Onur_Yildirancan 07.11.2011, 23:51 Uhr 62 9
NEON täglich

Stadtneurose

Leidet ihr unter Heimweh?

Facebook ist schon eine Schlange. Da wird man leichtgläubig dazu verführt, Gedanken und Empfindungen zu posten, zu teilen, zu empfehlen, zu senden und in einem virtuellen Tagebuch festzuhalten - ein Tagebuch, das für viele Menschen einsehbar ist. Alles online, alles cool. Aber wenn man in der „echten Welt“ mit den Konsequenzen konfrontiert wird, fühlt man sich ertappt, ja sogar peinlich berührt und schreit: „Zuckerberg, du hast mein Vertrauen missbraucht!“
So geschehen vor einigen Wochen, als ich den Unmut vieler mit einem einzigen Posting auf mich zog:

"München ist schön. Erst jetzt verstehe ich, warum der Satz nie weitergeht. München ist schön. Stimmt. Punkt. Aber mehr auch nicht.
"

Nun war es vielleicht nicht die cleverste Idee, diese Information mit meinen neuen Kollegen zu teilen – Kollegen, die München lieben, leben und ganz nebenbei 40 Stunden die Woche mit mir Neuankömmling zusammenarbeiten. Integration ad absurdum. Setzen, Sechs.

Was ich zu meiner Verteidigung zu sagen hätte, wollten sie wissen. Folgendes hätte ich antworten sollen: „Tut mir leid, liebe Freunde, aber ich bin schwer krank. Ich leide unter „morbus helveticus“. Eine Krankheit, die bis ins Jahr 1688 zurückführt und zu körperlicher Zerrüttung, Entkräftung, Abzehrung, Fieber und schließlich zum Tod führen kann.“

Stattdessen antwortete ich: „Ich hab Heimweh, und ihr seid alle doof!“

Kennt ihr das Phänomen? Hattet oder habt ihr Heimweh? Vermisst ihr Freunde und Verwandte? Oder werdet ihr im Handumdrehen mit eurer neuen Umgebung warm? Vielleicht leidet ihr aber auch unter Fernweh und habt eure altbekannte Umwelt satt?

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62 Antworten

Kommentare

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    Ich habe nun nach langem Fernweh, Heimweh. Ich bin weggezogen von meinen Eltern und meinen Freunden, wohne in einer neuen Umgebung und mehr wie meine Arbeitskolleginnen und meinen Freund kenne ich hier immer noch nicht, was schon mega traurig ist. Aber für was gibt es den besten Freund mit dem man zusammen am Telefon um die Wette heulen kann. (:

    08.12.2011, 23:35 von r0ckamy
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    Ganz egal, wie schön und aufregend die neue Umgebung auch ist:
    Das Herz bleibt in der Heimat hängen.

    09.11.2011, 16:38 von Sommerregen03
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    Ich habe eher Fernweh. Ich will hier Raus. Endlich weg. Ich möchte nach Finnland. Nicht für Immer, aber für einen Teil meines Lebens. Hier hält mich so gut wie gar nichts. Meine Freunde sind bis auf ein paar Ausnahmen alle in der Welt verteilt. Wieso sollte also nicht auch ich mich ein wenig verteilen.

    09.11.2011, 10:01 von rotten.polaroid
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      Dann geh und du wirst sehen, es wird was fehlen ...

      10.11.2011, 15:53 von fraWuPuKu
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    Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl
    "München ist schön." Hamburg & Berlin ist Leben und Veränderung.

    09.11.2011, 09:43 von Andi_HH
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  • 0

    Oh ja das Thema Heimat beschäftigt mich auch sehr.
    Ich frag mich, wenn ich nächstes Jahr zurück kehre,
    ist es ein Schritt nach vorn?
    Oder besser in Mitteldeutschland das Leben aufbauen.
    schwierig, schwierig.

    08.11.2011, 22:27 von -Karla.Kolumna-
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    ich musste kürzlich mit diversen personen aus münchen telefonieren . das absurde war - ich wurde sentimental. ich bekam heimweh nach etwas, oder einer stadt, in der ich nie heimisch war. ich bin zwar im gleichen bundesland groß geworden, fühlte mich aber nie als mittelfränkin, da ich in einer eher gemischt-bundesländischen familie groß wurde, in der es eigentlich gar keine heimat gibt. wenn ich den münchner dialekt oder eher akzent höre werde ich sofort wehmütig. absurd. ist aber so. diese sehnsucht nacht etwas das ich gar nie hatte, aber gerne wohl hätte.

    08.11.2011, 20:56 von Gluecksaktivistin
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  • 1

    Heimweh hab ich dann, wenn ich meine Heimat verlasse. 600 km westlich in jene Stadt, die ich ins Herz geschlossen habe, mein Heimatdorf aber nie aus meinem Herzen verdrängen kann. Meine Heimat ist dort, wo meine Eltern sind - meine Wurzeln sich tief in der Erde verankert haben - und ich stolz darauf bin, woher ich komme. Egal wo ich bin - ich weiß, wer ich bin - und wohin ich gehöre.

    08.11.2011, 19:09 von Santsche
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    Da ich in der hässlichsten Stadt des Nordens wohne, mindestens, vermisse ich meine Heimat stündlich mind. einmal.
    Zu Hause, zwischen all dem Wasser und den Kühen und dem Land und den Dörfern und den Menschen, die ich kenne, fühl ich mich mächtig, grenzenlos und geerdet. Ich bin nirgends so gerne wie in meiner Mecklenburger Seenplatte. Und ja, ich mags dort, sehr, trotz der ganzen Vorurteile (NPD, Dunkeldeutschland ...). vielleicht liegt es an meiner unterkühlten, nordischen Art. Auch mit habe ich dort kein Problem.
    Nur leider, leider, und das ist kein Vorurteil, zwingt einem die Seenplatte zum Auswandern, zumind. auf Zeit. Schade, aber ich liebe das Heimkommen umso mehr.
    Also ja, ich kenne Heimweh, sehr sogar, auch mit Tränen, ich dachte, ich w erde mein Kaff nie vermissen. Und wie ich es tue. Punkt!

    08.11.2011, 18:53 von fraWuPuKu
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    Ich bin immer froh, aus meiner Stadt raus zu sein.
    Und noch froher bin ich, wenn ich wieder zu Hause bin.

    08.11.2011, 18:30 von SirLuke
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    Ich bin vor 2 Monaten zu Hause ausgezogen. 130 km weit weg und 564.000 Einwohner mehr.
    Es ist eine schöne Erfahrung, ich hatte mich darauf gefreut alleine zu leben und mich zu versorgen. Aber dennoch ist jedes Wochenende bei meiner Familie und meinen Freunden wie ein Kurzurlaub für mich. Fernab von Straßenbahnen, Betonklötzen und Menschenmassen fühle ich mich einfach besser.

    08.11.2011, 17:48 von LastUnicornAlive
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