init-admin 13.11.2007, 16:49 Uhr 0 2

Wozu Drogen?

Drogenkonsum hat nichts mit Genuss zu tun und nicht mehr viel mit Realitätsflucht. Sieben Geschichten über Gründe, aus denen wir den Rausch suchen.

Drogen 2007, die gute Nachricht: Wir sind aufgeklärter denn je. Jugendliche und junge Erwachsene in Deutsch land wissen heute mehr über Drogen als jede Generation vor ihnen. Ein Großteil der Konsumenten kalkuliert nüchtern den Effekt, den Drogen bringen, und weiß um die möglichen Schäden. Die jungen Deutschen nehmen Drogen wie die Profis. Drogen 2007, die schlechte Nachricht: Der Umgang mit Drogen ist hemmungsloser geworden. Der Konsum steigt. In allen Schichten, in jedem Alter. Es wird mehr Alko hol getrunken, es wird mehr gekifft, es wird mehr gekokst. Und die Zukunft, sagen Experten, liegt in der Apotheke: Antidepressiva, Abführ mittel, Wachmacher. Die Drogen verschreibt der Onkel Doktor.

»Drogen,« sagt der Soziologe Günter Amendt, »werden immer weniger aus Genussgründen oder zur Bewusstseinserweiterung genommen.« Kiffer kiffen, um mit Stress umzugehen, Kokser koksen, um länger zu funktionieren. Drogen erfüllen ihren Zweck. Aus Sinnsuchern sind Konsumenten geworden, die sich fragen: In welche Stimmung will ich kommen? Was will ich vergessen, verdrängen, nicht mehr spüren? Und welche Droge macht das am besten?

1. Grund:
Müdigkeit

Droge: Ritalin. Konsumentin: Produktionsassistentin bei einem TV-Sender, 28

Davor: »Ich habe ein Problem mit dem Wörtchen ›Nein‹. Und ich habe den starken Ehrgeiz, immer die Letzte im Büro und auch abends auf der Party zu sein, und einen Chef, der mich super findet. Seit ich den Job habe, probiere ich mit Wachmachern rum. Das Gefühl ›Müdigkeit‹ ist jetzt ganz automatisch mit der Frage ›Hab ich noch was?‹ verbunden – früher oft Coffees, Speed, manchmal Koks, seit einem Jahr fast nur noch Ritalin. Das kann man unauffälliger nehmen. Ganz schnell am Schreibtisch zum Schluck Wasser. Mein Mitbewohner hat ADHS, er gibt das Zeug an mich weiter, oder ich besorge es mir übers Internet. In jeder Packung sind fünfzig kleine weiße 10-mg- Wachmacher mit Schlitz in der Mitte drin, ich packe sie aus und verteile sie zwischen meinen Sachen, ein paar im Kulturbeutel, ein paar im Geldbeutel, ein paar lose bei den Taschentüchern. Drei Stück am Tag, und ich bin die Beste bei uns in der Agentur. Die Schnellste, die Fehlerfreiste, die Wachste. Zumindest fühlt es sich so an. Die erste Tablette nehme ich am Morgen, so um zehn, während meine Kollegin mit ihrer Fernbeziehung telefoniert. Aus der Aspirinpackung in der obersten Schreibtischschublade. Drei Stunden volle Leistung.«
Danach: »Das Loch fühlt sich an wie ein Minikater. Nicht wirklich Müdigkeit, eher überdreht, leichte Kopfschmerzen und innen ziemlich leer. Wenn es anfängt, gehe ich mittagessen. Müde werde ich erst, wenn ich wieder am Tisch sitze. Mit ein paar Tassen Kaffee schinde ich noch ein bisschen Zeit, dann reicht die Tablette aus dem Filmdöschen neben dem Stiftehalter locker bis in den Abend. Und die dritte rettet mir die Nacht.«
Protokoll: Vera Schroeder

2. Grund:
Gewohnheit

Droge: Cannabis. Konsument: Fachverkäufer, 29

Davor: »Es gibt eigentlich keine Pause. Morgens rauche ich den halben Joint, der vom Vorabend im Aschenbecher liegt. Anschließend gehe ich zur Arbeit. Und am Abend schalte ich meine Privatsphäre erst mal mit einer Bong ein. So geht das weiter. Und bis man sich umschaut, sind zwölf Jahre rum. Ich und meine Droge: Man lebt ein Doppelleben. Einen anderen Schutz gibt es nicht. Man kann sich zwar die bombensichersten Verstecke ausdenken – ich kannte sogar jemanden, der seine Drogen dauernd im Garten aus- und eingegraben hat. Aber wenn die Bullen erst deine Adresse haben, finden sie schon, was sie suchen. Sie kommen mit Hunden, dann gehörst du der Katz. Es sei denn, du hast nichts zu Hause. Aber das gilt’s zu vermeiden, wenn man nicht drauf steht, in Versorgungslücken die Wohnung auf allen vieren nach Resten abzusuchen. Deshalb hole ich immer gleich größere Mengen. Das Risiko bleibt ja dasselbe. Ein Tausender zu 6,50 Euro das Gramm hält dann ungefähr ein halbes Jahr. Der Transport erfolgt per Taxi, die Ware schön in Espressodosen verpackt. Angeblich riechen die Hunde das nicht. Daheim verstaue ich das Gras im Gefrierfach meines Kühlschranks. So bleibt es wenigstens schön frisch. Ansonsten setze ich auf Diskretion: keine Telefonate, keine Mails, keine SMS zum Thema. Mit meiner Connection verstehe ich mich ohne Worte. Ich klingle einfach, wenn’s so weit ist. Keine Ahnung, warum ich mir das Kiffen angewöhnt habe. Aber ich finde auch nichts Schlechtes dran. Ich habe zwei Freundeskreise. Der eine kifft, der andere nicht. Und in beiden falle ich überhaupt nicht auf. Ich bin ein ganz normaler Mensch, der Entspannung eben auf diese Weise in den Alltag integriert hat. Ich hab mich ans Kiffen gewöhnt. Vielleicht wie Frau en ans Schminken.«
Danach: »›Nach dem Kiffen denke ich, was ich vor dem Denken kiffe‹ – high notierte Bleistiftnotizen wie diese machen mir mein Leben manchmal suspekt.«
Protokoll: Barbara Höfler

3. Grund:
Neugierde

Droge: LSD. Konsument: Unternehmer, 33 Jahre

Davor: »Es war in einer Bar. Wir hatten alle viel gearbeitet und lange nichts genommen, nicht mal was getrunken. Dann kam Viclef, Vigger, wie wir ihn nennen. Er ist der Typ mit dem Geld, dem Zeug, den lustigen Ideen. Träfe man ihn zweimal die Woche, würde man das nicht überleben, trifft man ihn aber alle vier, fünf Monate mal, kann aus einem guten Abend ganz schnell ein noch besserer werden. ›Rauchen nervt so was von, oder nicht? Ich bin ja fürs Komplettverbot.‹ ›Ich auch, Vigger‹ ›Seit ich’s mir abgewöhnt hab, kann ich das echt nicht mehr ertragen. Nicht mal die Kifferei, wenn ich ehrlich bin.‹ ›Stimmt.‹ ›Gehen einem auch die Haare von aus, wusstest du das eigentlich? Offensichtlich nicht, oder? Hehe.‹ ›Hihi‹ ›Drogen in der Großstadt hat überhaupt was Asoziales, find ich.‹ ›Ja, da ist irgendwie die Ruhe weg.‹ ›Das Ritual‹ ›Das Entspannte. Macht ja auch jeder inzwischen. Bloß noch Kokser rechts und links. Hab ich so was von satt, die Fressen.‹ ›Prolldroge Nummer eins, ich sag’s dir. Die Ecstasyleichen am Wochenende kann ich auch nicht mehr sehen. Bin ich zu alt für.‹ ›Moi aussi‹ ›Schonmal LSD gehabt, eigentlich?‹ ›Nee. Ich nehm ja eh nicht so viel, das letzte Mal vorm halben Jahr, auf Michls Party, die zwei Lines oder was das war.‹ ›Ich doch auch nicht.‹ ›Ich stell’s mir ja ganz gut vor, LSD. Muss eigentlich irgendwann noch mal kommen, dann hab ich bis auf Opium fast alles durch.‹ ›Ich hab neulich mal wieder ’ne Pappe probiert, in Österreich, auf der Hütte im Burgenland, mit Krau se zusammen. Weißt noch: Krause, der Lange?‹ ›Kenn ich, klar.‹ ›Das erste Mal Acid seit fünfzehn Jahren, echt. Auf jeden Fall: So muss man das machen. Ganz anderer Schnack.‹ ›Nämlich wie?‹ ›Natur halt. Grün! Hügel! Erde! Kein Zeitstress! Erwachsen. Guter alter klassischer Konsum: Du kannst es kommen lassen. Keiner nervt. Und schon geil, wenn man dann nachts noch mal wandern geht, mit Taschenlampe, Stock und so. Viel romantischer, als mit Koka-Halbsteifem auf der Jagd nach Mädels in Berlin-Mitte rumzurennen.‹ ›Ihr wart LSD-wandern, mit Stock?‹ ›Ja. Die lagen da so rum, im Schuppen. Heidegger- Style. Hatten sogar Wandernadeln drauf.‹ ›Bären gesehen?‹ ›Nee. Wollten wir uns kurz mal einreden, gab’s dann aber doch nicht. Obwohl: Krause meinte, da wär ’n Wolf gewesen. Aber Bäume und Wind und Nacht und Geräusche gab’s. Wellness eigentlich, das Ganze, kein Witz.‹ ›Wie lang hat’s angehalten?‹ ›Aktiv durchglühen war so bis sechs, sieben rum und dann noch ’n bisschen Nachhall am Tag drauf, Droge: aber angenehmst. Mussten ja auch alle wieder arbeiten am Montag.‹ ›Ich hatte ja bislang immer ein bisschen Angst davor.‹ ›Musst du nicht. Alles easy. Ist halt nur wichtig, mit wem du’s nimmst. Und wo. Aber in zwei Wochen fahr ich wieder runter, Ralf kommt auch mit. Easyjet bis Wien, dann weiter im Auto, Wald schratpower. Wenn du Bock hast?‹ ›LSD is back oder was?‹ ›Klaro. Wir bringen das wieder ganz groß raus.‹ ›Auch noch ’n Wodka Lemon, Vigger?‹ ›Nee, Dicker, ich mach grad wieder Diät. Wasser, bitte. Still.‹«
Danach: »Tannen sind so toll, echt!«
Protokoll: Marc Fischer

4. Grund:
Kontrolle

Droge: Abführmittel. Konsumentin: Gymnastiklehrerin,
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Davor: »Das kleine, nette Mädel. Immer fröhlich, stark und ganz sicher ohne Probleme. Das war ich. Und wollte es nach außen auch bleiben. In mir drin sah es anders aus: Meine Eltern hatten sich getrennt, meine Mutter weinte oft. Sie zusätzlich auch noch mit meinen Problemen belasten? Kam nicht in Frage. Außerdem fühlte ich mich zu dick – die üblichen Teenagerprobleme eben. Und die mussten raus. Ich brauchte ungefähr ein Jahr, bis ich wusste, wie man sich den Finger richtig in den Hals steckt. Gemerkt hat niemand etwas, ich hatte ja Normalgewicht. Ich kotzte auch nicht nach jeder Mahlzeit – so blieb der Gang zum Klo jahrelang mein Geheimnis. Das Ventil, um Frust abzubauen, endlich alles loszuwerden. Wortwörtlich. War das geschafft, fühlte ich mich stärker und hatte Kraft, meine Rolle für die Welt weiterzuspielen. Ich hatte mich unter Kontrolle, das beruhigte mich. Nach einem Jahr Bulimie habe ich zum ersten Mal zusätzlich zum Kotzen Abführmittel genommen. Ich fand sie in dem Medizinschränkchen im Badezimmer zu Hause. Nimmst du sie einmal, dann geht’s weiter. Zweimal, dreimal, immer. Ein Selbstläufer. Das Zeug ist nicht verschreibungspflichtig, leider. 75 Pillen kosten ungefähr zehn Euro. An schlechten Tagen habe ich manchmal bis zu fünfzig Tabletten geschluckt. Schlechte Tage sind Tage, an denen irgendetwas vorfällt, das meine Stimmung senkt. Dann gehe ich von der Schule direkt in den Supermarkt, kaufe wahllos ungesundes Zeug, dann nach Hause. Salziges, Fettiges, Süßes – egal. Ich stopfe all das in mich hinein, was ich sonst versuche zu vermeiden. Eine Pizza, dazu eine Packung Kekse, eine Tüte Gummibärchen, eine Schachtel Eis. Ich bin allein, und während ich esse, tue ich etwas anderes. Fernsehen oder im Internet surfen. Genuss ist da natürlich nicht dabei. Ich bin abgelenkt, keine Ahnung, was ich gerade hinunterschlucke. Gesunde Sachen würden den Zweck nicht erfüllen, eine Schüssel Salat könnte mich in der Situation innerlich nicht befriedigen. Du brauchst einfach diese Mengen, um dich schlecht zu fühlen.
Danach: als Erstes kotzen. Dann nehme ich Abführmittel und lege mich ins Bett. Wie viel ich nehme, spielt keine Rolle, ich achte nicht drauf. Die Wirkung setzt am nächsten Morgen ein, nach acht Stunden erst. Ich bin total kaputt. Alles wieder loszuwerden, ist anstrengend. Leere, Müdigkeit. Dann Vorwürfe an mich selbst. Ich verkrieche mich in meinem Bett und bin nicht ansprechbar. Manchmal habe ich auch starke Magenkrämpfe, mein ganzer Körper schmerzt, ich bin froh, dass es wehtut. Nach acht Jahren in dieser Spirale bin ich freiwillig in die Klinik gegangen, schon allein, um meine Ausbildung durchstehen zu können. Während der Woche geht es jetzt meistens. Am Wochenende stelle ich mir die Frage: ›Finger oder Abführmittel?‹ Es kommt darauf an, was ich vorhabe: Wenn ich mich für die Tabletten entscheide, kann ich den nächsten Tag vergessen, den verbringe ich im Bad. Und es kommt auch auf die Kohle an, die Tabletten sind ja nicht so billig.«
Protokoll: Katrin Kuntz

5. Grund:
Übermut

Droge: Ecstasy. Konsument: Kunststudent, 28

Davor: »Nach einem Abendessen bei Freunden wollte ich noch ein bisschen feiern gehen. Ich bin also noch in einen Club gefahren. Als ich den betrat, war ich schon ziemlich besoffen, ich hatte zwei Flaschen Rotwein vom Essen intus, wollte mich nicht total abschießen, nur noch ein bisschen mehr Rausch. Zuerst hab ich versucht, etwas zum Rauchen aufzustellen. Fehlanzeige, keiner hatte was dabei. Ich hab erst mal weitergetrunken, ein paar Gin Tonic. Bis mein Freund Bill mich fragte, ob ich mit ihm eine Pille nehmen wolle. ›Klar, Mann.‹ Never done that before! Um die zu kaufen, mussten wir aber in einen anderen Club fahren. Wir sind also mit dem Taxi dahin, haben zehn Euro in die Hand einer Dealerin gelegt, haben die Pillen mit Wasser runtergespült, sind wieder ins Taxi und zurück in den anderen Club. Auf der Fahrt habe ich die Hand von Bill gedrückt. Ich war total aufgedreht, unglaublich betrunken, und jetzt schoss mir das Zeug ins Hirn.«
Danach: »Zwei nette Polizisten brachten mir meine Mütze und drei meiner Zähne samt Wurzeln in einer Salzwasserlösung ins Krankenhaus. Eine halbe Stunde vorher hatte ich 110 ge wählt: ›Hallo, ich stehe Sommer-/Ecke Prinzstraße und habe keine Zähne mehr.‹ Was genau passiert ist, weiß ich bis heute nicht. Ich bin irgendwann aus dem Club raus, nachdem ich allen da drin erzählt hatte, dass mein rechtes Auge gelähmt sei. Der Rausch war bis dahin sehr angenehm, und ich wollte mit so vielen Menschen wie möglich reden, mein Auge konnte ich aber wirklich nicht mehr bewegen. Draußen bin ich auf mein Fahrrad gestiegen und losgefahren. Und dann stand ich plötzlich auf der Straße, den Mund voll Blut, oben ohne Zähne, mit dem Handy am Ohr, die Polizei in der Leitung. Ein Krankenwagen war ziemlich schnell da und die zwei Polizisten. Die beiden haben mich an geglotzt, und dann der eine: ›Scheißendreck!‹ ›Ja, Scheißendreck‹, hab ich geantwortet. ›Was ist eigentlich passiert?‹ – ›Keine Ahnung, bin wahrscheinlich vom Fahrrad gefallen‹ – ›Wo?‹ – ›Well, anywhere, over there.‹ Gleich danach fingen die beiden an, meine Zähne zu suchen. Für mich ging’s ab in die Notaufnahme. Ich hab mich dort nicht beliebt gemacht und Witze über die Ärzte und Krankenschwestern gerissen. Ich war noch ziemlich unterwegs, meine Verletzung war mir egal. Ein Arzt sagte zu mir: ›Mann, siehst du scheiße aus.‹ Ich wurde geröntgt, die beiden Polizisten brachten mir meine Zähne. Sie hatten sie 500 Meter von der Stelle entfernt gefunden, von wo aus ich sie angerufen hatte. Ein Arzt verpasste mir drei Ladungen mit der Betäubungsspritze, ich verspürte das erste Mal richtige Schmerzen. Dann nähte er meine Unterlippe, die ich mir bei meinem Sturz gespalten hatte und setzte mir die Zähne wieder ein. Fertig. Da waren sie wieder drin. Fest angewachsen sind sie erst nach mehreren Wochen. Von meinen Freunden hab ich keinen erreicht, also konnte mich auch keiner abholen. Ich bin auf mein Fahrrad gestiegen, es lag nicht weit vom Krankenhaus entfernt auf der Straße, und bin nach Hause gefahren. In den nächsten Wochen war Novocain meine Droge. Das bekam ich regelmäßig gespritzt von einem neuen Freund, meinem Zahnarzt.«
Protokoll: Benedikt Sarreiter

6. Grund:
Verzweiflung

Droge: Heroin. Konsument: 1-Euro-Jobber, 39

Davor: »Viele Leute sagen immer: Die Eltern haben was falsch gemacht, deshalb ist ihr Kind süchtig geworden. Bei mir war es anders. Ich habe es mit richtig viel Elan selbst verhauen. Was vielleicht dazu beigetragen hat, dass ich Heroin genommen habe, war meine Entscheidung, Schlachter zu werden. Damals war es für mich der einfachste Weg, das zu lernen, was auch mein Vater machte. Vielleicht kam ich mit dem Beruf nicht klar: mit dem Schlachten, mit dem Umfeld, mit der Kälte. Heroin macht einen warm. Das erste Mal Heroin genommen habe ich mit neunzehn. Ich habe damals in einer Band gespielt. Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll – das habe ich sehr wörtlich genommen. Ich war bei einem Kollegen, und da waren türkische Jungs zu Besuch. Wir hatten einen Joint geraucht, und dann waren da mehrere Lines auf dem Klodeckel, wie beim Koks. Die fragten: ›Willst du auch ne Line?‹ Klar wollte ich. Es war ein toller Turn. Es entspannt einen unheimlich, man kriegt ein warmes Gefühl, es wirkt alles so wunderschön friedlich. Einfach schön, das muss man sagen.«
Danach: »Ich konnte die Finger nicht mehr davon lassen. Es dauerte ein Jahr, bis ich drauf war. Ich wachte irgendwann auf, mir ging’s schlecht, ich dachte an eine schwere Grippe. Dann nahm ich ein bisschen Heroin, und plötzlich war ich gesund. Scheiße, jetzt bin ich süchtig, schoss es mir durch den Kopf. Weil die Schmerzen von den Entzugserscheinungen kamen. Ich habe alle drei Tage einen Fünfgrammbeutel gebraucht. Das bedeutet vier bis fünf Spritzen am Tag. Es lief fünfzehn Jahre lang gut. Ich war süchtig, aber ich habe zwölf Stunden am Tag in der Schlachterei meiner Eltern gearbeitet und konnte das Heroin bezahlen. Meine Eltern wussten die ganze Zeit, dass ich heroinsüchtig war. Aber sie haben ja auch gesehen: Der Junge arbeitet. Der Junge macht Sport. Wenn du das Geld hast, um das Heroin zu bezahlen, kannst du damit ein relativ normales Leben führen. 2001 bin ich dann zu Crack gekommen. Von Crack braucht man immer mehr: zehn Gramm am Tag, kein Problem. Das sind 500 Euro. Eineinhalb Jahre, dann war alles weg: meine Wohnung, meine Instrumente, meine Einrichtung. Ich saß auf der Straße. Dann hat ein junges Mädchen gesagt: Komm zu uns ins Heroinprogramm. Damit hat sie mir das Leben gerettet. Zurzeit komme ich zweimal am Tag in die Heroinambulanz. Dort bekomme ich mein flüssiges Heroin, und das war’s. Dieses Heroin wirkt zwölf bis achtzehn Stunden – das Straßenheroin wirkt nur sechs Stunden. Auch die Art der Wirkung ist anders: Man hat nicht mehr dieses wohlige Gefühl, das man von dem Straßenheroin hatte. Der richtige Knall ist hier ausgeschaltet. Man ist aber eine paar Minuten müde, nach der Injektion. Da liege ich dann auf der Liege, fünf bis zehn Minuten. Dann stehe ich auf und führe mein normales Leben. Man denkt schon manchmal: Wäre schön, wenn der Turn da wäre. Aber wenn ich das abwäge und sehe, wohin das damals alles geführt hat, entscheide ich mich doch lieber, den Turn nicht zu haben. Dafür habe ich mein Leben: Ich komme morgens vor der Arbeit und abends nach der Arbeit hierher und spiele in meiner Freizeit in einer Rockband. Noch mal einen Entzug, das könnte ich nicht. Nicht in meinem Alter.«
Protokoll: Klaus Irler

7. Grund:
Langeweile

Droge: Kokain. Konsument: Grafiker, 30

Davor: »Es war tatsächlich mein erster Gedanke an diesem Tag. Ein schöner Gedanke. Mein Kumpel David, den ich gerade für eine Woche in Berlin besuchte, schlief noch, Berliner halt. Ich aber lag auf dem Rücken und freute mich wie ein Kind. Um fünf Uhr sollte er kommen, der Mann mit dem Koks. Mit zwölf Jahren, in dieser schrecklich orientierungslosen Phase, streifte ich mit David von früh bis spät durch die Wälder. ›Überlebenstraining‹ nannten wir das in unserer vorpubertären Lächerlichkeit und warfen mit riesigen, aber stumpfen Messern auf Bäume. Und genau dasselbe Gefühl des Ausnahmezustandes kribbelte mir zwei Jahre später im Magen, als David mir in der großen Pause den braunen Brocken zeigte. Nur gesellte sich nun noch eine leicht schwindelige Angst zur Vorfreude. Erst viel später kam mir, dass Spaß ohne Angst ist wie Kaffee ohne Koffein. Mit Haschisch begann unsere bescheidene Drogenkarriere. Wie verschwörerisch waren die Blicke, mit denen wir uns signalisierten: ›Ja, ich bin genauso platt‹. ›Drogenaristokratie‹ nannten wir das, weil wir uns so von Grund auf anders fühlten als die Stumpfis um uns herum. Unsere roten Augen adelten uns. Und wie schrecklich einsam war der Wahnsinn, wenn man wieder mal zu viel erwischt hatte und die Gedanken so wild im Hirn herumsprangen wie die Iron-Maiden-Bestie in ihrer Gummizelle. ›Lieber Gott, mach, dass das wieder aufhört‹, betete ich dann manch mal, ob - wohl ich schon lange nicht mehr in die Kirche ging. Es hörte wieder auf. Und nach ein paar Tagen kam die Lust auf den Rausch wieder. Mit zwanzig waren es Ecstasy und Speed, die diese Lust stillten. Wir tanzten zu Techno, schwitzend, allein im Bodennebel. Spaß hatten wir nicht. Schon eher, als wir uns irgendwann dieses bunte, kleine Stückchen Löschpapier mit einem Fahrrad drauf zerschnitten: LSD. Wieder dasselbe Kribbeln, wieder dieselbe Angst. Aber es war ein anstrengender Rausch: hysterisch gelacht, pathetisch geweint, tiefe Einblicke ge wonnen und alles wieder vergessen. Ich plante nachher eine Kurzgeschichte im Hunter S.-Thompson- Stil. Gott sei dank ließ ich das bleiben. Und nun also Koks. Der Dealer kommt tatsächlich um Punkt fünf, auf Rollerblades, verrücktes Berlin. Wir kaufen zwei Gramm, ›zur Feier, dass du endlich mal wieder in Berlin bist‹, sagt David. Wir essen ausgiebig. Müde? Das spielt gleich keine Rolle mehr. Ich lege Roxy Music auf. Wir schieben uns zwei Lines zusammen, zwei lange, zum Einstieg – und ziehen.«
Danach: »Ich muss schon lange wach sein. Zumindest höre ich schon lange die morgendlichen Geräusche, die durchs offene Fenster kriechen: zuerst die Amseln, dann die Straßenkehrmaschine, dann die kreischenden Schulkinder. Und jetzt die verhaltene Geschäftigkeit eines Montagmorgens in Kreuzberg. Zehn Uhr, schätzungsweise, die Sonne scheint ins Zimmer. David hat natürlich nur einen windigen Lappen als Vorhang. Er schnarcht leise. Wie gut ich seinen Schlaf kenne. Frühestens in zwei Stunden macht er die Augen auf. Nachdem sich mein Bewusstsein endlich ganz in den Wachzustand gequält hat, schießt mir mit einem Mal das schlechte Gewissen in alle Glieder. Es ist helllichter Tag! Die Menschen arbeiten! Und du liegst hier bekokst und besoffen. Aber: Ich bin in Berlin – und hier ist mein Verhalten durchaus die Norm, ja, auch montagmorgens. Arbeiten kann ich dann wieder in Stuttgart, und das kommt eh früh genug. Zu den Drogen: So weit ich das richtig in Erinnerung habe, ist gelegentlicher Kokskonsum fast gesund. Oder zumindest nicht gefährlich. Und für eine amtliche Kokskarriere fehlt mir armem Grafikdesigner eh das Geld. Außerdem wäre jetzt Kaffee gut. Fast mit etwas zu viel Elan springe ich auf. Sollte noch etwas von dem Wundermittel in meiner Blutbahn kursieren? Die französische Salami in Davids Kühlschrank versöhnt mich vollends mit dem vorangeschrittenen Vormittag. Viel früher als erwartet schlurft David in die Küche. Aus seiner Kommode zaubert er ein paar Graskrümel hervor. Ich lasse alle Aussicht auf einen geordneten Montag fahren. Die ruhige Syd-Barrett-Platte läuft schon zum dritten Mal. Draußen wird es dunkel, und David erzählt von den Plänen für heute Abend. Ich weiß jetzt schon, wie gerne ich mich an diese Tage erinnern werde.«
Protokoll: Paul-Philipp Hanske


»Die meisten haben den Konsum im Griff«
Günter Amendt forscht seit 40 Jahren über Drogen. Er ist gegen ein Verbot. Und warnt trotzdem vor Drogenmissbrauch.
Interview: Oliver Stolle

Seit wann nehmen Menschen Drogen? Menschen haben schon immer psychoaktive Substanzen benutzt, als Heil mittel oder um sich zu berauschen. In der Regel war der Ge - brauch jedoch in religiöse Rituale eingebettet.

Heute glaubt kaum noch jemand an etwas, und jeder nimmt Drogen, wenn er Lust darauf hat. Macht das den Gebrauch zum Missbrauch? Wir leben in einer säkularen Kultur. Jeder hat das Recht, ohne priesterliche Anleitung Drogen zu gebrauchen, selbst wenn er oder sie sich da mit selbst schädigt. Das gehört zu den mühsam er - kämpften Freiheitsrechten des Individuums.

Warum werden heute Drogen genommen? Um das Leben zu beschleunigen oder zu verlangsamen. Die klassische Droge der Verlangsamung ist Cannabis. Jemand, dem alles nicht schnell genug geht, greift zu den Speed-Drogen Kokain oder Amphetamin.

Den Hippies ging es noch darum, andere Wirklichkeiten zu erleben. In den 60ern war die Suche nach Genuss das Hauptmotiv, Drogen zu nehmen. Von LSD erhoffte man sich eine Erweiterung des Bewusstseins. Heute sind die Motive nicht mehr so eindeutig. Der Drogengebrauch bewegt sich in Richtung Selbstmedikation. In der Schweiz wurden Cannabiskonsumenten befragt, warum sie kiffen. Auffallend viele antworteten: zur Stressbewältigung.

Wenn Drogen massenhaft zur Entspannung genommen werden: Wo ist das Problem? Tatsächlich hat die Mehrzahl aller Drogenkonsumenten ihren Konsum unter Kontrolle. Das gilt auch für die in unserer Gesellschaft nach wie vor wichtigste und gleichzeitig schädlichste Droge, den Alkohol. Das größte Problem ist, dass immer mehr Jugendliche immer früher in den Alkoholkonsum einsteigen. Deshalb sollte man Alkoholwerbung verbieten. Das selbe fordere ich für Medikamente: Keine Propaganda für Drogen! Denn selbst wenn das jeweils beworbene Mittel harmlos ist, kommt doch insgesamt die Botschaft rüber: »Es geht dir schlecht? Nimm eine Pille!«

So viel zu den – nach Alkohol – zweitwichtigsten Drogen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen geht davon aus, dass weit über eine Million Deutsche medikamentenabhängig sind – von Schmerzmitteln, Schlafmitteln oder Beruhigungsmittel. Ganz weit vorne liegt die Antizappeldroge Ritalin. Und Antidepressiva.

Die zunehmend auch bei sogenannten leichten Depressionen verschrieben werden. In den USA be reits an Vierjährige. Diese Drogen werden auch dann verabreicht, wenn jemand einfach nur deprimiert ist. Eine Stimmung, die je der kennt. Sie ist so wenig behandlungsbedürftig wie die Melancholie. Früher hätte man ein Ge - dicht geschrieben, heute greift man zur Pille.

Wie sieht es mit den illegalen Drogen aus? Cannabis ist von den illegalen Drogen die am weitesten verbreitete – und nach meiner Einschätzung auch die harmloseste. Natürlich birgt auch Cannabis Risiken. Von den Hundert tau senden, die Cannabis konsumieren, hat jedoch nur eine statistisch vernachlässigbare Zahl damit ein echtes Problem. Cannabis wird dämonisiert. Da läuft eine Kampagne. Ich räume ein, dass die künstliche Erhöhung des Wirkstoffgehaltes THC ein Problem ist. Doch das ist eine Folge der Illegalität, denn die Prohibition kennt keine Produktkontrollen und keinen Verbraucherschutz.

Und die Substanzen, vor denen man uns als Jugendliche am eindrücklichsten gewarnt hat? Es wird immer eine gewisse Zahl von Menschen geben, die Heroin konsumieren. Doch diese Zahl wird auf absehbare Zeit hier und im EURaum nicht weiter steigen. Heroin gilt heute als die Droge der Verlierer. Wer will schon zu den Verlierern gehören? Kokain hingegen gilt immer noch als Luxusdroge, obwohl auch hier die Preise fallen, und die Droge längst in Form von Crack nach unten durchgereicht wurde. Kokain ist, wenn die Droge gelegentlich als Relax und Freizeitdroge gesnieft wird, beherrschbar.

Was ist aus Ecstasy geworden? Amphetaminderivate sind nach wie vor weit verbreitet, auch wenn die Technoszene ihre Bedeutung als dominante Jugendkultur verloren hat. Gleich zeitig steigt die Zahl der Leute, die chemischen Drogen misstrauen. Sie steigen auf Pilze um. Da kommt das halluzinogene Moment wie der ins Spiel – also all die wunderbaren Erfahrungen, aber auch all die Horrorszenen, die man erleben kann, wenn man auf Trip geht.

Was macht den mündigen Konsumenten aus? Das wichtigste Merkmal seiner Mündigkeit ist, dass er so wenig Drogen nimmt wie möglich, dass er über die Droge, die er nimmt, Be scheid weiß, und dass er alles tut, Risiken zu vermeiden. Wer Drogen als Dopingmittel zur permanenten Leistungssteigerung einsetzt, ist nicht nur suchtgefährdet, er bringt sich auch um das, was das Positive einer Drogenerfahrung aus- macht – die Rückkehr in die Realität der Nüchternheit. Nur solange der Wechsel vom Rausch zur Realität funktioniert, hat der User die Kontrolle über seinen Konsum.

Warum plädieren Sie trotz der Suchtgefahr für eine andere Drogenpolitik? Die Drogenpolitik ist irrational. Sie ist getragen von dem Gedanken der Abstinenz. Die simpelste Antwort auf die Frage, was falsch daran ist: Diese Politik ist erfolglos. Die Zahl der Drogenkonsumenten wächst, der Konsum verbreitet sich über alle gesellschaftlichen Gruppen, der Alltag wird schleichend pharmakologisiert.

Was wäre die Alternative? Es ist das legitime Interesse einer Gesellschaft, die Verbreitung von Drogen so zu organisieren, dass möglichst wenige Leute in die Gefahr einer Suchtabhängigkeit geraten. Voraussetzung für eine vernünftige, allseits akzeptierte Drogenpolitik ist jedoch die Anerkennung der Tatsache, dass der Wunsch, sich von Zeit zu Zeit zu berauschen, ein elementares menschliches Bedürfnis ist.

Warum warnen Sie gleichzeitig so eindringlich vor Medikamentenmissbrauch? Medikamente sind als Ultima-Ratio-Therapie akzeptabel, insbesondere bei Depressionen. Ich fände es aber schrecklich, wenn das Antidepressivum Prozac – und das ist in den USA bereits der Fall – zu einer Massendroge würde. In einer Gesellschaft auf Pille fühlt sich letzten Endes jeder allein verantwortlich für seinen Zustand. Dass die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse für seine Ängste, seine Verzweiflung und seine Antriebslosigkeit verantwortlich sein könnt en, kommt ihm erst gar nicht in den Sinn. Solche Menschen sind leicht manipulierbar.

Was spricht grundsätzlich dagegen, dass Menschen aufgrund von Pillen glücklich sind? Der Mensch bildet im Laufe seiner Entwicklung vom Kleinkind zum Erwachsenen über Erfahrungen und in der Interaktion mit anderen so etwas wie einen Charakter heraus. Wenn alle auf Droge sind, gibt es keinen Charakter mehr. Keine Persönlichkeit. Keine Kreativität. Es gibt nur noch Pillen, die mehr oder weniger leisten. •

Günter Amendts neues Buch »Die Legende vom LSD« erscheint im Februar 2008 bei Zweitausendeins.


NEON.de
»Mein wöchentlicher Tilt«
NEON-User »orang« schreibt über sein Trinken ohne Maß.

Vor vier Wochen bin ich im Krankenhaus aufgewacht. Zum zweiten Mal in diesem Jahr. Diagnose: schwere Gehirnerschütterung und Schlüsselbeinbruch. Das kann passieren, wenn man nach acht Bier noch Fahrrad fährt. Das letzte Mal musste ich mit 2,1 Promille in die Notaufnahme der Augenklinik. In einem Club hatte mir jemand mit dem Finger ins Auge gestochen. Natürlich war der Typ ein Vollidiot, aber nüchtern hätte ich ihn nicht provoziert. Ich bin das, was man in England »Binge Drinker« nennt. Ich bin im Rausch über Autodächer gelaufen, habe mich geprügelt, Verkehrsschilder umgebogen, Bierflaschen durch die Gegend geworfen und intimste Geheimnisse guter Freunde ausgeplaudert. Ich war das Enfant terrible auf schicken WG-Partys und habe Leute mit Reden über die Abgründe meiner Seele gelangweilt. Ich habe es mir mit vielen Frauen, an denen mir etwas lag, verscherzt. Unter der Woche trinke ich keinen Alkohol. Dafür habe ich ein Problem, mich am Wochenende zu zügeln. Wenn ich nach drei Bier nicht die Reißleine ziehe, endet der Abend fast immer in einem Absturz. Das vierte Bier ist die Grenze. Danach werde ich maßlos. Ich habe mir oft vorgenommen, weniger zu trinken. Ich habe die Schnäpse weggelassen und fettige Sachen als Grundlage reingestopft. Geholfen hat das alles nicht. Am Ende bin ich immer der besoffenste Mensch im Umkreis von 500 Metern. Ernsthaft daran gedacht, mit dem Trinken aufzuhören, habe ich nie. Ich trinke nicht, weil es mir schlecht geht – auch wenn mir das viele unterstellen. Ich trinke, um zu feiern. Ich mag den Exzess. Der Vollrausch ist mein wöchentlicher Tilt. Ein Ventil, um all das rauszulassen, was sich die Woche über in mir angestaut hat. •

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