Yangus 22.02.2013, 09:33 Uhr 15 5

Quo vadis Menschheit?

Welche Zukunftsaussichten hat die menschliche Gemeinschaft?

Befindet sich Menschheit global gesehen auf einem guten oder einem schlechten Weg? Wenn ich mir die Nachrichten ansehe, dann habe ich meist das Gefühl, dass nur schlimme DInge geschehen. Assad meuchelt die eigene Bevölkerung. Shell vergiftet die Nordsee. Griechenland geht pleite. Morgen regnet es wieder. Meine Lasagne wurde aus Rennpferd gemacht. Usw.  Nachdem ich die Nachrichten gesehen habe, fühle ich mich meistens äußerst benommen.  Und hilflos. Und hoffnungslos. 

Das Absurde dabei ist, dass die ganzen negativen Schlagzeilen und Nachrichten keinen spürbaren unmittelbaren Einfluss auf mein Leben haben. Mein Leben ist nach wie vor relativ sorglos und bequem (also global gesehen). Ich bin ein Sprössling der sogenannten Arbeiterschicht und mittlerweile selbst berufstätig. Ich wohne in einer Mietwohnung und träume davon mir irgendwann mal was Eigenes kaufen zu können. Ausgaben für Nahrung und Miete kann ich bezahlen. Es reicht für einen Urlaub im Jahr und hin und wieder mal was Schickes zum anziehen oder eine DVD. Das war schon immer so. Existentielle Sorgen hatte ich (objektiv betrachtet) nie (subjektiv gefühlt natürlich andauernd). Die Finanzkrise habe ich persönlich nicht gespürt. Ich wurde nicht entlassen. Ich habe keinerlei Verluste an der Börse erlitten. Auch die Unruhen in England oder der islamische Frühling haben mich nur emotional tangiert. Das Öl in der Nordsee mindert die Wasserqualität des Wassers aus meinem Hahn nicht. Und in Afrika kämpfen ja nicht meine Kinder.

Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass momentan alles so schlimm läuft, dass es wohl auch bald bis zu meinem konkreten Leben durchschlagen wird. Wenn die Arm-Reich-Schere auch in Deutschland soweit aufgegangen sein wird, dass hier in meiner Nachbarschaft die Leute auf die Straße gehen. Oder wenn der Planet so verpestet wurde, dass auch hier keine saubere Luft mehr geatmet und keine sauberes Wasser mehr getrunken werden kann. Wenn Europa wieder so sehr auseinanderdriftet, dass auch hier militärische Konflikte nicht mehr ausgeschlossen werden können.

Dann sehe ich aber auch ab und zu eine von diesen Nachrichtensendungen von vor 25 Jahren. Wenn ich da mal vorbeizappe, dann schaue ich die auch immer zu Ende. Und da beschleicht mich das Gefühl, dass die Leute, die damals vor ihrer Braun'schen Röhre saßen, wohl das gleiche empfunden haben, wie ich, wenn ich heute die Nachrichten sehe. Dass es mit der Welt bald zu Ende geht, weil die Mächtigen in Politik und Wirtschaft eigentlich nur Scheiße bauen und der Mensch im Großen und Ganzen eigentlich ein Depp ist. Und damals war ja der Kalte Kriege noch aktuell. Da war die Angst um die Welt vielleicht sogar noch sehr viel legitimer als heute. Und Umweltschutz wurde damals noch sträflicher missachtet als heute.  Und die Gleichberechtigung von Mann und Frau steckte noch in den Kinderschuhen. Von dem Bild Homosexueller in der Öffentlichkeit mal ganz zu schweigen.

Die Menschen von damals hatten diese Ängste also wahrscheinlich auch. Und sie waren anscheinend unbegründet. Die Welt dreht sich noch. Auch im Jahr 2013. Und es gibt viele Dinge, die sich seitdem verbessert haben.  Ist die Welt also insgesamt gesehen auf einem guten Weg? Und wenn ja, wann ist es dann endgültig soweit, dass man die Nachrichten schaut und es gibt nichts Negatives zu berichten. Zumindest nichts, was der Mensch zu verantworten hat. Wird es jemals soweit kommen? Wird durch das Internet die Informationsverbreitung so umfangreich und schnell, dass Politiker und Wirtschaftseliten irgendwann einfach nicht mehr anders können als im Interesse der Weltgemeinschaft und nicht im eigenen zu handeln, weil sie sonst sofort am öffentlichen Pranger stehen? Wird das Umweltbewusstsein sich so stark ausprägen, dass jeder einzelne im Interesse unseres Planeten Verzicht übt? Werden die Leute einsehen, dass Bild lesen nicht bildet, sondern verblödet? Oder gibt es eigentlich keinen globalen Trend zum "Guten"? Gab es nicht einfach schon immer schöne und schlimme Dinge im Lauf der Menschheitsgeschichte und deren Verhältnis zueinander ist seit jeher konstant, weil Gutes eben Gutes,  Schlechtes eben Schlechtes hervorbringt und der Mensch im Endeffekt immer Mensch bleibt?

Oder befinden wir uns tatsächlich auf dem Weg in den Abgrund? Dystopien wirken auf mich immer weitaus wahrscheinlicher als Utopien. Die Welt von Unternehmen beherrscht. Staaten dienen nur noch dazu, dass man den Pöbel ruhigstellt und die Vermögen der Reichen schützt. Die Bevölkerung wird überwacht und bewusst von großen Medienkonglomeraten desinformiert und auf Konsum geeicht. Aus einem negativen Blickwinkel betrachtet, leben wir ja längst in einer recht dystopischen Welt. Man kann aber, wenn man denn dazu gewillt ist, natürlich auch ein ebenso positives Bild der Welt zeichnen. Erneuerbare Energien. Ökologische Landwirtschaft. Abrüstungsabkommen. Lebenspartnerschaften. Demokratisierungstendenzen in Nordafrika. Ob es da eine Tendenz gibt lässt sich aber schwer sagen.  Ich wünsche mir jedenfalls sehr, dass wir uns auf einem guten Weg befinden und meine Urenkel in einer besseren Welt leben werden.

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15 Antworten

Kommentare

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    Ich glaube, dass Mensch immer Teil des sozialen Systems bleibt, es schafft und stabilisiert. Jeder von uns tut das, schon alleine dadurch, dass wir vorgegebene gesellschaftliceh Strukturen für gegeben hinnehmen. Die Triebfeder des Menschen sich zu ermächtigen ist schon immer eine äußerst beliebte Erklärung dafür gewesen, weshalb es der Erde global gesehen schlecht geht. Dieser Trend verselbstständigt sich langsam, denn wir bekommen gar nicht mehr mit, dass das System in dem wir leben, die Kontrolle über uns gewonnen hat, Stichwort Informationskapitalismus und neue Ökonomien. Ich denke, dass es immer schon ein Spagat war zwischen Mitmachen und Teilhaben oder nicht mitmachen und raus sein war. Wer will denn schon raus sein als Mensch, der die Anerkennung und BEstätigung seiner Gruppe braucht. Vor allem: Wer will sich denn kein Stück vom Kuchen sichern? Da fängt es ja schon an!
    Es löst sich momentan alles auf, die Flexibilisierung ist in alle Lebensbrereiche gedrungen und  menschliches Handeln wir durchsichtig. Es ist schwer, aber ich glaube, man sollte versuchen Menschlichkeit zu leben und einen kleinen Teil zum Bewahren der Umwelt beitragen. Total schnöde der Vorschlag aber besser als nix.

    22.02.2013, 17:25 von Sultanine
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    Die Menschen von damals hatten diese Ängste also wahrscheinlich auch. Und sie waren anscheinend unbegründet.

    Nein. Warum das denn ?
    Die Welt dreht sich noch...aber würde sie sich drehen, wenn man keine Angst vor dem dritten Weltkrieg gehabt hätte ? Gäbe es nicht ansatzweise ein Bewusstsein dafür, dass Atomkraft gefährlich, Öl endlich und giftig und diverse Sachen idealerweise vermeidbar wären...es stünde sicherlich schlimmer.

    Und ob Assad irgendwen meuchelt...das ist in der Menschheitsgeschichte nun wahrlich nix Neues...nur wusste man ggf. von der Morderei nix, wenn man nur einige Tagesreisen weit weg war.

    Und sicherlich ist die Dystopie immer einen Tacken wahrscheinlicher...allein : Sie wird enden. Und nachher ist man schlauer. Die Hitlers, Stalins, Pol Pots und all die Anderen Schlächter von Morgen, werden ein wenig weniger plump den Exodus konstruieren müssen, vielleicht geht´s auch irgendwann nicht mehr über "WMD" und vielleicht ist sowieso alles ganz anders.

    Das entbindet "den Mensch" aber wohl nicht von der Verantwortung Augen und Kopf offenzuhalten um ggf. das schlimmste verhindern zu können bevor es passiert und bevor man mehr dafür braucht als Worte und Gedanken.


    22.02.2013, 16:18 von derHerrMitDemPixel
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    Naja, wemma das systemtheoretisch betrachtet, kanns nicht mehr lange dauern, bis sich der Mensch mal wieder systematisch dezimieren muss. Ob nun über einen Krieg oder eine Seuche oder einen Meteor oder den ZOMBIEDINOSAUR, ist vollkommen egal. Die BEvölkerungsexplosion in den letzten 50 Jahren schreit danach.

    Allerdings muss man 'nicht mehr lange' an der Existenzdauer des Menschen messen und da ist noch ein wenig Spielraum, so dass wir beide es vielleicht noch schaffen.

    Es sei denn... ich lass den ZOMBIEDINOSAUR raus.

    22.02.2013, 15:58 von quatzat
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      Hoffentlich wirds irgendn crazy Zeug im Fleisch. ^^

      22.02.2013, 16:11 von forst
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      Ich möchte jetzt diesen Zombiedinosaur sehen.

      22.02.2013, 16:26 von somehowamusing
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      Da is ein Foto. In meinen Gallerien.

      22.02.2013, 16:28 von quatzat
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      Nicht auszuschließen, dass das zweite L in Galerie Abischt war.

      22.02.2013, 16:38 von forst
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      Nee, ditte war dem Hin- und Herwechseln vom Arbeitsenglisch aufs Neondeutsch geschuldet.

      22.02.2013, 16:45 von quatzat
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      BRAINSK

      22.02.2013, 16:50 von EliasRafael
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  • 2

    Hm… Ich find den Text sehr angenehm. Da würd ich gern viel dazu sagen. Vielleicht überlass ich aber Charlie Kaufmann das Wort.

    22.02.2013, 15:25 von forst
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      wow, genau darum gehts, glaub ich.

      22.02.2013, 17:37 von Sultanine
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    Irgendwann is Sense, jawohl.

    Manchmal hoffe ich, dass ich das noch genießen kann.

    Genug des parasitären Verhaltens, es wird mal Zeit für nen Rundumschlag und Jaaaahre später wiederholt sich der Wichs.


    22.02.2013, 14:54 von FrauKopf
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      Mir würd' schon reichen, wenn Berlin wieder ummauert wird. ^^

      22.02.2013, 15:19 von somehowamusing
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      Dit hätteste gern wa?

      Dann komm ich ja gar nicht mehr zum spielen raus.

      22.02.2013, 15:22 von FrauKopf
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      Ok, Fluten noch dazu. ^^

      22.02.2013, 15:31 von somehowamusing
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