Weg von Eva-Braun - hin zur Klasse-Frau!
Gut, dann weg von Analogien zwischen Eva-Prinzip und Nazi-Parolen, denn sie mögen für manche einleuchtend sein -
für andere sind sie unlauter und geschichtsverharmlosend, doch der Kern der Sache ist das nicht.
Es geht um ein Problembewusstsein bei Frauen und Männern. Es geht darum, Eva Herman, Frank Schirrmacher und Co. in die Mangel zu nehmen und öffentlich zu protestieren und für ein anderes Menschenbild zu kämpfen. Für eine Gesellschaft, in der es eben nicht selbstverständlich ist, dass Frauen sich und ihre Träume, ihre Selbstverwirklichung opfern, damit Männer schön die Strippen in der Finanz- und Politikwelt ziehen können. Es geht auch nicht darum, einen Kampf der Geschlechter (wieder) aufleben zu lassen - sondern ein gemeinsames Arbeiten beider Geschlechter an der Umsetzung wichtiger Elemente einer solidarischen Gesellschaft zu verwirklichen. Und dazu zählt der "Zeitwohlstand" für Eltern, wie ihn manche nennen. Dieser Gedanke, Eltern - Müttern wie Vätern - aufgrund eines gesamtgesellschaftlichen Konsenses über die Bedeutung elterlicher Fürsorge für ihre Kinder mehr Zeit einzuräumen (z.B. durch eine Elternteilzeit bei gleichem Gehalt), muss sogar erweitert werden: Denn wie die Kleinsten brauchen auch die Alten unsere "Care" - Fürsorge und Pflege - und diese gilt es zu organisieren.
Was Evchen und Frank sich nicht vorzustellen vermögen
Was Eva Herman und Frank Schirrmacher begriffen haben ist: Diese Gesellschaft braucht jemanden, der sich um Kinder und Alte kümmert. Was sie nicht begriffen haben ist, dass die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen weder von Gott geschaffen (verbreitete Sichtweise bis ins 18. Jhd) noch von der Natur determiniert ist (Sichtweise seit dem 18. Jhd.), sondern eine von Menschen manifestierte soziale und politische Ordnung war/ist der sich bis heute die Erziehung eines Großteils der Menschen auf dieser Erde unterordnet, die aber in all ihren Ausprägungen stets auf einem Irrtum fußt: der Annahme, es sei unnötig, Männern und Frauen gleiche Chancen einzuräumen, da aufgrund ihrer (göttlichen, natürlichen) Anlagen sie gar nicht dazu in der Lage seien, diese wahrzunehmen. Also hat man schnell einen wunderbaren Esel gefunden, auf dem man die gesamte soziale Last dieser Gesellschaft aufladen kann - die wirtschaftliche und politische, die Gestaltungsmacht bleibt somit bei denen, die sie schon seit jeher haben.
Dass es anders geht zeigen eine Reihe Klasse-Frauen im Buch von Thea Dorn: Ob mit Kindern, ob ohne - sie gehen ihren Weg, sind erfolgreich und stehen in dieser Gesellschaft nicht mehr bereitwillig in der zweiten oder dritten, sondern ganz selbstverständlich in der ersten Reihe. Was sie uns geben sollten ist: Mut. Sie sollten uns motivieren, inspirieren und anstiften einzufordern, was viele irrtümlicher Weise schon für Realität halten: echte Gleichberechtigung von Mann und Frau. Viele Fassaden der Emanzipation wollen uns weismachen, gleiche Chancen, gleiche Macht - das sei doch längst der Fall. Pustekuchen: Macht liegt nachweisbar gerade in Deutschland immer noch zu einem unverhältnismäßig großem Teil in Männerhänden. Auch das Geld liegt dort - so verdienen Frauen nach wie vor bei gleicher Arbeit und Qualifikation signifikant weniger. 5 % der Männer sind bereit, Elternzeit zu nehmen, bis zu 2/3 von ihnen halten dies immernoch für eine Aufgabe der Frauen. Die Daten und Zahlen rund um das Thema Gender/Geschlechtergerechtigkeit sollten alle verträumten Dornröschen jäh wachrütteln, die immer noch glauben, alles werde schon gut - Emanzipation sei von gestern und eher gut als schlecht gewesen... Denn was wir brauchen - neben dem Mut - ist die Wut: dass sich nichts tut! Dass die Politik sich nicht traut, an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entscheidend etwas zu ändern!
Das Problem ist auch struktureller Art
Wer in Westdeutschland Kinder in die Welt setzt kann nach einem Kita-Platz suchen, wie nach der Nadel im Heuhaufen. Die infrastrukturell desaströse Lage zwingt Paare dazu, sich zu entscheiden: wer geht arbeiten, wer kümmert sich um die Kinder - denn beides gleichzeitig für beide ist einfach nicht möglich! Und wer bleibt dann zu Hause: na der "Schatz", der weniger verdient natürlich... da beißt sich die Katze in den Schwanz! Natürlich ist es deshalb bei Frauen immer wahrscheinlicher und somit für Arbeitgeber "gefährlicher", dass sie wegen Erziehungsaufgaben aus dem Beruf scheiden. Diesen Teufelskreis, der noch viele kleine Seitenteufelskreischen neben sich herzieht (fehlende praktische Erfahrungen junger Mütter, schwerer Wiedereinstieg in einen Beruf - weniger Erwartung eines guten Gehaltes... Abhängigkeit vom Vielverdiener Mann... Fixierung des Kindes auf die Mutter und somit der Umkehrschluss mancher: die Mutter-Kind-Bindung sei "von Natur aus" stärker... ). Ein Zahnrädchen des ungerechten, Eva-Frank-Alphamale-Uhrwerks greift wunderbar in das nächste. Diese Uhr tickt weiter und weiter - alles scheint einen großen, gemeinsamen strukturellen und moralischen Sinn zu ergeben, den viele nicht hinterfragen, aus Angst, die Uhr kaputt zu machen.
Was also tun? Zweierlei:
1. Als Frau aber auch als emanzipierter Mann einfordern, was es noch nicht zu geben scheint: Gleichberechtigung in Beruf UND bei der Kindererziehung. Selbst handeln, weichen stellen, versuchen, das Unmögliche zu ermöglichen. Netzwerke bilden.
2. Öffentlich dafür streiten, Politik festnageln, mit Andersdenkenden auseinandersetzen, ein Bewusstsein schaffen. Nicht locker lassen - privat wie auch politisch. Die Diskussion nicht abebben lassen - das Problembewusstsein ALLER schärfen. Zeigen, dass es nicht nur um die Kinder, sondern um die Organisation von "Care" ganz allgemein geht und das diese in modernen Zeiten nicht mehr allein auf den Schultern der Frauen abgeladet werden kann - denn das werden sich die Frauen nicht gefallen lassen. Zu Recht.






Kommentare
Die armen diskriminierten Frauen... rofl
18.07.2008, 15:05 von TSTLediglich 1/3 aller Frauen besitzen den Wunsch nach einer Karriere, laut Untersuchungen von Prof. Sonja Bischoff haben nicht einmal 10% das richtige Studium gewählt für eine Karriere und jetzt wundern wir uns warum "nur" 30% aller Führungspositionen (laut letztem Mikrozensus) mit Frauen besetzt sind. Klar, weil Frauen so "diskriminiert" sind. Eben positiv diskriminiert!
Frauen verdienen weniger bei gleicher Arbeit und Leistung? Interessant! Komisch, dass statistisch Frauen 1 Stunde pro Tag weniger Arbeiten, macht auf die Woche 12,5% weniger Arbeit. Selbst ohne die Betrachtung von Faktoren, wie der Berufswahl (Germanistin versus Elektroingenieur), Leistung, Flexibilität, Einsatzwillen, Risikofreude, Übernahme unangenehmer Aufgaben,... ergibt sich also schon, dass Frauen 12,5% weniger verdienen müssten nur damit es halbwegs gerecht bei der Bezahlung zugeht!
Aber wo ist diese Gerechtigkeit???
Würden Frauen sich einmal um einen Beruf bemühen, welcher sie in die Lage versetzt, einmal eine Familie zu ernähren, dann sind die Männer gerne bereit die Kinderbetreuung zu übernehmen. Aber wo ist dies denn der Fall????
Wieviele Frauen Studieren denn ein Fach mit dem man auch nur theoretisch eine Chance auf Karriere hat??? Nicht mal 1/3 der Akademikerinnen! Dabei weiß man mit Germanistik schon vor dem Studium, dass man als Hausfrau endet und dies ist wohl auch das Ziel der ganzen Germanistinnen. Sich einen potenten Mann an der Uni angeln und sich dann versorgen lassen.
Da brauchen wir über die 20-30% an Frauen, welche jedes Jahr aufs neue den Beruf der Frisöse ergreifen nicht einmal mehr der Erwähnung wert. Mit 3,85 Stundenlohn werden die wohl niemals irgendjemanden ernähren, nicht mal sich selbst. Ist ja auch nicht ihr Ziel.
Und erzähle mir nicht, dass die Frauen Germanistik studieren, weil die Kinderbetreuungseinrichtungen nicht sonderlich gut ausgebaut sind!
Kinderbetreuung ist für Karrierefrauen kein Problem! Die haben schlicht das Geld für private Kinderbetreuung! Und im Übrigen haben 68% aller echten Top-Frauen sogar mehrere Kinder!
Was in Deutschland fehlt ist schlicht die Übernahme von Verantwortung durch Frauen!
Sie wollen immer nur die positiven Aspekte, aber die hiermit verbundenen negativen Aspekte sollen schön bei den Männern bleiben.
Banales Beispiel: Bundeswehr!
Frauen klagen darauf bei der Armee Geld verdienen zu DÜRFEN, aber von einer Wehrpflicht ohne Verdienstmöglichkeit wollen sie bitteschön nichts wissen.
Sie wollen Karriere machen, aber bitte dafür nur Halbtags arbeiten.
Sonderlich Intelligent ist das nicht! Aber leider in der Feministischen Republik Deutschlands Realität und auch noch erfolgreich.
@ tst
22.04.2007, 13:23 von Romeo_Flausch79Was mir paradox erscheint: Jemand der sagt "Auch Frauen können ihren ökonomischen Werdegang durch eigene Karriereentscheidungen beeinflussen" gilt als sexistisch, während selbsternannte Frauenvertreter, die sachte soufflieren "Frauen können in dieser Gesellschaft keine Karriere machen" sich selbst als die Guten verstehen, obwohl sie Sexismus predigen. Naja. Das ist die Dialektik des Gutmenschen.
Respect,
18.04.2007, 12:47 von TSTwoher willst du wissen das deine Bekannte gleich lang und vorallem gleich gut arbeitet, wie ihr männlicher Kollege? Weil sie es dir gesagt hat??? Get real!!!
Im Übrigen: wenn sie zu blöd ist ihr Einkommen richtig auszuhandeln, dann ist das doch keine Diskriminierung.
Der Einkommensunterschied zwischen Arbeitnehmern, welche 40h/w arbeiten und solchen, welche 45 h/w arbeiten beträgt 44%. Zwischen 45 h/w und 35 h/w beträgt der Unterschied 100%.
Das liegt vorallem daran, dass diese Langarbeiter immer schon im Büro sind, wenn die anderen noch nicht da sind. Der Chef kann mit ihnen noch einen Kaffee in Ruhe trinken, bevor der Rest der Meute kommt. Und am Abend sind diese auch noch da, wenn der Chef schnell irgendeine Zahl benötigt etc. Diese Leute fallen einem Chef einfach auf, weshalb sie Karriere und Gehaltssteigerungen haben. Diese Langarbeiter zeigen einfach, dass ihnen die Firma wichtiger ist als alles andere. Wer nicht bereit ist dieses Opfer zu bringen braucht sich nicht wundern, wenn er das nachsehen hat. Und Frauen sind extrem selten bereit dieses Opfer zu bringen.
„Im konkreten Fall ging es um einen Artikel des >>New England Journal of medicine<< über die Besetzung von Spitzenpositionen in Kinderkliniken der USA. >>Anlass der Studie war die Beobachtung, dass diese Posten meist von Männern bekleidet wurden, obwohl der Frauenanteil in der Kinderheilkunde besonders groß ist. Um die Ursache ausfindig zu machen, wurde die Verteilung der Arbeitszeit auf die drei Bereiche Krankenversorgung, Lehre und Forschung untersucht. Dabei zeigte sich, dass Frauen einen größeren Anteil ihrer Arbeitszeit auf Krankenversorgung (46%) und Lehre (31%) verwenden als Männer (44 bzw. 30%), aber einen kleineren (23 gegenüber 26 %) mit Forschung zubringen. Dieser Unterschied war statistisch signifikant. Da wissenschaftliche Produktivität für eine akademische Karriere unerlässlich ist, schließt die Studie mit der Feststellung, dass Frauen in ihrem beruflichen Fortkommen benachteiligt sind, weil sie mehr Zeit in die Krankenversorgung und Lehre investieren als Männer.<< Ein Ergebnis wie aus dem feministischen Bilderbuch: Die Frauen opfern sich in sozialen Tätigkeiten auf, während die Männer nur an ihr Renommee in der Fachwelt denken und sie dadurch kaltlächelnd überholen.
18.04.2007, 12:31 von TSTDiese Schlussfolgerung ist jedoch falsch. In der Untersuchung wird beiläufig erwähnt, dass die Frauen im Durchschnitt 60,5, die Männer im Mittel 64,4 Stunden wöchentlich arbeiten. Aus diesen Angaben kann man die tatsächlich geleisteten absoluten Arbeitsstunden berechnen und stellt fest, dass die Männer nicht nur mehr Zeit für Forschung, sondern auch für Lehre und Krankenversorgung aufwenden... Die geringeren Aufstiegschancen der Kinderärztinnen in den USA sind daher nicht auf ihre stärkere Belastung mit Routineaufgaben zurückzuführen, sondern darauf, dass die männlichen Kollegen im Beruf signifikant mehr arbeiten. ... Unseren Leserbrief, in dem wir auf diesen Trugschluss hinwiesen, hat die Zeitschrift nicht abgedruckt.“
Quelle: Sind Frauen bessere Menschen? von Arne Hoffmann
Liebe Respect,
18.04.2007, 12:06 von TSTdie Ergebnisse aus den USA treffen auch auf Deutschland zu. Dies wurde gerade von Prof. Sonja Bischoff bestättigt. Lese einfach mal ihren Artikel: http://zeus.zeit.de/text/2005/10/W_Topmanagement
Ich halte es für das ausschließliche Resultat voreingenommener Betrachtungsweise, wenn du behauptest, deine Bekannten würden bei identischer Leistung, Qualifikation, Verantwortung und Aufgabe weniger verdienen, wie der männliche Kollege. ÜBERALL wo solche Anschuldigungen einmal untersucht wurden, hat sich dieser Vorwurf sehr schnell in Luft aufgelöst. Die Männer leisten i.d.R. schlichtweg einfach erheblich mehr und werden dafür höher entlohnt! Die durchschnittliche Arbeitszeit von Männern liegt 1 h pro Tag höher wie die der Frauen.
Das Männer die Karrieren von Frauen verhindern würden ist ein absolutes Propagandamärchen zur Beschaffung von Privilegien. Frauen werden aufgrund dieser Propaganda und entsprechenden Gesetzen heute wesentlich schneller befördert wie jeder Mann! Und das wohlgemerkt, obwohl sie weniger Leisten!
Frauen erreichen heute 10-15 Jahre früher Führungspositionen, wie es Männer können. Sie wundern sich dann aber, dass sie aufgrund der erheblich geringeren Berufserfahrung weniger in dieser Position verdienen, wie der 15 Jahre ältere Kollege. Weibliche Logik halt. ;-)
Gruß TST
@ TST
17.04.2007, 21:55 von Romeo_Flausch79Wow. Einfach wow. Du bist der erste bekennende Grüne, den ich auf neon erlebt habe, mit dem eine Diskussion auf vernünftiger Grundlage und jenseits von hohlem Gutmenschengefasel möglich ist.
Romeo, ich bin selber Grüner und gerade deshalb kann ich aus echter Innenansicht sagen, dass der Feminismus nichts anderes ist als reine Privilegienbeschaffung ohne den geringsten Nutzen in der Sache. Das heißt aber nicht das davon Grüne Männer profitiert hätten oder das andere Punkte der Programmatik nicht gut wären.
17.04.2007, 11:56 von TSTÜbrigens auch wenn man Mitglied einer Partei ist, sollte man das Denken nicht ausschalten! Manchmal gelangt man so zu Erkenntnissen, welche man anders nicht hätte machen können. Und sei es nur die Erkenntnis was wirklich funktioniert und was nicht.
Das mit dem "aufwärtsheiraten" der Frauen ist wirklich eines der zentralen Probleme mit der Gleichstellung der Frauen. Warren Farrell hat gerade in den USA eine Studie gemacht. Frauen haben inzwischen zwar zu immerhin rund 40% Kurzzeitbeziehungen zu Männern unterhalb ihres eigenen sozialen Status, aber bei der Hochzeit reduziert sich alles wieder aufs Geld. Denn befragt danach, ob sie zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit davon ausgehen mussten, dass ihr Mann JEMALS weniger verdienen würde wie sie, gaben 95% Nein an. D.h. praktisch alle Frauen heiraten Männer von denen sie ausgehen können, dass er IMMER mehr verdienen wird. Sich dann aber hinstellen und darüber jammern, dass die armen Frauen dazu gezwungen würden zuhause die Kinder zu hüten, weil die Männer mehr verdienen.
Farrell hat es in 4 Empfehlungen für Frauen, welche Karriere machen wollen, auf den Punkt gebracht:
1. Heiratet jüngere Männer.
2. Heiratet Männer, welche in einem Beruf arbeiten, in dem sie absehbar weniger verdienen.
3. Heiratet Männer, welche sich bereit erklären, den Haushalt und Kindererziehung zu übernehmen.
4. Erlernt einen Beruf mit Karrierechancen.
Dann werdet ihr nach kürzester Zeit ganz oben bei Gehalt und in der Hierarchie sein. Denn als Frau macht ihr 15 mal schneller Karriere wie jeder Mann und in technischen Berufen fangt ihr sogar mit höheren Anfangsgehältern an. (Insgesamt gibt es in den USA 80 Berufsfelder, in denen Frauen mehr verdienen wie Männer.)
Bemerkenswert ist, dass alle 4 Empfehlungen an Frauen im ausschließlichen Verfügungsbereich der individuellen Frau selbst liegen.
Nix böse Diskriminierung durch Männer.