mascha_pele 30.11.-0001, 00:00 Uhr 105 7

ÜBER DAS INTERNET

Gedankenstränge zum Internet als neue, gefährliche Form der Massenunterhaltung hinsichtlich Politik und Meinungsbildung.



Mir ist neulich aufgefallen, dass das Internet einer altrömischen Arena ähnelt. Die Gladiatoren aka Information, das blutrünstige Publikum, die “Brot und Spiele” Kultur und last but not least: der ominöse und allmächtige Daumen, der über das Leben der Gladiatoren entscheidet.

Allerdings haben wir ein Problem. Wir lassen so ziemlich alles an Themen, Nachrichten und Ideen in das Rampenlicht des blutrünstigen Kampfes um diesen heiligen Daumen. Darüber hinaus haben die Algorithmen der sozialen Netzwerke die weitere Selektion der für uns relevanten Themen längst im Vorhinein entschieden und Unmengen an Informationen versinken ungelesen in den Tiefen des Newsfeeds. Online-Journalismus muss hin und wieder ein lustiges GIF posten, um die Aufmerksamkeit der Leserschaft erneut zu entfachen, vor allem wenn es um die weniger beliebten, jedoch überaus wichtigen Themen der Menschenrechtsverletzungen weltweit, Kriegsberichterstattung, Korruptions- und Überwachungsskandale geht. Sie alle kämpfen in diesem virtuellen Zirkus gegen “15 Dinge, die du schon immer über Gigi Hadid wissen wolltest”-Listen um die mediale Oberhand.

Das Internet ist eine besonders gefährliche Form der Massenunterhaltung geworden. Das merkt man vor allem an der gesellschaftlichen Trennung in sozialen Netzwerken. Man wird größtenteils unwissend auf Gleichgesinnte getrimmt, ohne Rücksicht auf Verlust einer Konfrontation mit Andersdenkenden. Verstärkt wird dieser Effekt vor allem zu Zeiten des Wahlkampfs, was anschließend in radikalen Unfriend-Orgien auf Facebook resultiert. Wobei hier die Macht der Gruppendynamik in einem größeren Rahmen betrachtet werden sollte.

Weltweit schreiben wir Menschheitsgeschichte. Es gab noch nie so viel Bevölkerung auf der Erde, noch nie in dieser globalisierten Welt, dessen Knotenpunkt das Internet ist. Gruppendynamik im Sinne von Likeverhalten und Shitstorms ist etwas, das bei all den Menschenmassen viel organisierter und kontrollierter ent- und bestehen könnte, vor allem wenn es um so grundlegende Themen wie Politik geht. Es fehlt an Selbstreflexion der Nutzer und nicht an digitaler Ordnung. Das plus die schnelle Informationsweitergabe münden rasch in einer Sackgasse, die wir heute fälschlich als eine “Krise der Demokratie” oder “politisches Desinteresse” bezeichnen, während es lediglich an Konzentration, Fokus und Konsens scheitert.

Um dem Internet jedoch die Chance zu geben, ein Instrument gegen soziale Ungleichheit, für Kommunikation und für Redefreiheit und gleichzeitig eine Sammelstelle für lustige Sensationen zu sein, müssen wir unseren eigenen Zugang dazu überdenken. Allem voran müssen wir uns folgende Frage stellen: Sind soziale Netzwerke wirklich der richtige Ort, um politischen Diskurs zu betreiben?

Die Antwort müsste “Nein” sein. Politik ist nicht etwas, worüber man sich in einem “Ich werde auswandern” Post aufregt und dann das nächste halbe Jahr nichts tut. Allerdings könnte es für Bürger mit Hochschulabschluss eine Plattform sein, um Brücken zu den sogenannten “bildungsfernen” Schichten zu schlagen. Sprich: Konsens suchen anstatt judgy mit dem Finger auf das “dumme Volk” zu zeigen. Hauptsächlich auch weil diese gebildeten Bürger es als ihre Pflicht sehen sollten, den Dialog und bestenfalls Kompromiss mit ihnen zu finden. Jeder noch so ignorante Trotz- oder Nichtwähler würde mit sich reden lassen, wenn man tatsächlich die Geduld aufbringen würde, mit ihm zu kommunizieren. Zumindest ein wenig.

Weiters sollte man sich sich seines eigenen philosophischen und ethischen Zugangs des Internets bewusst werden. Ist es wirklich okay, Nachrichten nur durch den eigenen Facebook- oder Twitter-Feed zu lesen? Soll man Freunden eine Ohrfeige geben, wenn sie 50 Lifestyle-Magazinen folgen und nicht einmal wissen, was letzte Woche in der Welt passiert ist?

Eigentlich sollte man allen Kindern ab der Unterstufe eine zeitgenössische Form von Internetunterricht anbieten. Nein, nicht Informatik-tralala, sondern sich mit ihnen hinsetzen und mit ähnlichen Worten beginnen wie: “Also, Kinder, das Internet ist voller Bullshit und deswegen lernen wir heute, was der Unterschied zwischen Clickbait und ernsten Nachrichten ist.” Es mag absurd klingen (und natürlich müsste man kinderfreundliche Sprache verwenden) aber etwas so einflussreiches wie das Internet sollte von uns allen endlich als das behandelt werden, was es ist - nämlich der Sauerstoff unseres digitalen Zeitalters. Mit möglichst früher Bildung auf diesem Gebiet könnte man vielen Nutzern die Augen für die Arena, in der sie sich befinden, öffnen und den Blick vor allem auf die unerschöpflichen Wissensquellen, die es anbietet, lenken. Aufsätze schreiben lassen wie “Beobachte dein Nutzerverhalten im Internet”. Die Kommunikationsmöglichkeiten, die es anbietet, bewusst nutzen.

Ansonsten stelle ich mir die Zukunft problematisch vor. Kinder, die in diese Welt voller Imagebesessenheit, visueller Fokussierung und Massenentertainment hineinwachsen werden, werden sich vielleicht irgendwann nur noch entertainen lassen wollen. Dabei liegt vor uns ein Stapel voller Wissen und Information.

Bis jetzt gehen wir jedenfalls sehr sorglos mit unserer Arena um. So sorglos, dass ich befürchte, dass nicht einmal die Hälfte es geschafft hat, bis hierhin zu lesen.

Können wir einfach mehr über das Internet nachdenken?



Tags: Internet, Arena, Politik, Bildung, Massenunterhaltung, Nachrichten, Themen, Relevanz, Soziale Netzwerke, Kommunikation, Gefahr
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105 Antworten

Kommentare

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    In vielen Punkten gebe ich dir Recht aber wenn du aus Internetnutzung ein Politikum machst kommst du nicht aus deiner Blase raus. Du nutzt das Internet anders als andere Personengruppen. Internet ist Medium und nicht nur Nachricht. Wer das Internet nutzt um Lifestyle-Magazine zu lesen verdient keine Schelle nur weil du das nicht tust.

    Mein Handy ist mir vor weniger als einer Woche kaputt gegangen, gerade halte ich mein neues in den Händen. Und ich habe direkt eine Handyversicherung abgeschlossen damit ich nie wieder länger als 3 Tage ohne Handy aushalten Muss. Deswegen verteufle ich weder das Internet noch mein Handy als den Fluch der mein Leben soo abhängig macht. Ich kann immernoch selbst entscheiden - jeden Tag - und das kann auch jeder andere Mensch

    15.10.2018, 11:20 von Christofff
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    Danke für den Artikel! Ich persönlich kann mir mein Leben ohne Internet gar nicht vorstellen. Ich kommuniziere im Internet, ich lerne im Internet, ich finde im Internet Entspannung und Erholung. Okay, jemand wird sagen, dass Internet keine richtige Entspannung sein kann. Aber findet er irgendwelche Contra-Anrgumente gegen Lernen? Sicherlich, nein. Denn das Internet ist heutzutage die größte Quelle der Information. Das Wichtigste ist zu lernen, wie man mit dieser Menge vom Info umgehen soll.


    LG,
    Helga aus https://akadem-ghostwriter.de/blog/vom-internet-ist-es-leicht-zu-profitieren/

    26.04.2018, 14:40 von helga11
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    Ich hab es zu Ende gelesen.
    - Es ist eben genau das: jemand postet einen Spruch, lebt aber ganz anders. Egal was in den Kommentaren davon gehalten wird. Und die Twitter-Jünger mit ihren dämlichen Haschtagen lassen mich an diese Typen denken, die motzwunderwas von Thailand erzählen und doch nur dahin fahren, weil der Urlaub dort einfach nur cheap ist...
    - Und es ist genau hier der richtige Ort, um über die Problematik des Internets zu schreiben. Wo denn sonst? Denn genau hier findet man all das negative (und maches positive) des social webs! Hier sind die Selbstdarsteller, die Gruppenclowns, die ewigen Ja-Sager, die peinlichen HERZchenverschenker, etc.
    - Das Internet jedoch ist nicht das Problem, es ist die kostenlose Freischaltung des Netzes im Sinne von Flatrate....diese Losgelöstheit von Kosten- und Zeitkonsequenz, die sich dann überall ausbreitete. Ein Mensch, der sich überlegen muss, wieiviel Geld er investieren kann (weil er eigentlich keins hat), bleibt nicht so lange online. Wer aber überlegen muss, was er tut, braucht kein Pokemon, um doch mal auf die Straße zu gehen...
    - was jedoch super ist: dank des Internets siehst du in all die Donald Trump Gehirne mancher Männer und in all die ... der Frauen, die so gern zum Film wollen und dafür ALLES machen würden (hier verweise ich gerne auf Socail Media and the secret Lives of Teenagers von Nancy Jo Sales).
    Nun denn, sagen wir es positiv: für die Soziologen ist das Internet so etwas wie damals im 18. Jahrhundert die Leichenräuber für die Anatomieprofessoren....

    02.11.2016, 20:41 von Filousoph
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  • 0

    Das Internet war einst eine geniale Sache um Menschen (in verschiedener Hinsicht) zu befreien.
     
    Jetzt muss man das Internet vom Internet befreien.


    13.07.2016, 21:46 von SirMCPedta
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  • 1

    Guter Artikel, passende Gedanken. Das Internet ist leider nicht so unschuldig, wie es alle gern hätten.

    13.07.2016, 17:35 von An_Alle
    • 1

      Wie naiv bist du?
      Meinst du ernsthaft, das www war jemals "unschuldig" und was soll der Begriff überhaupt?
      Kein Medium ist "unschuldig" , es geht immer um etwas, Meinungsbildung, (selektive) Information, Informationsverwertung, Einflussnahme, Kommerz, etc.

      13.07.2016, 21:39 von Gluecksaktivistin
    • 0

      Keine Waffe ist gefaehrlich, wenn man sie nicht benutzt.

      Leider wird das Internet nicht nur sinnvoll eingesetzt.  Aber das ist ja bei allen Dingen so.  
      Gefordert sind die Betreiber und Nutzer.  Die Erziehung faengt im Kindesalter an.  Wenn die Erwachsenen dabei versagen, braucht sich niemand mehr ueber  Missbrauch zu wundern. 

      14.07.2016, 12:56 von Dr_Lapsus
    • 1

      Es ist doch so, dass die meisten, vor allem die jüngere Generation, das Internet relativ unreflektiert als Freizeitvergnügen einsetzen und sich nicht klar ist, wie stark die Überwachung bereits durchgegriffen hat, oder? Nenn mich nicht naiv... pfff.

      19.07.2016, 21:01 von An_Alle
    • 0

      @Dr_Lupus: wie soll die Erziehung der Erwachsenen denn aussehen? "Benutze keine Social Media Portale!"?

      19.07.2016, 21:03 von An_Alle
    • 0

      Ganz einfach:  Lasst  Kinder nicht mit dem Internet allein.  Das ist, wie alles im Leben, nicht immer leicht durchzusetzen, weil sie bei ihren Schulkameraden eventuell unbeaufsichtigt surfen koennen.

      Wenn aber alle Eltern die gleichen Massstaebe anlegten, und nur in ihrem Beisein das Internet benutzt werden kann, mit entsprechender  "Schulung",  ist das Internet ein sinnvoller  Freizeitspass.

      In Venezuela werden die Kinder ab dem 10 Lebensjahr in der Schule trainiert und vorbereitet. Sie bekommen vom Staat kleine Laptops geschenkt.  Da koennte Deutschland noch etwas von lernen.
      Die Studenten bei uns bekommen noch bessere Laptops uebereignet. Duerfen sie aber nicht verkaufen.
      Well. Die Erwachsenen sind nur zu faul, um sich um ihre Brut verantwortungsvoll zu kuemmern.

      20.07.2016, 00:28 von Dr_Lapsus
    • 0

      Naja ich weiß nicht... wenn ich mir zb die letzte Microsoft-Email durchlese, in der steht, auf was die Firma alles zugreift, dann weiß ich nicht, ob eine "Schulung" fürs WWW überhaupt noch was bringt... wir haben den Konzernen längst die Inhalte unserer Köpfe überlassen. @Dr_Lapsus (sorry ;)

      30.07.2016, 12:23 von An_Alle
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    • 0

      Das Intrnet ist kapott, aber das auch schon etwas länger.

      13.07.2016, 18:46 von sailor
    • 2

      Aktuell relevante Themen spricht die Autorin gar nicht an
      z.B.
      dieses hier
      oder
      das hier

      und wer sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich jeden Samstag das hier zu hören...

      13.07.2016, 21:37 von Gluecksaktivistin
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    • 1

      Ich höre die fast immer, super interessant und auch unterhaltsam, weil eben nicht rein polititsch :)

      14.07.2016, 09:40 von Gluecksaktivistin
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    • 0

      Das macht nichts...

      14.07.2016, 11:17 von sailor
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    • 1

      'Das Internet' hatte einen vielversprechenden Start, bis es von wirtschaftsinteressen gekapert wurde und 'die internationale Staatengemeinschaft' wie's so schön heißt, nicht damit klarkam, dass dort eine Art supranationaler Kommunikationsraum entstehen könnte...
      Daher ist es nun zum einen fest in der Hand knallharter interessengeleiteter Unternehmen, überwacht von ebenso interessegeleiteten Nationalinstanzen und verkommt (in 'relevanten' Bezügen) mehr und mehr zum Katzenvideoabspielmedium.

      Mal so ganz grob gesagt. Nischen und sinnvolle Anwendungen/Inhalte im Promille-Bereich wie immer ausgenommen.

      Mal so im groben...

      Wann genau das Internet konkret kapottging, kann ich nicht genau sagen...

      14.07.2016, 12:38 von sailor
    • 0

      Kapott isset erst,  wenn ich mich nicht mehr mit euch unterhalten kann :-))

      14.07.2016, 21:49 von Dr_Lapsus
    • 0

      'Das Internet' hat nicht nur auf der technologischen Seite mehrere Ebenen...

      15.07.2016, 08:45 von sailor
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    • 1

      Ist heute Erbsenzählertag?

      Nur weil es 'Nischen' im Musikbetrieb gibt (ich engagiere mich in einer), ist 'die Musikindustrie' trotzdem am Arsch...
      Das eine schließt das andere nicht aus. Guck dir Facebook und/oder Twitter an. Auch wenn es ein paar Leute gibt, die so einen Kommunikationskanal 'sinnvoll' nutzen, nutzen ihn
      eine Mehrheit von Menschen für hirnerweichende Belanglosigkeiten oder als verbale Jaucheschleuder...

      Dauerhaft begeistert bin ich allein von der Wikipedia.

      15.07.2016, 12:15 von sailor
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    • 0

      Geschickte Werbung ist alles. Diejenigen, die der bloeden Masse einreden, dass sie Instagram, Facebook, Twitter und all die ueberfluessigen Dienste brauchen,  sind fuer mich die "Helden".  Fuer die Anbieter natuerlich nicht ueberfluessig, denn sie verdienen ja paradiesisch durch die Vollhonks !!


      Ich nutze nichts davon. Und wenn man sieht, was die User alles von sich privat preisgeben, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn sie durchsichtig wie ne polierte Fensterscheibe sind.

      Angebot und Nachfrage.  

      Und hier bei neon und vielen anderen Plattformen ist es nicht besser.  Man erzaehlt dem Poebel die intimsten Nichtigkeiten.

      Das ist einfach krank. 

      15.07.2016, 13:13 von Dr_Lapsus
    • 0

      @ so isset  Gerardi.


      Alkohol und Drogen sind fuer den Menschen nicht gefaehrlich, wenn er sie nicht  konsumiert.

      Basta :-)

      15.07.2016, 13:16 von Dr_Lapsus
    • 1

      @geradi

      Nee, will ich nicht. Ich bin nicht der Typ, der den Menschen den Spielplatz zumachen möchte, nur weil ich keinen Bock auf schaukeln habe...

      15.07.2016, 13:35 von sailor
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      stimme dir zu, Gerardi. Vor allem was die fruehe  Bildung bei Kindern und Jugendlichen angeht.  Aber dazu braucht es erst einmal  Menschen, die ihre  "Brut" verantwortungsvoll mit Bildung und Aufklaerung versorgt.


      Richtig, alles, was ich in  kleinen  "Dosen"  zu mir nehme,  schadet nicht.  Ist bei Gift ja aehnlich. Die Menge machts.

      Und da geht es doch schon los.  Wie viele koennen abschaetzen, wann  "genug"  ist ?

      Zu  "meiner"  Zeit  gab es noch kein Internet.  Da schrieb ich meiner Freundin  niedliche Briefchen.  Spaeter, als ich mich selbststaendig machte, nutzte ich Telex und dann Fax.   
      Das sind bemerkenswerte Fortschritte und Erleichterungen.

      Das Internet ist im Augenblick der Hoehepunkt an Kommunikationskomfort.  Niemals zuvor  war es moeglich,  Millionen von Menschen weltweit gleichzeitig zu kontakten. 
      Ohne Internet haetten wir uns alle nicht kennen gelernt.  Und was wuerden die vielen  Schmierfinken machen, die ihre private Sosse taeglich  ueber die User kippen ??

      Sie bliebenim Verborgenen.  Hier haben sie eine Buehne. 
      Das Internet an sich ist eine phantastische Errungenschaft.  Es liegt an uns, was wir damit anstellen und daraus machen ! 


      15.07.2016, 13:57 von Dr_Lapsus
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    • 0

      Dass wir alle mal  "Scheisse"  bauen, ist zwar vom Grundsatz her nicht unwahr,  aber:


      Ich ueberlege mir stets vorher, was ich mache und machen moechte.

      Unfaelle kann man nicht ausschliessen. Jedoch als Erwachsener weisst du, wenn du zu viel Alkohol saeufst,  dass du einen Tag spaeter Probleme bekommst. Und wenn der dann noch auf einen Arbeitstag faellt, und du nicht selbststaendig bist, "buesst"  dein Chef fuer deine  "Scheisse",  die du gebaut hast.

      ok. ich bin nicht dein Moralprediger,  das ueberlasse ich EC Lino.  Der wuerde dir jetzt die Leviten lesen.  hihi

      Geniesse deinen Kater und entschuldige dich beim Boss :-))

      15.07.2016, 14:07 von Dr_Lapsus
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    • 0

      ok. kein grosser Verlust fuer den Chef :-)

      15.07.2016, 17:18 von Dr_Lapsus
  • 2

    Da sehe ich einige Dinge anders.

    Mir ist neulich aufgefallen, dass das Internet einer altrömischen Arena
    ähnelt. Die Gladiatoren aka Information, das blutrünstige Publikum, die
    “Brot und Spiele” Kultur und last but not least: der ominöse und
    allmächtige Daumen, der über das Leben der Gladiatoren entscheidet.
    Die
    Realität ist dann doch um einiges mehr Komplex. Klar geht es
    grundsätzlich um Aufmerksamkeit und es gibt Themen mit denen sich
    bevorzugt auseinandergesetzt wird, aber war das nicht schon immer so?
    Auch im Zeitalter vor dem Internet?

    Da waren die Filter anders, aber es wurde sich sicherlich nicht zwangsläufig breiter Informiert.

    Außerdem
    passt das Bild nicht weil dort EIN Publikum EINEN Kampf verfolgt,
    dessen Ergebnis und verlauf für jeden gleich verfolgbar ist und
    zumindest im Klischee bedeutet Daumen runter da dann das Ende einer
    Karriere. Im Netz nicht so sehr.

    Online-Journalismus muss hin und wieder ein lustiges GIF posten,
    um die Aufmerksamkeit der Leserschaft erneut zu entfachen, vor allem
    wenn es um die weniger beliebten, jedoch überaus wichtigen Themen der
    Menschenrechtsverletzungen weltweit, Kriegsberichterstattung,
    Korruptions- und Überwachungsskandale geht.
    Noch mal.
    Das eine Story "juicy" sein muss, um Aufmerksamkeit zu erhalten ist
    keine ganz neue Sache des Internets. Bestimmt ist die
    Aufmerksamkeitsspanne kürzer geworden aber gerade die angesprochenen
    Themen zirkulieren durchaus und erhalten je nach Plattform und
    Ausrichtung schon auch ihren "Daumen hoch".

    Außerhalb des
    Internets konkurrieren ernsthafte Themen mit Reality TV Sendungen und
    großen Fußballturnieren. Auf der Zeitungsebene hat man dann die Bild und
    die Gala.

    Das plus die schnelle Informationsweitergabe münden rasch in einer
    Sackgasse, die wir heute fälschlich als eine “Krise der Demokratie”
    oder “politisches Desinteresse” bezeichnen, während es lediglich an
    Konzentration, Fokus und Konsens scheitert.
    Also das es am Konsens scheitert sehen ja durchaus auch Leute so, die der Demokratie überdrüssig geworden sind.
    Das
    mehr Kommunikationsmöglichkeiten jetzt automatisch dazu führen müssen,
    dass der Konsens und Fokus abhanden kommt will ich bezweifeln.

    Auch
    das sich das diagnostizierte politische Desinteresse bzw Verdrossenheit
    dahingehend übersetzen lässt. Da ist dann mehr im Argen als Fokus und
    Konsens.

    Sind soziale Netzwerke wirklich der richtige Ort, um politischen Diskurs zu betreiben?
    Es
    gibt keine richtigen oder falschen Orte um politischen Diskurs zu
    betreiben. Politischer Diskurs passiert dort wo er passiert und warum
    auch nicht? Als nächstes willst du noch sagen der Stammtisch wäre der
    falsche Ort für politischen Diskurs.

    Die Antwort müsste “Nein” sein. Politik ist nicht etwas, worüber
    man sich in einem “Ich werde auswandern” Post aufregt und dann das
    nächste halbe Jahr nichts tut.
    Ein solcher Post ist
    halt politischer Diskurs. Egal ob man danach was tut oder eben nicht.
    Das man sich aufregt und dann nichts tut ist übrigens auch nicht die
    Schuld von sozialen Netzwerken und auch kein Phänomen das erst im
    Internet entstanden ist. Durch die Verlegung dieses Diskurses veränderst
    das nicht und ich bin auch nicht sicher ob das immer wünschenswert ist.

    Allerdings könnte es für Bürger mit Hochschulabschluss eine
    Plattform sein, um Brücken zu den sogenannten “bildungsfernen” Schichten
    zu schlagen.
    Hier haben schon andere gesagt: Ich bin
    mir nicht sicher ob sich die Welt da so einfach aufteilt. Selbst wenn
    sich diese Schichten so klar umreißen ließen, wären da nicht alle Leute
    klar und deutlich einer "Seite" zuzuordnen. Überhaupt ist diese Aussage
    schon mal mehr trennend als verbindend. Oder meinst du da haben Leute
    Bock sich so als "bildungsferne Schicht" bezeichnen zu lassen? Das
    klingt son bisschen wie Kontaktaufname in einem Alienfilm. Identifizier
    mal die bildungsferne Schicht auf Facebook und sag' hallo. Wie genau
    soll das laufen? "Komm du verstehst das ja nicht. Ich erkläre dir das
    mal."? Brr.

    Jeder noch so ignorante Trotz- oder Nichtwähler würde mit sich
    reden lassen, wenn man tatsächlich die Geduld aufbringen würde, mit ihm
    zu kommunizieren. Zumindest ein wenig.
    Nein. Nicht
    jeder und sich überzeugen lassen? Weil man die "richtigen" Argumente hat
    und der andere nur noch nicht richtig darüber nachgedacht hat?
    Bezweifle ich stark. Gibt übrigens auch hier bei Neon auch so AfD Fans.
    Kannst ja mal als bildungsferne Schicht begrüßen und überzeugen.

    Ist es wirklich okay, Nachrichten nur durch den eigenen Facebook-
    oder Twitter-Feed zu lesen? Soll man Freunden eine Ohrfeige geben, wenn
    sie 50 Lifestyle-Magazinen folgen und nicht einmal wissen, was letzte
    Woche in der Welt passiert ist?
    Da bewertest du aber deutlich für andere Leute was richtig und was falsch ist.

    Bei
    Twitter kommts darauf an wem du folgst. In vielen Krisensituationen
    sind die Twitteraccounts von Leuten die vor Ort Leben und betroffen sind
    auch für die klassischen Medien eine Primärquelle.

    Allgemein.
    Klar sollte man seine Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen beziehen
    aber was ist besser? Keine Nachrichten oder Nachrichten von Twitter und
    Facebook?

    Eigentlich sollte man allen Kindern ab der Unterstufe eine
    zeitgenössische Form von Internetunterricht anbieten. Nein, nicht
    Informatik-tralala, sondern sich mit ihnen hinsetzen und mit ähnlichen
    Worten beginnen wie: “Also, Kinder, das Internet ist voller Bullshit und
    deswegen lernen wir heute, was der Unterschied zwischen Clickbait und
    ernsten Nachrichten ist.”
    Stichwort ist hier
    Medienkompetenz und ist schon längst ein größeres Thema. Übrigens fände
    ich "Informatik-tralala" in dem Zusammenhang auch extrem wichtig.

    Ansonsten stelle ich mir die Zukunft problematisch vor. Kinder,
    die in diese Welt voller Imagebesessenheit, visueller Fokussierung und
    Massenentertainment hineinwachsen werden, werden sich vielleicht
    irgendwann nur noch entertainen lassen wollen. Dabei liegt vor uns ein
    Stapel voller Wissen und Information.
    Ich glaube du unterschätzt so ein bisschen die heranwachsende Generation. Ist aber kein Problem. Das war schon immer so. Ich bin da etwas optimistischer als du.
    Kinder
    lernen auch sehr schnell sehr gut selber was Information ist die sie
    haben wollen und welche nicht. Meinen Eltern müsste ich erst einmal
    erklären was Clickbait heißt.

    Bis jetzt gehen wir jedenfalls sehr sorglos mit unserer Arena um.
    So sorglos, dass ich befürchte, dass nicht einmal die Hälfte es
    geschafft hat, bis hierhin zu lesen.
    Ich habe da eine
    andere Wahrnehmung als du. Das Thema Informationen im Internet, und
    deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und Kommunikation wird in
    unterschiedlichen Facetten eigentlich dauerhaft Behandelt. Mir fallen da
    so Stichworte wie "Echokammer" für Radikalismus und "Privacy" ein.
    Übrigens auch Netzneutralität. DAS ist mal ein Thema das unterschätzt
    wird.

    Können wir einfach mehr über das Internet nachdenken?
    Wir sind schon längst dabei.

    13.07.2016, 09:00 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Danke Neon-Editor für das zerficken meines Kommentars.

      13.07.2016, 09:04 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 1

      Ich sag nur 'Informatik-tralala'...

      13.07.2016, 10:17 von sailor
    • 1

      Jeder noch so ignorante Trotz- oder Nichtwähler würde mit sich reden lassen, wenn man tatsächlich die Geduld aufbringen würde, mit ihm zu kommunizieren.
      Das glaube ich allerdings schon, auch wenns mal länger dauert.
      Ich halte es allerdings für eine voraussetzung, erstmal das eigene Sendungsbewusstsein auszuschalten und individuelle Imagefilter runterzudrehen...

      13.07.2016, 10:18 von sailor
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  • 2

    Ich finde deinen Text eher schlecht. Ich meine, auf was willst du hinaus? Was ist dein Thema?
    Medienerziehung? Unkritischer Konsum von Inhalten im www. ? Einseitiger Konsum von Information innerhalb des www? ( zuwenig Beachtung von Information  außerhalb der sozialen Netzwerke?)
    Ich versteh überhaupt nicht, auf was du hinaus willst.
    Und das Thema "Datenschutz" , staatliche Einflußnahme von Internetinhalten, sprich Zenusur wird überhaupt nicht angsprochen.
    Und WENN du schon das alles anprangerst, warum schreibst du hier einen Artikel und engagierst dich nicht da, wo es evt wirklich sinnvoll wäre.?
    Resümee: schlecht recherchiert, unstrukturiert und wenig differenziert.

    12.07.2016, 21:21 von Gluecksaktivistin
    • 2

      ICH habe in der Schule(!) gelernt, dass man zuerst die Faktenlage gut recherchiert darstellt, dann Pro und Contra erörtert und DANN ein persönliches Resümee zieht. Selbst das finde ich hier nicht.

      12.07.2016, 21:23 von Gluecksaktivistin
    • 0

      hoho, du warst wohl auf der Baumschule ??


      In einem Medium  wie diesem hier,  muss die Autorin  in erster Linie Gedankenanstoesse liefern und Widersprueche erzeugen,  sonst kann sie sich ihre  Arbeit sparen.

      Wenn sie schon vorher alles bis aufs Kleinste dargestellt und recherchiert hat, entsteht keine Kommunikation, weil  einige Leser vielleicht nur noch:  "ja, sehe ich auch so"  schreiben und ihr auf die Schulter klopfen.
      Sie hat viel erreicht, wenn sich User durch ihren Text die Muehe machen und so ausfuehrlich wie der Herr da oben, also nicht der liebe Gott, sondern "wie sie sehen sehen sie nix",  eine ausfuehrliche Gegendarstellung produziert.  
      Genau dies ergibt einen Sinn.
        
      Schoenen Tach noch, Gluecksklee :-)

      13.07.2016, 13:23 von Dr_Lapsus
    • 0

      und noch wat, glueckliche Aktivistin,


      das Pro und Kontra  sollen die User eroertern.  Die brauchen sich nicht nur die taeglichen  Liebeskummerschnulzen reinzujagen.

      Wenn du alles anders gemacht haettest, dann leg mal los und packe solch ein kompliziertes Thema an !
      Das haben wir in zwei Jahren noch nicht ausdiskutiert, so umfangreich ist es. 

      Siehst doch,  Sailor faengt schon mit  Buddha und Zen  an und nennt das  internationale Kommunikation. Ich liech uffa Tastatur :-))  Wo soll das noch hinfuehren ??


      13.07.2016, 13:52 von Dr_Lapsus
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    Hier im wilden Venezuela bekommen die Kinder vom Staat kleine Laptops geschenkt, die sie im Unterricht verwenden.  Es ist gewollt, dass sie fruehzeitig  mit Hilfe der Lehrer an die Technik und die Verwendungsmoeglichkeiten herangefuehrt werden.


    Wie sieht es bei euch in der Richtung aus?? Bekommen die Kinder ab der 4. Klasse auch "Schlepptoepfe"  vom Staat geschenkt ??

    und noch wat, mascha.  Nicht jeder Erdenpupser will sich vorschreiben lassen, was er in seiner Freizeit tun soll. Im Buero isset ja mittlerweile  vorbei, dass waehrend der Dienstzeit der PC  privat genutzt wird. Ist das richtig ?

    Von daher muss  eine Einschraenkung der Zugriffsmoeglichkeiten von den Betreibern und Herstellern kommen, um kriminelles Treiben zu unterbinden. Auch durch den Gesetzgeber.
    Ob jemand sich nur berieseln lassen will, muss ihm weiterhin zugestanden werden.  Es darf keine Vorschriften in der Richtung geben. 

    12.07.2016, 02:37 von Dr_Lapsus
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      Danke Sailor,

      das ist ja tiefstes Mittelalter in Deutschland ?
      zumindest was diese Form des Unterrichts angeht.  

      Bei uns bekommen  die Kinder wie schon weiter oben geschrieben,  einen Laptop vom Staat kostenlos zur Verfuegung gestellt. Dieses Teil koennen sie auch mit nach Hause nehmen. Bleibt also nicht in der Schule. Verkaufen duerfen sie es nicht.  Wird trotzdem gemacht, weil ein Venezolaner sich vom Staat nix sagen laesst.  Wir haben ein juristisches Chaos. Jeder macht, wozu er gerade Lust hat.
      Die Studenten bekommen einen noch besseren Laptop mit mehr Kapazitaet.

      12.07.2016, 12:51 von Dr_Lapsus
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    Internet befriedigt vorrangig Bedürfnisse nach Informationen jeder Medienart und subjektiv hat man immer das richtige Internet für sich gefunden. Das ist halt die Freiheit. Forderungen an die Nutzung zu stellen, erzwingt nur Kontrollen und die lassen sich mit der gewünschten und möglichen Freiheit nicht vollständig vereinbaren. Somit lassen wir halt das Internet Internet sein und kümmern uns lieber um technische Hilfestellung damit auch alle es verstehen. Der betrunkene Ansatz, das Internet ist die absolute Chance der Menscheit zum Frieden, zur Demokratie und zur absoluten Information aller klingt halt nur sehr betrunken realistisch.

    12.07.2016, 01:58 von kysinz
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      ja, das hast du sehr zart betrunken ausgedrueckt, kysinz.  Fuer mich isset eher Vollrausch realistisch.  Es sind nicht alle Menschen an Frieden, Freude und Pustekuchen interessiert.  Am wenigsten die Waffenhersteller und die Polizei.  Sie alle machten sich ueberfluessig.


      Die kriminelle Energie, die in fast jedem Menschen steckt,  ist so egoistisch brutal maechtig,  dass auch die friedlichsten Mittel ins Negative umgepolt werden koennen. 

      Ich weiss auch nicht, ob es so paradiesisch waere,  wenn es keine Kriminellen mehr gaebe ??  
      Wahrscheinlich um einiges langweiliger?

      gute Nacht  Herr Waechter

      12.07.2016, 02:09 von Dr_Lapsus
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