lisafred 30.11.-0001, 00:00 Uhr 32 4

Tanzt, tanzt! Vor allem Matthias Matussek auf der Nase herum, denn sonst sind wir verloren.

Denn wer so schreibt wie Sie, der verkennt die Realität in monströsen Ausmaß – und tanzt vermutlich nie.

(Der Artikel auf den dieser Text eine Antwort ist, findet sich hier)
Nun erleben wir sie wieder: die ängstlichen, konservativen, mittelalten Journalisten, die am Karfreitag in irgendwelchen Tageszeitungen und an diesem „Tag der Stille“ demonstrativ die Sau spielen. Sie nennen es schreiben.

Was zu zunächst auffällt: Sie können gar nicht schreiben.

Meistens ist es eine Art Gesudel mit Hass verzerrten Gesichtern und pseudochristlichem Einschlag. Was daran liegt, dass sie gar nicht schreiben wollen, sondern demonstrieren. Ihr Schreiben ist kein Ausdruck von Freude, Lebenslust und gelebten christlichen Werten. Sie schreiben aus dem Prinzip des Hasses, der hirnlosen Provokation, dem Abwichsen kranker Emotionen a la „das wird man doch noch sagen dürfen“. Um gegen die Aufhebung des Tanzverbotes zu protestieren, gegen Atheisten, gegen tanzende junge Menschen, gegen Muslime, gegen die Überfremdung Deutschlands, gegen den Verlust der „christlichen Leitkultur“. Meistens tragen sie weiße Hemden und schreiben über Glauben und Familie. Oder über den Patriotismus, was genauso grausam ist.

Sie schreiben gegen die jungen Leute, die sich vom Tanzverbot an Karfreitag das Tanzen nicht verbieten lassen. Aber nicht nur das. Von hier aus spannen sie den Bogen und zielen ab auf Überfremdung durch den Islam, die Scharia (was mal eben nonchalant gleichgesetzt wird), hin zum Kopftuchverbot und dem Verlust jeder Empathie in der Gesellschaft, die tanzend der Verblödung entgegen groovt direkt hinein in eine kulturlose Ödnis in der die Rechte der Frauen und Homosexuellen nicht geachtet werden.

Aha?
Und wieso?
Und vor allem wie?

Die Frage stellt sich ja, wenn man das so liest. Passt all das in einen gut geschrieben Artikel? Nun ja, eigentlich nicht. Aber gut, das ist der Artikel von Matthias Matussek nun Beileibe nicht. Was ist er dann? Zuerst einmal: Ärgerlich. Ärgerlich in der wirren Art der Argumentationsführung. Ärgerlich in der falschen Art der Argumentationsführung, denn was Matussek sagt, stimmt in weiten Teilen einfach nicht. Ärgerlich, was die Position anbelangt und ärgerlich, sehr ärgerlich was den Tonfall angeht. Zudem: Er negiert sich selbst. Das ist wiederrum nicht ärgerlich. Sondern erfreulich. Denn wer sich selbst widerlegt, dem muss man im Grunde nicht widersprechen. Ich will es trotzdem tun und habe ja Dank des Tanzverbotes alle Zeit dazu, haha.

Beginnen wir mit den Formulierungen und dem Tonfall. Der ist durchweg ziemlich beleidigend – oder sagen wir so: er versucht es zumindest zu sein. Matussek ist ja so einer, der denkt, seine Beleidigungen seien pointiert und zeitgemäß (raus kommen dann Begriffe wie „Mover- und Shakerpartys“. Was das sein soll, weiß auch nur der Matussek selbst). Er ist so einer, der anderen beim schlechte Witze machen jovial auf die Schulter haut, selbst am Lautesten lacht und nicht bemerkt, dass der eine Mitlacher auch nur einer aus Verlegenheit war.

Da wird sich über den schlechten Tanzstil aufgeregt, über die Bärte und Flanellhemden der Parteimitglieder der Piraten, die ja ohnehin nicht tanzen könnten oder sich überhaupt körperlich betätigen, deswegen wies ja auch das Bundesgericht, das „sich den Anblick tanzender Piraten nicht antun wollte“ die Klage dieser gegen das Tanzverbot ab. Dann ist da noch ein junger Liberaler, der einen Pressetext formuliert hat, dem möchte Matussek „nicht im Dunkeln begegnen.“ Kennt man ja. Leute, die tanzen wollen, wann immer sie wollen, sind gemein gefährlich.

Lustig ist es, sich in diesem Zusammenhang an eine Klage Matusseks gegen Kurt Krömer zu erinnern, der ihn in einer Sendung als Arschloch und Puffgänger bezeichnet hatte. Matussek wollte die Sendung verbieten lassen. Offensichtlich mag er nicht beleidigt werden. Seltsam, dass er trotzdem – und das in einem Artikel, in dem er die „christliche Leitkultur“ anpreist – so ausfällig gegenüber anderen wird. Wie war das noch… Ach ja! Liebe deinen nächsten wie dich selbst. Hat er wohl kurz vergessen, der Matussek, das Gebot der Nächstenliebe. Gehört ja auch nur am Rand zum christlichen Glauben, da kann das schon durchrutschen… DAS „muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.“

Mal ganz abgesehen davon, dass Argumente wie „deren Forderungen sind nichtig, denn die sehen doof aus“ einfach unnötig sind, Polemik hin oder her.

Auch schön finde ich es, wenn Matussek von Deutschland als einem christlichen Land spricht. Diese Formulierung ist ziemlich hirnrissig. Denn ein Land ist ein Land. Es ist vielleicht groß oder klein, warm oder kalt, bergig oder flach. Aber niemals, nie, nie, niemals religiös. Seine Menschen sind es vielleicht. Allerdings sind die in Deutschland eben nicht nur christlich. Der vehementen Formulierung Matusseks nach aber sind sie das – oder sollten sie das sein. Zum Glück sind wir seit etwa achtzig Jahren auf dem besten Wege dahin, was Herr Matussek? Wenn nur die doofen, doofen Muslime nicht wären…

Punkt zwei: Die Fakten, Verknüpfungen und Schlussfolgerungen.
Da führt er an, individuell sei das Christentum als Glaubensansicht nicht, „immerhin bekennen sich zwei Drittel unserer Gesellschaft als kirchensteuerzahlende Christen, die am Karfreitag den Tod unseres Herrn betrauern.“ Ähm… Ja. Genau. Weil mit Sicherheit jeder, aber auch wirklich JEDER, der Kirchensteuer zahlt, bekennender Christ ist und am Karfreitag zuhause unterm Kreuze sitzt und in sein Taschentuch schnieft.

Eher nicht, nein. Kirchensteuer zahlen und bekennender Christ sein, hat heute vermutlich so viel miteinander zu tun, wie gut und fundiert schreiben können und in großen, überregionalen Tageszeitungen erscheinen.

Wer keine christlichen Werte hat, ist „seelisch erloschen, gleichgültig und verdient keinen Respekt.“ Puh also das ist so lächerlich, mehr noch grausam, dass man dazu eigentlich nicht mehr sagen braucht als: Wer so etwas schreibt, ist vermutlich seelisch erloschen, gleichgültig und verdient keinen Respekt.

Aber laut Herrn Matussek ist es ja so, dass so gut wie alle positiven Errungenschaften unserer Gesellschaft dem Christentum zu zuschreiben sind.

So schreibt er, dass unser Menschbild christlich sei und führt den ersten Paragraphen des Grundgesetzes an. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Aber Moment mal: Wurzelt diese Ansicht der Menschenwürde nicht auch in antiken Philosophien und der jüdischen Religion? Und ist dieser Absatz des Grundgesetzes nicht auch als Reaktion auf die menschenverachtenden Ereignisse des zweiten Weltkrieges zu sehen?

Zudem sei Christentum maßgeblich an der Gleichstellung von Mann und Frau beteiligt. Aber Moment mal: War es nicht das Christentum das beispielsweise die Sexualität der Frau herabwürdigte und mit dem Attribut der Scham behaftete? Sind nicht viele der Ämter in der Kirche bis heute Männer vorbehalten? Ist es nicht das Christentum, das die Abtreibung als Sünde sieht?

Aber nicht nur das, das Christentum sei auch verantwortlich dafür, dass „Männer, die Männer küssen nicht an Kränen aufgehängt werden.“ Aber Moment mal: War es nicht die Kirche, die Homosexuelle zu Sündern erklärte? Sind viele christliche Vertreter nicht der Meinung, Homosexuelle sollten sexuell abstinent leben oder sich gar gegen ihre Sexualität richten und heterosexuelle Ehen eingehen, um dem Willen Gottes zu entsprechen? Gibt es nicht sogar extrem konservative Christen, die Homosexuellen Schuld an Naturkatastrophen geben und in ihnen eine große Gefahr für das Abendland sehen?

Christlich sei auch die Aufklärung. Aber Moment mal: Hat die Aufklärung nicht in weiten Teilen an den Fundamenten des christlichen Weltbildes gerüttelt? Hat sie nicht dazu aufgefordert, sich gegen die Obrigkeit Kirche aufzulehnen? Hat sie nicht das Christentum herausgefordert, die eigene Notwendigkeit unter Beweis zu stellen?

Alle diese Fragen sind mit Ja zu beantworten – aber Herr Matussek erinnert sich nicht mehr.

Kann er auch nicht, weil dann seine Gegenüberstellung von Islam und Christentum als grausam und gütig, als unaufgeklärt und aufgeklärt, als ungerecht und gerecht, als unmodern und modern nicht mehr haltbar wäre. Da kann man ruhig schon mal so tun als hätte der eigene christliche Glauben sich ohne Ende für die Gleichberechtigung, für den Kampf gegen Vorurteile Kraft der Vernunft und immer, immer, immer schon dafür eingesetzt, dass alle Menschen den gleichen Wert haben, egal welcher Herkunft, Geschlechts und Alters etc. sie sind. Und Lesben- und Schwulen- und Frauenbewegungen etc. weltweit verstehen nur Bahnhof.

Aber selbst wenn das so wäre, dann wäre Herr Matussek ganz offensichtlich die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Denn augenscheinlich hat er es nicht so mit der Gleichberechtigung und mit vielen Sachen ein Problem. Mit allen, die nicht trauern wollen, wenn er trauert, mit den Piraten, den Jusos, dem Islam, mit der „tolle[n] Türkei.“ (Natürlich ist das kein wirkliches „Toll“, sondern ein ironisch verachtendes „Toll“). Mit den Tanzenden, wegen derer die Islamverbände jetzt über Deutschland lachen. Weil früher, „da hatten sie es doch mit wehrhaften Christen zu tun, die das Kreuzzeichen machen.“

BITTE WAS? Verstehe ich das richtig? Ruft Herr Matussek zu einem Kampf der Religionen auf? Zu mehr Haltung gegen die “Überfremdung”?Und in diesem Zuge zu mehr Wehrhaftigkeit seitens der Christen?

Ja. Und er geht in seiner Argumentation noch weiter. Implizit – zum Beispiel wenn er schreibt die Tanzenden sollen in Zukunft doch während des Ramadan in Dschidda und Riad tanzen – möchte er nämlich vermitteln: Bei denen, im Islam, da gibt es auch strenge Regeln, da dürftet ihr das auch nicht, mehr noch, da würde es euch noch schlimmer ergehen als hier. Deswegen also ist es wichtig und richtig, dass es hier auch strenge Regeln gibt. Deswegen ist es wichtig, dass wieder mehr Leute das Kreuzzeichen machen und weniger Leute an Karfreitag tanzen gehen.

Doch ist die Matusseksche Logik „leider“ nicht stringent. Denn wer sagt „Das ist schlecht und ich will nicht, dass es hier auch so schlecht ist, deswegen müssen wir es genauso schlecht machen, nur auf andere Art und Weise schlecht“ der schießt sich aus logischen Gesichtspunkten selbst aus dem Rennen.

Zudem stellen sich mir folgende Fragen: Was haben religiöse Werte wie die zehn Gebote eigentlich mit dem Kreuzzeichen zu tun? Was hat Nächstenliebe mit dem Tanzen zu tun? Bin ich ein guter Christ, wenn ich Karfreitag nicht tanze? Nicht zwangsläufig. Kann ich kein guter Christ sein, wenn ich tanze? Natürlich kann ich das. Ich kann auch auf Weihnachten verzichten, auf Ostern, mich nicht für Totensonntag interessieren und niemals beten und trotzdem ein guter Christ sein. Weil all diese Feste, diese Feiertage, diese Rituale nichts sind als Erinnerungen an die Werte des Christentums. Nicht aber die Werte selbst. Die sind viel tiefgreifender als ein Tanzverbot oder Feiertag, als ein Gebet oder ein einzelnes Gebot. Und oft auch schwerer einzuhalten.

Ich möchte Ihnen, Herr Matussek, in diesem Sinne vorschlagen als gutes Beispiel voranzugehen und sie an einer meiner liebsten christlichen Texte erinnern, das Friedensgebet, das häufig Franz von Assisi zugeschrieben wird. Zitat: „O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens, dass ich Liebe übe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man mich beleidigt, dass ich verbinde, wo Streit ist, dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich Licht anzünde, wo die Finsternis regiert, das ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern das ich tröste, nicht, dass ich verstanden werde, sondern das ich verstehe, nicht das ich geliebt werde, sondern das ich liebe.“

Sie, Herr Matussek, Sie verzeihen nicht. Sie stiften keinen Frieden, Sie verbinden nicht, Sie säen Streit, Sie hassen statt Liebe zu üben, Sie wecken keine Hoffnung, Sie bringen keine Freude, Sie wollen sie unterbinden. Und Sie wollen geliebt werden, so sehr wollen Sie geliebt werden. Denn Sie haben Angst und Sie füllen sich respektlos behandelt. Von den Tanzenden, die sich nicht für Sie und ihre Religion interessieren (was nicht heißt, dass sie sie nicht akzeptieren).

Das müssen die auch gar nicht. Denn ja, das ist tatsächlich deren persönliche Freiheit und ja, an dieser Stelle hat das Thema Tanzverbot auch „politisches Profilierungspotential.“ Worüber Sie sich auch wieder lustig machen. Aber das ist schon wahr und das sollte man in einer säkularen Gesellschaft wie der unseren auch diskutieren dürfen. Ohne das sich irgendwer in seinem „religiösen Selbstverständnis“ angriffen fühlt. Das bedeutet keineswegs, dass es sich um eine vertrottelte oder verblödete Gesellschaft handelt. Ganz im Gegenteil.

Wobei: Ihre Selbstverständlichkeit, die vor allem Selbstgefälligkeit ist, hat durchaus einen Angriff verdient. Denn wer so schreibt wie Sie, der verkennt die Realität in monströsen Ausmaß – und tanzt vermutlich nie.

Nun ist einer, der die Freude, das Tanzen, das Nichtreligiössein nicht erträgt, sei es das individuelle oder kollektive, im Kern krank. Ebenso jemand, der die vielen religiösen aber auch nonreligiösen Grundierungen dieses Landes nicht erkennt und akzeptiert.

Vielleicht würde es Ihnen helfen, sich den „tanzwütigen Rebellen [auf] ihre[n] Shaker- und Mover-Partys“  anzuschließen und etwas von Ihrer Angst und vor allem von ihrer schlechten Schreibe abzuschütteln.

Denn nur, weil man Polemik drüber setzt, heißt das noch lange nicht, dass man jeden unreflektierten, beleidigenden, falschen, undifferenzierten, rassistischen Scheiß schreiben darf.

http://flowngrow.de/

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32 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Denn Sie haben Angst und Sie füllen sich respektlos behandelt.
    --> fühlen

    Ohne das
    sich irgendwer in seinem „religiösen Selbstverständnis“ angriffen
    fühlt.


    --> angegriffen

    29.05.2015, 13:42 von mirror87
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  • 1

    Meinetwegen können wir gern die christlichen/kirchlichen Feiertage abschaffen. Und auch dazu das ganze laut Matussek ja gern gelebte semi-faschistoide "christliche" Brimborium drumrum.

    Der Artikel vom Matussek geht gar nicht. Das Publikum, an das er sich richtet, aber halt auch nicht.

    Nun ist einer, der die Freude, das Tanzen, das Nichtreligiössein
    nicht erträgt, sei es das individuelle oder kollektive, im Kern krank


    Sowas finde ich aber auch fragwürdig formuliert....Unterstellung und so.

    28.05.2015, 09:45 von frl_smilla
    • 0

      Tanzen ist lasterhaft und zügellos. Dem muss Einhalt geboten werden. Der ideologische Kurzschluss ist bei beiden, die Intention dieser Aussagen im wie auch immer gearteten Christentum suchen zu wollen.

      Da wird wieder 'Religion' argumentativ instrumentalisiert und ich werde gelangweilt...

      Da geh ich doch lieber tanzen...

      28.05.2015, 10:07 von sailor
    • 0

      Ist halt Volksschädlingsrhetorik.
      Aus dieser garstigen Brühe kriechen doch allerorts die Gauleiter die zum Schutz von Blut und Boden die Messer wetzen. Das hat nicht unbedingt sonderlich viel mit "Nazikeule" zu tun, sondern mit schlichter Soziopathie :)

      28.05.2015, 10:22 von PixelAspect
    • 0

      Stimme zu.
      Und nu?

      Verstehe gerade nicht, worauf du dich beziehst.

      28.05.2015, 10:23 von frl_smilla
    • 0

      sailor

      28.05.2015, 10:23 von frl_smilla
    • 0

      Ach nix...

      :)

      War wahrscheinlich auch eine Art Kurzschluss von mir...


      28.05.2015, 10:55 von sailor
    • 0

      Bei Matussek ist die Beweislast erdrückend.

      28.05.2015, 23:54 von Boahmaschine
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  • 0

    'Das Gebot der Nächstenliebe' klingt a bissl als wärs eins der 10 Gebote...
    Christentum ohne Passionsgeschichte halte selbst ich als Ungetaufter für schwer vorstellbar...
    Und ich habe den Eindruck, daß du oft, wenn du Christen schreibst 'Römisch-Katholische-Kirche' meinst...

    So, genug gemeckert.

    Gerne gelesen.

    28.05.2015, 08:33 von sailor
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  • 1

    Ja. Das ist halt auch die "WELT".
    Ziemlich repräsentativ für den Ungeist mit dem da Staat gemacht wird. Im wesentlichen klatscht es da Beifall von Leuten die halt Asoziale sind. Bigotte Arschlöcher eben die nicht sein lassen können was sie nicht verstehen und sowieso alles irgendwie fürchten was sie nicht kennen.

    Die Welt ist meistens ein echt schlimmes Blatt.
    Springer halt. Neoliberales, hardcorebürgerliches
    Brechmittel für jeden mit Restverstand.

    27.05.2015, 23:18 von PixelAspect
    • 0

      Ich habe da die Tage mal in einem Anfall von Masochismus die Leserkommentare unter diversen Artikeln zum Thema 'Flüchtlinge ersaufen im Mittelmeer' gelesen.

      Da wurd mir etwas anders...

      28.05.2015, 08:35 von sailor
    • 1

      never read the comments!

      28.05.2015, 09:16 von YOLK
    • 0

      Dochdoch...auf jeden Fall die Kommentare lesen.
      Dann weiss man nämlich recht genau was sich da für Leute am neoliberal-(rechts)konservativem Rand herumtreiben und wie die so "argumentieren".

      28.05.2015, 10:17 von PixelAspect
    • 0

      bei manchen erschrickt wahrscheinlich sogar die npd, so wie die teilweise übern endsieg hinausschießen. 


      ja, deshalb lese ich sie auch hin und wieder. aber in dosen. jeden tag dieses unterbelichtete mordlustige geschwalle halt ich nicht aus. argumentation steht da bei dir zu recht in gänsefüßchen. die haben nämlich keine. was ich öfters lese sind die seiten "linkes komponistenpack", hooligans gegen rechtschreibung" und "auslenda nehmn uns der bildunk weg". und "arbeitskreis schwule in der npd".
      das ist dann so lachen mit weinen.

      28.05.2015, 10:34 von YOLK
    • 0

      irgendwas mit claudia fatima roth und grünlinksfaschismus muss man auf jeden fall an dieser stelle noch einbringen.

      welt ohne diese entblödungen geht ja mal gar nicht.

      :D

      28.05.2015, 10:37 von PixelAspect
    • 0

      :D du hinkst dem trend mal wieder voll hinterher. das heißt jetzt "IS-Claudi" und "versifftes grünschwuchtelzeckenpack" 

      28.05.2015, 10:42 von YOLK
    • 0

      Die wollen doch nur kiffen...

      28.05.2015, 10:56 von sailor
    • 0

      die SOLLTEN das tun.

      28.05.2015, 11:48 von PixelAspect
    • 0

      dringend. und ganz viel.

      28.05.2015, 12:08 von YOLK
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  • 4

    wow. da kommt einem ja das kalte kotzen bei dem artikel. also, dem von herrn matussek.


    "christen" wehren sich gegen überfremdung? hat ja vor ca. 1600 jahren auch verlässlich geklappt als hier zunehmend die christianisierung einsetzte. bzw. dann doch oft zwangschristianisierung. so mit lass dich taufen oder stirb.

    achja, kurze zwischenbemerkung: immer wieder schön, von "christen" regiert zu werden. die leben echt voll selbstlos und aufopferungsvoll dieses "liebe deinen nächsten ...". der plebs verdient immer weniger, der wirtschaft steckt man bis zum anschlag im arsch und die leute, die an unserem wohlstand verrecken ballern wir demnächst vom flüchtlingsboot. unsere christliche kultur kann sich echt sehen lassen. krass, dass sowas in diesen islamistischen ländern nicht passiert. jedenfalls nicht so. klar, der IS und konsorten haben einen echt widerlichen vollknall. aber niemand würde da einen fremden in not so behandeln. sollte man nach christlicher tradition übrigens auch nicht. eigentlich. 

    aber christlich ist man hier anscheinend nur, wenns einem grad in den kram passt und man mal das stockkonservative arschloch raushängen lassen möchte. beispielsweise wenns darum geht, dass man die gleichgeschlechtliche ehe immer noch nicht erlaubt, obwohl inzwischen sogar irland per volksentscheid soweit ist. weil irgendwelche dummlaberer davon schwallen, dass wir hier traditionen haben und die schwulen die christliche vater-mutter-kind-familie kaputt machen. wie das genau funktioniert, konnte noch keiner erklären, aber es ist fakt. christlich ist man hier auch wenns darum geht weiter zuzusehen, wie die kirchen ihre angestellten weiter kinder missbrauchen lassen. aber hauptsache gegen homosexuelle.

    dass hier anno 1939 geistliche beider konfessionen garnicht schnell genug ihren schäfchen die waffen segnen konnten, (wirklich, mein vater war dabei und ist deshalb direkt nach kriegsgefangenschaft aus der kirche ausgetreten) damit die zum einen ihre eigenen brüder im glauben guten gewissens abballern und zum anderen 6 millionen juden in gaskammern schieben durften, vergisst man hier anscheinend etwas zu schnell. so eine scheiße haben die ganzen islamisten noch nicht gebaut. 2. weltkriege anzetteln und schuld am holocaust und trotzdem voll christlich. genau. diese heuchlerische bigotterie. wie ich die hasse.

    das es mit dem, was der gute mann da mal vor 2000 jahren angeblich gesagt hat, so mit seiner message, schon in den briefen der apostel abwärts ging, das weiß jeder, der das neue testament mal gelesen hat. es ist im laufe der jahre nicht besser geworden.

    viele industrieländer berufen sich auf ihre christliche tradition, auch die usa und wieviel nahrung schmeißen die industrienationen weg und wieviele menschen sterben pro minute an hunger?

    wenn eine kultur trotz der möglichkeit anders zu handeln so etwas zulässt, dann ist das keine schützenswerte kultur. sorry. dann dürfen von mir aus 10 verschiedene babarenhorden unser christliches abendland überrennen. es ist stark anzunehmen, dass diese insgesamt weit aus weniger babarisch sind als wir hier.

    also: wann ich tanze, lasse ich mir nicht von einer im gesamten widerlichen institution vorschreiben die trotz trennung von kirche und staat viel zu viel fuß in der tür hat. wer glauben will, soll glauben was er will. aber anderen nicht damit auf den sack gehen. und, trauer hat nichts mit religion zu tun. so etwas wie wirkliche kultur haben im übrigen auch nicht.


    das ist eins der themen, die mich wirklich wirkungsvoll auf die palme bringen. wirklich.

    27.05.2015, 18:03 von YOLK
    • 0

      'Die Christen' waren keine Invasionsarmee.
      Die Religion war schon zu Konstantins Zeiten (der sich aus taktischen Gründen taufen ließ) als auch zu Karl des Großens Zeiten während der Sachsen-Kriege ein strategischer Aspekt.

      Und Festlandeuropa wurde vorzugsweise von Irland aus christianisiert...

      Das nur am Rande... Ansonsten stimme ich dir zu

      28.05.2015, 08:26 von sailor
    • 0

      das behaupte ich auch nicht. und weiß ich. aber vielen blieb damals auch nicht wirklich ne wahl. naja. und die missionare haben ja nun doch in einigen länder furchtbar geaast. und das religion als strategischer aspekt benutzt wird, ist ja leider auch nicht neu.

      28.05.2015, 08:53 von YOLK
    • 0

      Die meisten hatten  nicht 'die Wahl'.
      Bei was auch immer. Das der Mensch 'die Wahl' hat, ist ja ein relativ neues Konzept.

      Und auch wenn's lisafred nicht schmeckt, aber 'Ich bin der Herr, dein Gott, und du sollst keine anderen Götter haben neben mir' ist ein Fundament einer emanzipierten Gesellschaft, denn es impliziert, das 'vor Gott alle Menschen gleich sind' und diese Abstraktion lässt den Schluss zu, daß kein Mensch über dem anderen steht. Aber auch nicht unter dem anderen...

      28.05.2015, 09:02 von sailor
    • 0

      für fundamental halte ich "alle menschen sind gleich". vor einem gott müssen die dazu nicht rumhampeln. ich will den gleichheitsbegriff jetzt nicht noch definieren, ich denke, wir verstehen uns da. ethische und humanistische gedanken und erwägungen stammen ja nun nicht allesamt aus einem christlich geprägten weltbild. selbst wenn. und ich behaupte jetzt einfach mal, dass man das ganze auch gut ohne gott hinkriegt.

      28.05.2015, 09:12 von YOLK
    • 0

      »ethische und humanistische gedanken und erwägungen stammen ja nun nicht allesamt aus einem christlich geprägten weltbild.«


      Sachich ja auch nicht...

      Das kriegt man inzischen, keine Frage, auch ohne Gott hin. 'Gott' ist ja eh nur ein Platzhalter für die Dinge, die man ansonsten nicht zu erklären in der Lage ist.

      Ich will lediglich zum Ausdruck bringen, daß sowas wie 'Gleichheit' auh aus dem Christentum argumentierbar ist.
      Lord Balfour (brit. Außenminister im WK I) fand die Vorstellung, alle Menschen seien 'gleich' eher amüsant...

      28.05.2015, 09:23 von sailor
    • 0

      jupp.


      das kann man machen. 
      hast du ne biografie von ihm gelesen? weil ich dazu jetzt grad nichts in petto hab. zum lord.

      in den kommentarseiten überall finden die menschen diese vorstellung inzwischen nicht mehr nur amüsant.

      28.05.2015, 10:21 von YOLK
    • 0

      Nee, ich bin nur im Geschichte-LK und in meinem Ringen mit dem Nahost-Konflikt und der Geschichte Israels immer wieder mit ihm in Kontakt gekommen.

      Gelesen hab ich das in irgendeinem Artikel über die Gründung des Völkerbundes...
      Aber vielleicht war's auch jemand anders von den Engländern dieser Zeit...

      Balfour war der, der den Zionisten 1917 'die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina' versprochen hat...

      28.05.2015, 11:51 von sailor
    • 0

      hatte ich auch, aber hatte. du gehst immer noch zur schule? *strengkuck* du lüchst doch!


      hm. naja, jedenfalls dachte ich, da könnt ich auch nochmal was zu lesen. der mann klingt insgesamt interessant.

      siehste mal. das war mir auch entfallen. aber jetzt, wo du das sagst.

      28.05.2015, 12:08 von YOLK
    • 0

      Zur Schule gehe ich nicht mehr, aber die Region und dieser dämliche Konflikt bewegt mein schwaches Herz und mein schlichtes Gemüt, seit ich dort 1990 im Rahmen eines Schüleraustausches war...

      28.05.2015, 12:30 von sailor
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  • 1

    Betet. Betet sonst sind wir verloren.

    Und wer nicht versteht, dass Beten und Tanzen eins sein können, gehört standrechtlich erschossen.

    27.05.2015, 15:48 von Patroklos
    • 0

      True story.

      30.06.2015, 21:18 von Mihoma
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