schauby 29.03.2012, 11:26 Uhr 15 12

Trennungslinie

Scheiden macht Aha.

Unterscheiden ist alles. Stellt sich eine Aufgabe oder Problem, muss es zerlegt werden. Homo Sapiens kann‘s verdammt gut, wenn er möchte... und noch besser wenn er wirklich muss. Passenderweise bedeutet Sapiens nicht Weisheit oder Vernunft, wie irrtümlich gern verbreitet, sondern wörtlich "Geschmack." [lat. "sapor"].
Geschmack: die Fähigkeit zu Unterscheiden.
 
Doch es hört nie auf, das Trennen, das Verfeinern
alles lässt sich immer weiter zerkleinern und differenzieren. Wo man den Punkt setzt, ist eine Frage der verfügbaren Lust, Zeit und Kapazitäten, welche begrenzt sind. Das Teilen ist es nicht. 

Universell betrachtet strebt ohnehin alles zur (Ver)Teilung. Das Gesetz der Entropie. Wozu also Einfluss nehmen, wenn es sowieso, automatisch passiert?
Die Frage, die für uns interessant ist, ist immer: WIE teilen wir‘s. damit es passt. Zu uns. Zum Plan.
Das gleiche Gesetz, das vom sogenannten Urknall ausgehend Kosmos und letztlich auch unsere Existenz hervorgebrachte ... und irgendwann auch wieder verschlingen, besser gesagt atomisieren wird.
Bis das passiert, hat der Hominid Sapiens, der mit und der ohne Geschmacksupgrade, noch ein bißchen Zeit unter viel Mühe und Energieaufwand hier und da ein paar Dinge in Stellungen zu bringen, die er scherzhaft Ordnung nennt. 

 

 `````````*´´´´´´´´

ein Kenner menschlicher Fehler sprach folgenden Spruch:

"Das eine ist ein Zähler das andere ein Nenner,
das Ganze - ein Bruch!"
[Erich
Kästner]

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15 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Wie du die Dinge aneinanderfügst. Interessante Gedankengänge hast du.. Manno Mann!

    05.05.2013, 01:24 von Tora
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  • 1

    Stört mich irgendwie. Stören ist für mich aber auf keinen Fall negativ besetzt, sondern meint einen Zustand der mich nachdenken, über meine eigenen bisher resümierten Schlüsse zu einem Thema noch einmal anders nachdenken lässt. Daher mag ich deinen Text. Er stört mich und bringt mich weiter, wohin auch immer. Das nennt man dann wohl ästhetische Erfahrung oder so, wunderbar..

    10.08.2012, 05:14 von Sultanine
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  • 4

    just to put things in perspective.

    24.05.2012, 13:34 von H-C
    • 0

      großartig. danke.
      im wahrsten Sinne des Wortes. :)

      28.05.2012, 03:14 von schauby
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  • 0

    Das Verhalten, das du beschreibst rechne ich persönlich zu den Spätfolgen der Überzeugung, alles liese sich in kleinere Bausteine spalten, vielleicht auf Descartes zurückgehend, weiß ich nicht. Ich würde das  jedenfalls nicht auf die gesamte Menschheit übertragen, sondern eher dem Kulturraum (in dem Fall den westllichen) in die Schuhe schieben.

    Vielleicht aber redest du auch von was völlig anderem.

    17.04.2012, 21:04 von forst
    • 0

      es geht nicht nur um die Menschen, wie schon oben erwähnt. Es scheint ein universelles Prinzip.
      Ich mag den Satz von Schelling: die Natur schlägt im Menschen, im (menschlichen) Bewusstsein die Augen auf.
      Alles fing mit der rein sinnlichen, sensorischen Ebene des Erkennens (des Unterscheiden lernen) an, dann die kognitive, verstandesgestützte.

      Innerhalb dessen tun sich immer weitere Ebenen auf. das Erkennen physischer Unterschiede, physikalische Gesetzmäßigkeiten, darunter die atomare Ebene.. und das sicher spannendste inzwischen, die subatomare Ebene, die Quantenphysik.  Das alles sind offenbar Notwendigkeiten des Unterscheidens und Teilens von bislang nicht unterschiedenen- weil nicht erkannten, bewussten Dingen der Natur, die zu immer kleinteiligeren Einzelheiten führen.  



      18.04.2012, 17:26 von schauby
    • 0

      Ich verstehe nicht ganz. Worin zeigt sich denn dieses "universelles Prinzip", von dem du redest, wenn nicht im menschlichen Bewusstsein?


      Genau darauf wollte ich nämlich hinaus. Dass der Mensch die Fähigkeit zur Unterscheidung fälschlicherweise zur Identifikation nutzt, egal ob sinnlich oder sensorisch, etc. Er trennt Dinge voneinander, die er als getrennt wahrnimmt, und hat sich im laufe der Zeit an dieses gespaltene Bild seiner Umgebung gewöhnt. Ich gehe da eben nach Capri, und sage, dass diese Idee auch eine Frage des Kulturraums ist.

      18.04.2012, 17:42 von forst
    • 0

      es geht vorallem um Kommunikation. Das Teilen von Erfahrung, Gefühlen, Geschichten, An- und Einsichten, Entdeckungen... usw.
      Wenn man möchte gibt es 7 Milliarden Wirklichkeiten auf der Welt inzwischen, nimmt man nur die menschlichen. Jeder erlebt Unterschiede in dem was ein anderer erlebt. Aber um soziale Intelligenz wie die unsere hervorzubringen, braucht es Sprache, die sich auf gemeinsames stützt. Dafür besetzen wir Inhalte unserer Wahrnehmung mit lächerlichen Begriffen, meinen die Sache an sich "erkannt" zu haben, durch ein Etikett was wir draufkleben, ein paar Buchstaben aneinandergereiht, damit wir das Erleben kommunizieren (mit)teilen können. Wir sind im Sinne des Fortschritts gezwungen zu teilen, was im Grunde des Individuums, des keines wie das andere, gar nicht teilbar ist. Deswegen gibt es soviel Wettkampf um die Ideen, die sich Ausdruck im Unterscheiden suchen.   

      18.04.2012, 18:02 von schauby
    • 0

      Ah, jetzt versteh ich auch wo's hingeht.

      Da sind wir auf jeden Fall auf einer Linie.

      Auch wenn die Erkenntnis die du beschreibst ja in dem Sinne (wie im Grunde alles) nicht völlig unbehandelt ist, finde ich's ne sehr spannende Thematik. Für mich persönlich konnte ich das aber nicht lösen.

      18.04.2012, 18:31 von forst
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    Interessant ist doch auch die Tatsache, dass besagter Homo (hintenrum gebe ich ihm gerne auch mal verschiedene Anhängesel) nicht nur die Fähigkeit besitzt, zu teilen, zu trennen, zu sch(n)eiden und zu unterscheiden – sondern ebenso fähig ist (manche auch nur ansatzweise, manche leider gar nicht) zusammenzufügen... Dass sich dabei das Resultat mitunter als Frankensteins Monster entpuppt, ist eine weitere Geschichte, aber zumindest hat der Homo XX genug Voraussetzungen, um das Zusammensetzen, Zusammenfügen, vorzunehmen. Und vielleicht wird aus so manchem Bruch dann doch ein Ganzes, das aus zwei individuellen Hälften besteht.

    29.03.2012, 14:32 von Sasali
    • 2

      XY hatte offenbar günstigere Voraussetzungen die letzten 10.000 Jahre, die allermeisten Erfindungen und Höchstleistungen der Prä- und Ist-Zivilisation sind männlich. :) vielleicht wendet sich Verhältnis für die Postzivilisation wieder zum XX.

      Mal im Ernst, oder ein bißchen :)
      Das mit dem Zusammenfügen ist ja das Kuriose, vermeintlich Paradoxe am Geschehen.
      Alles was zusammenkommt und kultiviert wird, weil es (miteinander) reagiert und funktioniert, teilt sich alsbald oder später in noch viel mehr als im Ausgang. Ob Nitro und Glycerin, ob Feuer und Dynamit, ob Zucker in Wasser, ob Spermium und Eizelle, ob neue Idee in Hirnmasse. Sobald sie sich zusammenfügen, purzeln sofort ungleich mehr Teile in der Summe als zuvor im Eingang heraus.

      Das unaufhörliche Teilen, ist schon eine harte Nuss, vorallem, weil die dem Menschen so inhärente  Sehnsucht nach Einheit, Ganzheitlichkeit, wie ein zynischer Witz im Karussell des Kosmos erscheint, da es naturgemäß ständig ge- und zerstört wird.

      29.03.2012, 15:40 von schauby
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  • 3

    Ganz viel was Du schreibst, kommentiertst verstehe ich einfach nicht und lässt mich ganz oft dumm fühlen :( Aber vieles gefällt mir auch, wahrscheinlich mehr intuitiv. Wie das hier :)

    29.03.2012, 11:47 von Mrs.McH
    • 2

      Früher hat mich das auch abgeschreckt.
      Mittlerweile schätze ich es.

      30.03.2012, 22:17 von somehowamusing
    • 1

      Darüber kann man jetzt geteilter Meinung sein!

      13.08.2012, 21:09 von frl_smilla
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