von system
    • 0

      @system //die Treffen sind verursacher der krawalle, also sind die treffen auch verursacher der Kosten, die die krawalle verursachen, oder?//

      Wenn Faschos ein Asylantenheim anzünden und die Asylanten verprügeln, dann verursachen die Asylanten logischerweise die Sachschäden und die Krankenhauskosten, da sie schließlich die Krawalle verursacht haben. Logisch, nicht?

      11.06.2007, 12:57 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 stimmt. irgendwo hakt da die argumentation. aber nicht nur bei mir, auch bei taekwon.

      vielleicht könnte man sich einfach darauf einigen, dass das ganze viel zu viel geld kostet und viel zu wenig dabei rum kommt?

      11.06.2007, 13:25 von system
    • 0

      @system das ist halt das klassische problem der kausalität. wen's näher interessiert mag sich ein paar dicke bücher zum allgemeinen teil des strafgesetztbuchs durchlesen.

      ich find nicht, dass die argumentation hakt. immerhin waren die krawalle für jeden weit im voraus vorhersehbar, so dass es nicht verfehlt ist, den gipfel als verursacher der krawalle zu sehen. da ist nämlich der unterschied: ausschreitungen beim asylbewerberheim finden nicht zwangsläufig statt.

      11.06.2007, 13:37 von nutella
    • 0

      @nutella Ausschreitzungen bei einem treffen gewählter Staatsoberhäupter sind auch nicht "zwangsläufig". Das ist erst in den letzten Jahren eingerissen, seit sich Retros und Autonome verbündet haben. In Kölle konnte Bill Clinton noch ohne größere Probleme durch die Stadt laufen.

      11.06.2007, 18:37 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 und weil es erst in den letzten jahren bei JEDEM treffen passiert ist, ist es nicht vorhersehbar?
      ich glaub, DIESE argumentation hakt wirklich ;)

      12.06.2007, 10:31 von nutella
    • 0

      @nutella Ich spreche nicht von "unvorhersehbar", sondern von "zwangsläufig", soviel sprachliche Präzision muß sein, Herr Jurist! ;)

      Man kann natürlich jetzt die Existenz einer hirnverbrannten Gruppe gewalttätiger Autonomer als Faktor ignorieren und die Schuld den Staatschefs zuschieben, aber das fände ich ein wenig billig und nicht besonders recht. Kann aber sein, daß die "herrschende Meinung" das anders interpretiert.

      12.06.2007, 10:44 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 es geht bei kausalitätsfragen nicht um schuld. sondern einfach um ursache und wirkung. und man kann wohl mit fug und recht behaupten, dass zumindest seit genua bei JEDEM gipfel gewalttätige ausschreitungen stattgefunden haben, die sich gegen den gipfel gerichtet habe. die an den jeweiligen orten nicht stattgefunden haben, wenn dort kein gipfel stattfand. also dürfte die kausalität ziemlich eindeutig belegt sein.
      eine gewisse verantwortung tragen aber auch die staatschefs. wenn ich weiss, dass mit nahezu 100%iger sicherheit krawalle auftreten und meine veranstaltung trotzdem abhalte trage ich auch einen teil der verantwortung dafür. genauso wenn du als linker punk versuchst, durch ne gruppe nazis zu spazieren, dann trägst du auch ne mitverantwortung dafür, dass du verprügelt wirst...
      ich sprach aber im zusammenhang von gipfeln und krawallen von vorhersehbarkeit. und wenn ein ereignis mit nahezu 100%iger wahrscheinlichkeit eintritt, tritt es auch zwangsläufig auf. aber wenn dich sprachliche genauigkeit plötzlich so sehr berührt verzichte ich gern auf das zwangsläufig und ersetze es durch vorhersehbar.

      12.06.2007, 11:36 von nutella
    • 0

      @nutella Die Ursache ist aber m.E. nicht der Gipfel, sondern das Vorhandensein dümmlicher Autonomer.

      Den Gipfel gibt es schon seit 30 Jahren. Die Krawalle erst seit ca. 6 Jahren. Also wird wohl kaum der Gipfel schuld sein. Er ist höchstens ein Anlaß für randalierende "Gutmenschen", mal so richtig zumzuhoolen. Am 1. Mai treffen sich auch keine Staatschefs und es wird trotzdem hirnlos herumrandaliert.

      12.06.2007, 11:54 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 ich bestreite doch gar nicht, dass die autonomen die krawalle machen und nicht der gipfel.
      nur ist die frage, was die krawalle der autonomen auslöst. und da wird man wohl genau auf eine antwort kommen: der gipfel. (sonst würde es die krawalle ja dauernd und unabhängig von irgendwelchen gipfeln geben und das ist eindeutig nicht der fall). das kannst auch du nicht bestreiten.
      und jetzt der große punkt: wenn ich bei einem ereignis (g8-gipfel) mit nahezu 100%iger sicherheit davon ausgehen kann, dass ein anderes darauf folgt (randale) dann ist der gipfel auch kausal für die randale.
      diesen quasi-automatismus kann man bei der frage nach der ursache der krawalle nicht einfach ausblenden.
      am 1. mai passiert in berlin seit einigen jahren übrigens schon gar nix mehr. und die letzten krawalle haben auch keine autonomen mehr angezettelt. und an anderen orten in deutschland passiert am 1. mai meines wissens nach noch weniger als hier

      12.06.2007, 12:03 von nutella
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    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Äh, nein, das IST wertend. da war ich nicht sehr stilfest ;-)
      es gibt halt auch noch schöne viele andere (prozent)zahlen zum thema "wieviele versprechen von dem letzten Treffen wurden eigentlich in die tat umgesetzt?" und da konnte ich mir diesen winzigen kommentar nicht verkneifen...

      11.06.2007, 11:50 von system
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    • 0

      @[Benutzer gelöscht] gäbe es keinen gipfel, wär das auch billiger!

      11.06.2007, 11:38 von system
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    Eine Schweinerei ist das! ;o)

    11.06.2007, 11:25 von Stefff
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