elpe 03.03.2013, 22:46 Uhr 2 0

Zeit des Gequassels

In den 80er Jahren gab es wenigstens noch die Friedensbewegung. Klar, die Aktivisten von damals mussten erkennen, dass Kompromisse notwendig sind und die Welt sich nicht so einfach revolutionieren lässt, warum die Friedensbewegung auch geschluckt wurde. Wie alles. Die 70er waren die eigentlich revolutionären Jahre, als die Ausläuferzeit der 68er Bewegung. Aber die breite gesellschaftliche Masse hat Vernunft bewahrt, nur LSD und freie Liebe sind ja auch nicht das zu verwirklichende Lebensziel. In den 90ern hatte man beinahe das Gefühl, alles ist wirklich auf einem guten Weg, die alten Zeiten sind vorbei, die Politik findet Wege für das neue Jahrtausend. Frieden in Jerusalem, Vereintes Deutschland und der Ceausescu-Kill. Letzteres Ereignis hat die angewandte Friedenspolitik bis heute geprägt, siehe Gaddafi, Hussein, oder auch Bin Laden. Nicht, dass es mir um einen von diesen Leid täte. Zur Zeit der Jahrtausendwende 1999/2000 schaute ganz Europa wie blöd mit 'ner Sonnenbrille in den Himmel. ein faszinierendes Ereignis, indem die völlige Degeneration unserer Zeit wiederzufinden ist. Komplementierende Massenerlebnisse machen die Runde. Hierzu kommen Individualität bewahrende Glückstheorien. Nicht, das keiner weiß, dass wir uns wirklich auf den Abgrund zu bewegen, oder gibt es wirklich noch naive Technikgläubige, die der Parole "Wohlstand für alle" glauben schenken können und meinen, wenn wir erstmal neue Energiegewinnungswege gefunden haben, lösen sich alle unsere Probleme? Dann wäre uns ja noch zu helfen. Das wirklich Schlimme ist, jeder weiß so viel und ist so kritisch, dass er gar keinen unreflektierten Parolen wie denen eines Rudi Dutschke folgen würde.

Ja aber..., es gibt ja keine Lösung..., man muss sehen wo mein bleibt..., ich persönlich glaube ja... früher war es auch nicht besser...

So' n Scheiß!  Sympathisieren mit via Internet vermittelten Revolutionen, Bankenkrisen verstehende Zustimmung zu finanziellen Rettungsaktionen.

Argumentieren und reflektieren und von allen Seiten beleuchten. Das blöde hieran nur, eine Tatsache ist ein Gedanke, der wahr ist. Nur finde mal 'nen wahren Gedanken in einer Welt voll Lügen. Das System der neuen Lügen ist nicht mehr, dass Wahrheiten nicht genannt werden dürfen. Es gibt nur so viele davon, dass keiner mehr durchblickt. Wobei wieder alles wahr wird, je nach Prämisse. Aber auch dafür gibt es einen Namen, die Postmoderne. Wir sind nicht aufgeklärt, wir sind abgeklärt. Eiskalt, pragmatisch und vielleicht burned out, aber das ist ja 'ne Krankheit..., danke Physikalismus. Letztlich haben sich die 80er Jahre mit ihrer blödheitsverbreitenden CocaCola-Plastikwelt durchgesetzt, und die Zum-Frieden-Beweger machen mit. Ja, man ist zusammen gewachsen, Globalisierung, was für eine Farce für jeden Weltbürger. Die Gegenbewegung, Separatismus. Oder, wir bleiben einfach dazwischen. Die Systemtheorie hat gesiegt, Ernst Krieck lässt grüßen. Wir haben bald keine Menschen mehr, sondern nur noch Typen, aber wir suchen ja echte Typen, abstrakte Dinge eines dritten freg'schen Reiches. Oder wo existiert der Typus?

 


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Kommentare

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      quod erat demonstrandum

      04.03.2013, 15:02 von elpe

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