SuperMrTramp 17.05.2012, 15:51 Uhr 0 1

Sich Aufgeben!

Die Jogginghose als Synonym für eine Lebenseinstellung!



Es ist kurz vor 21 Uhr in der Kneipe meines Vertrauens, als eine Frau die Bar betritt, die in Begleitschiff von zwei Herren ist. Die zwei Herren sind Stammgäste, sie scheint unglücklich zu wirken. Sie trägt ein Zopf, der ziemlich ungepflegt wirkt und ein Kapuzenpullover, den man von der Stange bei C & A kaufen kann. Was sofort ins Auge fällt, ist die Jogginghose. So unglücklich die Dame auch wirkt, so selbstverständlich scheint sie mit ihrer Hose umzugehen. Ihre Hände mit Stolz in der Hosentasche, egal ob sie sitzt oder steht. Was will sie uns sagen? 
Diese Jogginghose hat in den letzten Jahren ein Revival erlebt wie zuvor die Chucks oder die Röhrenjeans. Überall kann man sie inzwischen sehen, im Supermarkt, im Kino, in den Kneipen und sogar in den Clubs.

Warum eigentlich dieses Revival? Modisch gesehen ist die Jogginghose keine Verbesserung, Karl Lagerfeld sagte, dass die Jogginghose gefährlich sei! Selbst schöne Menschen die sonst alles Tragen können wirken in den Latzhosen wie unförmige Vorstadtgören.

Ich gebe auf! Das ist die Intention einer Jogginghose, wenn sie außerhalb des Sportes vergewaltigt wird und als neue Mode verkauft wird. Ich habe aufgegeben! Man versucht die Wahrheit zu verschleiern in dem man argumentiert man fühle sich wohler in der Jogginghose, sie ist so gemütlich. Aber denkt man ein Schritt weiter darüber nach, was bedeutet dies eigentlich? Man macht es sich gemütlich, man lehnt sich zurück und entspannt, will sich loseisen von der Welt, von den Zwängen, man gönnt sich ruhe.


Aber gemütlich machen in allen Lebenslagen heißt das man den Willen verloren hat was in der Welt zu schaffen! Es gibt einige Szenarien, die typisch sind für Menschen, die sich aufgeben, nennen wir sie mal die Joggers!

Der Singlejogger! Kein Single würde in Jogginghosen ernsthafte Versuche unternehmen eine Partnerin kennenzulernen, er würde nie zugeben das es ihm an Selbstvertrauen fehlt jemand anzusprechen und er redet sich ein, wenn jemand ihn mag, wird er schon angesprochen.Ist man Single und hat aufgegeben gibt es nur Hoffnung, wenn die Partnerin auch Joggersträgerin ist. Defacto entschließen sich Aufgegebene das Haus nur noch zu verlassen, wenn sie Arbeiten oder einkaufen müssen. Also werden zwei Joggers sich nie im öffentlichen Raum kennenlernen. Der Singlejogger bleibt Single.


Der Beziehungsjogger! Erst in der Beziehung fängt man an, regelmäßig auf die Jogginghose umzusteigen. Warum sollte sich der Jogger noch bemühen, seine Partnerin hat ihn zu lieben, wie er ist! Dies hat zwei mögliche Konstellationen zu folge! Entweder die Partnerin sucht sich jemand anderes zur Bestätigung oder sie lässt sich von der Trägheit des Joggers anstecken und in den kommenden Jahren wird die Beziehung geprägt von Langeweile, Trostlosigkeit und schlechtem Sex.


Der Kommunikationsjogger! Soziale Kontakte in der Öffentlichkeit werden gemieden, zu anstrengend. Der Jogger in seinem gemütlichen Glauben hat ein gut ausgebautes Facebook Netzwerk. Man postet ab und zu, wie der Tag so war, wie lang die Schlange vor dem Aldi war und das die Verkäuferin unfreundlich ist. Man hat tolle Onlinefreunde, sie müssen gar nicht Antworten auf den Müll, den man schreibt, man ist davon überzeugt sie lesen es! Mit den alten Freunden von der Schule und Studium wird inzwischen öfter geschrieben als getroffen, und nach einiger Zeit verabredet man sich gar nicht mehr. Irgendwann trifft man sich zufällig im Supermarkt, man freut sich und erzählt, was man in der Vergangenheit so getrieben hat. Dabei merkt der Jogger, dass die Freunde doch ganz schön viel getrieben haben, es aber nie gepostet haben oder geschrieben haben. Es ist eine Distanz entstanden, die man sich nicht erklären kann. Die haben sich verändert, denkt sich der Jogger und kauft seine Tiefkühlpizza, um nach Hause zu gehen und Dschungelcamp zu schauen! 593 andere Freunde warten online darauf zu erfahren, wie der Tag vom Jogger war. Diese Distanz, die sich der Jogger nicht erklären kann, ist durch Nachlässigkeit entstanden, Unternehmungen sagt er ständig ab, der Jogger habe immer was zu tun, das seine Freunde ihn immer seltener einladen merkt er nicht.


Der größte Witz an der Jogginghose ist ihre Geschichte selbst!Entwickelt, damit man sich beim Joggen nicht wund scheuert oder das die Beine kalt werden. Karl Lagerfeld hat gesagt, er mag keine Jogginghosen, weil der Kordelzug nachgibt und man nicht merkt, wie man zugenommen hat!

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