seltenertyp 31.03.2008, 14:25 Uhr 27 5

Vorwärts ins Schlaraffenland?

Milliardäre wie Langzeitarbeitslose sind für das bedingungslose Grundeinkommen. Doch wie wird es sich auswirken?

Wir freuen uns auf paradiesische Zustände: In wenigen Jahren schon könnte jeder deutsche Staatsbürger lebenslang Monat für Monat vom Staat ein Grundeinkommen erhalten – Geld, für das er bzw. sie weder arbeiten noch irgendwelche Anträge stellen muss.

Das ist mach- und finanzierbar, denn bereits heute kosten alle staatlichen Geldleistungen einschließlich Verwaltung Monat für Monat 800 Euro pro deutschem Staatsbürger.

Der Drogerie-Milliardär Götz Werner ist der derzeit prominenteste Fürsprecher des bedingungslosen Grundeinkommens und möchte nicht nur alle bisherigen Sozialleistungen im BGE zusammenfassen, sondern auch gleich alle Steuern und Abgaben aus einer stark erhöhten Mehrwertsteuer bestreiten. Sogar die Einkommensteuer würde wegfallen.

Er erwartet, dass dann ein kreativer Ruck durchs Land geht und die vom Erwerbsdruck befreite Gesellschaft erst recht aktiv wird: Zum Beispiel in den Lebensbereichen Kunst, Kultur, gegenseitiger Fürsorge und im Umweltschutz. „Das ständige Schielen auf die Arbeit macht uns alle krank!“, ruft er vor tausenden von applaudierenden Zuhörern. Er sieht es als historische Chance, dass es dank Automatisierung dauerhaft für einen erheblichen Teil der Erwerbsfähigen auf dem Arbeitsmarkt keine Verwendung mehr geben wird.

Das BGE wäre die wohl folgenschwerste Reform seit Bismarcks Sozialgesetzen, zudem ein ganz undeutscher Bruch mit der bisher stets weiterwuchernden Bürokratie.

Wir bewegen uns auf einen gesamtgesellschaftlicher Großversuch mit offenem Ausgang zu, der bei genauem Hinsehen schon längst begonnen hat.
Jedes Jahr werden in Deutschland Vermögen in Höhe von 150 Milliarden Euro vererbt. Das macht bei ca. 800.000 Sterbefällen fast 200.000 EURO im Schnitt. Jedes Jahr wird allein durch Erbschaften eine sechsstellige Zahl von relativ jungen Menschen für immer vom Erwerbsdruck befreit.

Hinzu kommen jene, die auf andere Weise „ausgesorgt“ haben: Frührentner, Bezieher von Unterhaltsleistungen, Eigentümer von Vermögenswerten (Unternehmensbeteiligungen, Aktiengewinne, Immobilien, Zinseinnahmen etc...), Lottogewinner...

Insgesamt werden in Deutschland also mehrere hunderttausend Menschen jedes Jahr bereits jetzt mit einem lebenslangen, bedingungslosen Auskommen beglückt. Doch wie viele von ihnen sind damit zufriedener als vorher, als sie noch erwerbstätig waren? Was genau tun sie mit dieser Freiheit?

Es gibt Langfristuntersuchungen über Lottogewinner, deren Ergebnisse erschreckend sind. Die meisten verfallen der Wohlstandsverwahrlosung und sind schon wenige Jahre später in einer wesentlich schlechteren psychosozialen Verfassung als vorher.

Natürlich kann ein „Versorgter“ den ganzen Tag lang malen, basteln oder Musik machen. Doch was ist, wenn niemand diese Produkte haben will?

Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man „produktiv“ ist um des reinen Tuns willen (sozusagen im „Reich der Freiheit“) oder ob man etwas produziert, was Menschen wirklich brauchen/haben wollen und diese das dadurch beweisen, dass sie eine (auch monetäre) Gegenleistung bringen. Die Bezahlung/Gegenleistung ist also quasi der „Stimmzettel“ für gewollte, gebrauchte und somit „sinnvolle“ Arbeit.

Doch wie viele hoch begabte, brillante, kreative, innovative Menschen können von ihrer Kunst leben? Wie viele hundert Mozarts, Picassos, Goethes und Einsteins laufen auf der Welt herum, von denen man niemals hören wird?

Es gibt schlicht keinen funktionierenden Markt mehr, auf dem sie wahrgenommen werden könnten. Es gibt fast nur noch „Stars“ und „Marken“, die dank multimedialem Riesenkopierer omnipräsent sind und fast jede Konkurrenz im Keim ersticken.

Ein funktionierender Markt kann nur kleinteilig, regional und nicht anonym sein, damit ein jeder eine faire Chance bekommt. Der globalisierte „Markt“ ist das genaue Gegenteil davon. Er erzeugt durch explodierende Zins- und Renditeforderungen zwar extreme Effizienz und Produktivität, aber er zerfällt auch in eine schwindende überproduktive Elite ohne Zeit zum Konsumieren und eine Masse von im Produktionsprozess Überflüssigen, die über viel Zeit aber kaum Einkommen verfügen.

Durch Subventionen, Steuer- und Abgabendruck, unproduktive Geldschöpfung und leistungslose Umverteilung von Kapitalerträgen im Bankensystem sowie Spekulation an den Finanz-„märkten“ werden die „unsichtbare Hand“ und das „Leistungsprinzip“ glatt negiert (so führen steigende Preise beispielsweise zu spekulativer Verknappung von Rohstoffen). Werbung und „Bildung/Erziehung“ sorgen für Nachfrage ohne Bedarf (schädliche Wegwerf-Konsumgüter, „Unterhaltung“) und Bedarf ohne Nachfrage (Freiheit, Selbständigkeit, Kreativität).

Das BGE hat gute Chancen auf Realisierung, denn es ist absolut im Interesse der vollautomatisierten, globalen Monopolwirtschaft, ja, es denkt diese zu Ende. Es ist gut für die Umsätze auch eines Herrn Werner (kleine Einkommen fließen zu 100% in den Konsum) und für den „sozialen Frieden“, der immer auch ein wichtiger „Standortfaktor“ ist. Und, wie der Geldreformexperte Bernd Striegel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Humanwirtschaft“ feststellt, das BGE dürfte letztlich den Weg zur allgemeinen Akzeptanz leistungsloser Einkommen ebnen, wie auch Zinsen und Dividenden es sind.

Geld, Konsum und Sicherheit allein machen jedoch nur selten glücklich oder kreativ, sondern meist wohl eher träge. Noch seltener macht monetäre Versorgung aus unsozialen sozialere Menschen (am Sozialsten sind stets die Ärmsten). Mohammed Yunus, der Vater der Grameen Bank, die an die Ärmsten der Armen Existenzgründerkredite vergibt, weiß, wovon er spricht und ist ein dezidierter Gegner des BGE. Er fordert statt dessen das bedingungslose Recht auf menschenwürdige Erwerbschancen.

Die soziale, kreative „Besserung“ der Gesellschaft benötigt wohl eher ausreichend nachfragegerechte Tätigkeit und ein daraus resultierendes Einkommen, das ein menschenwürdiges Auskommen ermöglicht. Dafür braucht es einen funktionierenden, d.h. kleinteiligen, nicht anonymen Markt. Außerdem ein demokratisch kontrolliertes Kreditgeldsystem, in dem nach Bedarf und somit zinslos Kredit/Geld geschöpft wird, und zwar ausschließlich für produktive, sozial legitimierte Investitionen statt wie heute überwiegend durch Luftbuchungen wie die Beleihung von Wertpapieren. Und ein Bildungssystem, das Kreativität und Initiative fördert statt erstickt.

Das Experiment „bedingungsloses Grundeinkommen“ wird vor allem folgende Fragen beantworten: Wie viel Lebenszufriedenheit speist sich aus dem Konsum und wie viel daraus, sich diesen aus eigener Kraft verdient zu haben? Wie viel Erfüllung spenden Versorgung durch einen anonymen Staat und bargeldlose Gehaltsüberweisung für abstrakte Lohnarbeit, wie viel (auch monetärer) Zuspruch freier Kunden auf einem funktionierenden Markt?"Wichtige Links zu diesem Text"
www.grundeinkommen.info
www.unternimm-die-zukunft.de
www.initiative-grundeinkommen.ch
www.grundeinkommen.de

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27 Antworten

Kommentare

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    Wenn man sich hier die Kommentare der Befürworter so durchliest, dann ist genau dies der beste Beleg dafür, warum ein BGE niemals funktionieren kann.

    Mit Lebenskünstlern, die keinen Plan vom Leben haben, nix gescheites gelernt haben, weil nur auf Spaß studiert, mit Mitte 20 noch voll in der Pupertät stecken und vom BGE träumen, damit sie ihr Party-Studentenleben von anderen finanziert bekommen kann, man eben keinen Industriestaat am laufen halten. Armes Deutschland!

    21.05.2010, 23:00 von TST
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    Bin persönlich sehr angetan von der Idee BGE!

    So lange die Mehrheit der Bürger allerdings noch prinzipiell an Vollbeschäftigung (oder annähernde Vollbeschäftigung) bei fairen Löhnen glaubt, wird das mit "den Leuten" schwer zu machen sein.

    Was wir zuerst brauchen, ist eine offene, ideologiefreie und radikal neue Diskussion um den Arbeitsbegriff.

    Marco

    13.04.2010, 17:02 von Bonteburgos
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    Jedes Jahr werden in Deutschland Vermögen in Höhe von 150 Milliarden Euro vererbt. Das macht bei ca. 800.000 Sterbefällen fast 200.000 EURO im Schnitt. Jedes Jahr wird allein durch Erbschaften eine sechsstellige Zahl von relativ jungen Menschen für immer vom Erwerbsdruck befreit.

    Das leider viel zu einfach gerechnet. In einer Gesellschaft in der zehn Prozent aller Bürger über 60 Prozent des Geldes halten, heißt das vor allem die bisher schon abgesichert waren, nun weiter abgesichert sind.

    09.04.2010, 16:11 von bauchgeburt
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  • 0

    und was ist mit uns? mit denen die in absehbarer zeit in einen arbeitsmarkt entlassen werden, den sie in ihren schlimmsten alpträumen erahnen?
    sicher, es wäre ein sprung ins kalte, ja eiskalte wasser. aber viel zu verlieren seh ich nicht.
    auch das grundeinkommen hat ecken und kanten, aber ich finde in unserer gesellschaft ist ein wandel in den köpfen von nöten, in richtung kultur und bildung. einen solchen wandel kann kein politiker vorschreiben. vielleicht kann das grundeinkommen derartiges befördern? klar, es ist der naive wunschtraum einer 17 jährigen aus gutem hause, das weiß ich. aber wo sind die idealisten, die an ihren traum glauben damit ein ruck durch das land geht? etwas das sagt: hallo, hier ist die neue generation von der ihr behauptet sie sei politisch uninteressiert, hier ist sie und sie findet euren geld und macht wahn widerwärtig.
    ich weiß nicht, ob es wirklich zum grundeinkommen kommt. aber ich will träumen. solange ich kann, bis die zeit aus mir einen realisten erster güteklasse gemacht hat, der nur beweinen kann, was um ihn herum geschieht.

    08.04.2010, 20:24 von Pik.dame
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      @Pik.dame @ Pik.dame

      In Sachen Grundeinkommen tut sich mittlerweile einiges:

      > Im letzten Jahr haben 53.000 Menschen eine ePetition für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens unterzeichnet. Diese Petition war bis zu diesem Zeitpunkt die meist unterzeichnetet aller bisherigen ePetitionen beim Bundestag.
      In der 2. Jahreshälfte 2010 soll es beim Petitionsausschuss des Bundestages zu einer Anhörung der Petition kommen.
      Die Petition kann übrigens noch bis zur Anhörung per Postkarte/ Brief/ Fax mit unterzeichnet werden.

      > Bei Facebook gibt es eine BGE-Gruppe, die mittlerweile über 23.000 Mitglieder hat. Zum Vergleich: Die Regierungsparteien CDU und FDP haben zusammen(!) nicht mal 10.000 Mitglieder bei Facebook

      > Im letzten Jahr wurden 100.000 Menschen in Deutschland "gekrönt".
      Das heißt, eine Gruppe von BGE-Befürwortern reiste mit einem Bus durch Deutschland und warb für die Idee des BGEs, indem sie in den Städten auf Straßen Fußgängern Kronen aufsetzte und mit ihnen über das BGE sprach.
      In diesem Jahr soll die Krönungswelle weitergehen; diesmal per Schiff.

      > Dieses Jahr werden erstmals in der Geschichte Deutschlands zwei Feldversuche zum BGE stattfinden:
      Für 2 Jahre werden in Baden-Württemberg und in Brandenburg jew. 100 Menschen ein BGE von 800€ KV erhalten.

      > Mittlerweile gibt es in allen Bundestagsparteien (außer bei der FDP) BGE-Befürworter:

      Grüne - Grünes Netzwerk Grundeinkommen
      CDU - Solidarisches Bürgergeld
      Linke - BAG Grundeinkommen
      SPD - Solidarisches Grundeinkommen

      > Es gibt zahlreiche BGE-Initiativen in Deutschland.
      Mittlerweile vergeht eigentlich kein Tag mehr, wo nicht irgendwo in Deutschland eine oder mehrere Veranstaltungen zum BGE stattfinden.

      08.04.2010, 21:19 von ForMoreDemocracy
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      @ForMoreDemocracy ich werde unterzeichnen.

      15.04.2010, 20:34 von Pik.dame
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    Ich denke, es ist auch ganz wichtig, in den Debatten über das Grundeinkommen sich über eines klar zu werden:

    Wir denken immer, wir könnten uns selbst versorgen, wenn wir durch Arbeit unser eigenes Geld verdienen. Das macht das Annehmen der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens für viele schwierig.

    Aber diese Annahme der Selbstversorgung durch bezahlte Arbeit ist im Grunde genommen eine Illusion:
    Faktisch kann sich niemand in unserer Gesellschaft selbst versorgen.
    Selbstversorgung hieße, ich baue mir meine Lebensmittel selbst an und/ oder jage Tiere im Wald, um davon leben zu können, ich baue mir mein Haus selbst; ohne dabei Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen.
    In Wirklichkeit leben wir heute in der totalen Fremdversorgung.
    Das heißt, das, was ich in meiner Arbeit leiste, nehmen andere in Anspruch.
    Und das was ich in Anspruch nehme, haben zuvor andere für mich geleistet.
    Durch Geld wird diese Zusammenspiel ermöglicht.

    Heute aber wird menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch Maschinen und Methoden ersetzt. Halten wir weiterhin an der ausschließlichen Verteilung von Einkommen über Arbeitsleistung fest, führt das entweder zu steigender Arbeitslosigkeit oder zu sinkenden Einkommen.
    Und das ist ja derzeit unser Problem.
    Deshalb ist m. E. das BGE ein guter Lösungsansatz für Gegenwart und Zukunft.

    Thomas Paine, Begründer der Menschenrechte
    und einer der Gründerväter der U.S.A., erkannte bereits im 18. Jahrhundert, dass Selbstversorung der Vergangenheit angehört und begründete das bedingungslose Grundeinkommen folgendermaßen:
    Alle Menschen sind von Geburt gleich
    und die Erde ernährt alle.
    Wenn ein Mensch geboren wird,
    hat er das Anrecht auf ein Stück Land,
    das ihn ernähren kann.

    Wenn aber alles Land schon aufgeteilt ist
    unter Wenigen, die meinen, das sei Ihr
    Eigentum, dann muss ein Ausgleich
    geschaffen werden.

    Dieser Ausgleich ist ein Grundeinkommen
    für diejenigen, die kein eigenes Land mehr
    haben und sich deshalb nicht selbst
    versorgen können.

    08.04.2010, 16:06 von ForMoreDemocracy
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Sicherlich.
      Arbeitgeber und(!) Arbeitnehmer würden von einem BGE profitieren:
      Die Arbeitgeber, weil die Lohnkosten sinken würden (beim konsumsteuerfinanzierten BGE sogar 2-fach), die Arbeitnehmer weil sie auf gleicher Augenhöhe mit dem Arbeitgeber das Gehalt verhandeln könnten.
      Die Annahme vieler BGE-Kritiker, ein BGE sei ein "Freibrief" für grenzenloses Lohndumping, ist m. E. falsch.
      Denn Lohndumping können Unternehmen nur dann betreiben, wenn Arbeitnehmer lohnabhängig sind, wie es heute der Fall ist, und/ oder gezwungen sind (z.B. durch die Hartz IV Gesetzgebung), jede Arbeit anzunehmen.
      Wenn aber jeder Mensch nicht mehr erpressbar ist, weil er als Basis ein garantiertes Grundeinkommen hat, dann wird sich einiges auf dem Arbeitsmarkt ändern - wir hätten vor allem erstmals einen wirklichen ArbeitsMARKT.
      Denn Markt bedeutet Angebot und Nachfrage.
      Das ist zurzeit nicht mehr wirklich der Fall.

      Auch Selbständige würden von einem BGE profitieren.
      Im Grunde genommen jeder Mensch. (Außer diejenigen, die meinen, die Notlagen anderer ausnutzen zu wollen.)

      Heute arbeiten fast 50% der Erwerbstätigen in befristeten Arbeitsverhältnissen.
      Das soll lt. Experten zukünftig noch mehr werden.
      Die Zeiten, als man 40 Jahre in ein und dem selben Job und in der selben Firma tätig war, sind vorbei.
      Es wird zukünftig immer mehr unterbrochene Biografien geben.
      Adrienne Göhler z. B. sagt Die Arbeitsplätze der Zukunft werden sich ganz stark am Modell der Künstlter und Publizisten orientieren:

      - Nicht betriebsförmig
      - mal wenig, mal viel Geld
      - mal wenig, mal viel Arbeit
      - mal alleine, mal im Team
      - meistens befristet
      - häufig von zu Hause aus

      Ein BGE ist die logische Antwort für unsere Gegenwart und Zukunft.

      08.04.2010, 13:34 von ForMoreDemocracy
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      @ForMoreDemocracy Ein BGE ist die logische Antwort für unsere Gegenwart und Zukunft.

      Ganz genau meine Meinung : )

      08.04.2010, 15:27 von emanona
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    @ seltenertyp

    Insgesamt werden in Deutschland also mehrere hunderttausend Menschen jedes Jahr bereits jetzt mit einem lebenslangen, bedingungslosen Auskommen beglückt. Doch wie viele von ihnen sind damit zufriedener als vorher, als sie noch erwerbstätig waren?

    Bei der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens geht es nicht darum, eine „Stilllegungsprämie“ an alle Bürger auzuzahlen.
    Das BGE soll nicht die Erwerbsarbeit abschaffen.
    Es soll viel mehr die Möglichkeit für mehr Spielraum für jeden Eizelnen von uns geben – innerhalb und außerhalb der Erwerbsarbeit.

    Es gibt Langfristuntersuchungen über Lottogewinner, deren Ergebnisse erschreckend sind. Die meisten verfallen der Wohlstandsverwahrlosung und sind schon wenige Jahre später in einer wesentlich schlechteren psychosozialen Verfassung als vorher.

    Der Vergleich Lottogewinner mit BGE-Gesellschaft hinkt m. E. gewaltig – ein Lottogewinner (ich nehme mal an, du meinst einen Lotto-Millionär) bekommt auf einen Schlag so viel Geld, wie manch anderer in seinem ganzen Leben nicht verdient.
    Beim BGE bekommt jeder Bürger einen monatlichen Betrag, von dem er bescheiden aber menschenwürdig leben kann. Von „Schlaraffenland“, wie du es so schön in deinem Titel bezeichnest, kann da beim besten Willen nicht die Rede sein.
    Btw – es gibt auch viele Lottogewinner, die etwas mit ihrem Gewinn gemacht haben und zufriedener sind, als sie es vor ihrem waren. Nur berichtet darüber kaum jemand;
    unsere Neidgesellschaft will lieber die Negativbeispiele hören.

    Geld, Konsum und Sicherheit allein machen jedoch nur selten glücklich oder kreativ, sondern meist wohl eher träge.

    Es gibt diverse Feldversuche zum bedingungslosen Grundeinkommen. Ergebnis:
    die Menschen werden tätig, wenn sie eine garantierte Sicherheit haben.
    Das was sich heute in der Praxis zeigt, wusste Erich Fromm bereits 1966:
    Eine Psychologie des Mangels erzeugt Angst, Neid und Egoismus.
    Eine Psychologie des Überflusses erzeugt Initiative, Glaube an das Leben und Solidarität.

    Im Übrigen werden erstmals in der Geschichte Deutschlands auch nun bei uns Feldversuche zum BGE stattfinden. Man darf also gespannt sein.
    Aber ich vermute, dass die Ergebnisse sich nicht großartig von denen anderer Länder unterscheiden werden.

    B.tina (06.04.2010 19:07 Uhr) Ich lehne das ab, vor allem für mich. Ich bin im Erziehungsurlaub schon vor die Hunde gegangen. Und da hatte ich ja eigentlich alle Hände voll zu tun. Hatte aber auch totale Panik in meinem Job den Anschluss zu verlieren, fühlte mich überflüssig und unangenehm auf der Tasche liegend. Schrecklich.

    Wie bereits gesagt, das bedingungslose Grundeinkommens soll keine „Stilllegungsprämie“ sein und auch nicht die Erwerbsarbeit abschaffen.
    Es soll ihr viel mehr die Totalität nehmen und jedem Einzelenen von uns mehr Entscheidungsfreiheit ermöglichen – „Bleibe ich zu Hause und kümmer mich um die Kinder?“, „Arbeite ich Vollzeit?“ „Arbeite ich Teilzeit?“ „Mache ich mich selbständig?“ „arbeite ich ehrenamtlich?“ usw. usw.

    Die Frage, die sich jeder einmal stellen sollte, der sich mit dem BGE befasst, ist.

    W a s w ü r d e i c h a r b e i t e n, w e n n f ü r m e i n E i n k o m m e n g e s o r g t w ä r e ?

    08.04.2010, 11:29 von ForMoreDemocracy
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      @ForMoreDemocracy Dein Kommentar wurde doppelt gepostet, wir haben einen davon gelöscht. Beim nächsten Mal einfach die Seite nicht aktualisieren, kurz nachdem du den Kommentar abgeschickt hast. Danke!

      08.04.2010, 11:32 von jana_wolf
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  • 0

    @ seltenertyp

    Insgesamt werden in Deutschland also mehrere hunderttausend Menschen jedes Jahr bereits jetzt mit einem lebenslangen, bedingungslosen Auskommen beglückt. Doch wie viele von ihnen sind damit zufriedener als vorher, als sie noch erwerbstätig waren?

    Bei der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens geht es nicht darum, eine „Stilllegungsprämie“ an alle Bürger auzuzahlen.
    Das BGE soll nicht die Erwerbsarbeit abschaffen.
    Es soll viel mehr die Möglichkeit für mehr Spielraum für jeden Eizelnen von uns geben – innerhalb und außerhalb der Erwerbsarbeit.

    Es gibt Langfristuntersuchungen über Lottogewinner, deren Ergebnisse erschreckend sind. Die meisten verfallen der Wohlstandsverwahrlosung und sind schon wenige Jahre später in einer wesentlich schlechteren psychosozialen Verfassung als vorher.

    Der Vergleich Lottogewinner mit BGE-Gesellschaft hinkt m. E. gewaltig – ein Lottogewinner (ich nehme mal an, du meinst einen Lotto-Millionär) bekommt auf einen Schlag so viel Geld, wie manch anderer in seinem ganzen Leben nicht verdient.
    Beim BGE bekommt jeder Bürger einen monatlichen Betrag, von dem er bescheiden aber menschenwürdig leben kann. Von „Schlaraffenland“, wie du es so schön in deinem Titel bezeichnest, kann da beim besten Willen nicht die Rede sein.
    Btw – es gibt auch viele Lottogewinner, die etwas mit ihrem Gewinn gemacht haben und zufriedener sind, als sie es vor ihrem waren. Nur berichtet darüber kaum jemand;
    unsere Neidgesellschaft will lieber die Negativbeispiele hören.

    Geld, Konsum und Sicherheit allein machen jedoch nur selten glücklich oder kreativ, sondern meist wohl eher träge.

    Es gibt diverse Feldversuche zum bedingungslosen Grundeinkommen. Ergebnis:
    die Menschen werden tätig, wenn sie eine garantierte Sicherheit haben.
    Das was sich heute in der Praxis zeigt, wusste Erich Fromm bereits 1966:
    Eine Psychologie des Mangels erzeugt Angst, Neid und Egoismus.
    Eine Psychologie des Überflusses erzeugt Initiative, Glaube an das Leben und Solidarität.

    Im Übrigen werden erstmals in der Geschichte Deutschlands auch nun bei uns Feldversuche zum BGE stattfinden. Man darf also gespannt sein.
    Aber ich vermute, dass die Ergebnisse sich nicht großartig von denen anderer Länder unterscheiden werden.

    B.tina (06.04.2010 19:07 Uhr) Ich lehne das ab, vor allem für mich. Ich bin im Erziehungsurlaub schon vor die Hunde gegangen. Und da hatte ich ja eigentlich alle Hände voll zu tun. Hatte aber auch totale Panik in meinem Job den Anschluss zu verlieren, fühlte mich überflüssig und unangenehm auf der Tasche liegend. Schrecklich.

    Wie bereits gesagt, das bedingungslose Grundeinkommens soll keine „Stilllegungsprämie“ sein und auch nicht die Erwerbsarbeit abschaffen.
    Es soll ihr viel mehr die Totalität nehmen und jedem Einzelenen von uns mehr Entscheidungsfreiheit ermöglichen – „Bleibe ich zu Hause und kümmer mich um die Kinder?“, „Arbeite ich Vollzeit?“ „Arbeite ich Teilzeit?“ „Mache ich mich selbständig?“ „arbeite ich ehrenamtlich?“ usw. usw.

    Die Frage, die sich jeder einmal stellen sollte, der sich mit dem BGE befasst, ist.

    W a s w ü r d e i c h a r b e i t e n, w e n n f ü r m e i n E i n k o m m e n g e s o r g t w ä r e ?

    08.04.2010, 11:29 von ForMoreDemocracy
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    @ seltenertyp

    Insgesamt werden in Deutschland also mehrere hunderttausend Menschen jedes Jahr bereits jetzt mit einem lebenslangen, bedingungslosen Auskommen beglückt. Doch wie viele von ihnen sind damit zufriedener als vorher, als sie noch erwerbstätig waren?

    Bei der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens geht es nicht darum, eine „Stilllegungsprämie“ an alle Bürger auzuzahlen.
    Das BGE soll nicht die Erwerbsarbeit abschaffen.
    Es soll viel mehr die Möglichkeit für mehr Spielraum für jeden Eizelnen von uns geben – innerhalb und außerhalb der Erwerbsarbeit.

    Es gibt Langfristuntersuchungen über Lottogewinner, deren Ergebnisse erschreckend sind. Die meisten verfallen der Wohlstandsverwahrlosung und sind schon wenige Jahre später in einer wesentlich schlechteren psychosozialen Verfassung als vorher.

    Der Vergleich Lottogewinner mit BGE-Gesellschaft hinkt m. E. gewaltig – ein Lottogewinner (ich nehme mal an, du meinst einen Lotto-Millionär) bekommt auf einen Schlag so viel Geld, wie manch anderer in seinem ganzen Leben nicht verdient.
    Beim BGE bekommt jeder Bürger einen monatlichen Betrag, von dem er bescheiden aber menschenwürdig leben kann. Von „Schlaraffenland“, wie du es so schön in deinem Titel bezeichnest, kann da beim besten Willen nicht die Rede sein.
    Btw – es gibt auch viele Lottogewinner, die etwas mit ihrem Gewinn gemacht haben und zufriedener sind, als sie es vor ihrem waren. Nur berichtet darüber kaum jemand;
    unsere Neidgesellschaft will lieber die Negativbeispiele hören.

    Geld, Konsum und Sicherheit allein machen jedoch nur selten glücklich oder kreativ, sondern meist wohl eher träge.

    Es gibt diverse Feldversuche zum bedingungslosen Grundeinkommen. Ergebnis:
    die Menschen werden tätig, wenn sie eine garantierte Sicherheit haben.
    Das was sich heute in der Praxis zeigt, wusste Erich Fromm bereits 1966:
    Eine Psychologie des Mangels erzeugt Angst, Neid und Egoismus.
    Eine Psychologie des Überflusses erzeugt Initiative, Glaube an das Leben und Solidarität.

    Im Übrigen werden erstmals in der Geschichte Deutschlands auch nun bei uns Feldversuche zum BGE stattfinden. Man darf also gespannt sein.
    Aber ich vermute, dass die Ergebnisse sich nicht großartig von denen anderer Länder unterscheiden werden.

    B.tina (06.04.2010 19:07 Uhr) Ich lehne das ab, vor allem für mich. Ich bin im Erziehungsurlaub schon vor die Hunde gegangen. Und da hatte ich ja eigentlich alle Hände voll zu tun. Hatte aber auch totale Panik in meinem Job den Anschluss zu verlieren, fühlte mich überflüssig und unangenehm auf der Tasche liegend. Schrecklich.

    Wie bereits gesagt, das bedingungslose Grundeinkommens soll keine „Stilllegungsprämie“ sein und auch nicht die Erwerbsarbeit abschaffen.
    Es soll ihr viel mehr die Totalität nehmen und jedem Einzelenen von uns mehr Entscheidungsfreiheit ermöglichen – „Bleibe ich zu Hause und kümmer mich um die Kinder?“, „Arbeite ich Vollzeit?“ „Arbeite ich Teilzeit?“ „Mache ich mich selbständig?“ „arbeite ich ehrenamtlich?“ usw. usw.

    Die Frage, die sich jeder einmal stellen sollte, der sich mit dem BGE befasst, ist.

    W a s w ü r d e i c h a r b e i t e n, w e n n f ü r m e i n E i n k o m m e n g e s o r g t w ä r e ?

    08.04.2010, 11:28 von ForMoreDemocracy
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    Mir würde es schon reichen wenn ich mit meinem Gehalt als Krankenschwester mein Kind finanzieren könnte. Wer arbeiten will tut das auch so schon. Die die nicht arbeiten, wollen es oft so, auch wenn das Gegenteil behauptet wird. Der Staat sollte die Menschen die jetzt schon versuchen mit arbeit ihre Existens zu sichern mehr unterstützen wenn das nötige Gehalt zu wenig ist. Nidriglöhner, Geringverdiener... besser fördern. Ich arbeite und erzieh mein Kind trotzallem zahle ich unmengen Steuern, GEZ. Zuschüsse erhalte ich keine. Unterhalt auch nicht. Schlaraffenland ist überall nur nicht hier in Deutschland. Gesundheitssystem im Arsch, Geburtenrückgäng, überschuldete Haushalte, Kinderarmut. Hundefutter hat weniger Mwst als Babywindeln! Das Mwst-System ist schon jetzt totaler quatsch. Und die lieben Erben bekommen nicht nur die Zahlen erstmal: Pflegen, Heime, Arztbesuche und letztendlich die Beerdigung.Grundsicherung würde die vorhandenen Probleme nur verschieben und nicht beseitigen...

    07.04.2010, 16:55 von MAUSEKATZ
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