barbara_gaertner 30.11.-0001, 00:00 Uhr 2 2

Teurer Selbstmord

Wer sich vor eine Bahn wirft, kann zur Kasse gebeten werden.

Es gibt 13 000 Arten, sein Leben zu verlieren. So viele Zeilen hat die Todesartentabelle des Statistischen Bundesamtes. Die meisten davon sind natürliche Tode, manche selbst zugefügt. 2003 haben sich 556 Menschen durch das, wie es im Tabellendeutsch heißt, »Sichwerfen oder Sichlegen vor ein sich bewegendes Objekt « umgebracht. Beinahe wäre ein heute 50-jähriger Mann darunter gewesen. Er sprang vor drei Jahren vor eine U-Bahn, fiel durch das Führerhäuschenfenster, überlebte. Die Stadtwerke rechneten zusammen: Behandlung und Krankschreibung des Fahrers plus Reparatur der Bahn – macht 4191,04 Euro. Die Rechnung schickten sie dem Selbstmörder. Der weigerte sich zu zahlen, pochte auf Schuldunfähigkeit wegen Depressionen. Schadensersatz ist zwar ausgeschlossen, so der Richter, nicht aber eine Beteiligung am Schaden. Er müsse die Hälfte zahlen. Grund: Der Mann habe aufgrund der spektakulären Art der Selbsttötung die Beeinträchtigung anderer in Kauf genommen. Denn, so der Richter weiter, er habe gegenüber Gutachtern erwähnt, dass er sich auch hätte aufhängen können.

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Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    Verrückte Welt

    08.04.2012, 00:10 von Dalek
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