Wuschl.yumyum 03.01.2011, 02:47 Uhr 9 6

Wertvorstellungen & Leben

Ein schönes Haus, ein dickes Auto, der perfekte Partner, einen Fulltimejob und Sony Spielzeuge. Alles, was wir brauchen. Oder auch nicht.

Die Lebenszeit eines Menschen fällt in der Regel äußerst bescheiden aus.
Gerade noch baute man Burgen aus Sand, schon wird man dazu verdonnert, das 1mal1 zu lernen. Ehe man sich versieht, darf man sich für einen Berufszweig begeistern und ist plötzlich mit Selbstständigkeit konfrontiert. Arbeit, Familie, Kinder - und plötzlich ist man alt. Hoppla, eigentlich hatten wir aber noch viel vor.

Den Versuch, das Leben nach heutigen Wertvorstellungen zu richten, unternimmt ein Jedermann irgendwo. Akzeptanz ist wichtig, alleine lebt es sich schließlich recht öde. Doch wie kommt es dazu, dass wir unser Leben lang so beschäftigt sind, dass wir keine Zeit mehr haben, das Leben zu genießen?

Alles ist hektisch, alles muss schnell gehen. Zeit ist Geld, und letzteres benötigen wir, um unser Leben wie oben beschrieben auszurichten. Geld & Konsum - Unsere beiden Lieblinge. Naja, was wären wir auch für Konsumenten, wenn wir kein Geld hätten. Voilà, da haben wir unseren Sinn des Lebens gefunden. Neben der Aufmerksamkeit, welche besonders im sog. "Internetzeitalter (in welchem wir uns übrigens grade befinden)" immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind dies wohl ohne Zweifel unsere größten Ziele. Carpe diem!

Gar nicht so dumm: Wer etwas derartiges als höchstes Gut ansieht, wird immer etwas haben, was er braucht. Ein Ziel. Etwas, worauf andere neidisch sein können. Und falls wir doch schon alles haben belehrt uns die Werbung eines besseren. Nachdem das Fernsehen uns klar gemacht hat, dass wir alle irgendwann einmal etwas besonderes sind und wir merkten, dass dies nicht der Realität entspricht, fangen wir an zu grübeln. Immerhin haben wir Vorbilder, an denen wir uns orientieren können. Tag für Tag sehen wir uns so, wie wir gerne wären. Versuchen Leute zu beeindrucken, obgleich wir sie mögen oder nicht. Über uns reden soll man zumindest, wenn es für mehr plötzlich doch nicht gereicht hat. Im Endeffekt ist natürlich trotzdem niemand zufrieden mit dem was er hat, denn irgendjemand hat noch mehr und ist deshalb sicherlich noch viel mehr glücklich als die eigene Wenigkeit.

Dahinvegetieren, anderen Entscheidungen überlassen. Identifikation mit Konsumgütern. Ist der Mensch zu so etwas degeneriert? Eine temporäre Erscheinung mit dem Ziel, zu überleben und akzeptiert zu werden, um daraufhin in Vergessenheit zu geraten?

Alles was du hast, hat irgendwann dich.

Auch wenn Glücklichkeit eine subjektive Definition ist:
Irgendetwas läuft doch falsch."Wichtige Links zu diesem Text"
Prinz Pi - 3 Minuten
Equilibrium
Hectors Reise

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9 Antworten

Kommentare

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    das ist so mit 20 "rebell", mit 30 höchstwahrscheinlich kein wort mehr drüber. es fehlt der biss.

    aber krieg gegen das "glück" ist nie verkehrt.

    03.01.2011, 17:27 von ofilis
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      @Surecamp Tut mir Leid, ich bin neu auf der Seite. Mit der Eigenempfehlung war das eigentlich nicht so gedacht, ich verstehe was du meinst und hab nicht vor, es erneut zu machen (Versehen.)
      welche Themen hier ausgelutscht sind und welche nicht, dass kann ich daher auch nicht wissen.

      03.01.2011, 20:08 von Wuschl.yumyum
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    Dabei ist die Lösung doch so einfach, triff Dich mit Gleichgesinnten nachts und prügel Dich bis das Blut fließt oder Moment...vielleicht war das doch keine so gute Idee.

    Ansonsten sprüht der Text nur so vor Jugend, ernsthafter Empörung und bekannten Gedanken. Das finde ich sympathisch.

    Ein paar Anmerkungen: Du kannst durchaus auch im "falschen" System Deinen eigenen Weg finden, wenn vielleicht auch nicht den idealen (nach Deiner Auffassung). Beispielsweise kann man auch Geld verdienen gehen (müssen) ohne seine Seele dem Konsum zu opfern.

    Du musst doch nicht die Glück-Definition der Konsumgüterindustrie und des Kapitalismus für Dich übernehmen! Natürlich predigen die Leistung & Konsum...was sollten sie sonst?

    Vielleicht ist Dir das auch alles schon klar, dann wird das im Text leider nicht so deutlich. Dann ist Deine Frage wohl eher, warum verstehen das nicht vielmehr Leute und brennen den nächsten Elektrofachhändler mit seinen Bauernfängerangeboten nieder.

    Doch Du hast eins vergessen: Vorher müssen sie sich erst zum Prügeln treffen.

    03.01.2011, 14:06 von Ichigopan
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    "glücklichkeit" is ne tolle neue wortschöpfung.
    wie wäre es mit glück oder glücklichsein? ich weiss ja, ist oldschool, geht aber auch.
    "noch viel mehr glücklich" findsch ooch klasse. :-/

    "Alles was du hast, hat irgendwann dich" guter gedanke. leider geklaut.

    try harder...

    03.01.2011, 11:28 von RedSonja
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      @RedSonja Glücklichkeit kennt kein Pardon...

      03.01.2011, 12:28 von sailor
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      @Chiral Ist das im Endeffekt nicht alles irgendwie fast das gleiche...

      03.01.2011, 15:15 von sailor
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    Ohne Ziele kann man sich gleich einen Sarg schnitzen lassen. Kommt nur drauf an, was das für Ziele sind. Hier Konsum zu nennen, ist doch tatsächlich fragwürdig.

    Equilibrium ist übrigens einer meiner Lieblingsfilme :)

    03.01.2011, 11:21 von Iris191
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    I am just a 21st century digital boy. I don't know how to read but i've got a lot of toys...

    Mein Buchtipp:
    Die Welt der schönen Bilder, Simone de Beauvoir, 1966 ISBN: 349911433X

    03.01.2011, 11:15 von sailor
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    Wenn ein Mensch das Leben genießt, indem er oder sie konsumiert, dann lass ihn oder sie das doch tun.
    Die Geld-Prioritäten liegen im Entscheidungsrahmen eines jeden Individuums, oder nicht?
    Und "unser" Sinn des Lebens ist das sicher nicht. Aber was wäre Neon ohne die üblichen Verdächtigen.
    Schreiberlinge, die pauschalisierend urteilen und denken, sie verändern mit einem Artikel in der "Wir"-Form über Geld und Konsum die Welt.

    Und dann im Autoren-Kommentar ein absolutes Highlight:
    "Wir müssen uns anpassen"
    Oh weh, oh jemineh!

    03.01.2011, 11:00 von Kata_Pult
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      @[Benutzer gelöscht] oder auch :

      Freiheit heißt nicht, tun zu können was du willst, sondern nicht das tun zu müssen, was du nicht willst.

      03.01.2011, 11:19 von Wuschl.yumyum
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    Guter Text. Und gute Links.
    Hast du Vorschläge, wie man da raus kommt?
    Denn auch wenn man andere Werte hat und eine andere Vorstellung vom Leben, lebt man ja in der Welt mit dem monetären System und selbst wenn Geld für einen wertlos ist und man weiß, dass es Schuldscheine sind und dass Glück etwas anderes bedeutet als Konsum, muss man sich was zu Essen kaufen und ne warme Wohung wäre auch nicht schlecht. Zumindest Grundbedürfnisse müssen ja erfüllt werden... auch wenn ich den dreckigen Strom und das Plastikgemüse gar nicht will, muss ich mich irgendwie anpassen, um zu überleben. Oder kennst du einen anderen Weg?

    03.01.2011, 10:04 von Aalaaleh
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      @Aalaaleh Der Wohlstand auf der nördlichen Halbkugel wird nicht ewig währen, da bin ich mir sicher.
      Natürlich müssen wir alle in dieser Welt überleben, eine Alternative wäre sicherlich der Weg der Askese, welche jedoch schon eine Extreme darstellt und auch nicht das verkörpert, was sich jeder vorstellt. Es bleibt nichts anderes, als sich anzupassen und das Beste daraus zu machen. Glücklichkeit ist wie im Text erwähnt reine Definitionssache.

      03.01.2011, 10:33 von Wuschl.yumyum
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      @Wuschl.yumyum hast du schonmal was von Zeitgeist Movement gehört? Wenn ja, was hälst du davon? Da gehts darum, das bestehende monetäre System, schrittweise in eine ressourcenbasierte Ökonomie zu tragen. http://www.zeitgeistmovement-nrw.de/
      Gibt auch die Zeitgeistfilme, wovon ich allerdings nur Addendum empfehlen würde,
      http://video.google.com/videoplay?docid=1352552668588051041#
      aber die Ideen aus dieser Bewegung finde ich sehr interessant.

      03.01.2011, 10:54 von Aalaaleh
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      @Aalaaleh Finde den Ansatz von Zeitgeist ziemlich gut.
      Was genau da in die Tat umgesetzt werden kann und wielange das dauert, bleibt allerdings ein Rätsel.
      Vielleicht ist nächstes Jahr im Dezember sowieso nichts mehr da, was verändert werden könnte ;)

      03.01.2011, 10:58 von Wuschl.yumyum
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      @Wuschl.yumyum ja wäre möglich. hoffen wirs nicht und versuchen, die veränderung zu sein, die wir uns für die welt wünschen.

      03.01.2011, 11:05 von Aalaaleh
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