kalter_sommer 30.11.-0001, 00:00 Uhr 28 2

Roadkill

Mit der Zeit, da wird man scheinbar älter und reifer und ist nicht mehr fasziniert von 16-jährigen Wunderhuren [...]

Ich hasse diese Mainstream-Kacke und ich habe sie schon immer gehasst. Es ist nicht so, dass ich sie nicht selber schreiben würde, aber lesen? Nein, nein. Seitdem ich in dieser Zeitschrift eine Empfehlung gelesen habe, dieses Buch "Axolotl Roadkill", seitdem ich mir dachte: "Hey, das könnte doch mal wieder interessant sein!", seitdem stelle ich mir die Frage, ob ich überhaupt noch Interesse an diesem Leben zeige, welches ich einmal geführt habe.

Mit der Zeit, da wird man scheinbar älter und reifer und ist nicht mehr fasziniert von 16-jährigen Wunderhuren, die ein Leben beschreiben, was sie eigentlich gar nicht kennen sollten.

Eine Person, die einfach reifer im Kopf ist, als es normalerweise Menschen, oder besser Kinder sind. Endlich noch jemand, der sich nicht der Gesellschaft anpasst, endlich noch jemand, der ein Buch schreibt, dass völlig frei vom Mainstream ist. Total Anti, einfach.
Nun sollte allerdings bedacht werden, dass die Haltung gegen den Mainstream schon wieder einen eigenen Mainstream bildet: Wenn ein Fisch erst gegen die Strömung schwimmt, dann schwimmen letztendlich doch alle anderen mit. Und das bildet scheinbar wieder den Kreislauf, des Mainstreams - oder gerade des "Nicht-Mainstreams". Anti-Anti!

There is no possibility to ride on an individual stream because most people are afraid of what life brings. Menschen leben in Bindungen, lassen sich dauerhaft beeinflussen, selbst wenn sie irgendwo in Norwegen am Arsch der Welt, nur mit Braunbären die Welt erkunden. Jeder, der einmal unter Menschen lebte, wird sich dem Mainstream anpassen. Tut er's nicht, passen sich die Anderen seinem Mainstream an und nur die, die dieses Debakel nachvollziehen können, nerven nicht in dem, was sie schreiben.

Aber wie gesagt, pseudodrogensüchtige Großstadtkinder, die versuchen, sich in eine Welt hineinzufinden, in der sie nichts zu suchen haben, das ist es mit Sicherheit nicht, was die Welt benötigt. Pseudodrogensüchtige Großstadthuren, die ihr ach so junges und talentiertes Wesen in einem Buch niederschreiben wollen, weil sie in der Schule mal "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" gelesen haben und jetzt den totalen Durchblick haben. Mit Fachwörtern um sich schmeißen, die sie scheinbar selbst im Wörterbuch nachschlagen mussten, damit es noch anti mainstreamer klingt, bedeutet nicht, zu wissen, wie die Welt funktioniert. Bedeutet nicht, dass man groß und unaufhaltsam ist. Meistens nicht mal unterhaltsam. Meistens nicht viel größer als klein.

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28 Antworten

Kommentare

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    Du hast aufjedenfall Recht mit deinem Artikel. Besonders deine Anspielung (wenn es denn eine ist) auf den Bonapartesong AntiAnti find ich toll.

    Man nimmt es diesen Autoren solchen Bücher einfach nicht ab, dass sie von so viel Welt- und Selbsthass zerfressen sind.

    Sagt, muss ich mir deises Buch noch antun oder ist es nur ein Ausbruch an Mitteilungfreudigkeit eines kleinen Mädchens?

    31.08.2010, 16:30 von rraeubertochter
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      @rraeubertochter Wenn du ein Fremdwörterbuch mitnimmst, dann lies es, um dich zu überzeugen.
      Und ja. Bonaparte :) Anti-Anti!

      31.08.2010, 18:59 von kalter_sommer
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    Ich stimme zu: "Man muss es nur wissen".

    30.08.2010, 15:28 von mixtapeape
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    I'm quite sorry, aber bei so nem Gerede krieg ich die absolute Krise. Dieser Text macht mich wahnsinnig, bah.

    29.08.2010, 20:01 von Bele
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  • 0

    vielleicht solltet ihr einfach mal aufhören zu überlegen, was mainstream und was anti ist und einfach das machen/mögen was euch gefällt?

    ich mach was ich will, ob das jetzt mainstream ist oder nicht. wen bockt das? "hauptsache nicht mainstream" ist das dümmste was ich je gehört hab, echt!

    28.08.2010, 10:46 von kate88
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      @kate88 Das ist eine Frage, die ich mir jedes mal bei Texten stelle, wo es um Mainstream geht. Ich bin weder für noch gegen Mainstrem, und wo andere mich einordnen oder auch nicht einordnen ... wen kümmert das ?
      Wie Du so schön sagst ... "ich mach was ich will, ob das jetzt mainstream ist oder nicht. wen bockt das?"

      Eben.

      30.08.2010, 16:02 von Cyro
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  • 0

    schlechte Presse ist gleichzeitig auch gute Presse. Wer dem Buch Aufmerksamkeit schenkt, ob negativ oder positiv, unterstütz den Erfolg des Buches. Ignoranz ist das bessere Rezept. Sie ist auch nur ein Testemonial für die Jugendliteratur, gepushed ohne die Qualität zu prüfen, sondern reine Profitgier der Verleger. Wenn man Bücher liest, sollte man sich beim kaufen auch Zeit nehmen und nicht direkt nach den Bestsellern greifen... Ansonsten unterstützen wir hiermit wieder den sogenannten Mainstream.

    27.08.2010, 23:55 von toertchen01
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    Danke.

    27.08.2010, 19:16 von Butter-me
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    ich mag deinen text. du hast meine gedanken zu diesem thema irgendwie ziemlich gut getroffen, vor allem den teil mit "pseudodrogensüchtigen" großstadtkiddies. da stimme ich dir voll zu.
    das buch fand ich persönlich ultra mies.
    ich habe mich richtig darauf gefreut es zu lesen, aber dann kam die ernüchterung. hat irgendwie nichts. meiner meinung nach einfach zu viele verzwirbelte, von fremdwörtern strotzende sätze, die es nicht gebraucht hätte.

    27.08.2010, 14:08 von taper_jean_girl
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    Inhalt top,
    liest sich aber nicht schön :(
    schade hatte mehr erwartet

    27.08.2010, 07:34 von Kirschsassi
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    Hier noch was, das in die selbe kerbe schlägt, allerdings mit mehr Style (wie ich finde). Genug gesagt.

    http://www.viceland.com/blogs/de/2010/08/20/tribute-to-cass-elliot-ein-leitfaden-zur-artyness/

    26.08.2010, 21:18 von Blackbooktape
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