Warum lesen Erwachsene Kinderbücher ?
Der Versuch einer Erklärung, aus der Sicht von Kai Meyer
"Kinder lesen in Farbe, die meisten Erwachsenen nur in schwarzweiß - und lange Zeit war das für alle Beteiligten normal. Aber nun haben Erwachsene erkannt, daß vorallem phantastische Literatur ihnen Farbe beim Lesen zurückgeben kann. Das ist die Erklärung für den Fantasy-Boom der letzten Jahre.
In der realistischen Literatur erkennen wir bestenfalls etwas wieder, das wir selbst erlebt haben. In der Phantastik aber erkennen wir etwas wieder, das wir nie erleben werden. Junge Leser haben das schon vor langer Zeit durchschaut, und nun, ganz allmählich, verstehen das auch die Erwachsenen."
Aus einer Rede von Kai Meyer (Fantasy-Autor) bei der Corine-Verleihung 2005






Kommentare
'Fantasy' per se als 'Kinderbuch' zu bezeichnen ist doch genauso verkürzt wie 'Comic' den Anspruch abzusprechen...
02.03.2012, 13:27 von sailorIch glaube, hier ging es u.a. um das Harry Potter Phänomen. Diese Bücher waren schon von Anfang an als Kinder-/Jugendbücher ausgelegt.
02.03.2012, 13:39 von TaneaSo ist das eben immer mit diesen Begrifflichkeiten.
U.a. um diese Diskussionen zu umgehen haben die Verlage ja auch die Kategorie All-Age-Bücher erfunden. Auch sowas undefinierbares...
'Kinderbücher' gibt's...
02.03.2012, 13:50 von sailorKeine Frage.
Vielleicht sind diese jungen Leser aber auch nur selbst erwachsen geworden und haben ihre Vorliebe für Fantasy in die Erwachsenenwelt mitgenommen?
02.03.2012, 13:17 von TaneaAch, ich weiss nicht ... wenn man einen Zugang zu Fantasy
hat, braucht’s auch keiner weiteren Erklärung. Fantasy-Literatur war schon seit
meiner Jugend mein Ding, Online-Fantasy-Spiele, damals noch auf Textbasis,
spielte ich seit 1994 ... dass Literatur, Filme und Spiele aus dem
Fantasy-Bereich im Laufe der Jahre mal so boomen würden, war damals, zumindest
aus meiner Sicht, nicht abzusehen. Da wird ein mehr oder weniger belächeltes
oder mit wenig Verständnis betrachtete
Genre im Laufe der Jahre zum Mainstream, na ja, zumindest weitgehend. Wie auch immer, ich finde es schön wenn auch
andere Spaß damit haben, und wer keinen
Zugang dazu findet, nun, sei es drum. Wäre ja schlimm wenn wirklich alle das
Gleiche mögen würden :)
02.03.2012, 12:29 von Cyro
Ich liebe Kai Meyers Bücher:)
11.11.2011, 14:01 von halbkindmfIch muss sagen, ich finde diesen Anspruchsgedanken hier etwas irritierend... wie bitte schön legt ihr den Anspruch der Literatur fest? In komplizierten grammatischen Konstruktionen und langen Sätzen? Orientiert man sich an Preisen der Autoren?
24.03.2010, 15:39 von paranoiderandroideIch persönlich verlange von einem guten Buch, dass es zum nachdenken und/oder zum träumen anregt, mich also übers lesen hinaus beschäftigt und das finde ich bei Jugend-/Kinderliteratur relativ oft, deswegen lese ich sie... und wenn das mit 15 die FMFB reihe bewirkt hat, mein gott, warum nicht?? Das heisst ja noch lange nicht, dass man sich darauf beschränkt.
Ich lese Kinderbuecher um mich an die Unbeschwertheit der Kindheit zu errinnern.
20.01.2010, 08:09 von farmerjungeDas Erwachsen sein ist kompliziert, umstaendlich und gepraegt von einschraenkungen. Angefangen beim klassischen Satz: Sowas tut man in meinem alter nicht.
Wenn ich ein Kinderbuch lese, vergesse ich all dies und errinnere mich zurueck an die Zeit als mir ein Stock und ein Baum gereicht hat um ein Pirat zu sein.
Heute braucht es viel mehr um mich gluecklich zu machen, was ich sehr schade finde. Leider kann ich es nicht aendern.
Ich lese gerade mit Spannung "Der goldene Kompass" :-)
17.12.2009, 10:51 von Dunnagh@Dunnagh Ich glaube das war bereits ein All-Age-Book bevor es diesen Ausdruck überhaupt gab.
17.12.2009, 11:07 von Tanea