Clay1986 14.11.2012, 19:15 Uhr 0 2

Wolkenfreund

Auf der Suche nach dem Sinn

ein tunnel der deinen weg kreuzt während uhus eulen und heuler wolfen, beller wuffzen, miauzers katzen und zwitscherer vögeln. ein schmaler tunnel auf einer unbefahrenen straße direkt neben dem eisenbahngleis. kurt war von magerer statur, denn seine mutter gab ihm nie mehr essen als er verdient hatte. jaja, kurt war faul, ein möchtegern ohne jegliche ambitionen, ein tagedieb ohnegleichen. stets wollte er die welt bereisen, so viel wie möglich entdecken, fremde kulturen erforschen, seinen horizont erweitern. doch bereits nach seiner ersten reise ins ausland wurde ihm klar "ohje, das is ja furchtbar anstrengend". also nahm er von seinem ehemaligem wunsch abstand und dachte wieder nach. er überlegte und grübelte wie er mit möglichst wenig kraftaufwand, sein leben möglichst sinnvoll nutzen konnte. "Werd doch schaffner" schlug seine mutter vor "dumm rumsitzen kannst du doch recht gut und dabei siehst du auch etwas von der welt. Kurt dachte sich "das klingt gar nich mal so übel, aber der ganze kohledreck, nee ich will mir nur ungern die finger schmutzig machen, das überlass ich besser den ganz armen oder den großköpfen." nach ein, zwei, drei, vier, ach was solls, sagen wir, nach ca 28 schlägen auf den hinterkopf, bedankte er sich erneut bei seiner mutter für ihren ehrgeizigen einsatz ihm eine idee in den kopf zu schlagen und verabschiedete sich. Sein Vater riet ihm "wie wärs mit stewardess? so verweichlicht wie du bist, wärst du sicherlich auch ne recht gute frau". Kurt nickte langsam darüber nachgrübelnd, während er ganz ruhig erwiderte: "stimmt" STILLE Der Vater sitzt mit entsetzt erschrockenem Blick über die trockene plötzliche antwort seines sohnes vor ihm und sieht ihn in einem stewardesskostüm dasitzen. Kurt fuhr fort: "allerdings habe ich platzangst und überhaupt nerven mich menschen, nee paps, lass mal stecken." kurt erhob sich von dem stuhl in der küche ließ seine volle müslischale stehen, denn die faulheit war wieder mal größer als der hunger und stieg über seinen vater, der ohnmächtig am boden lag hinweg. jetzt gab es nur noch einen ansprechpartner für ihn, von dem er insgeheim überzeugt war, er könne ihm sicherlich einen rat geben, denn derjenige hatte selbst bereits erfahrung in beruflicher lümmelheit mit aufstiegschancen. sein opa willibald war seit einiger zeit pensionierter polizeibeamter und hatte demenstprechend eine gewisse vorbildfunktion für kurt. kurt klopfte an die tür und wurde herzlich brüllend begrüßt: "du taugenichts, was führt dich nur hierher?! all die jahre interessierte es dich nicht was dein urahn zu deiner sicherheit beigetragen hat und nun auf einmal möchtest du einen ratschlag?!!" kurt stand im sturm des appells und ließ seine haare im wind der aussprache willibalds wehen. "bevor ich überhaupt ein wort mit dir rede, gehst du dort vorne an die ampel und gehst genau 10 mal bei grün über die straße! Wenn du dies schaffst bin ich überzeugt von deiner ausdauernden geduld und deiner peniblen korrektheit, die 2 haupttugenden die einen polizisten auszeichnen!" Kurt machte kehrt, lief zu straße, wartete geduldig auf das erste rote ampelmännchen, ging über die straße und geradewegs weiter nach hause. "langsam wirds knifflig" dachte sich kurt im garten liegend, die sonne auf den bauch scheinen lassend, eine koffeinfreie cola trinkend. kurt blickte gen himmel als sich ihm etwas mit rasend schneller geschwindigkeit näherte. zuerst sah es aus als wäre ein kleiner vogel aus seiner umlaufbahn geraten. ein kleiner zwitscherer, der sich bei genauer betrachtung in einen steinadler verwandelte, ein steinadler, der sich binnen sekunden in einen wal verwandelte, zwar ohne flosse aber dennoch gigantisch, ein wal, der sich letztendlich in einen meteor verwandelte, der keine anstalten machte über ihn hinwegzufliegen. kurt betrachtete das spektakel gebannt und ging in gedanken seine möglichkeiten durch, nachdem er einen schluck von seiner cola genommen hatte. "wenn ich mich zur seite rolle, erwischt er mich, wenn ich aufstehe und ein paar meter zur seite gehe, erwischt er mich. hmm, ich müsste wohl aufstehen und schon etwas schneller..." doch bevor kurt seinen gedankengang vollenden konnte, war es bereits zu spät und der meteor stürzte direkt in sein gesicht, zerquetschte ihn förmlich und ließ nur ein gigantisches loch im garten zurück. 

kurt öffnete seine augen, allerdings war er sich nicht sicher ob er es auch wirklich tat, denn alles was er sah, falls er denn noch sehen konnte, war nicht mehr und nicht weniger als die pure schwärze. so schwarz wie eine rosine, nein schwärzer noch, es war die absolute schwärze, eine olivengleiche schwärze ohnesgleichen! kurt konnte nicht sagen ob er stand, lag, oder saß, ihm war lediglich bewusst das er sich vorwärts bewegte, als ein tuckerndes und pfeifendes dampflokgeräusch ertönte. Eine weiblich Stimme ertönte "Bitte EEEINSTEIGEN!" als ihn ein licht am fußgelenk ergriff, aus dem oliventod herauszog und er gen wolken schoss. seine augen waren also tatsächlich geöffnet, denn er flog kopfüber in den himmel, als neben ihm sein vater erschien und ihm orangen-,tomatensaft,wasser oder cola anbot. bevor kurt seinen mund schließen konnte, löste sich die fessel von seinem fuß woraufhin er noch ein stück weit in die höhe geschleudert wurde und sanft auf einer wolke landete. kurt saß buttweich vor einer gigantischen himmelspforte, auf der geschrieben stand: "bitte gedulden sie sich, der zuständige sachbearbeiter wird ihnen in wenigen augenblicken mit rat und tat zur seite stehen!" Kurt rappelte sich auf, ging zur Tür und klopfte genau 10 mal an. eine kleine luke öffnete sich, als sich ein kleines fenster öffnete und ein junger herr zum vorschein kam, der in seine trillerpfeife blies als wäre alles leben aus und vorbei. er hob eine hand als zeichen das schweigen jetzt erbeten wäre und blätterte in einem großen buch. "Ahja, hier sind sie. kurt, 26, kein übel verrichtet, nichts gutes getan. um genau zu sein, überhaupt gar nichts getan. stets nach der suche nach einem faulen leben. da es mir fernsteht sie zu verbannen, denke ich, ich hätte da genau den richtigen posten für sie mein freund." der herr nahm seine polizeimütze ab, öffnete die tür und geleitete kurt zu einer einzelnen wolke. "sie sind im himmel, denn sie haben nichts böses getan. und wie sie sich bereits gedacht haben, werden hier im himmel alle irdischen wünsche erfüllt. hier gibt es weder hunger, durst, noch leid und elend. jedoch, um dies zu ermöglichen muss selbstverständlich jeder eine arbeit verrichten. denn menschen ohne einen sinn, das heißt ohne einer tätigkeit, sind einfach nicht glücklich. deshalb habe ich mir von oberster stelle den perfekten job für sie bestätigen lassen. sie erhalten die ehrenwerte aufgabe, die von sehr wichtiger bedeutung für das gesamte himmelsvolk ist und bewachen diese wolke. insofern sie auch nur eine sekunde nicht ihrer bestimmung nachkommen, erlischt der vertrag umgehend und sie werden in die hölle geschickt" kicherte gottes beamter teuflisch und ließ kurt alleine mit seiner wolke auf der eine ampel stand, die ständig rot leuchtete.
Kurt formte sich aus ein paar wolkenfetzen einen sessel, ließ sich darin nieder, während sich seine mundwinkel nach oben streckten. kurt hatte sein ziel erreicht und konnte nun die ganze welt von oben erforschen ohne auch nur einen finger zu krümmen. Und manchmal, wenn nicht mehr als ein wölkchen am himmel ist, kann man einen jungen mann sehen, der in seiner wolke faulenzt und sich des todes freut.

 tja, liebe leute, das ist das ende und die moral von der geschicht, wenn er nicht gestorben wär, wär er echt nicht glücklichär. aber spaß beiseite. die wirkliche moral sollte eher so klingen: für manche menschen gibt es nur eine art von glück, karriere, familie und ein ereignisreiches leben. doch dies zu verallgemeinern wäre einfach falsch. wir alle müssen lernen, das das glück genauso individuell sein kann, wie der mensch an sich und dies zu akzeptieren lernen. also bitte liebe eltern und verwandten, partner und bekannte, lasst uns selbst entscheiden was richtig ist und hört auf damit jemanden in ein schema zu zwängen das der "glücksnorm" entspricht, denn nur so und nicht anders finden wir das wahre glück.

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