Von James Bond und der Verweiblichung dieser Herren!
Warum sich manche Dinge nicht ändern und das extreme Tackling eine gute Art ist, Frauen zu bekommen!
Heute Morgen erwachte ich mit einem neuen Blick auf das Leben. Das Leben - und ich finde es traurig zuzugeben - ist kein Disney-Märchen. So fliegen morgens keine Spatzen durch mein Fenster, um mir zu helfen mein Bett zu machen. Ich bitte den Bäcker ebenso wenig singend um mein Frühstück. Stattdessen werde ich oftmals von gestressten Autofahrern, die wie verrückt unter meinem Fenster hupen, aus dem Bett geworfen, und meine erste Auseinandersetzung mit einem müden Kellner lässt meistens nicht bis mittags auf sich warten. Gut - damit kann ich noch leben! Aber all den Geschichten nach, die meine zarte Kindheit begleiteten, sollte mich der schöne Prinz doch aus meiner täglichen Misere retten kommen, mich hilfloses, zartes und strahlendes Mädchen. Wir sollten im Glanz des Mondes tanzen und bis zum Ende unserer Tage lachen. Letztendlich habe ich eingesehen, dass dies nicht plausibel ist. Aber ich frage mich: Wie hätte der Ball geendet, wenn der Prinz den ganzen Abend an der Bar gesessen hätte, um sich Mut anzutrinken, bevor er Aschenputtel angesprochen hätte? Und was, wenn diese müde nach Hause gefahren wäre? Kein Film endet mit einer einsamen Prinzessin! Das Happy End ist zweifellos die Hochzeit, oder zumindest ein harmonisches Füreinander und Miteinander!
Schaut man sich jedoch die Statistiken genauer an, kann man feststellen, dass diese Tendenz falsch ist! Die Zahlen sind in einer konstanten Entwicklung, und selbst wenn das Single-Dasein schwer zu quantifizieren ist, da es ein Zustand ist, der kommt und geht, ist es dennoch klar, dass wir viele sind, die allein stehen! Auch wenn diese Einsamkeit nicht immer physisch, sondern eher emotional ist. Aber kommen wir zurück auf Aschenputtel: Wurden wir mit den falschen Clichés großgezogen? Ist es wirklich die Rolle des Mannes, den ersten Schritt zu machen? Ist der Mann immer noch der Mann? Sollte die moderne Frau die Initiative ergreifen?
Ich sprach darüber neulich mit einem Freund, der mich fragte: "Warum bist du eigentlich noch Single?" Ich versuchte meine Ansicht, die etwas "oldschool" ist, klar und explizit zu formulieren, und antwortete: "Weil ich Lust auf einen Mann habe, der mich einfach an die Wand drückt...." Ich gebe zu, dass das Konzept des "extreme Tacklings" doch sehr vereinfacht erklärt war.
Sie haben es sicherlich verstanden, ich habe eben keine Lust, immer den ersten Schritt machen zu müssen. In Wirklichkeit sprach ich auf ein Phänomen an, welches ich sehr gerne das "James Bond Syndrom" nenne. Haben Sie James Bond schon mal ein Bond Girl fragen sehen, ob er sie küssen darf? NIEMALS! Und genau das ist der Grund, warum James Bond so viel knutscht!
Der Agent 007 verkörpert, was die Männer gerne wären und was die Frauen gerne an ihrer Seite hätten. Er hat das Spielzeug (und der Mann liebt elektronisches Spielzeug, welches Licht und Lärm macht) - er hat das Aussehen, die Uhr, das Auto, das Abenteuer, die Unabhängigkeit und die Frauen. Für die Frauen hat er Esprit, die englische Klasse und Zurückhaltung, den Charme und das Selbstbewusstsein. Und obwohl alle wissen, dass James ein Mann auf der Durchreise ist, so sind sie doch alle bereit, sich in sein Netz zu werfen, um ihn dann an die Damenwelt zurückzugeben, wohl wissend, dass sie gelebt haben und dass sie dies nicht dem Rest der Frauenwelt vorenthalten können. Alle Frauen wollen 007, und 007 hat alle Frauen. Warum? Weil James Bond selbstsicher ist! Er stellt den Frauen keine Fragen, und vor allem stellt er sich selbst keine Fragen. Er kommt, nimmt die Dame unter seinen Flügel, wo es sich sicherlich gut leben lässt, er schmeichelt ihnen in ihrer Weiblichkeit durch seine Anwesenheit, seine Erziehung, seine Ausstrahlung und seine Eleganz. Er ist der Richtige Mix aus Intellekt, diskreter, aber unleugbarer Männlichkeit. Voilà, das ist der Grund, warum James Bond die Frauen und Männer seit vielen Jahrzehnten fasziniert.
Ich bin mir natürlich dessen bewusst, dass es James Bond nicht gibt - erlauben Sie mir an dieser Stelle zu betonen, wie schade dies ist. Aber, liebe Männer, mal ehrlich: Lernt was beim Zuschauen!
Was sonst kann ich auf die Frage antworten: "Warum bist du noch Single?" außer "Es mangelt ganz einfach an James Bond-Verschnitten".....!?! Wir sind in einem Kontext, in dem wir uns an den falschen Kriterien orientieren. Was als idealer Mann dargestellt wird, interessiert doch in Wirklichkeit niemanden. Und ich spreche nicht von James, dem schönen James.....
Mir erscheint es, als gäbe es zwei wichtige Faktoren, die einen Einfluss auf unsere männlichen Mitbürger haben, die ihnen mit Sicherheit den Kopf verdrehen und sie orientierungslos dastehen lassen: die Medien und die Mütter.
Man darf nicht vergessen, dass wir eine Generation von Kindern aus Scheidungsfamilien sind. Die Statistiken der französischen INSEE zeigen, dass in unserer Jugend 1994 2.012.000 minderjährige Kinder mindestens von einem Elternteil getrennt lebten, wovon 84% mit ihrer Mutter lebten. Die Gesamtzahl von finanziell nicht-unabhängigen Kindern, die von mindestens einem Elternteil getrennt leben, waren das gleiche Jahr über 2.800.000. Dies ist mehr als die Bevölkerung von Paris, und die Tendenz ist steigend - das war vor 16 Jahren! Viele von uns sind mit einer sporadischen oder gar einer völligen Abwesenheit des Vaters groß geworden. Also, wer dient Ihnen als männliches Vorbild, meine Herren? Die Frau?
Es stimmt, dass sie in allen Domänen präsent ist: zu Hause, in der Werbung, in der Politik. Sie ist überall, und ihr Willen ist überall - oftmals auf subtilere Art und Weise, als man zu denken vermag. Dieses Phänomen wird allgemein als Verweiblichung der Gesellschaft betitelt. Es ist die Spitze unserer sozialen Gesellschaft, in der jeder das Recht auf Selbstentfaltung und Wohlbefinden hat. Die Liebe, Toleranz und Gleichberechtigung soll überwiegen, die Grenzen sollen fallen, dies nennt man Fortschritt.
All diese emanzipierten Frauen haben Einfluss auf diese Welt genommen, wie wir sie heute kennen, und ihre Kaufkraft ist den Werbeagenturen nicht entgangen. Der Werbe-Mann muss also den Wünschen der Damen entsprechen; wenn man sich diesen ansieht, träumen diese Damen also von einem muskulösen Mann mit einer perfekten Plastik, mit sanfter Haut und sanftem Herz. Er hat also seinen Platz in der Waschmittel und Yogurtwerbung eingenommen.
Was vor einigen Jahren noch als ausschließlich weiblich oder homosexuell galt, hat sich heute demokratisiert. Der Mann pflegt sich physisch und auch psychisch. Für dies stehen Ihnen, meine Herren, über 20 Zeitschriften zur Verfügung, in denen Sie die "must haves" des heterosexuellen Mannes unserer Konsumgesellschaft entdecken können, sowie alles andere, was sich um Lifestyle dreht. Und damit Sie sich trotzdem männlich fühlen, werden zwischen zwei Artikeln über die neue Herrentasche und "Anti-Stress" Maske Frauen im Bikini am Strand abgebildet.
Diese Zeitschriften, Tempel des Konsums und der Neo-Bedürfnisse, machen ihre Arbeit gut. So haben auch Männer Hautprobleme entdeckt, die "Styles" der Saison, die psychologischen Tests, sowie die Hosenschnitte, die ihren Hintern einfach besser aussehen lassen. All dieses können Sie erfahren, während Sie figurbewusst eine gekühlte Coke Zero trinken, denn Vorsicht! - die Cola Light ist was für Mädchen!
Liebe Männer, bitte versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts dagegen, dass Ihr euch etwas Gutes tut! Aber täuscht Euch nicht, indem Ihr denkt, dass Euch all dies männlich und begehrenswert macht!
Es stimmt, dass sich die Zeiten ändern, der Mensch jedoch ändert sich nicht. Lasst Euch nicht von all diesen Mädels einschüchtern, die ihre Weiblichkeit und Unabhängigkeit zelebrieren. Selbst wenn es zugegebenermaßen schwer ist, nicht die Orientierung zu verlieren: An einem Tag werden wir uns behaupten und uns auf ein Level mit den Männern stellen, und am nächsten Tag werden wir meckern, dass die Galanterie tot ist. Findet ihr das widersprüchlich? Richtig, das ist es auch. Dies ist der Beweis, dass die Evolution nichts an dem kapriziösen und unverständlichen Verhalten der Frau geändert hat.
Man muss sich nur die Kontaktanzeigen in Zeitungen ansehen, um zu erkennen, dass die Frau keine Ahnung hat, was sie eigentlich will. Die Frau mit einem großen "F" sehnt sich nach einem lieben, aufmerksamen Mann mit Humor - wenn er Tiere mag, ist das ein Plus, denn das lässt darauf schließen, dass er auch Kinder mögen wird. Kurz, sie macht das genaue Portrait des Mannes, der sie nur wenige Wochen später zu Tode langweilen wird.
Das Streben nach Selbstverwirklichung wurde uns Mädels in die Wiege gelegt! Die BHs wurden schon vor langer Zeit verbrannt, die Frau hat bereits im All, im Gericht und im Bundestag den Pfad für uns zurecht getreten. Wer will also schon einen Langweiler, der uns nicht mal unserem Arbeits-Alltag entreißen kann! Doch es gibt eine Domäne, in der die Frau nicht unbedingt die Oberhand haben möchte; und hier kann der Mann in der primitivsten Art und Weise noch punkten!
Da sind wir also wieder beim "James Bond Syndrom". Die Frau sehnt sich danach, "gewollt" zu werden. Ein Mann ist sexy, wenn er selbstbewusst genug ist, sie sich einfach zu nehmen! Wenn er dafür einen Haufen Zeitschriften lesen muss, die ihm Tipps geben, so sei es.
Aber, lieber Männer, ich werde Euch hier einen Tipp geben, der Euch teure Abos bei FHM & Co und Psychiater-Kosten ersparen wird: Seid selbstsicher! Natürlich macht die moderne Frau Angst - aber ganz egal, wie groß ihre Pseudo-"Sex and the City"-Klappe ist, sie verstummt, wenn der Mann die Naturordnung wiederherstellt, durch: das extreme Tackling! Das extreme Tackling ist die Initiative, die der Mann zu einem gegebenen Zeitpunkt zu nehmen weiß, der Moment, in dem er entweder einen Korb bekommt, oder ihm das Mädel aus der Hand frisst.
Also, Männer, verschließt Eure Augen nicht vor all den Aschenputtels, die darauf warten, dass James ihnen ein Glas spendiert. Bleibt nicht mehr an der Bar hängen, bis die Party vorbei ist. Wir wissen alle, dass die wertvollen Tipps aus den Magazinen einer Industrie dienen und nicht uns, um uns zu helfen. Ihr habt nicht den Körper des "Cool Water"-Mannes? Es mag Cliché klingen: aber es ist egal! Das Wichtigste ist, sich zu entspannen! Sich ernst zu nehmen, ist der Tod! Die größte Waffe von James Bond ist keine Omega oder ein Aston Martin, sondern ein Funken Selbstironie und viel Selbstbewusstsein! Und wenn die Dame es nicht versteht: NEXT!






Kommentare
Ein konservativer Appell an die modernen Zustände der Geschlechterrollen wäre erträglicher gewesen, als ein Artikel, der mir versucht mit krampfhaften 08/15-Beispielen zu erklären, warum es okay ist, so zu sein wie ich sein müsste, dafür, wenn ich Pech habe, auf's Maul zu kriegen, nur um dann wieder aufzustehen, selbstironisch zu grinsen und "NEXT!" zu rufen.
11.10.2010, 13:11 von DarenBRensAmüsanter und zutreffender Artikel wie ich finde!
21.09.2010, 17:46 von KastenLeider kann ich an mir selbst das mangelnde Selbstbewusstsein, folglich Initiative feststellen. Da hilft es auch nicht als einziger Mann im Freundeskreis mit Brusthaar (--> Daniel Craig hat keines, Sean Connery umso mehr) und Bart rumzurennen.
Ich werde mir einfach die Intention des Textes mehr zu Herzen nehmen und schauen ob es funktioniert.
Für diverse "Alice Schwarzers" ist James Bond ein Feindbild, aber diese können dann ja auch auf die Ponystreichler zurückgreifen. Getreu dem Motto "Zu jedem Topf gibt es einen Deckel".
Sehr amüsanter Artikel :) Aber ich seh das absolut genauso! Allerdings meist erfolglos und es ist auch schwer, bestimmt zu sein aber auch nicht aufdringlich. Man muss da schon ein gespür für haben.
21.09.2010, 12:47 von REHtroAber dieser Artikel macht erst richtig Mut wie ich finde! :) Gute Sache!
Ich muss der Autorin absolut zustimmen.
19.09.2010, 23:08 von MissRevolverVor allem was diese Ungefragt-Küssen-Sache angeht.
Ganz ehrlich, für mich macht sich der tollste Mann der Welt in dem Moment unattraktiv, in dem er fragt, ob er mich denn küssen darf.
Männer!
Habt mal mehr Mut!
Es geht ja auch gar nicht darum, die Frauen nicht nach ihrer Meinung zu fragen, sondern darum, dass die Männer mal wieder Eigeninitiative zeigen. Natürlich möchte Frau nicht vom Nächstbesten von der Tanzfläche runter gegen die nächste Wand gedrückt werden um da mit diesem nächstbesten rumzuknutschen.
17.09.2010, 14:42 von Melina87Aber so ein ewiges Rumgeeier, wie es viele Männer heutzutage praktizieren, führt dazu, dass aus einer anfänglichen Sympatie keine Beziehung entsteht, weil Mann recht schnell in die Freundschaftsschublade gesteckt wird. Und da kommt der nicht mehr raus.
Ich find den Text super und ich stimme voll und ganz zu.
Männer, zeigt Initiative!
@Melina87 Das hat die ganze "Emanzipation" beiden Geschlechtern eingebrockt, dass Männer jetzt völlig eingeschüchtert sind. Hihi.
17.09.2010, 14:50 von Jackie_GreyErst waren die Kerle zu kerlig, jetzt eiern sie rum. Irgendwas muss halt immer bemängelt werden. Ich würde ohnehin am liebsten von Robin Hood entführt werden. Der dürfte mich auch sofort knutschen.
@Jackie_Grey ach ja und ich vergaß: Heute lernen Männer ja auch, die Presswehen wegzuhecheln.
17.09.2010, 14:55 von Jackie_GreyDie tun mir aufrichtig Leid die Jungs.
Text gefällt... Meinung hinter Text auch...
17.09.2010, 14:21 von AntizickeKommentare entweder zum lachen oder heulen... man kann sich auch zuviel einreden und zuviel aufregen... Kommentar abgeben ist nicht gleichbedeutend mit Ahnung haben ^^
Hm,
17.09.2010, 08:44 von Matsumotoich halte mich da eher an Rocco Siffredi. "The Italian Stallion" hatte jawohl schon wesentlich mehr Frauen...
Ich habs jetzt doch gelesen.
17.09.2010, 07:42 von DanerUnd ich hätts lassen sollen.
Ich kann mich nicht damit identifizieren.
Nein ganz und gar nicht.
@Daner Daner, Du sollst arbeiten und nicht so'n Schwachsinn lesen.
17.09.2010, 07:46 von Steifschulz@Steifschulz Weeßte hätts sich wenigstens gelohnt , aber so? Wenn Cheffe des merkt, das gibt was uffn Sack...äähähh ach nee...nich uffn Sack...irgendwo anners hin!
17.09.2010, 08:10 von Daner