Regenbogeneltern
Gleiches Recht für alle?
Regenbogeneltern. Dieser Begriff bezeichnet ein gleichgeschlechtliches Paar, das ein oder mehrere Kinder zusammen großzieht. Die gesetzliche Regelung in Deutschland erlaubt derzeit nur einem Partner eines homosexuellen Paares ein Kind zu adoptieren. Der andere Partner darf nur das kleine Sorgerecht beantragen- er darf bei Alltäglichkeiten mitbestimmen, verliert jedoch jeglichen Anspruch mit dem Kind im Kontakt zu bleiben, falls die Partnerschaft der Eltern scheitern sollte.
Nun fordert Bundesjustizministerin Zypris ein volles Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Sie sollen gleiche Chancen auf Nachwuchs erhalten wie ein heterosexuelles Paar, das einen Kinderwunsch hegt und ein Adoptionsverfahren in Erwägung zieht..
Eine Studie des Instituts für Familienforschung in Bamberg hatte ergeben, dass die Entwicklung und Lebensqualität eines Kindes, das von sogenannten Regenbogen erzogen wird, keineswegs schlechter ist als die eines Kindes, dessen Eltern in einer heterosexuellen Beziehung zusammen leben. Politker der Union sind entrüstet und ermahnen Zypris und andere Verfechter eines neuen Gesetzesentwurfes nicht die möglichen Nachteile zu verdrängen, während Zypris' Forderung von Grünen und Liberalen begrüßt wird.
Doch was sind mögliche Nachteile? Ein Kind könnte gemobbt werden. Im Kindergarten, in der Schule, in der Clique. Fragen tauchen auf, warum der kleine Max zwei Väter hat oder warum Lisa zwei Mütter. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer noch nicht gänzlich Vorurteile gegenüber Homosexuellen bei Seite legen konnte. Ein Patrick Lindner ist schließlich auch nicht ''richtig'' schwul und sein Partner nur sein ''bester Freund''. Hänseleien würden somit an der Tagesordnung stehen, so die Kritiker. Ein Kind, das von einem homosexuellem Paar erzogen wird, käme nicht mit typischen Rollenmustern zurecht, da es nur Bezugspersonen des einen Geschlechts in seinem Umfeld gibt, heißt es weiter.
Und nun der unsachliche Teil:
Derzeit leben 6600 Kinder in Regenbogen-Familien. Die meisten von ihnen in Großstädten wie Berlin. Tendenz steigend? Hoffentlich. Ein Kind braucht Liebe, Aufmerksamkeit, ein behütetes Zuhause. Ein Kind fragt nicht erbost, warum es zwei Väter hat - es ist das Umfeld, das es bestürzt auf diesen Umstand aufmerksam macht. Statt homosexuellen Paaren den Kinderwunsch zu erschweren, sollten sich Gegner in Kinderheimen umsehen und mit traurigen, allein gelassenen Kindern sprechen, die sich in eine Familie wünschen. Sie sollten Kinder armer Eltern fragen, die ihre Kleidung aus der Kleiderkammer beziehen und hungrig zu Bett gehen, was man für sie tun kann. Sie sollten Kinder vor Missbrauch schützen und Kindern eine bessere Zukunft und Ausbildung ermöglichen und nicht darauf beharren, dass ein homosexuelles Paar, das die finanziellen Mittel hat, dem Kind eine gute Zukunft zu bescheren und bereit ist Liebe zu schenken, Steine in den Weg legen. Das einzige, was von sogenannten ''Kinderfreunden'' zu erwarten ist, ist die Forderung nach einer Ganztagsschule und vielleicht 15 Euro mehr Kindergeld im Monat. Kinder werden auch gehänselt, wenn sie übergewichtig sind, wenn sie nicht mitrauchen, wo es doch alle tun oder wenn die Kleidung den Klassenkameraden nicht gefällt. Ein Regenbogenkind wächst mit einem viel offeneren Weltbild auf als so manches Kind einer unauffälligen Durchschnittsfamilie - das macht klüger und stärker.
Es ist Zeit, dass einige Menschen statt auf Schwarz, Weiß und Grau auf Regenbogen setzen. Das wird bunt und prima.






Kommentare
Kölner TV-Produktionsfirma sucht für eine Dokumentation eine Regenbogenfamilie
07.10.2009, 15:43 von MackenCgnAm liebsten zwei Väter mit einem Sohn im Teenageralter
Natürlich wissen wir um die Sensibilität des Themas und genau deswegen wollen wir mit diesem TV-Beitrag die Chance bieten, dem Zuschauer zu zeigen, dass eine Regenbogenfamilie etwas völlig Selbstverständliches sein kann und dass sich die Alltagsprobleme von denen von sogenannten „normalen“ Familien kaum unterscheiden.
Wir wollen die Mitwirkenden mit der Kamera in ihrem Alltag begleiten, schauen, welche Reibungspunkte es gibt, wie die Umwelt auf eine solche Konstellation reagiert und wie sich die Familienmitglieder dabei fühlen.
Welche Regenbogenfamilie hat Lust, bei diesem TV-Beitrag mitzuwirken?
Wir freuen uns auf Eure Rückmeldungen!
sp@coconutmedia.de
Tel.: 0221 98747117
www.coconutmedia.de
Also ich finde den Artikel sehr gut. Ich hatte selber gestern im Büro eine schwere Disskussion über das Thema Homosexualität und konnte meine Kollegen leider nicht überzeugen, dass das so normal ist wie Hetero zu sein. Deshalb finde ich es gut, auch mal andere Meinungen zu hören und nicht nur zu sehen, dass schon kleine Kinder "schwul" als Schimpfwort benutzen.
16.09.2009, 14:10 von neuer_userAusserdem bin ich der Meinung, dass Kinder andere Kinder mobben, weil sie es aus dem Elternhaus nicht anders lernen. Man sollte die Schuld daran dann nicht den Kindern geben, sondern den Eltern. Kinder homosexueller Paare würden nicht mehr gemobbt werden, wenn die Homosexualität in der Gesellschaft akzeptiert wird und Homo und heterosexuelle Paare gleichberechtigt sind. (Als z.B. Eheschliessung, Adoptionsrecht usw. )
Eigentlich war mein Kommentar nicht ernst gemeint, aber bei der Antwort bekomme ich wirklich Bedenken.
01.08.2009, 11:07 von FreydisIch kann ein Kind zeugen. Ich kann es lieben. Ich kann es schlagen. Ich kann es in den Arm nehmen. Ich kann es vergewaltigen. Ich kann, ich kann, ich kann..
31.07.2009, 15:48 von golaidAber ich kann mir nicht aussuchen, ob ich hetero- oder homosexuell bin.
Wer sich als Geschöpf des Schöpfers versteht und bereit ist, sich an dessen Gesetze zu halten, kann Regenbogeneltern nur ablehnen, weil er Homosexualität für sich schon als einen gavierenden Verstoß gegen die göttliche Ordnung und als schwere Sünde begreift. Das gilt für Muslime. Das müßte auch (vgl. 3. Mose 20, 13) für Christen gelten. Homosexualität ist eine Art Vergötterung des eigenen Ichs und wurde früher von einer Mehrheit der Bevölkerung als schlicht ekelerregend und als ein Verstoß gegen die göttliche Ordnung empfunden. In einer Zeit des anything goes und wachsenden Chaos´ werden wir bald wieder bei Sodom und Gomorrha angelangt sein. Das kann nur bös enden.
31.07.2009, 05:43 von yahuu@yahuu Lieber Gott, lass uns mit diesen Fanatikern nicht allein...!
31.07.2009, 14:42 von sailorIch denke, Politiker und Gegner dieses Gesetzesentwurfs sollten sich zuallererst die Frage stellen: In wie weit sind sie gerecht, wenn sie Toleranz NICHT zum Alltäglichen machen? Natürlich bracht ein Kind liebende Eltern, wieso dann also keine Schwulen oder Lesben? Ich höre in den Nachrichten täglich von Heteropaaren, die ihre Kinder schlagen, missbrauchen oder ähnlich schlecht behandeln.
30.07.2009, 18:03 von Ladybirdx3Vielleicht sollte man im Zuge dieser noch immer währenden Intoleranz beginnen, Frauen wieder als Untergebene des Mannes anzusehen, Schwarze aus der Politik zu halten und die Juden sollten sowieso ganz verschwinden!
Dieses Rollendenken in einer emanzipierten Welt, in einem freien, gerechten Land wie dem unseren? Eine Schande.
Und, wie der Artikel schon sagt: Viele Kinder werden gehänselt, doch wenn wir uns jetzt vor dieser willkommenen Veränderung verschließen, ist das ein riesiger Schritt in die falsche Richtung.
Und seien wir mal ehrlich: Es ist wohl kaum so, dass ein Junge, der bei zwei Männern aufwächst, zu hundert Prozent schwul wird oder ein gestörtes Verhältnis zu Frauen entwickelt, im Gegenteil: Die Kinder wachsen viel freier von Vorurteilen auf, was bei vielen Heterofamilien kaum der Fall ist, vor allem in dörflichen Gegenden.
Fazit: Wozu die ganz Heuchelei von wegen Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, wenn gewisse POLITIKER (siehe: Vorbildfunktion) noch immer Menschengruppen über andere stellen???
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was sich in dieser Hinsicht in nächster Zeit tut, vor allem, da doch in letzter Zeit und auch in den nächsten Wochen viele CSDs veranstaltet werden........
"Ein Regenbogenkind wächst mit einem viel offeneren Weltbild auf als so manches Kind einer unauffälligen Durchschnittsfamilie - das macht klüger und stärker."
30.07.2009, 01:32 von SupergalaktischHalte ich für ein Gerücht. Nur weil es homosexuelle Eltern hat, heißt es nicht, dass es "klüger und stärker" ist als Kinder aus "Heterobeziehungen".
Zum Thema: wenn 2 Väter nach den Unionsdeppen schlecht sind, dann wäre ein alleinerziehender Vater auch schlecht. Oder eine alleinerziehende Mutter. Weil ein Part fehlt immer, nach deren Meinung.
Vielleicht braucht ein Kind nicht die verschiedenen Rollen, die sind eh gesellschaftgemacht. Leider werden wir von einer konservativen Regierung regiert... hoffen wir auf eine Zukunft, in der Sexualität und Hautfarbe endlich egal sein kann.
@Supergalaktisch
30.07.2009, 08:53 von LudwigMartinAlleinerziehend ist in der Tat die größere Herausforderung, um das mal so auszudrücken.
Insofern lieber zwei Väter als nur ein Elter.
(schon das Singular-Problem macht das kenntlich...*scherz*)
Zwei Eltern entlasten einander, indem sie das Doppel-Angebot für eine Entwicklung (fordernde Liebe und bedingungslose Liebe) gut leisten können, was für eine Person sehr schwer ist. Natürlich wird das Defizit von anderen Bezugspersonen ausgeglichen.
Aber Eltern zeichnen sich zudem durch Verbindlichkeit aus. Schon deswegen ist es eigentlich zwingend, nicht an Einzelpersonen, sondern an Paare zu adoptieren. Die sexuelle Ausrichtung spielt hier die kleinere Rolle, denn jeder Mensch trägt mehr oder weniger männliche und weibliche Charakterzüge in sich und kann zumindest beide Liebes-Angebote geben, sofern er sie selbst erfahren durfte.
Deinem ersten Absatz gebe ich uneingeschränkt recht.
@LudwigMartin Das Problem um das es hier geht ist doch eher, dass rechtlich und formal nur einer bei einem homosexuelllen Paar das Kind adoptieren kann und der andere (nur rein rechtlich) dem nicht gleichgestellt ist. Insofern adoptiert schon ein Paar, rein praktisch. Oder ?
30.07.2009, 09:14 von Tanea@Tanea
30.07.2009, 11:43 von LudwigMartinAber das Recht sollte ja bestenfalls der Praxis entsprechen.
Und wenn ein Paar formal korrekt adoptiert, dann haben beide auch das Sorgerecht und die Aufsichtspflicht. Ich finde, diese rechtliche Verbindlichkeit ist für das Kind wichtig, weil damit auch beide Partner an ihre übernommene Aufgabe gebunden werden.
Nichts (außer Gewalt natürlich) ist schlimmer für Kinder als ständig wechselnde Bezugspersonen.
Und wenn ein Mensch sich zu einem Partner bekennt, sollte dieser sich auch zu dem Kind bekennen, wenn sich beide dafür entscheiden.
Wenn aber jemand gern dauernd die Partner wechselt, sollte er sich beim Adoptionswunsch mal lieber ganz weit hinten anstellen, aber ganz weit.
Ich finde es gut, wenn jemand dieses Thema anspricht. Ich bin lesbisch und steh dazu. und ich möchte später mit meiner Partnerin ein Kind groß ziehen...so wie jedes andere Paar auch. Ich wünsche mir ein Regenbogenfamilie und vorallem das gleiche Recht für alle!!!
29.07.2009, 23:37 von kleinerMadou,,Dei Mudder hat en Arsch wie en Scheunetor, dei Vadder geht in de Puff und dein Vater liebt Männer" haben wir nicht alle mit unsrer Herkunft zu kämpfen..egal wer unsere Eltern sind!!?
29.07.2009, 18:20 von VilljaDiskriminierung fängt im Kopf an!!
sehr gut!
29.07.2009, 17:39 von Sventertainment