ich.lese.gern 12.03.2008, 20:02 Uhr 2 1

Vom Wollen und vom Sein

Und dann werd ich...und danach...diesmal aber echt!

Jahreswechsel haben schon was komisches an sich. man wird ja quasi gezwungen sich selbst in die vorsätze-zwangsjacke zu zwängen, sich mit ihr herumzuplagen und dann, nach genau 365 tagen (sofern es kein schaltjahr ist) eine entscheidung zu treffen. a) "ach, was solls. dafür werd ich..." oder b) "ach, was solls. diesmal schaff ich das aber..."

warum macht man das?
man geht zur schule und versucht, einen guten abschluß zu machen. man geht zur uni, um eien guten abschluß zu machen. idealerweise in einem fach, welches nicht nur interessantes und vielversprechendes anbietet sondern auch den fähigkeiten entspricht. man will in der regelstudienzeit fertig werden, aber weiß auch gleichzeitig, dass es eben diese goldenen jahre sind, die man irgendwann vermissen wird. wann sonst hat man ein halbes jahr lang frei...? es ist auch nicht unwahr zu behaupten, dass ein studium das kind in einem ein stück länger am leben hält, verglichen mit einer ausbildung, die man als 16jähriger beginnt in einer fabrik, wo man um 6h früh umgezogen bereits an der fräsmaschine steht und nur darauf wartet, dass der meister einen anschnauzt ("ausbildungsjahre sind eben keine herrenjahre") oder das die pausenbimmel bimmelt...however, man befindet sich zwischen baum und borke. es muss eine entscheidung her. welche?

eben beschriebener beruflicher weg führt an querstraßen vorbei. als einheit bilden diese beiden straßen die kreuzung. nüchtern betrachtet ist das leben eine einzige kreuzung, in der man versuchen muss, den tollsten parkplatz zu bekommen. einen, der nicht nur den perfekten berufsweg, sondern auch die tollste verbindung zur highway der freizeit darstellt. die querstraßen sind die schönen weiten wege der freizeit, eben die strassen, auf denen man sich am liebsten aufhält. nicht zu schnell und nicht zu langsam, aber gern drauf. die grundlage einer solchen ist meist eine idee oder ein einfall.

"wär doch nett, einfach mal so schwedisch zu lernen. oder segeln. nicht nur auf dem wasser, sondern auch in der luft. und joggen wollt ich ja sowieso jeden sonntag. ich will dieses jahr zu ner fußballgruppe, die sich einmal die woche trifft. dasselbe dann mit volleyball und tischtennis. mir fällt grad ein, dass ich mir vorgenommen hatte, dieses jahr den motorradführerschein zu machen. naja, dann im sommer eben. aber da mach ich ja grad ein auslandspraktikum. och nöö, dann kann ich ja auch nicht meine atlantik-surf-tour machen, verdammt. am ende des studiums mach ich so ein travel and work jahr in australien bevor ich dann in die berufswelt eintrete. aber das macht doch jeder...naja, dann eben durch die usa trampen. oder doch lieber ein MBA machen? nee, ich bin doch kein BWL'er...eben darum ja, oder?"
das hört sich kompliziert an? dann solle der geneigte leser doch bitte noch den aspekt der liebe hier einbringen...

klare ziele, klare entscheidungen. weniger ist manchmal mehr. auch rom wurde nicht an einem tag erbaut. dumm ist der, der dummes tut.

es ist die angst, eines tages im sterbebett zu liegen und sich zu denken, man hätte dies und das besser machen könne. die angst, man hätte was verpasst, weil ja hinz und kunz dies und jenes gemacht haben, nur ich nicht. man kann sich noch so sehr anstrengen, man wird sich diese vorwürfe immer machen. warum? weil der mensch eben nicht perfekt ist und schon gar nicht seine handlungen.

fürchterlich neu sind diese ansichten wohl nicht, aber zumindest hab ich jetzt darüber nachgedacht.

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2 Antworten

Kommentare

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    Auch mir sind diese Gedanken nicht neu...

    28.07.2008, 22:34 von AliciaMorgenstern
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      @AliciaMorgenstern Ich schließe mich meinen Vorrednern an.
      Danke, dass du meine Gedanken in Worte gefasst hast :)

      27.09.2009, 17:56 von shadow_wall
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    und ich hab auch drüber nachgedacht, vielen dank, für die anregung! :-)

    13.04.2008, 01:18 von -Pusteblume-
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