Nur geträumt
Honey war ein fleißiges Bienchen. (lebenswert)
Als die anderen sich noch den Schlafsand aus den Augen rieben, kam sie bereits von ihrer ersten Nektarsammelreise nach Hause geflogen. Honey war extra früh aufgestanden, wie jeden Morgen, um möglichst viel Honig zu sammeln. Diesen verteilte sie dann spendabel an die „gut gereiften“ Bienen, wie sie sie liebevoll nannte, obwohl jeder wusste, dass sie steinalt waren und nicht mehr als faule Äpfel, die keine Lust mehr hatten, für sich selbst zu sorgen.
Und wenn die großen Kinderbienenaugen sie anlächelten, konnte Honey natürlich auch nicht widerstehen, obwohl jeder wusste, dass sie schon hinter Honeys gestreiftem Rücken zwei Monatsvorräte Nektar geklaut hatten. Außerdem legte Honey immer ein bisschen süßen Pflanzensaft zurück für saure Zeiten, wann auch immer die kommen sollten.
Außer ihrer vorbildlichen Nektarsammlerei, konnte Honey auch blitzbienenblank sauber machen. So kam es, dass sie nicht nur ihre Wabe von klebrigen Flusen befreite, sondern auch die ihrer Mitbewohner, obwohl jeder wusste, dass diese extra Schlammcatchen spielten, bevor Honey zum Putzen kam.
Jeden Abend vor dem Schlafengehen, betete Honey zum Bienengott für ihre Mitbienen, auf dass diese niemals vom Bösen befallen würden und ihr weiterer Lebensweg mit ausreichend Nektar gesegnet würde. Honey dankte auch dankbar, voller Dank, dass er sie selbst, die kleine bedeutungslose Honey, auf dieser wunderbaren Welt leben ließ, obwohl jeder wusste, dass der Bienengott eigentlich eine dicke arrogante Hummel war.
Und an einem Tag, als die warme Sonne zärtlich ihre Strahlen auf duftend bunte Blüten fallen ließ, träumte Honey heimlich und etwas peinlich berührt, da sie sich der Übermütigkeit ihrer Gedanken bewusst war, von einem Tag, ja, wirklich nur einen, einmal nur um zu sehen, wie das ist, sie träumte von einem Tag als Bienenkönigin.
Und gerade, als ihr Hinterleib ein bisschen zu tanzen begann, denn das tat er manchmal, wenn Honey glücklich war, flog einfach so ein großes Klavier vom Himmel und erschlug sie mit einem lauten "Klimperibimm", obwohl jeder wusste, dass Klaviere nicht einfach so vom Himmel fallen.






Kommentare
das ende ist traurig? ich hielt es für gerecht. :D :D
05.09.2007, 23:47 von Sonnenstuhl;)
was für ein wunderschöner text, auch wenn das ende ja eigentlich traurig ist, aber auf so wundersame weise zum text passt...
05.09.2007, 19:23 von Lalapejatoll geschrieben
Ist das ein Gleichnis?
27.08.2007, 19:46 von flughundAuf jeden Fall lustig zu lesen.
@flughund du siehst nur den buchstabenhaufen da auf dem bildschirm. für das, was du verstehst, was du denkst, bin ich nicht verantwortlich.^^
28.08.2007, 17:31 von Sonnenstuhldanke.
hihi
25.08.2007, 22:32 von Der_Misanthrop