Sich Aufgeben!
Die Jogginghose als Synonym für eine Lebenseinstellung!
Es
ist kurz vor 21 Uhr in der Kneipe meines Vertrauens, als eine Frau
die Bar betritt, die in Begleitschiff von zwei Herren ist. Die
zwei Herren sind Stammgäste, sie scheint unglücklich zu wirken. Sie
trägt ein Zopf, der ziemlich ungepflegt wirkt und ein
Kapuzenpullover, den man von der Stange bei C & A kaufen
kann. Was sofort ins Auge fällt, ist die Jogginghose. So
unglücklich die Dame auch wirkt, so selbstverständlich scheint sie
mit ihrer Hose umzugehen. Ihre Hände mit Stolz in der
Hosentasche, egal ob sie sitzt oder steht. Was will sie uns
sagen?
Diese Jogginghose hat in den letzten Jahren ein
Revival erlebt wie zuvor die Chucks oder die
Röhrenjeans. Überall kann man sie inzwischen sehen, im
Supermarkt, im Kino, in den Kneipen und sogar in den Clubs.
Warum
eigentlich dieses Revival? Modisch gesehen ist die Jogginghose
keine Verbesserung, Karl Lagerfeld sagte, dass die Jogginghose
gefährlich sei! Selbst schöne Menschen die sonst alles Tragen
können wirken in den Latzhosen wie unförmige Vorstadtgören.
Ich
gebe auf! Das ist die Intention einer Jogginghose, wenn sie
außerhalb des Sportes vergewaltigt wird und als neue Mode verkauft
wird. Ich habe aufgegeben! Man versucht die Wahrheit zu
verschleiern in dem man argumentiert man fühle sich wohler in der
Jogginghose, sie ist so gemütlich. Aber denkt man ein Schritt
weiter darüber nach, was bedeutet dies eigentlich? Man macht es
sich gemütlich, man lehnt sich zurück und entspannt, will sich
loseisen von der Welt, von den Zwängen, man gönnt sich ruhe.
Aber
gemütlich machen in allen Lebenslagen heißt das man den Willen
verloren hat was in der Welt zu schaffen! Es gibt einige
Szenarien, die typisch sind für Menschen, die sich aufgeben, nennen
wir sie mal die Joggers!
Der Singlejogger! Kein
Single würde in Jogginghosen ernsthafte Versuche unternehmen eine
Partnerin kennenzulernen, er würde nie zugeben das es ihm
an Selbstvertrauen fehlt jemand anzusprechen und er redet sich ein,
wenn jemand ihn mag, wird er schon angesprochen.Ist man Single und
hat aufgegeben gibt es nur Hoffnung, wenn die Partnerin auch
Joggersträgerin ist. Defacto entschließen sich
Aufgegebene das Haus nur noch zu verlassen, wenn sie Arbeiten oder
einkaufen müssen. Also werden zwei Joggers sich nie
im öffentlichen Raum kennenlernen. Der Singlejogger bleibt
Single.
Der Beziehungsjogger! Erst in der Beziehung fängt man an, regelmäßig auf die Jogginghose umzusteigen. Warum sollte sich der Jogger noch bemühen, seine Partnerin hat ihn zu lieben, wie er ist! Dies hat zwei mögliche Konstellationen zu folge! Entweder die Partnerin sucht sich jemand anderes zur Bestätigung oder sie lässt sich von der Trägheit des Joggers anstecken und in den kommenden Jahren wird die Beziehung geprägt von Langeweile, Trostlosigkeit und schlechtem Sex.
Der Kommunikationsjogger! Soziale Kontakte in der Öffentlichkeit werden gemieden, zu anstrengend. Der Jogger in seinem gemütlichen Glauben hat ein gut ausgebautes Facebook Netzwerk. Man postet ab und zu, wie der Tag so war, wie lang die Schlange vor dem Aldi war und das die Verkäuferin unfreundlich ist. Man hat tolle Onlinefreunde, sie müssen gar nicht Antworten auf den Müll, den man schreibt, man ist davon überzeugt sie lesen es! Mit den alten Freunden von der Schule und Studium wird inzwischen öfter geschrieben als getroffen, und nach einiger Zeit verabredet man sich gar nicht mehr. Irgendwann trifft man sich zufällig im Supermarkt, man freut sich und erzählt, was man in der Vergangenheit so getrieben hat. Dabei merkt der Jogger, dass die Freunde doch ganz schön viel getrieben haben, es aber nie gepostet haben oder geschrieben haben. Es ist eine Distanz entstanden, die man sich nicht erklären kann. Die haben sich verändert, denkt sich der Jogger und kauft seine Tiefkühlpizza, um nach Hause zu gehen und Dschungelcamp zu schauen! 593 andere Freunde warten online darauf zu erfahren, wie der Tag vom Jogger war. Diese Distanz, die sich der Jogger nicht erklären kann, ist durch Nachlässigkeit entstanden, Unternehmungen sagt er ständig ab, der Jogger habe immer was zu tun, das seine Freunde ihn immer seltener einladen merkt er nicht.
Der größte Witz an der Jogginghose ist ihre Geschichte selbst!Entwickelt, damit man sich beim Joggen nicht wund scheuert oder das die Beine kalt werden. Karl Lagerfeld hat gesagt, er mag keine Jogginghosen, weil der Kordelzug nachgibt und man nicht merkt, wie man zugenommen hat!




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