Intoyourheart 31.10.2017, 10:26 Uhr 1 1

Nachtmahr.

Die Dunkelheit ist immer da. Etwas Schwarzes, das uns umgibt.

Als Kind hatte ich fruchtbare Angst vor dem Dunklen. Diese Ungewissheit, die dort auf mich wartete. Die sich unter meine Haut schlich, meine Haare aufrichtete und mein Blut in Schallgeschwindigkeit durch meinen Körper fließen ließ. Beim Gedanken daran, was sich wohl hinter den Schatten verbergen mag, pochte mein Herz so laut, dass mein eigener Atem wie ein Geräusch aus der Ferne klang.
Naiv. Süß. Richtig niedlich, dass ich dachte das wäre die höchste Form von Angst. Als würden Wesen aus dem Schwarzen treten. Mich anspringen, packen und mich in ihre Schreckenswelt ziehen. Niedlich. Süß. Aber vor allem naiv!
Denn es ist nicht die Dunkelheit, die es zu fürchten gilt. Nein, ganz und gar nicht. Das ist fast lächerlich. Denn der eigentliche Schrecken umgibt die Menschen. Es sind ihre eigenen Schatten. Es sind die dunklen Seiten, die sie zu verbergen versuchen. Die sie nicht steuern können. Die sie mit all ihren Möglichkeiten versuchen winzig zu halten. Damit es niemand entdeckt. Niemand soll den Schatten sehen. Niemand die Dunkelheit enttarnen. Doch es ist nicht möglich sie gänzlich zu verbergen. Ganz leicht ist es immer sichtbar. Ob der Schatten unter den Augen oder die Finsternis, die zwischen den Zeilen steht. Die Düsternis, die den Umgang mit Anderen verdunkelt oder das eigene Wohlbefinden. Die Dunkelheit ist immer da. Etwas Schwarzes, das uns umgibt.
In vergangenen Zeiten, haben sich die Menschen Kreaturen dazu in ihren Gedanken geschaffen. Haben sie beschrieben und zu Papier gebracht. Heutzutage versuchen wir sie auszublenden. Geben ihnen keine Namen mehr, kreieren keine Geschichten um sie herum. Wir packen die Angst nicht beim Schopf. Wir gestehen es uns nicht ein. Verleugnung. Niemand möchte seine Furcht beichten. Doch es ist so sicher, wie das Ticken der Uhren… es Endet immer in der Dunkelheit. Das Jahr. Der Tag. Zwischenmenschliche Beziehungen.
Doch zu groß ist der Stolz, über die Ängste zu reden. Stattdessen blenden wir sie aus. Machen uns selbst vor, dass sie keine Macht über uns besitzen und wir unerreichbar für sie sind. Doch letztendlich geht es uns allen gleich. Wir liegen zur fortgeschrittenen Stunden im Bett. Lauschen dem Ticken und spüren die Finsternis über uns einbrechen. Wir haben keine Angst mehr vor der Dunkelheit. Aber es schaudert bei den Gedanken an die Schatten, die unsere Seelen umgeben.

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Kommentare

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    Hattest du jetzt fruchtbare, oder furchtbare Angst?

    16.11.2017, 17:45 von tiptappin
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    Kleiner Nachtrag, ein kleines Update, weil ja eben Halloween ist, ist hatte gerade Besuch bekommen und der nervte ein wenig und wollte schon zur Fernbedienung greifen, um den Fernseher einzuschalten und Desinteresse zu signalisieren, konnte mir's also vorstellen, hab's aber nicht wirklich gemacht, bin zu höflich und respektvoll, war nur sagen wir vorstellbar dazu und ich konnte die schwarzen Schatten beobachten, wie diese über die Fernbedienung wanderten, wie immer, wenn ich mir etwas vorstelle, seit ich am Ende meiner Reise angelangt bin, da kann ich dann immer die Schatten in meiner Seele beobachten, wie diese an der Dunkelheit ihre Konsequenzen ziehen,..

    01.11.2017, 04:22 von Elendstourist
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    Fledermäuse und riesige Mantarochen, ich seh diese Biester ständig um mich herumflattern,...

    01.11.2017, 02:14 von Elendstourist
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