Riif-Sa 30.11.-0001, 00:00 Uhr 3 2

Schwarzweiß-Malerei für Anfänger

Wie man sich bei "Politically Incorrect" die Welt in gut und böse einteilt.

Würde ich euch spontan dazu auffordern, mir zu sagen, wie ausländerfeindlich die Bundesrepublik ist, bekäme ich vermutlich ein breites Spektrum an Antworten von „unakzeptabel ausländerfeindlich“ bis hin zu „noch lange nicht ausländerfeindlich genug“. Eine Art „öffentliche Grundstimmung“ zu diesem Thema scheint nicht zu existieren, es gibt nur die persönliche Meinung des Einzelnen. Besagtem Einzelnen steht es natürlich frei, seine Meinung jederzeit zu ändern, da er nur sich selbst und seinem Gewissen gegenüber verpflichtet ist. Etwas schwieriger wird es da, wenn sich viele Einzelne zu einer Gruppe zusammenrotten, die sich immer wieder gegenseitig in ihrem Glauben bestärkt und in der der Einzelne nur dann etwas zählt, wenn er der Gruppe zustimmt und damit ein Teil dieser Gruppe wird.

Das findet ihr schon paradox? Dann wartet erst mal, bis ich euch von „Politically Incorrect“ erzählt habe. Bei P.I. ist die Welt noch in Ordnung (mehr oder weniger), die frommen Christen sind die Guten und der Muselmann ist der böse. Man geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärt alle Feinde des Islam ebenfalls zu den Guten, dazu zählt natürlich auch Israel. Damit hat man auch gleich ein prima Argument gegen die Behauptung, man vertrete nationalsozialistisches Gedankengut und propagiere Rassismus. Nein, P.I. ist nicht rassistisch, man hat halt nur was gegen Moslems. Hier werden noch die guten alten Klischees gefördert und mal mehr und mal weniger subtil die Vorurteile in den Köpfen gefestigt. P.I. zwingt seine Anhängerschaft, sich des überflüssigen Aktes, seinen eigenen Verstand zu benutzen, zu entledigen. Der Islam zerstört unsere Demokratie, du bist nicht mehr nur dir selbst gegenüber verpflichtet, sondern dem ganzen Land! Freie Gedanken werden verkrustet und wie bei jeder radikalen Organisation ist es auch bei P.I. schwer, sich von den vorgekauten Brocken zu trennen und wieder anzufangen, selbst zu denken.

Gäbe es das Internet nicht, würden sich die Mitglieder von P.I. in einem Gebäude treffen, in das außer ihnen niemand hineindürfte. Dann würden sie sich gegenseitig immer weiter anstacheln, Hasstiraden schwingen und sich immer wieder gegenseitig darin bestärken, weiterzumachen in ihrem Kampf gegen das, was aus ihrer Sicht unrecht ist. Ironischer weise wäre besagter Raum eine exakte Beschreibung dessen, was sich das durchschnittliche P.I.- Mitglied unter einer Moschee vorstellt.

Das eigentlich perfide an diesem Blog ist, dass den Grundgedanken, wie sie in den so genannten „Leitlinien“ von Politically Incorrect beschrieben sind, kein vernünftig denkender Mensch widersprechen kann. Dort heißt es: „(…) Toleranz gegenüber fremden Kulturen darf nicht bedeuten, dass wir unsere eigene Kultur und unsere eigenen Rechte aufgeben (…). Toleranz kann eine Kultur nur dann für sich beanspruchen, wenn sie die Menschenrechte respektiert und umsetzt. (…)“ Dem ist schwerlich entgegenzutreten und warum sollte man auch? Wer würde schon freiwillig seine eigenen Rechte aufgeben, nur um als tolerant dazustehen? Doch allein schon die Tatsache, dass hier explizit gegen die „Islamisierung Europas“ vorgegangen werden soll, führt den Begriff „Toleranz“ in all seiner Vielschichtigkeit komplett ad absurdum.

Bitte nicht falsch verstanden zu werden, am Islam gibt es, genau wie an allen anderen Religionen, eine ganze Menge zu kritisieren und das sich Fundamentalisten auf der ganzen Welt meistens nur durch den Inhalt der Religion und weniger in ihren Denk- und Handlungsweisen voneinander unterscheiden, das beweist uns zum Beispiel Bill Maher in seiner grandiosen Dokumentation „Religulous“. Er zeigt uns auch, dass man einem religiösen Menschen schwerlich mit logischen Argumenten beikommen kann. Religion ist etwas, das tausend verschiedene Formen annehmen kann, je nachdem, wie sie interpretiert wird. Das Christentum ist der Beweis, denn aus einer Idee und einem Buch gingen unzählige Formen des christlichen Glaubens hervor, von Martin Luther, der einen guten und barmherzigen Gott sah und der liberalen und toleranten evangelischen Kirche bis hin zu Fred W. Phelps und seiner Westboro Baptist Church, die mit Slogans wie “Gott hasst Schwuchteln“ oder „Dankt Gott für die toten Soldaten“ dem Begriff „Fundamentalismus“ schon gar nicht mehr gerecht wird.

Auch im Islam gibt es diese große Bandbreite von liberal bis hin zu extremistisch. Das ist genau so selbstverständlich wie die Tatsache, dass es natürlich auch unter diesen Menschen schwarze Schafe gibt, die je nach Sichtweise einen mehr oder weniger kleinen Teil der Gesamtheit ausmachen. Doch nicht für Politically Incorrect. Dort hat der typische Moslem folgende Eigenschaften: Rückständig, deutschfeindlich, frauenfeindlich, schmarotzend, gewalttätig, heimtückisch, hinterhältig. Moslems kommen laut P.I. nur aus einem Grund nach Deutschland: Sie wollen unser Sozialsystem ausnutzen, Demokratie und Christentum bekämpfen und von hier aus dafür sorgen, dass sich der Islam weiter ausbreiten kann. Okay, das waren jetzt drei Gründe, aber bei P.I. nimmt man es ohnehin mit vielen Dingen nicht so genau.

Systematisch werden Medien durchsucht nach Meldungen über Gewalttaten alle Art. Morde, Vergewaltigungen, Schlägereien, alles, was sich auch in der Boulevardpresse gut verkauft. Wenn der leistete Verdacht besteht, dass der Verdächtige kein reinrassiger Deutscher ist, kommt ein Eintrag in P.I. in dem zynisch darauf hingewiesen wird, dass die Herkunft des Täters geschickt verschleiert wurde, denn natürlich ist er Moslem. Besteht dieser Verdacht nicht, kommt auch eine Meldung, dieses Mal mit der Bemerkung, dass die Herkunft des Täters ganz weggelassen wurde. Man dreht sich die Realität so, wie man sie grade braucht. Der Verdacht liegt nahe, dass hier tatsächlich einige entlassene und frustrierte Bild-Redakteure schreiben. In den Leitlinien liest sich das dann wie folgt: „(…) Wir hingegen bestehen auf unserem Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit. Deshalb haben wir auf diesen Seiten vor allem ein Thema – die Beeinflussung der Bevölkerung im Sinne von politischer Korrektheit durch Medien und Politik. Es scheint uns wichtiger als je zuvor, Tabuthemen aufzugreifen und Informationen zu vermitteln, die dem subtilen Diktat der politischen Korrektheit widersprechen.“

Diese durchaus seriös klingenden Leitlinien stehen im krassen Gegensatz zu der Art, mit der bei P.I. „berichtet“ wird. Die Artikel sind geprägt von einseitiger Recherche, Voreingenommenheit und einer Art von wehleidiger Rabulistik, die es einem schwer machen, das Blog ernst zu nehmen. Aussagen wie „(…) Die Täter kamen wohl aus Südland. Da sie aber einfach nicht gewartet haben, bis die Polizei sie verhaftet und der Haftrichter sie wieder laufen lässt, handelt es sich sicher nur um ein rassistisches Gerücht“ zeugen von einer bemerkenswerten Verachtung genau so wie der Zynismus, mit dem speziell für solche Artikel ein eigenes Label mit dem Titel „Einzelfälle™“ erstellt wurde. Stark deutlich wird die Haltung auch durch die Tatsache, dass die proamerikanischen Artikel fast auf null zurückgefahren wurden, seit der Präsident der USA nicht mehr George W. Bush heißt.

Ein Blick in die Kommentare der Artikel zeigt aber am Deutlichsten, wes Geistes Kind Politically Incorrect wirklich ist. Dort darf nach Herzenslust all das gesagt werden, was in den Beiträgen selbst aus Seriösitätsgründen nie erscheinen wird. Die Kommentare zeigen, dass P.I. bei seinen Lesern das erreicht, was erreicht werden soll. Man will nicht, wie man behauptet, zum Nachdenken anregen, sondern man will wütend machen, aufstacheln, hetzen. Da steht und stand die Wahrheit natürlich schon immer im Weg. Bei der Quote, die man sich offenbar selbst gesetzt hat, wäre es für die Macher der Seite mittlerweile wesentlich einfach, einfach irgendwelche Nachrichten zu erfinden, denn was die Hintergründe einer Tat sind, was genau passiert ist, ob der Verdächtige auch der Täter ist, interessiert den geneigten Leser von P.I. herzlich wenig. Kritik am Christentum wird als Gotteslästerung abgestempelt, Befürworter des Islam sind Gutmenschen oder Dhimmi und müssen sich Beschimpfungen und Bedrohungen übelster Sorte anhören.

Kurz gesagt: Politically Incorrect ist gefählich. In erster Linie ist es sehr bedenklich, dass sich dort eine Horde von wütenden, aggressiven und scheinbar teilweise gewaltbereiten Menschen zusammenrottet, die stoisch kritikresistent und unbelehrbar mit geballter Faust dastehen und nur auf den Tropfen warten, der ihr Fass zum Überlaufen bringt. Doch P.I. ist auch eine einzige große Provokation. Ich weiß nicht, wie es bei den Moslems um Geduld bestellt ist, aber wenn ihr euch kontinuierlich anhören müsstet, dass ihr rückständig seid, wenn ihr euch von der Leserschaft anhören müsstet, ihr würdet einer Gruppe von wilden Tieren angehören und wäret keine zivilisierten Menschen, wenn ihr euch immer und immer wieder anhören müsstet, dass ihr praktisch für alles Schlechte in diesem Land verantwortlich seid, wie lange könntet ihr dabei ruhig sitzen bleiben?

Lüge um Lüge schreibt man sich bei Politically Incorrect den erwünschten Konflikt herbei. „Eine neue Eskalationsstufe, hier müsste der „Staat“ jetzt konsequent durchgreifen, aber er wird es wieder laufen lassen, es geht bald ans Eingemachte Leute!“ schreibt ein User mit dem Namen „Citizen Kane“ und wem das noch nicht reicht, der kann es als finalen zynischen Schlag ins Gesicht ansehen, dass man alle Moslems durch die Bank in den Artikeln gerne mal als „die neuen Herrenmenschen“ bezeichnet. Da kann man ja nur hoffen, dass unsere islamischen Freunde erkennen, dass es sich bei den Machern dieses Blogs nur um einen Haufen erzkonservativer, rassistischer Spinner handelt, die Rechtschreibung und Grammatik beherrschen. Nicht das man bei P.I. am Ende selbst dafür sorgt, dass man Recht behält.

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      @[Benutzer gelöscht] Puhh! Den PI Link muss ich mir gar nicht geben. Vor allem wegen etlichen Kommentaren hier drinnen, unter mir und wahrscheinlich auch über mir und evtl. auch über mich. Gerade Mr. Psychose, bei dem der Name wohl Programm ist. Dann geh doch zu dem scheiß P.I. Blog!!!!
      1. Ich habe in meinem Leben erst eine komplett verschleierte Frau hier in unserem ach so tollem freiheitlich demokratischen Lande gesehen. Und bei uns in der Stadt wimmelt es nur so von Moslems!! Also nur eine mir bekannte Burka. Die Frau brachte übrigens ihr Kind in die Schule (Verdächtig!! Abschieben!!)
      2. Beschneidung von Frauen ist ein ganz gemeines Thema von dem DU keine Ahnung hast und um das es hier auch gar nicht geht.
      3. Wenn mich eine Horde türkisch stämmigerr Jugendlicher verprügeln möchte, dann würde ich mich erstmal fragen: "Hey warumweißs ich, dass die Typen türkisch sind?
      4. Bei Leuten wie dich, wehren wir nicht den Anfängen. Nee, nee. Die Hetze kommt mir bekannt vor. Wird aber echt mal Zeit sich dagegen zu wehren.

      27.10.2009, 20:09 von Katzesteffen
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