denkanstosser 22.09.2012, 16:15 Uhr 19 4

Wie weiter?

Die Frage, die ich mir stelle und ich hoffe doch, ich bin nicht alleine, ist: „Wie weiter?“

Ich bin kein Genie und ich glaube nicht, dass ich Antworten besitze. Aber ich habe Fragen. Fragen, die schwierig zu stellen sind, Fragen, die unbequem sind, die nicht oder wenigstens nicht einfach zu beantworten sind. Aber es sind Fragen, denen wir uns stellen müssen, weil uns ansonsten die Antworten, die uns am Ende zur Verfügung stehen, möglicherweise nicht gefallen werden.

Die Frage, die ich mir stelle und ich hoffe doch, ich bin nicht alleine, ist: „Wie weiter?“

Ich stelle die Frage im Kontext unserer gegenwärtigen, globalen Situation. Mittlerweile hat die Globalisierung auch die letzten Winkel unserer Erde erreicht und wir würden gut daran tun, uns daran zu gewöhnen, in einem globalen Massstab zu denken. Nicht nur auf unsere unmittelbare Umgebung achten, sich auf unser Land fokussieren, sondern langsam, Schritt für Schritt, globalisiert denken und uns des ganzen Planeten bewusst zu sein. Es geht um Wachstum, Fortschritt, Investitionen, es geht um Finanzkrisen, um Umweltkrisen und Wasserknappheit.

Eine ganz simple und dumme Frage, die ich mir stelle, ist: was würde mit diesem Planeten geschehen, wenn beispielsweise Indien mit 1.2 Milliarden Einwohnern die gleiche Dichte an Autos pro Haushalt hätte wie Deutschland? Wie viel Sauerstoff würde für uns übrig bleiben, wie viel Ressourcen, wie viel Öl?

Oder um die Frage ein bisschen klarer zu stellen; Hat die Welt, so wie sie heute ist, genug Ressourcen, dass 7 oder 8 Milliarden Menschen den gleichen Konsumstandard der reichsten Industrieländer erreichen könnten?

Wird das jemals möglich sein?

Oder müssen wir beginnen, uns irgendwann andere Fragen zu stellen? Uns auf andere Dinge konzentrieren?

Wir haben Gesellschaften kreiert, die auf Gewinnmargen und Wachstum angewiesen sind. Unsere Marktwirtschaften hatten Marktgesellschaften zur Folge und die letzte Konsequenz in dieser Entwicklung war die Globalisierung. Wir können nun frei nach Belieben in der ganzen Welt kaufen und verkaufen, der ganze Planet dominiert durch Geld und Margen und Wachstum.

Aber auch hier ist die Frage, die wir uns stellen müssten: Beherrschen wir die Globalisierung oder beherrscht sie uns?

Ist es möglich zu sagen, wir sind alle eins? Ist es möglich, solidarisch zu sein, auch für die Schwachen zu sorgen, in einer Gesellschaft, die auf skrupellosen Wettbewerb basiert?

Wie ist es um unsere Brüderlichkeit bestellt, im harten Konkurrenzkampf?

Wir stehen an einem historischen Wendepunkt, in dem wir, vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eine Krise zu meistern haben, die den ganzen Planeten betrifft. Und die Krise ist nicht etwa finanzieller Natur, auch nicht ökologischer, ja nicht einmal sozialer Natur. Nein, sie ist politisch bedingt.

Was uns der Wahnsinn an den Finanzmärkten gezeigt hat, ist dass wir Menschen die Kräfte, die wir im Zuge der Globalisierung freigelassen haben, nicht mehr kontrollieren können. Sie kontrollieren uns.

Wir kommen doch nicht auf die Welt, nur damit wir mehr Fortschritt haben, damit unsere Wirtschaft wächst, damit wir möglichst viele Reichtümer anhäufen können. Wir kommen auf die Welt, um zu leben, um Glück zu erfahren, um zu lachen, um zu weinen, um uns zu lieben und zu hassen. Das Leben ist kurz und ehe wir uns versehen, ist es auch schon vorbei.

Es gibt keinen Besitz auf der Erde, der den Wert des Lebens aufwägen könnte, weshalb wir uns gut überlegen sollten, ob wir wirklich das Geld an wichtigster Stelle setzen wollen.

Die Marktwirtschaft ist wie ein Motor und unser Konsum ist der Treibstoff dafür. Wenn wir uns all die kleinen Dinger, die wir unbedingt brauchen wie das neueste Iphone 5, einen Full-HD-3D-Plasmafernseher und Designerklamotten kaufen, dann treiben wir die Marktwirtschaft an, die so wiederum Arbeitsplätze generieren kann, damit wir Geld verdienen, das wir dann wieder in all die wichtigen Gadgets und Accessoires ausgeben können. Es ist wie ein in sich geschlossener Kreis. Würde der Konsum stoppen, würde auch die Ökonomie stoppen. Allerdings hätten wir dann das Problem der Stagnation und ziemlich schnell hätten wir ganz andere Probleme, die wir als schlimmer wahrnehmen würden, als 50 Stunden pro Woche am Rande eines Burnouts arbeiten zu gehen. Konsum ist daher nicht schlimm, er ist sogar notwendig, aber übermässiger Konsum, an Dekadenz grenzender Konsum ist das, was unseren Planeten schädigt und uns die Finanzkrisen, die Wasserkrisen, die Umweltkrisen und einige sagen sogar, den Klimawandel, beschert.

Immer noch werden fast ausschliesslich Wegwerfartikel hergestellt. Sachen, die nach kurzer Zeit kaputt gehen und die uns zwingen, neue zu kaufen. Eine normale Glühbirne hat eine Brenndauer von geschätzt 1000 Stunden. Eine Energiesparlampe hat vielleicht die vier- bis achtfache Brenndauer. Es wäre ohne weiteres möglich, eine Glühbirne mit 100‘000 Brennstunden herzustellen. Aber das würde in unserer Wegwerfgesellschaft keinen Sinn machen. Weil verkauft werden muss, weil viel und oft verkauft werden muss. Ein Wagen, der 40 Jahre lang hält? Kein Problem, aber die Fabrik, die den herstellen würde, geht innert kürzester Zeit Bankrott. Wir sind in einem Teufelskreis des Konsums gefangen und können nicht daraus ausbrechen, weil wir arbeiten müssen. Acht Stunden am Tag, 5 Tage in der Woche, das ganze Jahr lang, das ganze Leben lang und wofür würden wir arbeiten, wenn es nichts mehr gäbe, das wir uns kaufen wollen?

Die Umweltkrise, die Finanzkrise, in den ärmeren Länder, die Wasserkrise ist nicht eine Ursache unserer Probleme, nein sie ist ein direktes Produkt unseres Zivilisationsmodells. Und wenn wir diese Probleme angehen wollen, müssen wir ihnen auf politischer Ebene begegnen. Die Selbstregulierung des Marktes hat schon lange versagt und wir können nicht hoffen, dass sich ein Umdenken aus dem Nichts einstellen wird. Leider sind die meisten Politiker eher damit beschäftigt für Lobbys und Grossunternehmen rumzuhuren und im Sinne des Marktes und der Wirtschaft zu handeln. Es wird eine Zeit kommen, in der wir gezwungen sind, die Politik in unsere eigenen Hände zu nehmen und sie aus den manikürten Händen gewiefter Politiker zu entreissen.

Aber selbst wenn wir es schaffen, die Frage bleibt die gleiche. Wie weiter?

Die Aussichten, die uns erwarten, wenn wir an unser bisheriges Zivilisationsmodell festhalten zeigen, dass es an der Zeit ist, für eine andere Kultur zu kämpfen. Es soll nicht bedeuten, zum Höhlenmenschen zurückzukehren, oder Technologie zu verfluchen oder alles was mit Geld und Konsum zu tun hat, zu verteufeln. Aber wir können nicht unbegrenzt wie bislang weitermachen. Wo alles seinen Preis hat und Geld alles beherrscht. „Nach Golde drängt, am Golde hängt, doch alles.“

Die alten Denker wie Epicurius und Seneca sagten: „ Wahrlich arm ist nicht derjenige, der wenig hat, sondern derjenige, der immer mehr braucht.“

Ich bin nicht gegen Fortschritt, bin nicht gegen materielle Güter, bin nicht gegen Arbeit. Aber vielleicht sollten wir uns auf andere Dinge konzentrieren, sie erstrebenswerter ansehen.  Die Freude am Leben. Menschlicher Kontakt, die Liebe zur Familie, Grosszügig zu sein, Freunde zu haben. Grundvoraussetzungen um glücklich zu sein.

Wenn wir für unsere Zukunft kämpfen wollen, wenn wir für ein Umdenken handeln wollen, dürfen wir nicht vergessen, dass das wichtigste Element in diesem Kampf,  die Zufriedenheit und das Glück des Menschen sein wird.

Ein schönes Wochenende euch allen.

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19 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Endstation Fortschritt
    http://www.youtube.com/watch?v=74awT9tD24o

    Kennst du vermutlich schon, aber wenn nicht, unbedingt anschauen! Dürfte dich interessieren.

    22.09.2012, 18:08 von KateKnox
    • 1

      Kenn ich noch nicht. Schaus mir an. Arte hat je generell recht gute Dokus. In der Zwischenzeit kannst du dir ja das hier geben: http://www.youtube.com/watch?v=IhQdaqavtdE
      ;)

      22.09.2012, 18:31 von denkanstosser
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  • 0

    Nee, in dem Text werden viele Klötchen hübsch angemalt und vor allemm umgestoßen. Aber ernsthaft eine Frage gestellt wird nicht. Es wird auch nicht versucht, eine Frage zu beantworten. Das ist einfach nur ein bißchen Gedankenrotze, die ein 11klässler nach der Sozialstunde in der Raucherecke in den Mülleimer befördert.

    Versteh mich nicht falsch, so Gedankengänge sind nötig, bilden aber nur den Anfang. Du stellst keine Frage, du hast noch nicht mal eine Frage.

    Und die Ausführungen über Globalisierung, Kontrolle (an der Stelle durfte ich ein wenig lachen) und Konsumkritik hören sich so ein wenig nach PiratenOccupyAnonymous an: Hauptsache mal was ge(d)(m)acht. Struktur und Sinn kommt da später bestimmt noch rein.

    22.09.2012, 17:04 von quatzat
    • 3

      Na, das nenn ich mal ein ausführlichen Haufen Scheisse, den du da zusammengeschrieben hast. Ich weiss gar nicht, auf was ich bei dir eingehen soll. Du hast so viel, da fällt die Auswahl schwer. Wird deine Ignoranz von deiner Arroganz übertroffen? Schwer zu sagen. Wirfst du gern mit komischen Wörtern um dich, die an Eigenkreationen eines Sechstklässlers erinnern? Definitiv. Kannst du lesen? Offenbar nicht. Ich stelle eine Frage, wie weiter. Aber du scheinst gar nicht in der Lage zu sein, das geschrieben Wort verstehen zu können. Weisst du weshalb man gewisse Personen "Arschloch" nennt? Weil sie nur Scheisse von sich geben. Und du mein Lieber, bist eins, wenn ich mal lese, was für nen riesigen Berg Scheisse du andauernd produzierst.

      22.09.2012, 17:49 von denkanstosser
    • 2

      "Klötchen hübsch anmalen" ist wohl ne neue Sexualpraktik.

      22.09.2012, 19:30 von mirror87
    • 1

      Also ich sehe ja einen himmelweiten Unterschied zwischen Textkritik (jeglicher Form!) und persönlicher Beleidigung...

      22.09.2012, 19:59 von Juliie
    • 2

      Ich normalerweise auch. Aber bei quatzat's Kommentaren musst man  nur etwas genauer hinschauen. Dann kommts auf das Gleiche raus. Is nur etwas besser verpackt.

      22.09.2012, 20:05 von mirror87
    • 2

      Ich auch. Aber er ist ein alter Bekannter und fast jeder Kommentar, den ich von ihm gelesen habe, hatte irgendeine Beleidigung darin verpackt. Meist versteckt in vor Arroganz triefenden Nihilismus. Meine Antwort ist nicht als Antwort an diesen spezifischen Kommentar zu verstehen, sondern als meine persönliche Meinung über ihn und sein Verhalten. Zu diesem Zeitpunkt.

      22.09.2012, 20:20 von denkanstosser
    • 1

      Naja...

      1. Hat das, was der Empfänger wahrnimmt, nur etwas mit eben jenem zu tun. Arschloch dagegen beinhaltet für mich wenig Interpretationsspielraum.

      2. ging's mir jetzt gar nich um quatzat (der wird das schon abkönnen), mir stößt nur hypersensibler Beleidigungsmist auf, der,

      3. besonders, wenn es gar nicht als Antwort auf eine spezifische Äußerung gemeint ist, erst recht für mich in eine PM gehört (haste quatzat jetzt eigntl. gesperrt, bevor er sich nochmal äußern konnte?). Sowas hier ist für mich ängstlich und kindisch. Und

      4. finde ich das schade, weil mir so die Lust vergeht, Texte von dir zu lesen.

      22.09.2012, 20:29 von Juliie
    • 1

      Ja, ich fand die Bezeichnung Arschloch auch ein wenig derbe.
       Aber der Sender ist entschieden mitverantwortlich bei dieser Art von Kommunikation. Klar, dir ginge es nur um die Bezeichnung als Arschloch. Aber es sind nur Reaktionen mit entsprechender Vorgeschichte.
      Die Frage ist eher: Wer forciert den hypersensiblen Beleidigungsmist ? Und warum ?
      Sein Kommentar ist lediglich ein Versuch den Autor als kompletten Vollidioten bloßzustellen. Natürlich kann er das Ganze auch reduzieren wie surecamp es oft macht. Aber das entspricht nicht  quatzes Niveau. Deswegen das ganze rhetorische Geschwafel drumherum. Hier wird es vielleicht deutlicher. Das hat meiner Meinung nach nichts mehr mit Interpretationsspielraum zu tun. Das was er mit seiner Wortwahl ausdrücken will, erkennt man, wenn man mal mehr als einen Kommentar (vor allem die älteren) von ihm gelesen hat. Wie gesagt wenn. Daher sind solche Gegenreaktionen durchaus verständlich auch wenn sich womöglich besser in ner PN aufgehoben wären.
      Tja und ängstlich bzw. kindisch ? Wenn überhaupt gilt das hier für beide Seiten. Aber wahrscheinlich meintest du das auch. (war allerdings nicht so rauszulesen)
      Ob man so sehr betroffen sein kann von der ganzen Sache hier, dass man seine Texte (von denkanstosser) nicht mehr lesen will, kann ich nicht nachvollziehen. Passiert doch auch schon bei den Neon täglich's.

      Aber gut...kannste natürlich.






      23.09.2012, 01:14 von themecki
    • 0

      @Juliie (hab ich mal wieder vergessen)

      23.09.2012, 01:15 von themecki
    • 0

      Erstmal danke für deinen Kommentar, freut mich, noch eine Meinung zu hören.

      Wie gesagt, es ging mir nicht um quatzat, die Spirenzchen zwischen den beiden sind mir ehrlich gesagt fipsibums. :D Ich habe ja nur das, was ich sehe. Und das gehört für mich privater. Naja, und seine Emotionssuppe zu entladen, anderen dabei aber von von vorneherein die Löffelchen zu klauen, ja, das halte ich für unreif und ängstlich und das durchaus einseitig hier. Warum ich jetze hierauf privat hätte antworten sollen, verstehe ich nicht ganz. Dass ich es mir evtl hätte sparen können und die Jungs spielen lassen, hätte ich schon eher verstanden.^^

      Ansonsten vertrete ich ja die halsbrecherische These, dass man keinerlei Reaktion einer anderen Person forcieren kann. Und sich als Vollidiot bloßstellen schafft man ebenfalls nur selbst... :)

      Ich wünsche mir wahrscheinlich einfach souveränere Schreiberlinge, die Kritik nicht als Projektionsfläche der eigenen Unsicherheit missbrauchen, insb. wenn sie zum Denken (Diskutieren?) anstoßen wollen: Deshalb das Lust vergehen.

      23.09.2012, 16:59 von Juliie
    • 0

      ...Obwohl ich eigentlich keinen "Text" über meine generelle Meinung schreiben wollte (ob das nun genug hergibt, bei mir, der Form halber schon allein... naja^^), mir die Gedanken zum Thema aber schon seit ein paar Tagen durch den Kopf geisterten, habe ich sie nun doch eben niedergeschrieben. Vielleicht wird es dort auch noch etwas klarer.

      ...Insofern hat denkanstosser seinem Namen letztlich ja nun doch noch irgendwie alle Ehre erwiesen... thihi.

      23.09.2012, 19:26 von Juliie
    • 0

      Und wenn quatzat mit'm Klötchen anmalen fertig ist, singt er das hier.

      02.10.2012, 01:34 von mirror87
    • 0

      Gutes Lied.^^

      02.10.2012, 18:20 von Juliie
    • 0

      Muhaha ich brech zusammen !!!!

      04.10.2012, 21:20 von themecki
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  • 1

    ich werde irre, wenn ich versuche, deine, unser aller fragen zu beantworten...

    deshalb gehe ich jetzt spazieren. luft ist noch und sonne, wind auch.
    evtl habe ich eine eingebung;)

    im übrigen:

    die essenz für mich ist diese stelle hier:

    Es gibt keinen Besitz auf der Erde, der den Wert des Lebens
    aufwägen könnte, weshalb wir uns gut überlegen sollten, ob wir wirklich das
    Geld an wichtigster Stelle setzen wollen

    22.09.2012, 16:45 von zehnmomente
    • 1

      Ja, Spazieren tu ich auch gerne! Bei mir läuft noch der Hund mit, das machts grad noch besser, manchmal kommt man auch so auf die besten Gedanken. Bin gespannt, ob dir noch was einfällt.

      22.09.2012, 19:21 von denkanstosser
    • 2

      müll trennen!

      23.09.2012, 09:45 von zehnmomente
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