FrankNihil 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 1

Über alles und nichts und das verfickte Dazwischen

Sind wir so Edelmütige und rechtschaffene Gentlemen, wie wir das so gerne verkaufen? Oder sind wir einfach nur zu dumm um zu kapieren, dass wir....


Liebe, Hass, Zuneigung, Abneigung, Star Trek oder Babylon 5 - wenn es einfach wäre Dinge zu trennen, hätten wir einige Probleme weniger.

Also zieh‘ deine Kack Regenbogenbrille ab, drück den blöden Joint aus und schieb dir ganz gemächlich dein „alles wird gut“ Gelaber hinten rein – wir wären einfach nicht wir, ohne die grauschattiert-melierten Zonen - vorausgesetzt wir reduzieren das nicht nur auf schleimige Anwälte und Richter.

Okay?! - Nehmen wir einfach mal an, wir könnten ohne Zweifel auskommen, ohne Gefühl und ohne Trieb, dann wären wir vermutlich Roboter. Und wer will das schon? Ist nicht der lästige Kampf in unseren Köpfen, am Ende das, was uns ausmacht und leitet? Natürlich hält es uns auch auf und geht uns tierisch auf den Sack, aber leben wir nicht bewusster, wenn wir über eine Entscheidung nachdenken anstatt automatisch zu handeln? Ich denke schon. Dennoch wünschte ich manchmal es wäre anders.

Brechen wir das mal runter zu den Stadträndern, zu den Vororten, wo die Straßenbeleuchtung nicht mehr ganz so hell scheint, der Asphalt schlecht ausgebessert und die Fassaden gräulich-grün sind.

Die Menschen dort, haben vielleicht Spaß am Trinken, am Spielen und am Rumhängen, aber Tag für Tag, wird trotzdem gekämpft. Als Elektriker mit den Kabeln, als Gas/Wasser/Scheiße Monteur mit der Scheiße, als Sachbearbeiterin mit den Akten, als Kassiererin mit dem Band und den Waren, die einem unaufhörlich entgegen fahren und so weiter und so fort. Jeder kämpft für sich, den gleichen beschissenen Kampf, mit dem beschissenen Hauptschulabschluss, mit dem beschissenen Chef, mit dem Kater und den teuren Drinks und dem Frust und dem Neid derer gegenüber, die mit ihrem frisch polierten SUV über rote Ampeln donnern. 

So versuchen wir komplett verstrahlt, nach einer kurzen Nacht auf einer 299€ Couch, das Durcheinander im Kopf zu verarbeiten, zu sortieren und so schnell es geht in Schubladen zu stopfen. Denn dann, stört es nicht weiter – es ist soweit verstaut und somit auch bald vergessen. Irgendwann, nach Belieben, holen wir sowieso alles wieder raus, um neue, noch nie dagewesene Grautöne zusammenzumischen. Wir definieren richtig und falsch und wichtig und unwichtig, so wie wir es gerade brauchen oder gerne haben. Super Sache. Echt jetzt!

Wir haben das mitbekommen und mitgenommen, von daheim, von den alten, von den Stars und Sternchen, von Politikern und natürlich von RTL2. (kurz bei der Werbeunterbrechung reingezappt und Gehirn verdreht - alles schon passiert!)

Deshalb die Frage: Wird das eigene Handeln und die Eigene Meinung überschätzt? Folgen wir nicht automatisch irgendeinem vorgekauten Hirngespinst? Sind wir so Edelmütige und rechtschaffene Gentlemen, wie wir das so gerne verkaufen? Oder sind wir einfach nur zu dumm um zu kapieren, dass wir nichts kapieren?

Zumindest verdammt uns selbst zu unterliegen, sobald etwas Interessantes, etwas Reizvolles, etwas Hübsches, dass wir noch nicht hatten, vorbeikommt. Und sowieso, ist alles zu spät, wenn es jemand vor uns hat. Da baut sich dann die Wut auf, weil wir eben nicht alles haben können. Aber das würden wir niemals zugeben. 

Vor lauter Mensch sein also, sehen wir nicht, dass der SUV vielleicht gerade gestohlen wurde, der Fahrer seine hochschwangere 15 Jährige Tochter zur Notaufnahme fährt oder der gute Herr Millionen für gute Zwecke spendet und völlig unbeabsichtigt über die Ampel donnert. Ist aber egal, denn wir sehen einfach den Raser, den schleimigen Anwalt, dem es bums egal ist, weil er die Tricks kennt und genug Kohle hat, um den Strafzettel zu bezahlen. Aber spätestens bei Aldi trifft man den Fahrer wieder, weil die müssen ja auch Einkaufen, aber Aldi, Lidl und Penny machen sich nicht so gut in den „sauberen“ vierteln - dennoch muss der Einkauf billig sein. Und dann, auf dem Parkplatz, sehen wir die langen Beine, den kurzen Rock und den tiefen Ausschnitt, der Fahrerin. 

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