Muttersohn (Reloaded)
Torben kam immer nur zum Ficken vorbei.
Manchmal stand er mitten in der Nacht vor Fräulein Irres Arbeitszimmerfenster, warf betrunken Steine dagegen oder dröhnte so laut Brunftschreie gegen die Hauswand, dass über ihr die Nachbarn geschäftig wurden.
Wenn Fräulein Irre ihrerseits tief genug ins Glas oder in die Röhre geschaut hatte, öffnete sie ihm die Tür.
Er lächelte benommen, wankte geübten Ganges in das Zimmer mit dem Bett und lag dann einfach dort. Als wäre er nie gegangen.
Fräulein Irre tat folglich, was sie tun musste.
Sie legte sich neben ihn. Atmete mit ihm ein und aus.
Nestelte an seiner Jeans. Manchmal bis zum Gürtel, manchmal bis zum Reißverschluss.
Meist jedoch legte sie ihn schneller frei als ihre kurze Hauseinfahrt vom Schnee.
Sie vögelten dann wie Menschen es tun, die nur knapp einer Katastrophe entkommen sind.
Benommen, seltsam ekstatisch, ritualisiert.
Manchmal lag sie auch einfach nur da und schlief in dem beruhigenden Wissen ein, dass er da war. Dass sein Weg nicht aufhören konnte, den ihrigen zu kreuzen.
Es war nicht Genugtuung, damit hatte es nichts zu tun.
Torben kam zum Ficken und das war nicht ohne Bedeutung.
Er kam zum Ficken zu ihr und das bedeutete was.
Das bedeutete, dass sie ebenso sein unerledigtes Geschäft war wie er ihres. Schicksalsgenossen waren sie.
So etwas verbündet.
Wenn er schlief, küsste sie ihn. Flüsterte Dinge in sein Ohr, die am nächsten Morgen vergessen waren. Es gab Nächte, in denen sie unter ihm schrie, dass sie dreckigst kommen würde, obwohl sie genau wusste, dass sie höchstens dreckigst gehen würde, unter ihm weg, aus ihm heraus und in einen Tag hinein, den sie beide reuig überstanden wie einen Kater. Kopf und Glieder schmerzten dumpf und es war an solchen Tagen einfach, daran zu glauben, dass es kein nächstes Mal geben würde.
Natürlich gab es immer ein nächstes Mal.
Wenn Torben fort war, dachte er an sie. Oft. An ihr Keuchen und Blubbern, ihre Interimsritte. Wie sie ihn gehalten hatte, so, wie nur sie es konnte. Daran, wie sie da war, einfach nur da. Wie Wasser, wenn das Bier zu viel wurde. Er dachte daran, wie sie gemeinsam lachen konnten. Über Dinge, die nur komisch waren, weil sie es eben nicht waren. Über solche Dinge lacht man am meisten.
Er malte sich aus, wie sie zusammen schweigen konnten. Stundenlang, tagelang. Nur um zu beweisen, wie nichtig Worte sind, denen keinerlei Erkenntnis oder Tatenlust folgt.
Fräulein Irre erinnerte sich ihrerseits gern daran, wie er eine ganze Nacht lang neben ihrer schlafenden Hand gesessen hatte und sie am nächsten Morgen inmitten von Zetteln saß, auf denen stand, wie sehr er sie liebte. Wie er überhaupt jeden liebte, der ihn daran erinnerte, dass er lieben konnte, wenn er nur lieben wollte.
Ihr ging es mit Torben ähnlich. Sie überzeugte sich mit ihm davon, jeden lieben zu wollen, den sie lieben konnte.
So hatten sie sich gefunden und wieder verloren.
Ein geringer Preis für die Freiheit der Beliebigkeit, jedoch keiner, den sie gewillt waren, dauerhaft zu zahlen. Beide zahlten sie an anderem schon genug.
Das irre Fräulein beglich die Schulden eines Vaters, der sie verstoßen hatte; er bezahlte für die Schuld der Frau, die ihn zur Welt brachte.
Torbens Mutter war ein verkommenes Stück, ein listiger, durchtriebener Teufel zudem.
Schmal in Schultern und Geist, wie es alle Menschen sind, die einen Fehler bereuen, der nicht wieder gutzumachen ist – ohne aufhören zu können, es zu versuchen.
Mami, die auf den Namen Maria hörte, hatte ihren Sohn nicht zu einem Stamm-, sondern zu einem Platzhalter erzogen, mit ebensolch erbarmungsloser Strenge, mit der sie den Teil ihrer selbst maßregelte, der ihr nicht erziehbar war.
Sechsundzwanzig war sie gewesen, als das Leben ihr entglitt, als das eine Gefängnis das andere abzulösen drohte und sie sich nicht mehr im Spiegel betrachten wollte.
Da gab es diesen jungen Mann, der sie umwarb und ihr ein Leben versprach, von dem sie insgeheim schon lange träumte, für das sie aber nichts zu geben und nichts zu nehmen bereit war. An ihren Lippen klebte der eifersüchtige Speichel ihres herrschsüchtigen Vaters, der seine verblichene Frau wohl mit größerer Leidenschaft vermisste als sie ihre Mutter. Die Kälber des Hofes hingen an ihren Brüsten und die Männer des Dorfes fanden an ihr Schürzenband. Sie ließ sich ein, biss die Zähne zusammen und lächelte mit schmalen Lippen einer Zukunft entgegen, von der sie wusste, wie sehr sie sie hassen würde.
Der Krieg war gerade vorbei und sie wollte keinen neuen.
Die Amerikaner waren gekommen, einige davon zum Verweilen, wenige zum Bleiben.
Ihrer hieß Tom.
Jeden Tag redete er von Dingen, die sie unbedingt haben wollte, aber nie zu halten imstande sein würde.
Er tauchte unter ihren Rock mit seiner schwarzen Zunge und seinem schwarzen Penis und ließ sie schreien wie jemanden, der weiß, dass er danach lange würde schweigen müssen.
Tom wollte sie in seine Heimat mitnehmen. Ihr ein guter Mann und Torben ein guter Vater sein.
Ihr fehlte der Mut, also entlieh sie sich welchen bei ihrem Freier, der immerhin genug davon besaß, um sie auf der Stelle zu heiraten.
Sie schlief mit ihm, weil sie es musste und betete jede Nacht dafür, Torben mit jedem Fick ein kleines bisschen mehr zu seinem Kind werden zu lassen. Sie wusch den Ungeborenen mit Fleischessünde rein, wusch das Schwarz seiner Haut in ihre schwammige Seele und als er seinen ersten Schrei tat und weißer war als ihre blutleeren Lippen, da bekreuzigte sie sich und unterwarf sich mit der Sekunde allem, was ihr Leben noch an Schande über sie würde bringen können.
So wurde das Kind zu ihrer verfleischlichten Schuld, zum lebendigen Sinnbild ihrer Lüge und ihrer Feigheit; von allem, was sie inbrünstig hasste, war ihr Sohn ihr künftig das Liebste.
Ihn nicht lieben zu wollen, bedeutete Buße zu tun. Buße zu tun bedeutete, ihn in ihrem Innersten nicht hassen zu müssen.
Torbens Nase verriet seine Herkunft wie es seine Lippen taten oder die Struktur seines Kiefers. Sein Lächeln war breiter als das eines Louis Armstrong und seine Augen waren blauer als die des jungen Paul Newman.
Sein Penis war der eines Weißen, was Fräulein Irre ihrem eigenen schlechten Karma zuschrieb.
Als er mit ihr Schluss machte, als er die Karte zerknickte, auf die sie alles gesetzt hatte, da rief sie eine dieser spirituellen Hotlines an und ließ sich die Karten legen.
Die Madame am anderen Ende sagte weiß, bis sie schwarz sah, in Anbetracht der heiseren Stimme, die Fräulein Irre mit letzter Kraft aus ihrer Kehle trieb.
Sie sah den Tod, den Gehängten, den Narren und den Eremiten in einem Wagen durch die Nacht jagen, verfolgt von einem sinnenlosen, wutschnaubenden Teufel, der mit seinen Zungen nach den Flammen der brennenden Räder schlug. Sie sah einen Mond, der die wulstigen, kreideweißen Lippen eines Rohrkarpfens trug. Sie sah Torben, wie er mit bis zum Kinn angezogenen Beinen in seinem Bett lag und Krokodilstränen weinte, Tränen der Schuld und der Scham und unzählige darüber, dass die magere Verzweiflung am Ende doch immer in Begierde umschlug.
Die Liebenden sah sie nie.
Monatelang hielt Fräulein Irres Stimmlosigkeit an.
Sie überstand ein trauriges Weihnachtsfest und viele Verhandlungen, die das Fräulein führen musste, um das aus den Fugen geratene Leben wieder halbwegs ins Lot zu bringen.
Karneval kam und als das Fräulein sich eingestehen konnte, dass der Beginn der Fastenzeit nicht das Ende aller Fleischeslust sein würde, ließ die Heiserkeit nach.
Viele Wochen vergingen, in denen es Torben ausblutete, in denen die Dinge nur langsam besser wurden.
Erinnerungen verblassten, waren schließlich nur noch Bilder unter Bildern, kleine visuelle Echos, denen man keine besondere Aufmerksamkeit schenken musste.
Es blieben unerledigte Geschäfte, wie die SMS, die das Fräulein nicht löschen mochte oder die Mails, die es sich nicht zu öffnen getraute.
Und auch das Irre wollte nicht gänzlich weichen. Es stand ihr im Blick, deshalb hatte sie sich angewöhnt, niemandem mehr in die Augen zu sehen. In der Stimme schwang es mit, also sparte sie an Worten. Was sie erblickte, wenn sie ihre Augen sehen ließ, verriet sie niemandem.
Als der Frühling überdauert war und der Sommer schließlich ein weiteres Mal schlagartig von Alggrün zu Fiebergelb wechselte, stand Torben plötzlich vor ihrer Tür, mitten in der Nacht.
Er war die schwarze Silhouette eines Schattens und es brauchte ein Setzen, bis Fräulein Irre ihn erkannte. Sie bat ihn, ihrem Lächeln zu folgen, er schlich ihr hinterher wie ein rolliger Kater, der keine Zeit mit Einladungen oder Begrüßungen verschwenden wollte.
Seine Augen schwammen in zu viel Bier, sein T-Shirt klebte ihm am aufgedunsenen Leib und reden konnte er nur noch mit den Händen. Er war ein Mohr, der Prinz aus Mauretanien, mit Handtellern groß wie Bratpfannen und mondgesichtigem Grinsen.
In wuchtigen, taumelnden Schritten und einer Mischung aus Kunta Kinte und Roberto Carlos ähnelnd, tänzelte er um das Fräulein herum, bis ihm das aufrechte Balzen zu anstrengend wurde und er sich setzen musste.
Grunzend ließ er sich auf einen der Stühle fallen, wischte sich in einer schwerfälligen Geste getrockneten Speichel aus den Mundwinkeln und bedeutete Fräulein Irre mit mehreren flüchtigen Oberschenkelklapsen, auf seinem Schoß Platz zu nehmen. Sie tat ihm den Gefallen, bestieg ihn wie ein altes, dickes Pony und hielt sich statt an einer Mähne an seinem kahlgeschorenen Kopf fest. Sie sah ihm in seine von Alkohol und dummem Vorhaben getrübten Augen und blickte in das Gemüt eines Kindes, dem es niemals an Beharrlichkeit fehlen würde, seine Umwelt dem eigenen Selbstverständnis anzupassen. Das warme Fleisch seiner Wangen schmolz in ihren Händen, entglitt ihr noch schneller als sein fischiger Blick.
Er war irre und das erkannte sie, ohne ihre Finger zu benutzen.
Er war blau wie eine Haubitze und sie erinnerte sich an den Sommer, in dem sie Bier wie Wasser getrunken hatten, ohne daran sitt zu werden.
Damals endete jeder Tag in verschwitztem Liebesgerangel, in wilden, verbissenen Zweikämpfen, die die Luft im Raum beschlagen ließen. Die Laken stanken sauer und vergoren, ganz gleich, wie oft man sie wusch. Jener Sommer war ein Sommer, in dem die Grillen ihre Stimmen übergangslos an die Vögel abgaben und der Maurenmann und sein Fräulein erst einschliefen, wenn der Haut die Hitze vor Müdigkeit und Erschöpfung einerlei geworden war.
Wenn es im Juni schon August wird, sollte man am besten nicht nach dem Grund fragen.
Aber man tut es. Man hinterfragt jedes Wunder, ganz besonders solche, die einem wie Frevel erscheinen. Deshalb bleiben Wunder nie. Darum geht aber auch keines, ohne bleibende Spuren zu hinterlassen.
Fräulein Irre erkannte ihr Wunder in dem Moment wieder, als es entweiht auf einem ihrer Stühle saß und raunte: „Ficken. Bitte.“
Es klang weder nach einer Frage noch nach einer Aufforderung, es war nicht mehr und nicht weniger als eine ausgesprochene Konsequenz.
In dem Moment war alles besiegelt. Das Stöhnen, das sich selbst hinterher stöhnte. Der Pinguinmarsch in das Zimmer mit dem Bett. Truppenübung Kopulation. Von Gleichschritt keine Rede.
Die Dunkelheit badete Torbens Körper in Kakao, nur sein geblecktes Lustgewieher blieb weiß. Mit jedem Stoß und jedem Reiben verdichtete sich die Luft zu einem Brodem aufkochender saurer Milch. Das irre Fräulein schliff sich die weich getrauerte Haut an seiner rau. Tausende frisch beschnittener Haare hoben sich aus seinem Leib wie Grind; dazwischen wuchsen Taubnesseln, die nicht berührt werden wollten.
„Schneller!“, keuchte Torben und hinter dem Fenster schnappte der Kreidemond auf und zu wie eine defekte Mausefalle. In der Ecke hockte der Teufel und schlug seine Zungen peitschengleich zu zischendem Applaus zusammen.
Einen kurzen Augenblick lang öffnete Torben die Augen und sie sah darin aufglimmen, was er nicht länger zu verbergen vermochte:
Marias vor namenloser Begierde entstelltes Gesicht, die ausgehobenen Wangen und die vom Wahnsinn freigestellten Zahnreihen, ihre Schreie nach Sühne, nach Rache, nach dem Leben, das sie ausschlug, um es sich vollkommen zu behalten. Sie hatte zu viele Nächte unter Männern gelegen, deren widerwärtige Leiber nach Weibern stanken; nach jenen, die sie im Geiste begehrten und all denen, über die sie herfielen, um sich ihrer Obsessionen wenigstens für die Dauer dreier oder vierer Zuckungen zu entledigen.
Sie hatte gelernt, ihre Verachtung als ein als Sakrament getarntes Sakrileg zwischen den Beinen zu tragen und aus jedem entweihenden Akt einen heiligen Ritus zu machen.
Vor allem aber hatte sie sich beigebracht, nach Tom zu rufen und Torben antworten zu lassen.
Wann immer ihr Gatte zu ihr kam, um den Preis für seinen barmherzigen Gleichmut einzufordern, hielt sie ihm alles entgegen, was an Schwärze aus ihr wuchs.
Als Torben ein Kind war, vermied sie es, ihn zu berühren. Je mehr er um Zärtlichkeiten bettelte, desto unnahbarer gab sie sich. Später dann, als ihr Sohn begann, in Wangen, Schultern und Gesäß in die Breite zu wachsen, sah sie ihn nicht einmal mehr an. Mit jedem Lebensjahr wuchs ihre Furcht, sein Fleisch könne nachdunkeln, irgendwann die Farbe von Bitterkuvertüre annehmen oder ergrauen wie ein saurer Braten.
Ihre Liebe wurde ängstlich, dann zornig und als die Mädchen anfingen, sich für Torben zu interessieren, tobte eine Eifersucht in ihr, die sie sich nachts unter den seichten, knochigen Stößen ihres Mannes aus dem Leibe schreien musste. Inbrünstig, liebend und durch und durch mütterlich.
Torben ahnte nichts von der Schwärze seines Begehrens, noch dämmerte ihm, weshalb es ihn immer wieder ins Bett des irren Fräuleins trieb.
Während seine eigene Geschichte über ihn hinwegritt und sein großer Kopf von links nach rechts gegen die Kissen schlug, sah er nichts, er fühlte nur.
Der Kreidemond ließ sein fahles Licht der Reiterin und ihrem Blick für das Wesentliche.
Das Wunder kroch nicht allein aus den Ecken, die Torben mit Bergen und Tälern aus Schatten bemalten, es kam aus ihm selbst.
Kurz bevor sich die heisere Lust zum finalen Crescendo aus seinem Brustkorb in seine Kehle hinein und von dort aus unter seine Zunge hob, wurde es totenstill im Raum.
Einen Moment lang bewegten sich außer dem flink stoßenden Becken und Torbens von feinem Beben zerhüpften Gesicht nichts. Selbst der aufgetriebene Schoß des Teufelsweibes verharrte für einen Augenblick in Reglosigkeit.
Das irre Fräulein machte seinem Namen wahrlich alle Ehre.
Es trieb Torben an wie einen Brummkreisel. Sein Unterleib rotierte und vibrierte, schwang sich auf zu einem hohlen Singen. Seine Fingernägel bohrten sich in das dünne Fleisch ihres Rückens, durchschnitten die schimmernden Narben zu neuen Wunden. Gruben sich in ihr Gesäß.
Dann war er soweit. Ein letztes Zucken durchfuhr seinen Körper, die großen Hände fielen vom Fräulein ab. Die feisten Lippen summten ausschwärmend. Fortissimo. Finale.
Seine nasse Hitze entlud sich in wuchtigen Eruptionen und jede einzelne davon wurde begleitet von einem lauten Aufbrechen seiner Kehle.
Marias Namen schrie er in die milchsaure Luft. Nicht in Silben, sondern in sprachlosem Wehgeschrei. Und während sein Körper klagte und plärrte, färbte er Torben von Kopf bis Fuß schwarz. Schwärzer noch als die Haut seines Vaters, dunkler als die Gelüste seiner Mutter und satter als er am wundersamen Fräulein jemals würde werden können.
Getreu im Moment des Wechsels, als der weiße Maurenmann Farbe bekannte, verlor sich das Fräulein aus der Irre.
Das Wunder war perfekt und obwohl es nicht lange würde bleiben können, war es in den Interimsnächten doch alles, was für Liebende zählt."Wichtige Links zu diesem Text"
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Kommentare
ich kapiers nicht so richtig. aber finds trotzdem irgendwie gut.
18.03.2011, 00:29 von OzelotteSo viele Bilder auf einmal, dass mir regelrecht schwindelig wird, beim Versuch, während dem Lesen zu folgen. Für meinen Geschmack too much.
16.03.2011, 15:47 von nyx_nyx@ Schauby
16.03.2011, 15:09 von WinterwandererWenn schon erkannt wurde, zu welch elegant-differenzierten Beschreibungen/Wahrnehmungen die Autorin in der Lage ist, wieso fällt es dann so schwer, zu erkennen, dass sie sich wohl etwas dabei gedacht hat, wenn sie permanent und penetrant das Wörtchen "ficken" benutzt?
Die beiden verfehlen sich in der Liebe, offenbar gerade auch bei ihrer Verleiblichung, decken einander nicht auf, machen nicht Liebe, sondern ficken einander nur - nicht mehr.
Sie lieben aneinander vorbei, entdecken einander nur unvollkommen, finden nicht zueinander.
Hätten sie Liebe gemacht, die Autorin hätte es sicher zu beschreiben gewusst, hätte Worte gefunden.
Der Gebrauch von "ficken" ist angemessen, bringt zur Sprache, was diese Geschichte so traurig macht, so hoffnungslos.
Ich finde sie großartig.
@Winterwanderer es fällt überhaupt nicht schwer.
16.03.2011, 22:45 von schaubyam Ficken gibts nichts großartiges. thats all.
dass immer was von FICK-GHÄÄN in Teaser und Text soll, mag ich nich. Dafür aber so elegante Sachen wie diese:
16.03.2011, 00:59 von schauby"..mit ebensolch erbarmungsloser Strenge, mit der sie den Teil ihrer selbst maßregelte, der ihr nicht erziehbar war."
oder solche:
"und blickte in das Gemüt eines Kindes, dem es niemals an Beharrlichkeit fehlen würde, seine Umwelt dem eigenen Selbstverständnis anzupassen."
@schauby Ich finde das Ficken auch platt und gerade bei deiner Schreibe völlig unnötig
16.03.2011, 02:56 von MisterGambit