Claudia_Hammermueller 30.11.-0001, 00:00 Uhr 171 4
NEON täglich

Nichts wie weg

Manchmal muss man einfach weg: Aus dem Alltag, um den Kopf frei zu bekommen - oder aus dem Leben, um neu anfangen zu können.

In der aktuellen NEON schreiben Autoren über das Abhauen: Was passiert, wenn man alles hinter sich lässt - für eine Stunde, für ein Jahr, für immer. Wer ist nicht schon mindestens einmal vor irgendetwas davon gelaufen?

Ich schon. Mindestens einmal im Jahr suche ich auf Reisen das Weite, das Neue, das Andere, das Abenteuer. Einmal habe ich auch schon die Flucht nach vorn angetreten und zog aus der Stadt, in der mir die Decke auf den Kopf fiel. Und ab und an brauche ich einen Tag Ruhe vor Facebook, WhatsApp und Co, stelle mein Handy auf Flugmodus und gehe lange spazieren.

Oft sind es persönliche Gründe, die Menschen dazu bewegen, alles hinter sich zu lassen: In der aktuellen NEON erzählt Mirna Funk, wie sie sich für immer von ihren Eltern verabschiedete, um ein neues Leben beginnen zu können. Und Loslassen kann befreien, auch, wenn es schmerzt. Dimitrj Kapitelman erzählt in der September-Ausgabe, wie erleichtert er war, als Kind nach langem Mobbing seinen geliebten Fußballverein endlich verlassen zu haben.

Egal, ob Hals über Kopf oder lange geplant: Flucht ist ein Urinstinkt des Menschen. Abhauen vor der Gefahr, sein Leben retten - und sei aus einer sozial schwierigen oder als sehr unangenehm empfundenen Situation. Einfach weg. "Loslaufen [...] flüchten vor all den Dingen, die mich nachts nicht schlafen lassen", schreibt Fragilelightss in der Community. Im vergangenen Jahr machte der Begriff “Ghosting” die Runde, nachdem Schauspielerin Charlize Theron ihren Verlobten Sean Penn wohl wortlos verließ.

Dabei muss es nicht unbedingt die Flucht für immer sein: NEON-Autor Philipp Günther ging nach dem Tod seines Opas und der Trennung von seiner Freundin auf Abenteuerweltreise; Christoph Koch tauschte seine Wohnung und sein Leben für drei Monate mit einem amerikanischen Professor.

Jenseits der klassischen Flucht in einen Urlaub - 2015 verreisten über 53 Millionen Deutschen - ist es oft die kleine Weltflucht, die wir brauchen. So wie Eva Reisinger, die des Nachts tanzend zu einem anderen Menschen wird; Esther Göbel, die bei Stress in ein Observatorium zu den Sternen flieht oder Lars Weisbrod, der mit seiner Lieblingsserie ein Jahr lang aus seinem Leben ausstieg.

Wann, wie und wovor seid ihr schon abgehauen? War es feige einfach zu gehen - oder mutig? Was habt ihr dabei erlebt? Und wie denkt ihr heute darüber?


Tags: Flucht, Alltag
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171 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Wann, wie und wovor seid ihr schon abgehauen? War es feige einfach zu gehen - oder mutig? Was habt ihr dabei erlebt? Und wie denkt ihr heute darüber?


    Eben bin ich zufaellig wieder auf diesen Artikel gestossen.
    Die meisten Kommentare haben sich nicht unbedingt mit der Frage und dem Text selbst beschaeftigt, sondern dienten der  Treppenhausplauderei.

    Nur wenige User erzaehlten, was sie unter "Flucht"  verstehen und schrieben ueber das Abtauchen. 

    Der Begriff Flucht ist fuer mich nicht treffend, wenn es nur um Veraenderungen im taeglichen Lebensbereich geht. Wir verwenden zwar oft dieses Wort,  kennen aber kaum dessen Bedeutung, wenn es darum geht, unser Leben zu retten.

    Vor einer Situation  "reissaus" zu nehmen, ohne vorher gesundheitlich bedroht zu sein,  halte ich fuer sehr mutig, wenn es sich dabei um notwendige Veraenderungen handelt.

    Wer z.B. Jahre lang in einem Beruf gearbeitet hat,  um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne sich bei dieser Taetigkeit wohl zu fuehlen,  trifft die richtige Entscheidung, wenn er sich nach etwas Besserem umschaut. 

    Als ich noch zur Schule ging, habe ich bei meiner Stiefmutter eine Steuergehilfenlehre gemacht. Das ging deshalb, weil sich ihr Buero unter meinem Schlafzimmer befand. Also im gleichen Haus.  Der Vorteil:  Ich konnte meinen Schlaf gefahrlos fortsetzen .

    Nein, ich habe vier Stunden pro Tag dort im Buero verbracht und alles gelernt, was mir spaeter helfen konnte.  Nachteil:  Es war fuer mich bewegungsfrohes Maennlein ein so grauenvoll langweiliger Job, dass ich mir dort mehrere Male geschworen habe:  Nie mehr in einem Buero arbeiten zu wollen. 

    Das habe ich schliesslich eingehalten und mich in eine Richtung begeben, die mein Leben veraenderte und genau dem entsprach, was ich mir von ihm versprach.
    Aus Hobbys habe ich Berufe gemacht und  dabei eine Freude  entwickeln koennen, die bis heute noch anhaelt und bei meinen Mitmenschen Wirkung zeigt.  

    Was ich damit sagen will:  diese damalige Situation im Buero meiner Stiefmutter hat mich dermassen beeindruckt,  dass ich genug Energie entwickeln konnte, mich aus Bevormundungen und spiessigem Alltagsbetrieb zu loesen. 


    20.09.2016, 00:47 von Dr_Lapsus
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      Vor anderen Menschen, andauernd. Selbst wenn ich auf einer Party bin, flüchte ich mich in den Suff und Sumpf um anderen nicht nahezukommen.

      20.09.2016, 09:26 von chiral
    • 0

      Dann kannste  dir die Party doch sparen?

      20.09.2016, 13:59 von Dr_Lapsus
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  • 1

    Flüchte gerade vor EliasRafael und seiner Pokémom-Armee.
    Glaube, sie sind mir dicht auf den Fer

    20.08.2016, 23:52 von JackBlack
    • 0

      Du bist einfach zu langsam.

      22.08.2016, 09:42 von EliasRafael
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      Eichen pflastern meinen Weg.

      22.08.2016, 11:18 von JackBlack
    • 0

      Gut, dass du Hamsterbacken hast.

      22.08.2016, 11:56 von EliasRafael
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  • 1

    Ich flüchtete ins 23. Jahrhundert, weil ich nicht schon mit 30 den Löffel abgeben wollte. Kam dann wieder zurück, als sich die Gesetzeslage verbesserte.

    20.08.2016, 22:43 von Aus_Zeit_Monsta
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      Mach mal nicht so nen Wind.

      22.08.2016, 07:48 von Aus_Zeit_Monsta
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  • 0

    Ich würde es nicht unbedingt Flucht nennen, Kraft zu tanken. Hobbies, Urlaub etc. sind ja alle Gelegenheiten dafür. Manchmal braucht man halt auch einfach eine längere Pause, um sich wieder auszurichten und seine Wünsche überhaupt zu identifizieren. Da kann dann die Weltreise helfen, das Sabbatical etc. Ein neues Leben ist ja ebenfalls nicht zwangsläufig Flucht. :) Ghosting ist halt fies, weil man den anderen mit seinen Fragen dastehen lässt. Manchmal ist vielleicht vorher aber tatsächlich schon so viel vorgefallen, dass man dem anderen nichts mehr erklären möchte. Ich hatte diesen Fall aber noch nie. Bei Missbrauch - in welchem Sinne auch immer - könnte ich mir sowas aber vorstellen. Dann wäre es wohl Flucht, aber weniger mit der negativen Konnotation. 


    Und ja, ich bin vor Kurzem geflüchtet: Als ich in einer deutschen Stadt runter in die U-Bahn lief und mir ein vollvermummter Typ im Tarnanzug entgegen kam. Da bin ich schnurstracks zur Bahnhofspolizei. Das war mir zu gruselig. P.S.: Und ich glaube nicht, dass der gegen die Burka demonstriert hat. ;)

    20.08.2016, 17:00 von TheCaptainsFiancee
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  • 0

    Ich bin mal als 15-Jähriger vor einem großen Typen weggelaufen weil der mich verprügeln wollte. Nach 100 Metern hat ich kein Bock mehr und blieb stehen.

    20.08.2016, 11:12 von Freyr
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  • 1

    Flüchten hat für mich etwas von "mit dem will ich mich nicht auseinandersetzen". Davon bin ich kein großer Fan, daher flüchte ich wohl nicht oft. 

    20.08.2016, 08:24 von -Maybellene-
    • 0

      Naja, in der Regel flüchet man aus Angst und vor einer Gefahr. Ob man sich mit Bomben, Folter, Gewehren, oder trivial vor Hooligans, Rechtsextremen, einem möglichen Vergewaltiger oder einem Kampfhund auseinandersetzen muss oder sollte, bleibt ja jedem selbst überlassen...
      Zumindest gibt es schwerwiegende Fluchtgründe, jenseits der Bereitschaft sich nicht auseinandersetzen zu wollen :)

      20.08.2016, 22:15 von Gluecksaktivistin
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      Ich denke bei dem NUT geht es in erster Linie nicht um lebensbedrohliche Situationen vor denen man flüchten muss, sondern eher um persönliche Angelegenheiten (Jobwechsel, verreisen und ähnliches).

      21.08.2016, 13:38 von -Maybellene-
    • 0

      Ich denke es geht um vielerlei "Fluchten" u.a. auch um das eher klassische Fluchtverhalten vor real bedrohlichen Gefahren. Angst vor Veränderung oder Auseinandersetzung gehört auch dazu, ist aber eben nur ein Aspekt.

      21.08.2016, 13:48 von Gluecksaktivistin
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  • 0

    Ich flüchte auf die andere Straßenseite, wenn Alien-Flugscheiben vor dem Bäcker um die Ecke landen und parken.

    Was habe ich dabei erlebt: Der Gehweg ist zu schmal.

    18.08.2016, 12:27 von Hattori-Hanzo
    • 0

      wenn der Weg einem zu schmal vorkommt, ist manchmal auch nur der Aluhut vor die Augen gerutscht (hab ich mir von dem Freund eines Freundes sagen lassen)

      18.08.2016, 13:04 von chiral
    • 1

      Mein Aluhut (rosa - schwarz - giftgrün mit lila Herzchen) ist allerdings mit einem kombinierten VR/AR-Modul als Brille ausgerüstet, nebst Aliendetektor und StVO-Warnhinweise für Fußgänger bei zu schmalen Gehwegen. 

      Auch die System/Sensoren-Protokollierung hat keinen Fehler gemeldet. Evtl. ein Alien-Hack. Ich prüf das mal. Danke für den Hinweis.

      18.08.2016, 13:36 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Hört sich ganz gut an, hast Du da mal eine Bezugsadresse? Der Freund des Bekannten ist wohl interessiert...

      18.08.2016, 18:17 von chiral
    • 2

      Ist Marke Eigenbau, Aluhut-Case-Modding :-)

      18.08.2016, 18:19 von Hattori-Hanzo
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    Vor Menschen mit übermäßiger Political Correctness flüchte ich mich regelmäßig in den Suff

    18.08.2016, 12:19 von chiral
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    • 1

      Hmm, ich weiss nicht ist diese "deine mudda´" Sache nicht schon lange out? Solltest schon etwas bringen, was zumindest Sexistisch ist, oder auch eine Prise rassistisch, oder zumindest Tierfeindlich... ja Tierfeindlich fände ich super und es sollte aggressiv genug sein, dass man auf jeden Fall keine Annäherung oder einen Konsens finden kann -  Du weisst doch wie das geht, irgend so einen linken veganen Zeckenscheiß halt...

      18.08.2016, 18:25 von chiral
    • 0

      Ja, es ist schon ein Kreuz mit diesen Leuten, die anderen vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben.

      18.08.2016, 21:37 von Nem
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    • 3

      Keinen Tag ohne Hitler Grumpel.

      19.08.2016, 04:59 von mirror87
    • 0

      Ach Grumpel, man kann Dich nur liebhaben...

      19.08.2016, 09:04 von chiral
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    • 1

      Stimmt. Daran wird es liegen. Manchmal vergesse ich das Ihr Veganer einfach die besten aller Menschen seid.

      19.08.2016, 14:10 von chiral
    • 0

      :D  

      19.08.2016, 18:55 von mirror87
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    • 0

      ich klinke mich mal ein. des rechtschreibkurses wegen. ;)

      19.08.2016, 20:38 von jetsam
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      Adolf Hitler

      19.08.2016, 21:05 von chiral
    • 0

      Dass ist schön.

      19.08.2016, 21:07 von mirror87
    • 1

      Kennst Du das hier schon, mirror?

      https://www.youtube.com/watch?v=QAK0KXEpF8U

      19.08.2016, 21:12 von chiral
    • 4

      "If people can't control their own emotions then they have to start trying to control other people's behaviour."

      Ich glaube treffender lässt sich Grumpelchens Verhalten hier manchmal kaum beschreiben. ^^

      19.08.2016, 21:36 von mirror87
    • 2

      Wurde die Schredderei von Veganern nicht vor kurzem erst für in Ordnung befunden. Halt das waren Küken. (da werden die Falschen geschreddert)

      23.08.2016, 14:04 von Hattori-Hanzo
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    • 1

      Da die Unterscheidung zwischen Haus - und Nutztieren aus moralischer Sicht voll uncool ist, können wir Veganelstilzchen und Küken gleichzeitig und vollkommmen gleichberechtigt in den Schredder geben.

      23.08.2016, 18:34 von mirror87
    • 1

      Die Unterscheidung würde auch gegen den Gleichheitsgrundsatz aus Art 3 GG verstossen. Daher müssen alle in den Schredder. Wir wollen ja gesetzestreu bleiben. Ok, entspricht eigentlich nicht dem grenz(en)losen Zeitgeist. 

      23.08.2016, 19:14 von Hattori-Hanzo
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    • 1

      Dein Maul. :-)

      24.08.2016, 02:26 von mirror87
    • 0

      Aus dem Fell des Frettchens müsste sich doch ne hübsche Tasche machen lassen ....

      24.08.2016, 10:01 von Hattori-Hanzo
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  • 0

    Wenn mir auf der Straße jemand entgegenkommt, der sich in der Welt durch Psychosäure behaupten muß, versuche ich dessen Reichweite abzuschätzen und halte genau diesen Abstand ein, wenns nicht anders geht bleibe ich stehen und bewege mich überhaupt nicht.

    Will die Person mit mir reden, gebe ich vor deren Sprache nicht zu sprechen.

    18.08.2016, 08:59 von Nem
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