Kapitulationist 03.02.2012, 22:56 Uhr 3 1

Offenbarung

Mit Authentizität stirbt auch die Kunst.

Ich möchte dich so gern belügen.

Für deinen Schwindel aber rügen.

 

Führ mich heraus aus deinem warmen

Griff und lass mich irren,

Sodas die Gläser drohend klirren.

Aufrichtigkeit kennt kein Erbarmen.

 

Verkosten wir die süßen Sünden!

Vergessen Ehre und Moral.

Hinab ins irreale Tal!

Getragen von maßlosen Winden.

 

Dort oben thront, gesittet, mahnend

Der karge Kanon, macht sich Sorgen

Um dein Gefühl, so wohlgeborgen.

Er will es spüren, Charakter ahnend.

 

Befrei mich von der Wirklichkeit.

Mein Wunsch ist Schwindel, schlüpfrig kriechend

Und sündhaft nach Verderbnis riechend.

Nacktsein gleicht nicht Vollkommenheit.

 

Neurotisch wasche ich mich rein

Vom Glanz und all dem wunderbaren Sein.


Tags: Authentizität, Wahrheit, Lüge, Wirklichkeit, Täuschung, Moral, Tugend, Normativität
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3 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Ich las mich und mein Leben grad zum Teil darin.

    24.02.2012, 21:38 von topfbluemchen
    • 0

      Oh! Inwiefern denn, wenn ich fragen darf?

      25.02.2012, 16:13 von Kapitulationist
    • 0

      Es erinnert mich an was. Es ist erschreckend, wenn man sich / sein Leben / seine Erlebnisse selber gespiegelt liest und denkt 'Nanü? Woher kennst du mein Leben?'

      25.02.2012, 19:12 von topfbluemchen
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