fantatierchen 14.10.2017, 14:21 Uhr 38 9

Wanna take a Ride?

Es war das letzte Mal vor ein paar Jahren, deshalb hatte ich ganz vergessen, wie sich das anfühlt.

Es war gestern, es war in der Ringbahn. Es war das letzte Mal vor ein paar Jahren, deshalb hatte ich ganz vergessen, wie sich das anfühlt. Wie unfassbar beschissen sich das anfühlt.

Wenn du in der Bahn sitzt, nachts, am Wochenende. Der Waggon ist außer dir noch leer, niemand im Blickfeld, bis diese sechs Typen einsteigen, angetrunken, Glatzen, groß und viel kräftiger als du. Wenn du plötzlich aus so einem Gefühl heraus aufhörst, Tagebuch über deinen letzten Blowjob zu schreiben, und dich auch nicht traust, dein Buch mit dem Titel „Bitch Doktrin“ stattdessen in die Hand zu nehmen und zu lesen, sondern lieber das Handy nimmst, schreibst, „hei, bin jetzt Halensee, gleich da, kannst du bitte auf mich warten? Hier sind grad so ein paar seltsame Menschen eingestiegen (hoffentlich lesen die das nicht)“

Du bist müde und schwach, hast viel gearbeitet, es ist schon nach Mitternacht, draußen kalt und dunkel. Du hast Kopfhörer auf und siehst mit betont regloser Miene weg, nur weg, aber sie sehen dich an und kommen her, so her, dass sie sich im Viererabteil, in dem du am Fenster sitzt, zu dritt dir gegenüber auf die Zweierbank quetschen müssen, während ein weiterer direkt neben dir Platz nimmt und dir so den Weg hinaus versperrt. Es ist eng, du musst sie unweigerlich berühren und fängst deshalb an, dich klein und immer kleiner zu machen, weil dich der Körperkontakt so ekelt. Es nützt nichts. Sie gaffen dich an, fangen an, über dich zu sprechen. Wie du aussiehst. Wo du wohl gerade hinfährst. Was du so denkst und machst und tust.

Du stellst dich tot. Denkst, wenn du nicht reagierst, werden sie bald von selber aufhören. Aber sie machen weiter, sie sprechen dich an, „hei, du hörst uns doch, du hörst uns doch zu, das sehe ich genau, und selbst wenn nicht, wollte ich dir trotzdem sagen, wie sexy ich dich finde!“

Dir wird schlecht. Du überlegst fieberhaft, was du tun sollst, aber da ist kein Platz, nicht in diesem Abteil und auch nicht in deinem Kopf. Alles ist ganz eng.

Du denkst daran, etwas zu sagen. Freundlich („Könnten Sie bitte aufhören? Ich möchte meine Ruhe.“), aggressiver („Sie sehen doch, dass ich kein Interesse habe – lassen Sie mich jetzt bitte endlich in Ruhe!“), witzig („Sorri, aber die Schnitte ist schon belegt, und jetzt Ruhe, klar?“). Aber du denkst leider auch daran, was danach passieren könnte: Sie sind viel größer, viel kräftiger und viel mehr als du – du bist alleine in dem Abteil. Du willst und kannst sie nicht provozieren. Also tust du weiter das, was in dem Moment am sichersten erscheint: du ignorierst sie und deine Angst. Versuchsweise.

Der Versuch scheitert am nächsten Bahnhof. Es ist zwar nur noch eine Station, bis du aussteigen musst, aber du weißt, sobald sich die Türen schließen, kommst du nicht mehr raus aus diesem Zug, doch das musst du vielleicht. Du stehst auf. Schnell, ruckartig. Zwängst dich zwischen Beinen durch, die dir keinen Platz machen, meidest den Blick in Gesichter, die dich anstarren, während Münder lachen und johlen, das Geschehen lautstark kommentieren und dir Namen geben. Es riecht nach Bier und abgestandenem Rauch und Schweiß.

Du tust laut und verärgert brabbelnd so, als würdest du aussteigen, setzt dich aber in Wirklichkeit woanders, ganz hinten neben der Tür, hin, wo sie dich nicht sehen können – denn 10 Minuten draußen auf dem kalten, dunklen Bahnsteig willst und kannst du gerade nicht zwischen weiteren angetrunkenen Typen alleine warten. Deine Beine zittern, deine Hände, dir ist übel. Du hoffst, dass sie dich nicht entdecken. Du hoffst es so sehr.

Und dann entdeckst du diesen anderen Kerl. Er gehört nicht zu der Gruppe, aber er konnte sie die ganze Zeit sehen. Nur dich hatte er nicht im Blickfeld, aber er hat sie ja gehört. Er hat es gesehen. Er hat dir nicht geholfen.

Die Bahn fährt in den nächsten Bahnhof und du drückst so oft auf den blinkenden Knopf an der Tür, dass dir die Sekunden beim Öffnen wie zäher Schleim vorkommen, der dich nicht gehen lassen möchte. In dem Moment, in dem du aufgestanden bist, haben sie dich wieder gesehen und schreien jetzt durch das ganze Abteil, kommentieren deinen Abgang. Draußen steht dein Freund. Er ist verwirrt, obwohl er von der Situation ja wusste. "Soll ich ein paar Gesichter einschlagen?", fragt er. "Ich will überhaupt nicht, dass irgendetwas zerschlagen wird - ich will nur nach Hause, ich will einfach weg."

Was ich dazusagen möchte, ist: Ich bin ein taffes, emanzipiertes Mädchen. Normalerweise mache ich meinen Mund auf, für mich und für andere (wer darin etwas Sexuelles liest, ist selbst schuld). Aber in dieser Situation konnte ich es nicht. Ich hatte Angst, und ich war auf Hilfe und Empathie angewiesen. Ich habe sie nicht bekommen. Statt dieser Erkenntnis tauchten in meinem Kopf und im Gespräch danach mit meinem Freund aber ganz andere Gedanken auf:

„Du hättest einfach weggehen können. Du hättest einfach etwas sagen können, dann wären sie erschrocken gewesen, hätten sich entschuldigt und damit aufgehört.“

„Ich KONNTE nicht weg. Und ich konnte deshalb auch nichts sagen!“

„Also, rein technisch gesehen konntest du beides sehr wohl.“

Ich saß in einem fahrenden Zug, alleine, mit sechs Männern, die alle deutlich größer und stärker waren als ich. War es meine Verantwortung? War es meine Schuld, hätte ich etwas tun müssen, um das zu beenden? Aktiver, als ich es so schon getan habe? Ich schlucke immer noch, wenn ich darüber nachdenke.

Wann hören wir auf, Opfern die Schuld an Situationen zu geben, die sie nicht initiiert haben? Wann schlagen wir ihnen endlich keine Handlungsalternativen mehr vor, die in diesen Momenten gar keine sind, sondern hören zu und versuchen zu verstehen, was da eigentlich genau wie passiert ist? Warum nehmen wir die Angst, die da entsteht, nicht ernster? Sensibilisieren dafür im Umgang miteinander?

Vielleicht ist es für Männer schlecht nachvollziehbar, wie sich das anfühlt, derart unterlegen zu sein. Mir hat niemand beigebracht, mich in so einer Situation zu wehren. Ich habe gelernt, nett zu Menschen zu sein, höflich, freundlich, zuvorkommend. Ich kann Bitte und Danke sagen, nette Texte und Gedichte schreiben, ich zeichne gut und quatsche gerne. Bei Filmen weine ich, wenn die Schauspieler*innen weinen, weil sich Gefühle schnell auf mich übertragen; ich bin empathisch und naiv. Aber mich verteidigen? Ich habe immer nur gelernt, Verständnis für das Handeln anderer zu entwickeln, nicht, mich dagegen zur Wehr zu setzen und es aktiv anzugreifen. So wie auch in dieser Situation: ich hätte aktiver meinen Unmut äußern müssen, egal welche möglichen Konsequenzen das für meine körperliche Unversehrtheit gehabt hätte, denn ich darf scheinbar nicht erwarten, dass nonverbale Kommunikation allein ausreicht.

"Lern irgendeinen Kampfsport", meinte mein Freund.

Aber ich möchte keinen Kampfsport lernen müssen, um nachts ohne Angst mit der Bahn fahren zu können. Ich möchte nicht in Betracht ziehen müssen, andere körperlich zu verletzen, um meinen Körper vor ihnen zu schützen. Und zu guter Letzt möchte ich auch nicht das Kämpfen lernen, um mich verteidigen zu können, während es Männer  lernen, um (mich?) anzugreifen.

"Aber in dieser Situation hast du noch weniger getan, als dich zu verteidigen. Du hast dich ihnen ausgeliefert und gleichzeitig die volle Verantwortung über die Situation auf sie übertragen. Ist das nicht noch schlimmer?"

Es ist die alte Frage, was zuerst da war: Die Henne, oder das Ei. Die Furcht, oder die Bedrohung.

Was es braucht, um Nein zu sagen, und wie groß dabei aber immer die Gefahr ist, dass dieses Nein nicht ausreicht. 

Ich weiß es nicht. Und das fühlt sich verdammt scheiße an.

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38 Antworten

Kommentare

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  • 0

    wünsche dir ganz viel Kraft. <3

    20.10.2017, 23:07 von DayDreamingNightThinking
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    So ein verdammt wichtiger Text!

    20.10.2017, 21:23 von spreadhummusnothate
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  • 2

    "Vielleicht
    ist es für Männer schlecht nachvollziehbar, wie sich das anfühlt, derart unterlegen
    zu sein"

    Wie kommst Du zu so einer Aussage?

    Emanzipation geht jedenfalls anders... ich finde das Du Dich viel zu sehr mit Deinem "Frauensein" herausredest und nicht einmal im Ansatz versuchst Dich zu wehren. Ein ernstgemeintes "würdest Ihr mich bitte in Ruhe lassen", sollte man schon noch sagen können, wenn die dann trotzdem aggro reagieren, kann man immer noch defensiv werden und Panik kriegen. Aber so hast Du Dich quasi als Opfer geriert und das ist natürlich wie Blut im  Haifischbecken.

    Da kannst Du soviel "Bitch Doktrin" lesen wie Du willst...

    19.10.2017, 09:00 von chiral
    • 2

      Mag sein...

      »Du überlegst fieberhaft, was du tun
      sollst, aber da ist kein Platz, nicht in diesem Abteil und auch nicht in deinem
      Kopf. Alles ist ganz eng.«
      Das gereicht ihr nicht zum Vorwurf und ist vor allem mit einem externen Handlungsvorschlag nicht aus der Welt geschafft. Von außen betrachtet sieht man immer mehr Optionen... Und sie selbst wahrscheinlich ebenso... hinterher, wenn die Situation vorbei ist... DANN weiß man immer, was man hätte/könnte/sollte.
      Und es scheitert meist nicht daran, WAS zu tun wäre, es scheitert meiner Erfahrung nach am WIE und der Angst vor den möglichen Konsequenzen, die (keine Frage) an dieser Stelle zunächst allein in ihrem Kopf stattfinden.

      Im übrigen macht sie keine Aussage, sie stellt eine Frage und äussert eine Vermutung. Und ich zumindest kann sagen: Ja, ich weiß, wie es sich anfühlt, die Überzeugung zu haben, derart unterlegen zu sein.

      Andererseits bin auch ich der Ansicht, dass es nur bedingt ein Frage des Geschlechts ist.
      Wenngleich ich der festen Überzeugung bin, dass, mit der empirischen Brille betrachtet, Frauen sich öfter in sexuell konnotierten Situationen von Übergriffigkeit wiederfinden, Männer dafür öfter mal unvermutet einen vor die Fresse kriegen...

      19.10.2017, 09:16 von sailor
    • 1

      Es gibt immer die Möglichkeit zu handeln, mit Ihrer Passivität läd sie die Typen quasi ein sich so "fehlzuverhalten".

      Wenn ich vor dem Hund weglaufe, ist es quasi fast unvermeidbar, dass er mir in den Hintern beißt...

      Sie soll ja nicht körperlich aktiv werden (das wäre auch gefährlich) sondern nur selbstsicher auftreten.

      19.10.2017, 09:28 von chiral
    • 2

      Ich bin der ganz grundsätzlichen Überzeugung, dass 'die Typen' sich selbst und eigenverantwortlich von sich aus verhalten. Unabhängig von irgendwelchen 'einladungen'... Und eine Chance hätte sie so oder so nicht. Insofern ist wiederum jedes Verhalten ihrerseits möglich...
      ;)

      19.10.2017, 10:30 von sailor
    • 0

      ;)

      Ja. Prima.^^

      19.10.2017, 11:04 von chiral
    • 0

      Solch Typen und ihre Eigenverantwortlichkeit, bei solchen Gruppen sollte man auch die soziologische Komponente nicht außer acht lassen und übnerhaupt... als wenn Menschen mit einem mal keine gemein - gefährlichen Herdentiere mehr wären...^^ Ich muss doch sehr bitte! ;)

      19.10.2017, 13:47 von chiral
    • 0

      *bitten*

      19.10.2017, 13:47 von chiral
    • 0

      Sind sie vielleicht...
      Filmtipp.

      Trotzdem ist jeder für sein Handeln selber verantwortlich...

      19.10.2017, 15:06 von sailor
    • 0

      Ja, jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich, ohne Frage. Aber das Menschen die unsicher sind dazu neigen sich zu gruppieren steht auch außer Frage.

      Trotzdem schönes Video, ich danke Dir! ^^

      19.10.2017, 21:20 von chiral
    • 0

      JEDER gruppiert sich... irgendwie.

      19.10.2017, 21:52 von sailor
    • 0

      Ich nicht, ich bin meine eigene Gruppe!^^

      20.10.2017, 09:56 von chiral
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  • 1

    Ich muss gerade überlegen, ob das Gefühl, das sich einstellt, wenn in der S46 eine Horde Junggesellinnenenverabschiederinnen keine Intimdistanz einhält, einem ihren süßsauren Alkatem auf die Pelle pustet und anzügliche Kommentare ablässt, nicht ähnlich abstoßend ist.

    18.10.2017, 23:23 von eszett
    • 1

      Schreib doch'n Text drüber...

      19.10.2017, 08:35 von sailor
    • 0

      Lächerlich und nicht das selbe, aber weisst Du hoffentlich selbst, oder?

      19.10.2017, 09:01 von chiral
    • 0

      Chiral, was ist an dem Gedanken so verkehrt und lächerlich?

      Sailor: Das war schon mein Text.

      20.10.2017, 00:01 von eszett
    • 0

      Ich mag es, wenn sich die Menschen auf das für sie wesentliche fokussieren können...

      Und im übrigen habe ich die Vermutung, dass chiral ein Eskalationspotenzial im Sinn hat, was er bei den Jungesellinnen nicht sieht... Weswegen er eine Äpfel- und Birnengefahr sieht. Nichtsdestotrotz sind sowohl Äpfel als auch Birnen beide Kernobstsorten...
      :)

      20.10.2017, 06:49 von sailor
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  • 0

    Einer der Gründe, warum ich Abends/Nachts nicht mehr allein mit der Bahn fahre.
    Auch ich bin keine graue Maus, aber so eine Situation kann einem durchaus echt Angst machen.

    Mir fallen aktuell 2 weitere Mögliche Reaktionen ein: statt zusammengekauert die Runde zu verlassen, dies mit zurückgenommenen Schulter und erhöhter Nase (also selbstbewusst) zu verlassen und ruhig an der Türe stehen bleiben, bis man aussteigen muss

    Oder:
    Anfangen zu flirten, auch wenn es einem völlig zuwider ist (was natürlich auch daneben gehen könnte, weiß man vorher nicht, das bedarf einer feinfühligen Einschätzung der Situation), denn in den allermeisten Fällen ist das Gegenüber dann sehr beeindruckt und traut sich gar nicht mehr so recht weiter zu machen, da du damit ganz klar zeigst, dass du keine Angst hast. Dran bleiben, die Stirn bieten und vermitteln, dass man absolut drübersteht!

    Version 1 find ich jedoch echt angenehmer ;)
    Ergo: ich hätts auch so gemacht, wie du es getan hast!
    Und mal ganz ehrlich: im Ernstfall bringt dir ein Selbstverteidigungskurs in den meisten Fällen eh nix – auch wenn du es vielleicht schon jahrelang ausübst. Bei 6 gestandenen "Männern" kommste auch mit nem Roundhousekick nicht mehr weiter.

    18.10.2017, 15:39 von TrustYourself
    • 0

      Wahrscheinlich können Frauen auch mit Männern flirten, die sie nicht leiden können (und von denen sie was wollen). Das scheint sich evolutionär als erfolgreiche Strategie entwickelt zu haben.

      Ob es allerdings bei Nazis irgendetwas bringt, außer die noch in ihrem primitiven Verhalten zu bestärken, wage ich zu bezweifeln.

      18.10.2017, 23:31 von eszett
    • 1

      Na wo kommen denn jetzt auf einmal die Nazis her?

      Und grad bei sehr primitiven Menschen verschlägt es oft die Sprache. Könnt peinlich werden für den Primitiven :)

      19.10.2017, 07:55 von TrustYourself
    • 2

      Wo kommt jetzt auf einmal die Evolution her?

      19.10.2017, 09:17 von sailor
    • 1

      Ich kenne keinen Mann, die die Karte Flirt spielen (kann/würde), wenn er Angst hat. Das ist gar keine Option.

      Der Flirt scheint für Damen eine bewährte (?) Auswegs-Strategie zu sein, ähnlich wie bei den Eidechsen, wenn sie attackierenden Vögeln ihren zappelnden Schwanz hinwerfen.

      20.10.2017, 00:09 von eszett
    • 2

      'Zappelnden Schwanz hinwerfen' in Assoziation mit Flirten als Abwehrstrategie. Ich wäre brennend daran interessiert, was Freud dazu sagen würde... Sowohl zu deiner Assoziation als auch zu meiner Interpretation...
      ;)

      Vielleicht habe ich eine grundsätzlich andere Vorstellung vom Begriff 'Flirten'. Ich kenne zumindest keine Frau, die die Karte 'Flirt' zieht, wenn sie Angst hat. Das ist gar keine Option.

      'Flirten' hat im interpersonellen Hormonhaushalt und Beziehungsgefüge in etwa den gleichen Effekt (und Sinn) wie kuscheln. Insofern ist es auch beim Mann eine Option. Und es kommt, das ist meine Überzeugung, öfter vor, als man denken möchte. Vielleicht nicht gerade nachts in einer U-Bahn angesichts von sechs angesoffenen und anzüglichen Junggesellinnenenenabschiedstrullas... Da sind ja andere Siuationen und Strukturen vorstellbar...

      Aber egal...
      Weiterflirten...

      20.10.2017, 07:03 von sailor
    • 0

      Bitte nur nicht mit Nazis

      20.10.2017, 07:46 von TrustYourself
    • 0

      Die würden das vielleicht auch eher als Provokation wahrnehmen...
      Was letztendlich aber auch irrelevant ist.

      20.10.2017, 08:04 von sailor
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  • 1

    Es ist doch keine Verantwqortungsübertragung auf die "Angreifer", wenn eine Gruppe Männer ungefragt Deine persönlichen Grenzen verletzt und in Deinen privaten Raum eindringt.
    Deine Reaktion zeigte Ihnen ja, das Du es auf jeden Fall nicht geniesst und auch nicht mehr davon haben möchtest.
    Ich kann Deine Reaktion sehr gut verstehen, wer weiss denn wozu alkoholisierte, stärkere, größere Männer fähig sind, die sich eh nicht um persönlichen Respekt bemühen.


    17.10.2017, 15:43 von Seerosengiesser
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  • 2

    Kackscheiße.

    Analyse blockiert Empathie und Verbindung. Das würde ich deinem Freund gerne mal beibiegen...
    ;)

    16.10.2017, 08:27 von sailor
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  • 0

    Echt übel.

    15.10.2017, 22:27 von Fentimans
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  • 3

    "Vielleicht ist es für Männer schlecht nachvollziehbar, wie sich das anfühlt, derart unterlegen zu sein."


    nein, ist es nicht. 

    "Aber ich möchte keinen Kampfsport lernen müssen, um nachts ohne Angst mit der Bahn fahren zu können."

    vielleicht aber, um dein selbsbewußtsein zu stärken?

    "Ich möchte nicht in Betracht ziehen müssen, andere körperlich zu verletzen, um meinen Körper vor ihnen zu schützen."

    darum geht es zunächst auch nicht. gegengewalt ist die letzte möglichkeit im umgang mit gewalt. sie verlangt aber im fall des falles ein mindestmaß an wissen und können.

    "Und zu guter Letzt möchte ich auch nicht das Kämpfen lernen, um mich verteidigen zu können, während es Männer  lernen, um (mich?) anzugreifen."

    das ist eine von furcht diktierte vorstellung. kein mann "lernt" systematisch körperliche übergriffigkeit als "kampftechnik" gegenüber frauen.

    " ... "Aber in dieser Situation hast du noch weniger getan, als dich zu verteidigen. Du hast dich ihnen ausgeliefert und gleichzeitig die volle Verantwortung über die Situation auf sie übertragen. Ist das nicht noch schlimmer?"

    Es ist die alte Frage, was zuerst da war: Die Henne, oder das Ei. Die Furcht, oder die Bedrohung. "

    nein. de bedrohung ist eine frage individuellen empfindens & ihre bewältigung eine frage individuellen vermögens.

    es klingt leicht nach männlicher klugscheißerei, wenn man sagt: du darfst dich nicht als opfer präsentieren. denn übergriffige & gewalttätige typen suchen opfer und spüren sie.

    das ist aber kein scheiß, sondern sehr lange erprobte erfahrung. 
    empfehlen, wenn ich das darf, würde ich in diesem zuammenhang immer sunny graff. eine großartige frau. und sie erzählt anderen frauen nicht käse vom kuchen, sondern ihre eigene erfahrung & wahrheit als angebot für das mögliche finden von erfahrung & wahrheit im umgang mit gewalt.




    (das sind empfehlungen & soll nicht etwa werbung sein. aber ich finde die frau wirklich großartig & ich denke, in deiner situation ist eine frau wie sie ein super anker für andere gedanken und gefühle als die an ohnmacht, hilflosigkeit & zweifel.)

    alles gute für dich.

    15.10.2017, 19:37 von robert_suydam_reloaded
    • 0

      Ändert alles nichts daran, dass sie zu Recht den Umstand an sich anprangert, der nun von ihr erwartet eine Haltung einzunehmen, die ihr einfach nicht liegt. Eine moderne Gesellschaft sollte solche Dinge längst überwunden haben oder leider zumindest für Sicherheit sorgen. Auch wenn Du es nicht so meinst aber im Prinzip steckst Du ihr die Karte Handlungsbedarf zu und entlässt die Täter als gottgegebenen Umstand in die Freiheit ihrer Taten. Ganz zu Ende gedacht, könnte es im Umkehrschluss sogar in einer Umkehr von "Schuld" und Verantwortung münden. Klar, war nicht deine Intention aber irgendwie stößt es mir auf. Darüberhinaus ist wirklich sehr hartes und explizites Training erforderlich , um als Frau  6 Männern mit vielleicht deutlich höherer Körpermasse und kämpferischen Fähigkeiten nicht als Opfer durchzugehen. 

      15.10.2017, 20:37 von riotsk
    • 2

      hallo riotsk,


      ich stecke niemandem irgendwas zu. dazu fühle ich mich weder berufen, noch befähigt.
       
      ich habe mir selbst vor einigen jahren die "karte handlungsbedarf" zugesteckt, ja, und darin sehe ich nichts negatives. 
      ich bin für mich selbst & mein leben verantwortlich; auch und gerade in unangenehmen situationen. das mußte ich lernen, auch und gerade in der auseinandersetzung mit übergriffigen menschen. ich kenne das gefühl von angst und unterlegenheit in solchen situationen. dafür muss ich keine frau sein. aber ich werde nie, für niemanden, ein opfer sein. wenn es jemand drauf anlegt, mich zusammenzufalten, dann ist das so; dieses risiko ist so groß wie das eines unverschuldeten verkehrsunfalles - ich nehme am leben in einer großstadt teil & akzeptiere es. er muss dann aber auch mit widerstand rechnen. 

      das gilt für mich. jeder andere muss seinen eigenen weg finden. die gedanken & das auftreten von menschen wie sunny graff haben mir dabei geholfen. deshalb empfehle ich sie gern weiter, vor allem, wenn frauen männliche übergriffigkeit erleben, denn dann ist das mögliche vertrauen zu einer anderen, sehr erfahrenen frau ungleich größer als das zu einem mann.
      das wars. mehr gibts da von meiner seite aus nicht.   

      15.10.2017, 21:42 von robert_suydam_reloaded
    • 1

      "Eine moderne Gesellschaft sollte solche Dinge längst überwunden haben"

      Da liegt schon der Denkfehler.

      19.10.2017, 08:56 von chiral
    • 1

      Das ist ein frommer Wunsch.

      19.10.2017, 09:18 von sailor
    • 2

      Es geht lediglich darum wer für was die Verantwortung trägt. Du für Deine eigene Sicherheit als Frau oder die Gesellschaft als Schutz vor dem Aspekt im Mann, der ihn einer Frau überlegen fühlen lässt. Die Tatsache, dass Frauen Opfer werden , liegt in der Konditionierung der Männer und nicht im Verhalten der Frau. Ich habe verstanden worauf robert hinaus will und streite den Aspekt der Ausstrahlung (Opferhaltung etc) nicht per se ab aber für mich sind solche Geschichten eher Weckruf an alle Männer sich zu verhalten und zu positionieren als eben eine Ermahnung an die Frau sich kampffähig zu machen. Mehr wollte ich damit nicht ausdrücken. Ich habe auch keine Lust auf irgendwelche Diskussionen. Ist doch eh schon traurig genug, dass sich Frau/Mann nicht mehr Abends in die U Bahn setzen kann ohne irgendwelchen Vollspacks zu begegnen. 

      20.10.2017, 20:03 von riotsk
    • 1

      hm. 


      diskutieren wollte ich eigentlich auch nicht so wirklich, weil das wieder so ein thema ist, bei dem die verschiedensten befindlichkeiten durch die knappheit & das rein schriftliche schwer zu klären sind. 

      aber das hier juckt nun mir im kopf:

      "Es geht lediglich darum wer für was die Verantwortung trägt. Du für Deine eigene Sicherheit als Frau oder die Gesellschaft als Schutz vor dem Aspekt im Mann, der ihn einer Frau überlegen fühlen lässt. Die Tatsache, dass Frauen Opfer werden , liegt in der Konditionierung der Männer und nicht im Verhalten der Frau."  

      ich bin sehr davon überzeugt, dass in friedfertigen gesellschaften die verantwortungsfrage nicht zwischen einzelnen, verschiedenen gruppen & der gesamtgesellschaft auseinanderdividiert werden kann. es sind nämlich immer individuen, von denen eine gesellschaft gebildet wird. wenn du also verlangst, "die gesellschaft" solle schutzt bieten, verlangst du zunächst etwas unmögliches - beistehende passanten, sicherheitsleute & polizisten sind ebenso individuen wie die am konflikt beteiligten personen & unterwerfen die situation auch ihren meinungen und einstellungen, unter umständen sogar den gleichen, wie sie auch die täter an den tag legen. "schutz" entsteht nur durch höher bewertete maßstäbe - die vorschriften der polizisten etwa, moralische maßstäbe für den passanten/zeugen, allgemeine gesetze für jeden beteiligten. 

      ich habe deshalb instinktiv das thema auch nicht an der geschlechterfrage festgemacht. es geht in dem text um eine frau. es könnte auch um einen mann gehen. es geht um eine anmache wegen körperlicher vorzüge. es könnte auch um eine anmache wegen politischer überzeugungen, der falschen kleidung, der falschen haarfarbe gehen. 

      gewalt macht auf der jagd keine unterschiede. deshalb finde ich den aspekt des selbstbewußtseins, der eigenverantwortung so wichtig; weil nur eine gesellschaft, die aus selbstbewußten & reflektierenden einzelnen besteht, als gesellschaft robust genug sein kann, die unvermeidlichen konfliktfälle auch zu bewältigen, ohne gleich in (kleine & große) krisenzustände abzudriften. 

      darüber hinaus bleibt gewalt immer ein teil der menschlichen natur. sie erfüllt lebensnotwendige aufgaben bei elementaren funktionen des überlebens und der selbstverteidigung. die gefahr besteht nicht in ihrer existenz, sondern in ihrer unkontrollierten, unbedachten sinnlosanwendung einerseits & in ihrer verleugnung und dem tabuisieren andererseits.      

      21.10.2017, 10:17 von robert_suydam_reloaded
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  • 4

    Leute, die Spaß dran haben anderen ernstlich Bedrohung zu werden, sich Geltung zu erpressen, indem sie mit Angstmache manipulieren, unterwerfen wollen, sich daran ergötzen, wie andere vor ihnen hoffentlich zittern, sind bekanntlich arme Würste, die das Thema Angst und Bedrohung nur selbst allzu gut kennen und nichts draus gelernt haben, außer es offensichtlich unverarbeitet weiterzureichen, vom Opfer zum Täter zu werden.
      
    In so eine herb nüchterne Angelegenheit sexuell explizites, persönliches ("BlowJob") einzustreuen, kann frau/man machen, oder es unnötig finden.

    Solche abseitigen Fährten, wie schon in der Überschrift, dann aber als Autorin nochmals kokettierend aufgreifen, ("macht den Mund auf") um sie sogleich selbstrechtfertigend als "unbeabsichtigtes Missverständnis" zu beklagen, gibt dem erklärten Fokus der Erzählung (Nötigung, Gewalt) einen etwas grotesken, mindestens unangenehmen Beigeschmack.

    Immerhin findet sich am Ende ein sehr zentraler Gedanke, wie dem Aufnötigen von leidlich (wie die meisten als Kind bereits erlernten) klassischen Täter/Opfer/Retter-Drama-Dreieck "Spielen" entgegenzuwirken ist und es bestenfalls erst gar nicht mitspielt, in geistesgegenwärtiger Selbstwahrnehmung/Selbstverantwortung so gut als möglich. 
    Unabhängig ob Mann oder Frau. ob sensibel oder nicht. 
    Als Erwachsener.   

    15.10.2017, 17:37 von schauby
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