Patrick_Bauer 30.11.-0001, 00:00 Uhr 3 0

Noël Martin

In der aktuellen NEON erzählt Noël Martin seine Geschichte. Nach einem Naziüberfall verlässt ihn der Lebensmut: Hier findest du weitere Informationen.

Noël Martin sagt, seine Autobiographie habe er unbedingt noch fertig machen wollen. Diese, seine Geschichte, die eine traurige ist, musste derart persönlich und gebündelt festgehalten werden. Damit sie nie vergessen wird.
Mit der Autorin und Vertrauten Robin Vandenberg Herrnfeld hat er es geschafft. „Nenn es: mein Leben“ heißt das im Mai erschienene Buch, das sehr lesenswert ist. Weil es auf bedrückend und erfrischend offene Art und Weise den Lebensweg von Noël Martin nachzeichnet. Bis zu jenem Sommertag 1996, als im brandenburgischen Mahlow zwei Rechtsradikale einen Stein in sein Auto warfen. Und darüber hinaus. Der Gesundheitszustand von Noël Martin verschlechtert sich weiter. Sein letzter Wunsch: Mit Hilfe einer Sterbehilfegesellschaft in der Schweiz aus dem Leben zu scheiden. Nach einem langen Kampf mit seinem Körper und gegen Rassismus.

Die Erlöse, die mit dem Verkauf der Autobiographie erzielt werden, kommen komplett dem „Noël- und Jacqueline-Martin-Fonds“ zugute. Dieser setzt sich für einen interkulturellen Austausch zwischen jungen Menschen aus, ermöglicht unter anderem regelmäßige Begegnungen zwischen britischen und deutschen Jugendlichen. Die Stiftungsarbeit wird auch nach Noël Martins Tod weiter geführt.

Spenden werden dankbar entgegen genommen unter der Kontoverbindung:


Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam"

Noel-und-Jacqueline-Martin-Fonds

Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam

BLZ: 160 500 00

Kontonummer: 350 203 5333

Kennwort: Noel Martin


Weitere Informationen über den „Noël- und Jacqueline-Martin-Fonds“:
http://www.noel-martin.de/


Noël Martins Biographie „Nenn es: mein Leben“ ist zu beziehen über den Loeper Literaturverlag: http://www.vonloeper.de/noel-martin/index.html
http://www.vonloeper.de/noel-martin

3 Antworten

Kommentare

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    Bin vor kurzem zufällig im Stern über Noel Martin gestolpert und der Artikel hat mich umgehauen. Er wirft so ungefähr 1000 Fragen und Diskussionen auf.
    Die wichtigste für mich: Wer entscheidet eigentlich, wann ein Leben lebenswert ist, und wann nicht mehr? Kann nicht nur eine höhere Macht, wie auch immer man sie bezeichnen mag, unserem Leben ein Ende setzen. Haben wir Menschen ein Recht dazu? Hat dieser Mensch, der sein Leben lang gekämpft hat, nun verloren, weil er beschlossen hat, aus eigener Kraft aus dem Leben zu scheiden?
    Ich selbst musste mein Leben lang kämpfen, um heute hier sitzen, und so normale Dinge tun zu können, wie diesen Artikel zu schreiben. Hätte ich oder meine Familie anderen Stimmen geglaubt, würde ich wahrscheinlich n ic ht mehr leben.
    Trotzdem oder gerade deswegen kann ich verstehen, wenn man irgendwann einfach nicht mehr kämpfen kann. Und trotzdem oder gerade deswegen ist Noel Martin für mich keineswegs ein Verlierer, keineswegs jemand der aufgegeben hat, sondern jemand, der mit einem letzten entschlossenen Schritt auf sein Ziel zusteuert.

    08.07.2007, 12:16 von DieKleine
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    Das Schicksal von Noel Martin, ist das beste Beispiel, das es lange noch nicht reicht, was gegen den Rechtsradikalismus in Deutschland unternommen wird. Ich frage mich wirklich, wird etwas dagegen unternommen oder es eher geduldet. Kann es sein das zwei Menschen die das Leben eines anderen Menschen derart verpfuscht haben, und das aufgrund seiner Hautfarbe, weiterhin wieder in Freiheit Leben können, Gesund sind von unserer Gesellschaft geduldet wird, heißt das denn nicht auch das "WIR" der Rest der Gesellschaft uns nicht mit schuldig gemacht haben, an dem furchtbaren Schicksal von Herrn Martin?
    Kann es sein das dieser Mensch nur noch den Wunsch nach dem Tod verspürt, und das es auch verständlich ist, weil er keine Lebensqualität mehr erleben kann! Weil er von zwei Deutschen in den Rollstuhl gezwungen worden ist! Das der Staat das damit entschuldigt, das man Arbeitslos ist und keinen vernünftigen Sinn, in seinem Leben sieht. Heißt das wenn ich wütend bin das ich mir den nächst besten Menschen schnappen kann und ihn zu Tode Prügeln kann, weil ich gerade Arbeitslos bin?
    Ich frage mich wirklich, wie lange wir das braune Pack in unserem Land noch ertragen wollen und lieber woanders hinsehen, als etwas dagegen zu Unternehmen, wie lange wird unsere Demokratie es noch erdulden das Linke Organisationen die sich für Menschenrechte einsetzen vom Staat zerschlagen werden, und Rechtsradikale Parolen und Organisationen als das wenigere Übel geschützt werden.
    Ich frage mich wie lange ich noch in dieser feigen Gesellschaft leben kann, ohne mich wieder für einiges was in meinem Heimatland passiert, schämen zu müssen.
    Im Fall von Herrn Martin ist es so, ich schäme mich aufrichtig für unsere Demokratie, weil so sehe ich Gerechtigkeit nicht.
    Ich wünsche Herrn Martin das er trotz allem mit Liebe im Herzen, seinen letzten schweren Weg gehen wird, weil mehr kann er nicht haben, denn zwei Deutsche haben ihm den Rest genommen!

    19.06.2007, 16:36 von Hafenbraut
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