Lars_Gaede 06.03.2012, 11:40 Uhr 35 1
NEON täglich

Quoten-Streit

Wollt ihr die Frauenquote für Führungspositionen?

Kürzlich haben hunderte Journalistinnen und einige Journalisten in einem offenen Brief gefordert, dass mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen mit Frauen besetzt werden sollten. Auch auf europäischer Ebene scheint sich die Idee einer Frauenquote immer stärker durchzusetzen.
Die EU-Grundrechtekommissarin Viviane Reding hat angekündigt, sie könnte noch in diesem Sommer Gesetzesvorschläge für eine europaweite Vorgabe für die Führungsgremien von Konzernen machen. In Frankreich, das seit 2011 ein Gesetz für die Beteiligung von Frauen an Spitzenjobs hat, sei der Anteil von zwölf auf 22 Prozent gestiegen. Hingegen sei die bisher geforderte freiwillige Selbstverpflichtung von Firmen unbefriedigend verlaufen.
Tatsächlich ist Deutschland dafür das beste Beispiel:  2011 lag der Anteil der Frauen in den Chefsesseln bei den 200 größten Unternehmen Deutschlands bei absurden drei Prozent - und damit genau so niedrig wie im Jahr davor.

Brauchen wir also eine Quote, weil sich sonst einfach nie etwas ändern wird an der männlichen Monokultur? Oder wäre es "ordnungspolitisch falsch und verfassungsrechtlich bedenklich", wenn der Staat die Unternehmen dazu zwingen würde, Führungspositionen mit Frauen zu besetzen - so sieht es die Familienministerin Kristina Schröder. Und inwiefern seht ihr die Gefahr, dass Frauen, die einen vermeintlichen Quoten-Job bekämen, es noch schwerer hätten, weil man ihnen dann ständig vorwerfen könnte, bloß eine "Quoten-Frau" zu sein?

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35 Antworten

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      Ich halte nichts von Quoten und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
      überzeugt mich auch nicht. Es werden bestimmte Vorurteile rausgepickt
      und "verboten", andere sind o.k. Z.B. darf keiner wegen des Geschlechts
      oder der Ethnie abgelehnt werden, wegen der sozialen Herkunft aber
      schon. Warum bestimmt man hier von außen, welches Vorurteil
      beachtenswerter und wichtiger ist als das andere?


      Mhm... ich für meinen Teil bin glücklich, dass es das AGG gibt. Lustig, dass du Vorurteil und nicht Merkmal oder Eigenschaft schreibst, aber das nur am Rande.
      Der Gesetzgeber befasste sich mit Religion, Rasse, Ethnie, Geschlecht, Behinderung, Alter, Weltanschauung und auch der sexuellen Identität.
      Eben jenen Lebensmerkmalen die man entweder a) nicht beeinflussen kann, und/oder b) dank unserer Verfasssung frei wählen darf.
      Ob man die soziale Schicht mit in das Gesetz einbringen muss ist eine berechtigte Frage, die wohl in Zukunft noch drängender wird.
      Aber das AGG abzuschaffen wäre eine Bankrotterklärung an die Werte die das Grundgesetz (Gott sei Dank) schützt.
      Was ist schlecht daran? Dass es nicht alle Teilbereiche abdeckt? Okay. Aber sonst?

      30.04.2012, 00:19 von Dalek
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      Ich hab grad durch die Rubrik Politik gestöbert und das Thema hat mich interessiert.

      Es geht bei dem Gesetz ja eben nur drum Benachteiligung zu verhindern und nicht irgendwen zu bevorzugen. Das ist ein Unterschied. Und die Notwendigkeit solcher Gesetze ist so offensichtlich - sieh dir mal Südafrika an, bestes Beispiel.
      Durchsetzen muss man sich natürlich immer, aber eine gewisse Sicherung der Grundrechte und Chancen muss gewährleistet werden.
      Stimmst du mir da nicht zu?


      30.04.2012, 00:35 von Dalek
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    Ich denke viele Frauen streben überhaupt keine höhere Position an, da sie sich für Familie und Kinder entscheiden. Selbstverständlich steht das theoretisch und emanzipationstechnisch einer Karriere nicht im Weg - tut es aber meist trotzdem. An den Bedingungen für Mütter sollte gearbeitet werden, so dass diese die Chance haben, Führungspositionen auszuüben. Wenn es nicht heißt Karriere oder Kind wird eine Frauenquote eventuell unwichtig.
    Ich persönlich hätte meinen Job lieber, weil ich dafür die Beste bin und nicht weil ich die Beste unter den Frauen bin und der Chef eine nehmen muss.

    06.03.2012, 20:32 von -lay-
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    bei der einstellung der quote wegen bevorzugt, in den köpfen der quote wegen benachteiligt - und das soll gleichheit schaffen?

    06.03.2012, 16:25 von FiliaMartis
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      Vielleicht geht es garnicht um 'Gleichheit'. Vielleicht geht's darum, Wege zu öffnen, Hürden zu senken und Perspektiven zu schaffen...

      07.03.2012, 10:34 von sailor
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    Nein, denn ich würde mir nicht nachsagen lassen wollen, meine Position nur aufgrund der Pflichtquote innezuhaben.

    06.03.2012, 15:52 von ladolente
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    Solange Männer entscheiden, werden Männer entscheiden. Es wird nicht geschehen, dass Entscheiderinnen durch Kompetenz, Wissen, Durchsetzungskraft und sonstige Führungsattribute sozusagen 'von allein' in Spitzenpositionen gelangen. In der Fläche. Es mag Ausnahmen geben, bestimmte Branchen, aber das sind Randerscheinungen und das werden sie auch bleiben, solange nicht Verhalten durch Vorschriften normiert wird. Menschen reagieren in großem Maßstab nur auf Vorschrift und Verbot. 


    Nehme ich mir nur die letzten 200 Jahre vor. Durch Männerentscheid sind Kriege entstanden und enstehen. Die Natur, den Planeten zu ruinieren, haben Männer entschieden. Globalisierte Wirtschaftsinteressen durchzusetzen ebenso. Jede Katastrophe, die geschehen ist..Männerentscheidung.


    Von außen betrachtet kann man es nicht schlechter machen, als es übergreifend geschieht. Frauen könnten es also nicht schlechter machen, als es jetzt und in Vergangenheit Männer gemacht haben. Männerentscheidungen haben die Menschheit und die Erde in historischem Ausmaß durch Fehlentscheidungen an die Wand gefahren. Das ist Zustand heute. 


    Ich meine nicht, dass Frauen alles besser gemacht hätten. Aber garantiert auch nicht schlechter. Das Geschlecht ist doch völlig unerheblich. Es geht doch vielmehr um die Persönlichkeit und wie sie sich in einem Apparat dynamisiert und assimiliert. Frauen denken 'besser'. Das ist meine persönliche Erfahrung. Und am 'besten' denken und entscheiden qualifizierte Frauen, die auch noch Mutter sind.


    Ich finde, sie sollten es tun. Entscheiden. Führen. Und wenns die Frauen dann auch nicht geregelt bekommen..sollten es die Kinder machen.

    06.03.2012, 15:02 von Siegel-7
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      Wohl noch nie bei Dschermany's Next Top Model reingeschaut?

      06.03.2012, 15:13 von EliasRafael
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      @siegel-7

      Das ist die Art von Frauenverglorifizierung, bei der selbst mir schlecht wird...

      06.03.2012, 15:29 von sailor
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    Das strikt hierarchische Führungsmodell kommt mental eher Männern entgegen bzw. nicht wenige Frauen geraten nur durch Vermännlichung dorthin , das kooperativ-vernetzte Entscheidungs- und Führungsmodell fordert dagegen eher weibliche Qualitäten. Gleich, welches Modell dominiert, sind Führungspositionen aber nicht unbedingt damit gut besetzt, dass der Bewerber mit der besten (Fach-)Qualifikation darauf gesetzt wird.


    Da sich gewachsene Strukturen nur langsam und von Innen verändern lassen, bin ich für eine Frauenquote, um einen solchen Prozess zu beschleunigen, damit mal Leben in die Bude kommt. Auch so mancher Bürozicke täte im Übrigen etwas Verantwortung mal ganz gut.

    06.03.2012, 14:51 von EliasRafael
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    nein

    frauen sind ja keine benachteiligen wesen, die solcher unterstüzung bedürfen. Wenn man was wirklich will, dann schafft man das auch. Ich will später nicht sagen müssen, ich habe diesen job nur bekommen, weil das unternehmen mich einstellen musste, sondern weil ichs drauf hab!

    06.03.2012, 14:45 von nielinneh
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      Wenn man was wirklich will, dann schafft man das auch...

      *seufz*

      Das stimmt doch schlicht und ergreifend nicht...

      06.03.2012, 14:58 von sailor
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