chSchlesinger 27.08.2010, 21:30 Uhr 1 1

Und wie stirbst Du?

Lebensfreude ist mir seit jeher suspekt. Als würde ich einem Beau opfern, der unter jedem Joch versagen muss.

Ehrfurcht vor dem Tode verwaltet mein Dasein.

Unbedingt gehe ich spätabends noch zum Briefkasten, fertige Post einwerfen. "In der Welt!" murmelte ich früher, wenn so wieder zwanzig, dreißig Sendungen auf den Weg gebracht waren.

Frauen und Männer sterben unterschiedlich, glaube ich. Frauen sind eher besorgt um das Binnenverhältnis zu nahestehenden Menschen, Männer hingegen wollen ganzen Generationen etwas hinterlassen.

Wenige Männer, die guten Gewissens darauf bestehen, ausgerechnet ihren Nächsten der Schlüssel zum Leben zu sein. Halbe Anteilnahme, welche vielleicht in zweihundert Jahren erst geboren wird, inspiriert mich mehr, als volle Anteilnahme von Freunden, die nach meinem Verbleichen neue Freunde finden. Für mich Treuefanatiker ist es schierer Horror, wie rasch Menschen Fuß fassen, Anschluss finden, sich umorientieren.

Einsam zwischen Tannen zu verenden, ist für mich okay, wenn meine Kunstwerke nur weit genug hinausgelangt sind in die Welt.

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Kommentare

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    Starker Tobak das. Aber hart an der Grenze zum Ganzen. Hut ab!

    19.09.2010, 03:19 von flughund
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