Wie macht man eigentlich ...
Nase voll von Deutschland? Einfach einen EIGENEN STAAT gründen! Joachim Detjen, Professor für Politikwissenschaft, gab uns einige Hinweise.
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Gründen
»Ohne Boden kein Staat. Nur gibt es keine freien Flächen mehr. Ölplattform gilt nicht – und einen Unabhängigkeitskrieg gegen Deutschland führen? Unmöglich. Hoffen Sie auf die Geburt einer Insel in neutralen Gewässern nach einem Vulkanausbruch – und seien Sie als Erster dort. Nehmen Sie Freunde mit, ein Staat braucht konstante Bevölkerung und das Gewaltmonopol in Gestalt von Richtern oder Polizisten, die für Sicherheit sorgen. Theoretisch reichen dafür ein paar Personen. Empfohlen wird aber mindestens die Menge des aktuell kleinsten Staates, der Vatikanstadt, mit einigen hundert Bewohnern. Sonst nimmt Sie keiner ernst.«
Taufen
»Schließlich brauchen Sie einen Namen. Vorsicht, kopieren Sie keine bestehenden Bezeichnungen. Wie das exjugoslawische Mazedonien, das seit seiner Unabhängigkeit 1991 Ärger mit Griechenland hat. Dessen angrenzende Region heißt ebenfalls Mazedonien. Achten Sie auch bei Fahne und Hymne auf Innovation. Damit erhöhen Sie den Grad der Identifikation der Bürger mit ihrem Land. Gleiches gilt für die Währung. Omnipräsente Staatenlenker bauen auf Geld mit eigenem Konterfei.«
Werben
»Ein Tipp für das Parkett der Diplomatie: Erklären Sie Ihren Staat für dauerhaft neutral. Ist allerdings irrelevant, wenn Nachbarstaaten das ignorieren. Daher die Empfehlung: Gründen Sie eine Armee. Aber Hände weg von der Atombombe! Sie provoziert auch den gutwilligsten Nachbarn. Und der soll Sie ja anerkennen – die Voraussetzung, um Verträge zu schließen. Bewerben Sie sich bei der UNO. Das bringt Schutz und Renommee. Und: Schreiben Sie eine freiheitliche Verfassung, selbst wenn Sie als Diktator regieren wollen. Das streut unbedarften Zeitgenossen Sand in die Augen. Ach : Ihre Bürger brauchen Pässe. Zur Legitimierung und zu ihrem Schutz. Reisepässe sind Eigentum des Staates. Wer den wegnimmt, agiert aggressiv gegenüber Ihrem Staat. Wer riskiert das schon?«
Protokoll: Maximilian Gaub
DEUTSCHE GESCHICHTEN
Hildesheim. Ein etwa achtjähriges Mädchen läuft vor seiner Mutter und ruft plötzlich: »Mama, ich will, dass überall Krieg ist!« Die Mutter packt das Mädchen am Arm und gibt ihm eine Ohrfeige, »Jenny, ich hab dir tausendmal gesagt, Krieg ist nicht gut. Also lass den Scheiß.«
Birg Grüling
Pulheim. In der Tankstelle. Die Kasse zeigt 45,03 Euro. Ich zücke meinen 50-Euro-Gutschein und lege drei Cent dazu, um einen glatten Fünfer zurückzubekommen. Darauf der dicke Tankwart: »Geht nicht.« Ich frage: »Wieso?« Darauf der Tankwart: »Gutscheine können nicht mit Bargeld eingelöst werden.« Ich stutze. Und der Tankwart legt nach: »Abitur ist halt nicht alles im Leben.«
Martin Wegner
Konstanz. Die Buslinie 10, die vor drei Jahren eingeführt wurde, gehört zu einem sehr häufig fotografierten Verkehrsmittel. Sie verkehrt zwischen dem Friedhof und dem Stadtteil Paradies.
Victoria Gentner





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