minimotor 08.08.2009, 16:53 Uhr 0 0

"nie rozumiem po polsku."

würden die leute öfter über gemüsesorten sprechen - ich würde sie besser verstehen.

"nie rozumiem po polsku." - "ich verstehe kein polnisch." diesen satz kann ich inzwischen sehr gut, denn ständig quatschen mich irgendwelche leute auf der straße an und erzählen irgendwelche monologe mit mir unbekanntem inhalt. erst gestern kam ein kleiner junge auf mich zu, sah mich bitterböse an und fing an in dieser sprache zu reden, die fast immer klingt, als würde gleich jemand ermordet werden. ich hab keine ahnung, was ich dem kleinen getan habe. würden die leute öfter über obst- und gemüsesorten reden, würd ich sie besser verstehen, denn die kann ich inzwischen einigermaßen. es grenzt schon an ein wunder, dass mein vermieter und mitbewohner englisch spricht, obwohl er schon etwa um die fünfzig ist. spricht man normalerweise in polen jemanden mittleren alters an: "do you speak english?" dann bekommt man entweder ein abweisendes gesicht zu sehen oder aber die antwort: "a liiitl." das heisst dann in etwa, dass die betreffende person die frage verstanden hat, mehr aber nicht.
leider hab ich mir mit besagtem vermieter nichts zu sagen und seine freundin magda, die so jung ist, dass sie seine tochter sein könnte und jeden tag in den gleichen orangefarbenen knickerbockern rumläuft, spricht kein englisch. zurzeit wohnen noch ilona und tim aus england im nachbarzimmer, aber wenn sie nächste woche die heimreise antreten wird mir als einziger gesprächspartner die deutsche waschmaschine von bauknecht bleiben. doch die tut den ganzen tag das gleiche und darf auch nie das badezimmer verlassen, was unser gesprächsrepertoire ziemlich stark einschränkt.
nicht zuletzt aufgrund der bevorstehenden einsamkeit in dieser reinen zweckwg plane ich einen umzug in eine andere wohnung. hinzu kommt, dass mir mein vermieter jeden tag unheimlicher wird. ilona und ich vermuten inzwischen, dass er nicht nur eine leicht pädophile ader besitzt sondern zudem auch eine gespaltene persönlichkeit hat. niemand kennt seinen wahren namen; das klingelschild an der eingangstür trägt nur eine nummer und wir kennen ihn alle unter verschiedenen namen. mir hat er sich als jurek vorgestellt, die anderen drei haben auch alle unterschiedliche namen für ihn. viellicher hätte ich ihn auch mal nach seinem ausweis fragen sollen, als er am tag meiner ankunft meine personalien für die formalitäten überprüft hat.

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