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So war 2006

Der NEON-JAHRESRÜCKBLICK: Die TOP 5 der Polit-Pannen, Adoptionen, Ohrwürmer, Nazi-Opas, Klinsmann-Sprüche . . .

FÜNF PORNOTITEL 2006
Da Vagina Code
Four On The Whore
Verdammt und zugepierct
Vaginatarians
Whore de France

FÜNF BELEIDIGTE RELIGIONEN 2006
Protestanten: Landesbischöfin Margot Käßmann schimpft auf Madonna, weil die sich auf der Confessions-Tour ans Kreuz schlagen lässt.
Katholiken: Kardinal Lehmann empfindet die MTV-Serie Popetown als »dreiste Rücksichtslosigkeit«.
Juden: Orthodoxe Rabbiner bringen eine Schwulenparade durch Jerusalem zu Fall, weil dies eine »eklatante und beleidigende Provokation der Heiligen Stadt« sei.
Amerikanische Evangelikale: Gläubige Kreationisten kämpfen gegen die Evolutionslehre Charles Darwins und deren Anhänger.
Moslems: Nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung brechen auf der ganzen Welt blutige Proteste los.

FÜNF ADOPTIONEN 2006
Madonna adoptiert David (eins) aus Malawi.
Meg Ryan adoptiert Daisy (eins) aus China.
Ewan McGregor und Eve Mavrakis adoptieren ein Mädchen (vier) unbekannten Namens aus der Mongolei.
Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf adoptieren einen Jungen (unter einem Jahr, Name unbekannt) aus St. Petersburg.
Sharon Stone adoptiert Quinn (neugeboren).

FÜNF POLITISCHE PEINLICHKEITEN
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel reist zu einem Termin an der Havel mit dem Hubschrauber an, der dabei rund tausend Liter Treibstoff verbraucht. Das soll keiner mitkriegen. Deswegen lässt Bundesverkehrsminister Tiefensee Gabriel für die letzten Meter in seinen wasserstoffgetriebenen Mercedes einsteigen.
Angela Merkel erfreut in kleiner Runde mit Imitationen von Jacques Chirac, Wen Jiabao, Jaroslaw Kaczynski und Papst Benedikt XVI.
Diether Dehm, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, ist verärgert über seine Kollegin im Parteivorstand. Elke Breitenbach habe ihn als »blöder als ein Stück Scheiße« bezeichnet. Das stimme nicht, sagt Breitenbach. Sie fände, er sei »dümmer als ein Stück Scheiße«.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries war schon eineinhalb Jahre im rot-grünen Kabinett, als Joschka Fischer zum ersten Mal mit ihr gesprochen hat.
Michael Glos, Bundeswirtschaftsminister, CSU, wünscht sich im Wirtschaftsausschuss die »Man- und Wifepower« des Bundeskartellamts zu erhöhen. Es sollen dort also künftig mehr »Männer und Ehefrauen« arbeiten.

FÜNF EINBÜRGERUNGSTEST-FRAGEN
Nennen Sie drei deutsche Mittelgebirge.
Der deutsche Maler Caspar David Friedrich malte auf einem seiner bekanntesten Bilder eine Landschaft auf der Ostseeinsel Rügen. Welches Motiv zeigt dieses Bild?
Welcher deutsche Physiker hat mit seiner Entdeckung im Jahre 1895 die medizinische Diagnose bis zum heutigen Tag revolutioniert?
Was gelang dem deutschen Wissenschaftler Otto Hahn erstmals 1938?
Welcher deutsche Arzt entdeckte die Erreger von Cholera und Tuberkolose?

FÜNF BEISPIELE FÜR DAS DEUTSCHE HOOLIGANPROBLEM 2006
»Weiß. Nicht nur eine Trikotfarbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!« (aus der WM-Broschüre der NPD).
»Galatasaray – wir hassen die Türkei« (Chemnitzer Fans).
»Eine U-Bahn bauen wir von St. Pauli bis nach Auschwitz« (Chemnitzer Fans).
»Zick-Zack-Zigeunerpack« (deutsche Fans nach dem Länderspiel Slowakei – Deutschland).
»SS, SA, die Cottbuser sind da« (gerufen von Fans des FC Energie Cottbus II).

FÜNF SCHWARZMARKTPREISE
Das (Vogel-)Grippemittel Tamiflu: 140 Euro
Fremde Krankenversichertenkarte (für Nichtversicherte): ab 40 Euro
WM-Karten (Endspiel): ab 1500 Euro
Zigaretten (Schachtel auf Vietnamesenmarkt in Berlin): 2 Euro
Spenderniere: 10 000–100 000 Dollar

FÜNF PROBLEMTIERE 2006
Braunbär Bruno, der blutrünstig Schafe riss und dann nur Leber und Herz fraß.
Der Pandabär Chuang Chuang, der seine Freundin Lin Hui nicht begatten will und deshalb nun Pornos vorgespielt bekommt.
Der von vergorenen Äpfeln besoffene schwedische Elch, der Schulkinder vom Pausenhof jagte.
Das Albino-Rehkitz, das sächsische Jäger gerne geschossen hätten (wozu es aber nicht kam, weil sich unter anderem der Volksmusikstar Stefanie Hertel für das weiße Bambi einsetzte).
Der Trauerschwan aus Münster, der sich in ein Tretboot verliebt hat.

FÜNF TOTE IDOLE 2006
Syd Barrett starb am 7. Juli mit 60 Jahren. Er war Gitarrist und Gründungsmitglied von Pink Floyd, musste die Band aber verlassen, angeblich wegen massiven LSD-Konsums.
Der Regisseur Robert Altman starb am 20. November im Alter von 81 Jahren. Er war fünf Mal für den Oscar nominiert, unter anderem für seinen Film »Short Cuts«. Dieses Jahr erhielt er den Ehrenoscar.
Rudi Carrell starb am 7. Juli im Alter von 71 Jahren. Er war der erste Holländer im deutschen Fernsehen.
DJ Dilla starb am 10. Februar mit 32 Jahren nach langer Krankheit. Der Hip-Hop-Produzent, »Slum Village«-Mastermind und Meister der soulful Beats brachte drei Tage vor seinem Tod sein letztes Album, »Donuts«, heraus. Robert Gernhardt starb mit 68 Jahren am 30 Juni. Der Autor, Satiriker und Karikaturist war Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule und der Titanic.

FÜNF BILD-STORYS 2006
ausgesucht von Bildblog.de
Nachdem in Berlin ein Mann erstochen wurde, gibt »Bild« den Tätern die Namen »Murat G.« und »Nasir L.«. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den beiden jedoch um Deutsche »mit treudeutschen Namen«.
Der »Rückführungstherapeut« Trutz Hardo erstellt für »Bild«-Leser einen Fragebogen zum Thema »Haben Sie auch schon mal gelebt?«. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der wegen Volksverhetzung verurteilte Okkultist Tom Hockemeyer, der in seinem Buch »Jedem das Seine« behauptete, dass die Juden mit dem Holocaust für frühere Sünden bestraft wurden.
»Bild« titelt im Hochsommer: »Wissenschaftler diskutieren jetzt eine verblüffende These: Ist der Mars schuld an der Hitze?« Dabei hielten alle befragten Forscher die Theorie für Unsinn. Illustriert mit einer zu einem Galgen geknoteten Schlinge, berichtet »Bild« von einer »Hinrichtung« in einem Kinder- und Jugendhaus. Laut Polizei handelte es sich jedoch um einen Unfall mit einer Hängematte.
In der neuen Korrekturspalte berichtigt »Bild« Fehler in der Berichterstattung: zum Beispiel, dass Dieter Bohlen nicht 52, sondern 51Jahre alt sei oder Bohlens neue Freundin »Carina« (mit »C«) und nicht »Karina« (mit »K«) heiße.

FÜNF RÜCKRUFAKTIONEN 2006
Fahrradschlösser: Der amerikanische Hersteller Kryptonite rief seine Schlösser mit Rundzylinderschlüsseln zurück, weil man sie mit einem Kugelschreiber öffnen kann.
Akkus: Toshiba, Dell und Sony mussten insgesamt 5,2 Millionen Sony-Laptop-Batterien zurückrufen. Die Lithium-Ionen-Akkus hätten durch Überhitzung Feuer fangen können.
Spinat: In 21 US-Bundesstaaten musste das FBI eingeschaltet werden, um mit Bakterien verunreinigten Spinat aus Supermärkten zu entfernen.
Stoßdämpfer: BMW musste weltweit 46 000 Autos zurückholen, weil die Federung nicht richtig funktionierte.
Künstliche Herzklappen: 86 000 Herzpatienten mit Herzklappenprothesen von Bowling-Pfizer wurden aufgerufen, ihren Kardiologen aufzusuchen. Die Implantate könnten zerbrechen.

NOCH FÜNF ALTE HERREN MIT NS-VERGANGENHEIT
Der Kabarettist Dieter Hildebrandt wurde deutsch-national erzogen, kam in die Hitlerjugend und musste als 17-Jähriger gegen die Russen in den Krieg ziehen.
Der Philosoph Jürgen Habermas war Hitlerjunge im Sanitätsdienst und hielt Ausbildungskurse ab.
Der Schauspieler Mario Adorf meldete sich gleich nach Kriegsbeginn begeistert bei der Hitlerjugend. Gegen Kriegsende arbeitete er als Melder in seiner Heimatstadt Mayen.
Der Germanist Walter Jens taucht in Unterlagen der NSDAP als Parteimitglied auf. Er selbst sagt, dass er von seiner Mitgliedschaft nichts gewusst habe.
Der Schauspieler Günter Lamprecht war in der Hitlerjugend. Mit 15 war er im Kampf um Berlin als Sanitätsgehilfe im Einsatz.

FÜNF SÜNDENBÖCKE FÜR DEN DEMOGRAFISCHEN WANDEL
Frank Schirrmacher, Autor des Bestsellers »Minimum« und Mitherausgeber der FAZ: Die Frauen sind schuld. Denn sie verweigern sich ihrer naturgegebenen Rolle als »sozialer Kitt«.
Eva Herman, ehemalige Tagesschau-Sprecherin und Autorin des Bestsellers »Das Eva-Prinzip«: Die Emanzipation ist schuld. Sie hat dazu geführt, dass Frauen ihre biologisch festgelegte Aufgabe vergessen haben – Mann und Kinder zu versorgen.
Das Bundesfamilienministerium: Egoistische Selbstverwirklicher sind schuld. Bei den Kinderlosen handele es sich oft um Menschen, die »in überdurchschnittlichem Maß Wert auf Unabhängigkeit legen«, heißt es in einer Broschüre des Ministeriums.
Meike Dinklage, Autorin von »Der Zeugungsstreik«: Die Männer sind schuld. Weil sie mit sich selbst nicht zurechtkommen, verweigern sie sich der Familiengründung.
Sigmund Gottlieb, Fernsehchefredakteur beim »Bayerischen Rundfunk «: Alle Frauen, die nicht so sind wie seine, sind schuld. Er dankte Frau Gottlieb in einem offenen Brief dafür, dass sie all die Jahre lang den gemeinsamen Kindern mittags nicht bloß irgendein Essen hingestellt habe, sondern »mit Liebe zubereitete Leckerbissen, die ihre Lebensgeister zurückholten nach einem kräftezehrenden Schultag«.

DIE FÜNF SCHÖNSTEN TORE DER FUSSBALL-WM
ausgewählt von Philipp Lahm
Torschütze: Philipp Lahm, 6. Spielminute, zum 1:0 für Deutschland gegen Costa Rica. »Ich schieße eigentlich selten Tore und hatte ja diese Armverletzung und dann treffe ich ausgerechnet im Eröffnungsspiel, aber ehrlich gesagt: da gehört schon Glück dazu.«
Torschütze: Maxi Rodriguez, 98. Minute, zum 2:1 für Argentinien gegen Mexiko im Achtelfinale »Wir kamen gerade von unserem Achtelfinale gegen Schweden zurück, ich habe im Hotel den Fernseher eingeschaltet und sehe Rodriguez, wie er am 16-Meterraum den Ball mit der Brust annimmt und ihn voll trifft.«
Torschütze: Oliver Neuville, 91. Minute, zum 1:0 für Deutschland gegen Polen in der Vorrunde. »Es war nicht das schönste Tor, aber wähle es trotzdem, weil es ein so emotionaler Treffer für uns alle war.«
Torschütze: Thorsten Frings, 87. Minute, zum 4:2 für Deutschland gegen Ecuador in der Vorrunde. »Wenn man den WM-Ball mit voller Kraft trifft, dann fängt er in der Luft an zu flattern, das macht es schwer für die Torhüter - aber der Thorsten hat den genau in den Winkel geschossen, den hätte der Torwart auch mit einem anderen
Ball nicht gehalten.«
Torschütze: Fabio Grosso, 119. Minute, zum 1:0 für Italien gegen Deutschland im Halbfinale. »Das Tor war schön, das kann man ehrlich zugeben… obwohl, nein, das Tor wähle ich trotzdem nicht aus, weil die gegen uns gewonnen haben.«

FÜNF NATASCHA-KAMPUSCHIDEEN
Die »Peter Deilmann Reederei« aus Neustadt will Natascha eine Kreuzfahrt auf dem ZDF-Traumschiff »Deutschland« schenken.
Die österreichische »Kronen Zeitung« bietet ihr eine Anstellung »auf Lebenszeit« an.
30 große internationale Filmkonzerne reißen sich angeblich um die Rechte an ihrer Story; Gerüchten zufolge wird Scarlett Johansson die Hauptrolle spielen.
Die Swiss Tenors dichten den Falco-Song »Jeanny« zum Song über Natascha um, darin heißt es: »Verlass nie diesen Raum. So eine schöne junge Frau gehört nicht in die Welt, da ist jemand, der braucht dich.«
Die Klingeltonfirma Rob Mobile bietet kurzfristig den Klingelton »Natascha im Keller« in Werbespots auf MTV und VIVA an.

FÜNF NEUE SEX-ERKENNTNISSE
Die verschiedenen Varianten des Gens DRD4 bestimmen einer israelischen Studie zufolge, wie viel Lust man auf Sex hat.
Hip-Hop-Fans haben einer Studie der University of Leicester zufolge die meisten Sexpartner, Country-Fans die wenigsten.
Die sexuell aktivsten Europäerinnen sind die Italienerinnen, am unaktivsten sind die Österreicherinnen.
Das Immunsystem von Ameisenköniginnen wird schwächer, wenn sie viel Sperma von vielen Gatten aufnehmen.
Zu viel Hausarbeit schadet dem Sex.

FÜNF KASACHSTAN-WAHRHEITEN
Weil er seit Mitte der siebziger Jahre austrocknet, besteht der Aralsee mittlerweile aus zwei Seen.
Der größte Exportpartner des Landes ist mit 12,5 Prozent Bermuda – danach folgen Russland und Deutschland.
Die Regierung sponsert für 40 Millionen Dollar die Fertigstellung des Kostümfilms »Der Nomade« über die Geschichte des Landes.
Präsident Nursultan Nasarbajew hat persönlich ein altes Volkslied umgedichtet, um dem Land eine neue Hymne zu geben.
Die neue Hauptstadt Astana wurde mitten in der Steppe in nur zehn Jahren aus dem Boden gestampft und soll nach dem Willen des Präsidenten bis 2030 eine der dreißig bedeutendsten Metropolen der Welt werden.

DIE FÜNF SCHLIMMSTEN SONGS
ausgewählt von Markus Kavka
Shakira feat. Wyclef Jean – Hips Don’t Lie
Lordi – Hard Rock Hallelujah
Christina Aguilera – Ain’t No Other Man
Sergio Mendes feat. The Black Eyed Peas – Mas que nada
Scissor Sisters – I Don’t Feel Like Dancin’

DIE FÜNF BESTEN SONGS
ausgewählt von Markus Kavka
Tomte – Ich sang die ganze Zeit von dir
Schrottgrenze – Am gleichen Meer
Hot Chip – Boy From School
The Rifles – Repeated Offender
Arctic Monkeys – The View From The Afternoon

FÜNF DRITTES-REICH-VERGLEICHE
Angela Merkel vergleicht mit Blick auf das Atomprogramm und antisemitische Aussagen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahma dinedschad den Iran mit Nazi-Deutschland.
Der Kommunikationschef der iranischen Revolutionären Garden vergleicht Angela Merkel mit Hitler: »In ihren kindlichen Träumen sieht Merkel sich als Hitler und glaubt, dass sie jetzt, da sie im Kanzleramt sitzt, der Welt und den freien Ländern ihre Befehle erteilen kann.«
Der stellvertretende Vorsitzende der türkischen Regierungspartei AKP, Salih Kapusuz, sagte, Papst Benedikt XVI. werde als »negative Figur in die Geschichte eingehen wie Hitler und Mussolini«. Der Grund ist die Vorlesung des Papstes in Regensburg, bei der er sich missverständlich über den Islam geäußert hatte.
Der Präsident Venezuelas, Hugo Chavez, sagt bei einem Besuch im Iran: »Israel verübt an den Libanesen dieselben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat – die Ermordung von Kindern und hunderten unschuldigen Zivilisten.«
Jede Menge Katzen werden auf der Webseite www.catsthatlooklikehitler.com mit Hitler verglichen.

FÜNF ANZEIGEN AUS DER HALLORUBRIK DER »BILD«-ZEITUNG
Notgeile Margot (71) mit Hängebusen!
Schone deine Frau, komm zu mir! Geile Polin wartet auf dich!
19 Jahre. Behaarte Schülerin!
Endgeiles Luder (70) zum Vorkriegspreis: 98 ct. Leibhaftig und echt!
Enger-feuchter-tiefer Lutschschlund. Haus-Hotel-Lkw.

FÜNF VERDÄCHTIGE KOFFER
Koffer in Zügen nach Dortmund und Koblenz, 31. Juli 2006. In zwei Regionalzügen deponieren die Kölner Studenten Youssef El-Hajdip und Dschihad Hamad zwei schwarze Trolleys voller Sprengstoff. Die Bomben explodieren nicht, können entschärft werden und liegen seitdem in der Asservatenkammer beim BKA Wiesbaden.
»Koffer in der Halle des Cottbuser Hauptbahnhofs, 25. September 2006. Ein demenzkranker hessischer Rentner (75), der ohne Hosen auf dem Bahnhof herumirrte, hatte den Koffer auf der Reise nach Polen vergessen. Ein Sondereinsatzkommando der Bundespolizei sprengte das Verdachtsstück. Es befanden sich nur Textilien darin.
Trompetenkoffer am Memminger Bahnhof, 10. September 2006. Nach der Evakuierung aller Zugreisenden und Passanten meldete
sich der Vater eines 14-jährigen weiblichen Papstfans. Das Mädchen hatte ihre Trompete bei der Heimreise vom Papstbesuch liegen lassen. Sie wollte damit die Kollegen aus ihrer Jugendgruppe morgens mit einer Fanfare wach blasen.
Mehrere Bombenattrappen im Bundesgebiet. In mehreren Fällen rückte die Bundespolizei aus, weil aus vergessenen Koffern und Taschen Drähte ragten. Es handelte sich aber stets nur um Bombenattrappen. Wer sie streut, ist bis heute unbekannt. Die Beweisstücke werden nun in den Asservatenlagern der zuständigen Polizeipräsidien verwahrt.
Koffer im Ingolstädter Bahnhof, 3. September 2006. Ein Allgäuer mittleren Alters hatte den Koffer auf der Durchreise vergessen.
Sprengstoffexperten der Bundespolizei öffneten das Gepäckstück. Inhalt: nasse Kleidungsstücke, Schuhe, Zeitungen und ein alter Toaster. Der Allgäuer bekam den Koffer zurück.

FÜNF FOLGEN VON BRUNOS TOD
Rom fordert die Auslieferung des Bärenkadavers, ob ausgestopft oder tiefgekühlt. Schließlich sei der Bär »Eigentum des italienischen Staates«, heißt es in dem Schreiben des italienischen Umweltministers Alfonso Pecoraro Scanio.
Der tiefgefrorene Körper des Bären wird im Oktober an einem unbekannten Ort versteckt. Denn als er zuvor im Institut für Tieranatomie der Münchner Universität lag, pöbelten militante Tierschützer immer wieder Mitarbeiter des Instituts an.
Das Münchner Stadtmuseum widmet Bruno eine Ausstellung. Zu sehen ist unter anderem ein Foto, das den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude als kleinen Jungen in Lederhosen zeigt – mit einem Plüschbären, der angeblich auch Bruno hieß.
Aus Rache zerstören Tierschützer in Niedersachsen laut Polizei mehrere Hochsitze. Die Aktivisten nennen sich »Die rächenden Brunos«.
Der bayerische Tierschutzbund lässt Briefmarken zu Brunos Gedenken anfertigen.

FÜNF ZITATE DER NPD
Der sächsische Landtagsabgeordnete Uwe Leichsenring kritisierte in einer Sitzung den Umgang mit zwei Jugendlichen, die in Potsdam »einen Neger, oder nicht? Es war doch ein Neger?« überfallen hatten. »Wenn man Linksextreme so behandeln würde wie die, dann müssten bald Sonderzüge nach Karlsruhe [zur Bundesanwaltschaft] rollen.«
Udo Pastörs, der Vorsitzende der NPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern: »Rudolf Hess war ein absoluter Idealist. Er ist für mich vergleichbar nach meiner Auffassung mit Gandhi.«
»Wir müssen kämpfen, für die richtige Erinnerung an den Holocaust – die tatsächliche Verbrennung der Juden in der Zukunft statt der Science-Fiction-Vergasung in der Vergangenheit.« Das stand auf einer Webseite, mit der NPD-Seiten im Landtagswahlkampf in Mecklenburg- Vorpommern verlinkt waren.
Der sächsische Abgeordnete Klaus-Jürgen Menzel sagte beim NPDParteitag 2006: »Zum Führer stehe ich nach wie vor. Da gibt es kein Partout. Da hat sich nichts geändert. Wie sollte sich.«
Zu dem aus Österreich stammenden Abgeordneten der LINKE.PDSFraktion, Peter Porsch sagt Menzel im Landtag: Es gebe mehrere Sorten Österreicher, aber »wenn ich Sie so vor mir sehe, dann wird mir der andere nur noch sympathischer.« Später behauptet er, er habe mit »dem anderen« nicht Hitler gemeint, sondern einen befreundeten
FPÖ-Politiker.

FÜNF KLINSMANN-MOTIVATIONEN
»Da brennt der Baum! Das ist unser Spiel. Das ist unser Spiel! Das lassen wir uns von niemand nehmen! Schon gar nicht von Polen!« (vor dem Spiel gegen Polen).
»Die stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir knallen sie durch die Wand« (vor dem Spiel gegen Polen).
»Denen müssen wir auf die Fresse geben« (vor dem Spiel gegen Ecuador).
»Wenn sie den Tiger in unseren Augen sehen, schlagen wir zu« (vor dem Spiel gegen Argentinien).
»Wenn ihr euer Herz rausbringt, dann hauen wir die weg, die Italiener« (vor dem Spiel gegen Italien),

FÜNF MAL 60 MILLIARDEN
Die Schulden Berlins in Euro
Die Zahl an Menschen, die einer Annahme des Philosophen John Leslie zufolge bisher geboren wurden
Summe (in US-Dollar), die wild lebende Insekten jährlich erwirtschaften, z. B. durch Bestäubungsarbeit an Obst und Gemüse
Summe (in US-Dollar), die der »Melinda & Bill Gates Foundation« zur Verfügung steht
Gesundheitskosten (in US-Dollar), die fettleibige US-Amerikaner jährlich verursachen

FÜNF KONZERNE, DIE 2006 GEWINN MACHEN, ABER STELLEN ABBAUEN
Allianz, Gewinnprognose: 5,5 Milliarden Euro; Abbau von 5000 Stellen
Dresdner Bank, Gewinnprognose: 1,2 Milliarden Euro, 2500 Stellen
Siemens, Gewinnprognose: 3,1 Milliarden Euro, ca. 2800 Stellen in der IT-Sparte, bis zu 6000 Stellen in der mit Nokia fusionierten Telekommunikationssparte, mehr als 1900 Stellen in der an BenQ verkauften Handysparte
Bayer, Gewinn im ersten Halbjahr 2006: 1,052 Milliarden Euro, Abbau von bis zu 6000 Stellen nach Übernahme des Schering-Konzerns
AMB Generali Versicherungen, Gewinnprognose 2006: 340 Millionen Euro, Abbau von 500 Stellen, zusätzlich zum bereits angekündigten Abbau von 1000 Jobs

DIE FÜNF FÜNFTESTEN RÄDER 2006
André Hellers WM-Eröffnungsfeier, die nie stattgefunden hat
Kevin Federline, weil ihm Britney Spears den Laufpass gab, nachdem er ihr zwei Kinder gemacht hat
Robbie Williams, weil ihn niemand rappen hören will
Die Suchmaschine von Microsoft MSN Search
Festangestellte (Praktikanten machen die gleiche Arbeit umsonst)

DIE FÜNF AM STÄRKSTEN VON DER VOGELGRIPPE BETROFFENEN VOGELARTEN IN DEUTSCHLAND
187 infizierte Schwäne
58 Enten
32 Greifvögel (Bussard, Falke, Habicht)
30 Gänse
6 Möwen

DIE FÜNF BESTEN CLUBS 2006
ausgewählt von DJ Hell
Goa Club – Rom
Nitsa Club – Barcelona
Ampere – München
The Edge – Sao Paulo
Übel & Gefährlich – Hamburg

FÜNF DINGE, DIE ES SEIT 2006 NICHT MEHR GIBT
Hoffnung für den Berliner Palast der Republik
BenQ-Handy-Produktion in Deutschland
Pluto als Planet
Die Minimal-Supermärkte
Deutsche Siege bei der Formel 1

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