Wer ist hier Fremdenfeindlich?
Nach dem Angriff auf sieben Inder in Mügeln fällt mal wieder die bürgerliche Maske.
Am Wochenende des 18./19. August wurde eine wahrliche Hetzjagt auf sieben Inder am Rande des Stadtfestestes in Mügeln veranstalltet. Entgegen des Klang des einleitenden Satzes war diese Aktion kein vorab festgelegter Programmpunkt des Festes sondern eine spontane Manifestierung von nicht nachvollziebarer Wut auf ausländische Mitbürger.
Das Problem der fremdenfeindlichen Übergriffe durch organisierte rechte Gruppen dürfte allen gegenwärtig sein. Auch wenn durch die Polizei es noch fragliche sei ob eine organisierte Gruppe mit rechtsextremen, "fremden"feindlichen Absichten Zugpferd dieser Ereignisse in Mügeln war, so lassen die belegten Rufe "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen" doch darauf schließen.
Das erschreckende ist allerdings nicht das diese Rufe, die wie auch schon früheren "fremden"feindlichen Aktionen dieser oder ähnlicher Art, wieder erklingen. Viel erscheckender sind die Stimmen die aus der bürgerlichen Mitte nun zu uns dringen.
So äusserte sich der Leiter des Direktionsbüro der Polizei Westsachsen zu den Entwicklungen dieses Ereignisses, das endlich mal was losgewesen sei. Ein Ausspruch der im Anbetracht der Schaulustigkeit der Masse nachvollziehbar ist. Allerdings war es anscheinend so, dass dieses "Es war endlich mal was los!" für einen Teil sehr einladen war um "endlich mal was gegen die Ausländer zu machen."
Doch Rechtextremismus ist in Mügeln eher unbekannt und würde in dieser Stadt nicht existieren. So sieht es zumindest der Bürgermeister Herr X, welcher dies wiederholt versicherte. Allerdings sind für selbigen Herrn die "Ausländer raus!" Rufe verzeihlich, da jedem mal solche Parolen über die Lippen kommen können.
Im Vergleich zu der Darstellung der Exekutiven sind diese Äusserungen wohl nur Lapalien. Der Oberkommissar Y, der Bereitschaftpolizei in Leipzig, schrieb in seinen Bericht, dass die Polizei die Personengruppe welche sich gegen die ausländischen Mitbürger gewehrt haben, nach hinten gedrängt habe.
Dies zeigt alles deutlich, dass "Fremden"feindlichkeit nicht ein Problem unserer Gesellschaft ist, welches durch rechte Kamaradschaften und nationale Gruppen forciert wird. Vielmehr ist "Fremden"feindlichkeit im Unterbewusstsein und Bewusstsein der bürgerlichen Mitte sowie Teilen der Staatsgewalt verankert.
Wie eine Lösung dieses Problems erreicht werden kann vermag ich leider nicht zu sagen. Aber ich muss meinem französischem Mitbewohner Recht geben, dass solche Sachen kein gutes Bild auf Deutschland werfen. Das können sie auch nicht, denn sie zeigen im extremen doch mal wieder die deutsche Realität.
(Quellen: Taz-Berichterstattung)





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