Von Selbstverständlichkeit und Depression
..was muss noch alles passieren, damit wir Menschen alle Dinge zu schätzen lernen...
Es ist Freitag und ich sitze wartend mit dem Freund meiner Mutter auf der Terasse einer Poliklinik, mit der Hoffnung , dass meine Mutter nach all der Voruntersuchungsprozedur endlich wieder aufkreuzt.
Warten...warten 3 Stunden...warten (sagte ich schon "warten"??). Nach langem Löcher in die Luft glubschen kamen wir dann auf das Thema Psychologie und Krankheit im Allgemeinen und natürlich auch gleich auf mich. Und zwar aus einem bestimmten Grund: ich habe seit Kurzem Depressionen und bin immernoch auf der Suche nach den Beweggründen.
Anscheinend habe ich so laut und elanvoll darüber geredet, dass sich die Frau neben uns gleich mit ins Gespäch integrierte: "hmm ich habe dein Gespräch mitbekommen und habe mir nur gedacht "armes Mädel", wie alt bist du, ich schätze so 19 - 20 ?" ( Nein ich bin erst 17 )
Das ganze war ihrerseits natürlich positiv gemeint, da ich wohl ihrer Meinung nach nicht wie eine 17 jährige rede.
Aber wie dem auch sei, kamen wir so richtig gut ins Gespräch und auch auf das Thema Depressionen zu sprechen, was, wie viele vielleicht schon wissen, zur richtigen Volkskrankheit explodiert ist.
Zusammen gingen wir "auf die Suche" nach Gründen für diese Volkskrankheit und dann erzählte sie mir plötzlich von ihrem 14-jährigen Sohn ,der schon seit 8 Wochen im Krankenhaus liege, da er in Afganistan beide Füße verloren habe.
In dem Moment wusste ich erst garnichts zu sagen, ich hatte plötzlich ein Gefühl von innerer Leere, ich schwieg, ich wollte so gerne etwas sagen, aber es ging nicht, mein Worte wurden mir im Munde gehalten. Sie bemerkte mein plötzliches Schweigen und sagte: "am Montag kommt der 2. Fuß dran, eigentlich sollte das zusammen mit der anderen OP von statten gehen aber es gab ein paar Probleme". *schweigen, denken, Gedankenwirr*...
Nach dem ich mich wieder gefangen habe, wurde mir klar, was vielleicht wirklich der Auslöser oder mit-Auslöser von Depressionen in der Gesellschaft sein könnte.
Nämlich das für uns alles selbstverständlich ist, für viele ist es selbstverständlich: laufen zu können, sehen zu können, ein Dach über dem Kopf zu haben, Essen und Trinken zu haben...kurz ausgedrückt: uns allen geht es wirklich viel zu gut. Haben wir dann jedoch mal einen Tiefpunkt, ein paar Tage , an denen die Dinge eben nicht so laufen , wie sie laufen sollten, fallen wir in ein Loch, weil wir die Dinge anders, viel besser gewohnt sind, und das macht es uns so schwer mit plötzlichen Veränderungen (meist negativen) umzugehen...anstatt sich mit dem zu frieden zu geben was man hat, beschwert man sich immer nur und will immer mehr,... es ist wie ein WETTLAUF mit der Gesellschaft, man will nicht nachhängen, man möchte mindestens auf dem gleichen Stand sein wie andere..."Das will ich auch Mama" oder " Boa hast du DAS Auto gesehen, so eins muss ich unbedingt haben"...
Nun, ich bin mir sicher, dass sich bei diesem Thema die Meinungen wirklich sehr spalten, aber wie gesagt, es sind Gedankengänge von mir, ob die nun "richtig" oder "falsch" sind, kann man nicht beurteilen, denn hierbei gibt es kein "richtig" und "falsch" sondern nur ein "WARUM" ? "IST UNSER DENKEN FALSCH"? und ein "IST FÜR UNS HEUTE ALLES SELBSTVERSTÄNDLICH?" und "Was muss noch passieren, damit wir zufrieden sind und alles zu schätzen wissen?"...






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