Down_Under 05.05.2005, 00:35 Uhr 83 0

Das Problem mit der Ché-Bettwäsche...

Rebellion. Was bedeutet das für uns? Wie definieren wir Rebellion? Ein Artikel, der viele Fragen stellt und sich auf antworten freut.

Einer meiner Freunde - ach was, eigentlich fast alle - haben irgendwo in ihrem Leben einen kleinen oder großen Ché. Mal hängt er an der Wand, mal klebt er als Sticker am Kleiderschrank und ein ander mal als Pin am Rucksack.

Ché ist allgegenwärtig, wenn es darum geht, sein Anderssein zu untermauern. Wer kein Ché hat und nicht weiß, wer Ché ist und was er eigentlich mal gemacht hat (ja, was hat er denn eigentlich gemacht?), gilt als angepasst und alles hinnehmend. Rebellion ist "in", Leute, geht auf die Straße und rebelliert. So, wie es die Menschen damals, vor langer Zeit, auch getan haben.

Haben sie das? Oder ist das nur ein großer, SEHR großer Mythos, der sich in den Köpfen vieler Jugendlicher eingenistet hat? Vielen Jugendlichen heutzutage wird suggeriert, dass damals, also zu den "richtigen" Zeiten des "Sex, Drugs and Rock and Roll", alle auf die Straßen gegangen sind und den Polizisten die Kloppstöcke vom Halfter genommen und sich gewehrt haben. Die von damals, ja die haben wenigstens was gemacht und haben sich mit bestimmten Konventionen nicht zufriedengegeben.

Doch war Rebellion nicht schon damals eine "nette" Modeerscheinung? In WGs wohnen, der freien Liebe fröhnen und ab und zu auf die Straße gehen und sich noch darüber freuen, von den Polizisten gefangen genommen zu werden (hey, das hat Weiber angelockt!).

Wieso finden wir Filme wie "Die Fetten Jahre sind vorbei" so cool? Weil rebelliert wird? Oder weil junge Menschen völlig unabhängig ein Leben führen, das sich zu leben lohnt, auch wenn es voll ist mit zwischenmenschlichen und finanziellen Problemen?

Gab es solche Leben wie sie solche Filme und Bücher beschreiben überhaupt so oft oder bilden wir uns einen großen Mythos um das Phänomen "Rebellion"?

Können wir unsere Definition von "Rebellion" eigentlich noch ernst nehmen? Ist es schon Rebellion, wenn man Ché mag und ganz allgemein gegen alles ist? Ist es wirklich Rebellion, seinen eigenen Weg zu gehen?

Ché ist Mode. Ché ist cool. Es gibt T-Shirts mit Ché, Bettwäsche mit Ché und Cafés die Ché heißen. Fehlt eigentlich nur noch Ché-Cornflakes, denn dann könnte man mit dem Rebellieren schon beim Frühstück beginnen.

83 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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      @[Benutzer gelöscht] Ehrlich? Das hättest du mir mal sagen sollen; das darf man doch nicht verpassen...

      Ich glaub, ich lauf da morgen mal dran vorbei...

      11.09.2005, 15:17 von Down_Under
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    Meistens muss man machthunger haben um politiker zu werden. Ausserdem ein bissle megaloman sein damit man sich selbst soviel verantwortung zutraut. Manche haben ideale und verfolgen die zielstrebig und unbeirrbar. guantanamo ist menschenrechtsverletzend und trotzdem sitzen alle diese nicht arschloch politiker mit Bush an einem tisch und tun so als ob. Welches Humanes modernes land hat ernsthaft gegen die apartheid was getan? In der politik wird gelogen und betrogen und das immer und überall. Es gilt prioritäten zu erkennen und die zu befolgen. siehe Machiavelli ! siehe Nixon oder Kohl.
    Ausserdem argumentieren die menschenrechtsverletzer alle gleich, nämlich....schaut euch doch bitte unser gegnern an und die mittel zudem die greifen!!! Uns bleibt nur die oberharte tour um die sache Herr zu werden. Ganz gelogen ist es eher selten aber naja, macht und seine schattenseiten halt.

    16.06.2005, 22:44 von 9amir9
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    das kommt halt immer darauf an, ab wann man sie arschloch nennen kann. wenn menschenrechtsverletztungen aufkommen und die politiker das wissen sind es grundsätzlich immer arschlöcher.

    16.06.2005, 16:40 von Machinosof
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    Ja klar aber cooler als george bush oder putin doch immerhin. Sowieso sind politiker fast immer arschlöcher bis auf maybe Ghandi und Nelson Mandela obwohl auch da gibt es welche die meckern .

    09.06.2005, 23:01 von 9amir9
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    Schüler castros war er ja so nicht. Er war ein Freund, castro hat er ja über castros bruder kennengelernt, die eigentliche idee der revolution kam ja von guevara, genauso wie die guerilla-taktik.
    Der traum vom sozialismus schloss sie zusammen, allerdings unterschieden sie sich in dem punkt das ché menschlich sozialer eingestellt und sich auf die bekämpfung von armut konzentrierte.
    Und "cool" ist Castro keinesfalls, wenn man die Menschrechtsverletzungen, die armut und die art wie er gegen politische gegner vorgeht nur mal so betrachtet!

    09.06.2005, 18:45 von Machinosof
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    Ich denke auch, dass das doch nicht so "absurd" ist, nur weil er ein Schüler Castros ist... ich meine, übernimmt man alles so, wie der Lehrer das will? Ich denke Guevara war stark genug für seine eigene Meinung, und das Freundschaften auch über eine Meinung hinaus gehen und das man tolerant ist/ sein kann - ist nichts neues, oder?

    07.06.2005, 16:24 von Heldin
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    Castro ist cool! Wer will schon U.S.A. überall auf diesen planeten? Auch die ehemalige soviets konnten Castro nicht führen!

    06.06.2005, 23:13 von 9amir9
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    ich habe mich das Erste mal mit dieser Person beschäftigt, als ich vor laaaaaanger, langer Zeit einen Kurzvortrag in Geschichte über eine Charismatische Persönlichkeit halten sollte.
    Wer wäre da besser geeignet, als Che´?
    Aus diesem Kurzvortrag wurde ganz schnell ein Referat und ich redete ca. 90min über einen der wohl grandiosesten Personen überhaupt.
    Aber während meiner Recherchen habe ich gemerkt, dass das "als-Poster-im-Zimmer-eines-Teenies-hängen" ganz bestimmt nicht sein Ziel war.
    Trotzdem ist es bemerkenswert, was diese Person geleistet hat, natürlich sollte daran gedacht werden. Aber was für mich sehr beängstigend ist, ist, dass er Schüler Fidel Castros war.
    Also hängen in den Schlfzimmern Bilder von einem Schüler Castros?
    Ziemlich absurd, findet ihr nicht?

    06.06.2005, 20:31 von Revolutiongirl
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    Ist das nicht irgendwo einfach nur noch Wahn-Sinn???

    06.06.2005, 18:18 von Heldin
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    Alles richtig aber wiki ist leider nur kurzfassung. Ernsthafte lekture gibt quellen an die man entweder kennt oder kennelernen kann

    05.06.2005, 15:55 von 9amir9
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