Honigmond 18.12.2007, 08:52 Uhr 0 0

Mosquito

Der virtuelle Weidezaun hält jetzt auch zum Hüten von Jugendlichen Einzug.

Australische Farmer haben es vorgemacht. In dem weitläufigen Land ist es mühselig und kostenaufwendig die Weidezäune der Kuhweiden immer wieder von Hand versetzen zu müssen. Abhilfen schaffen Halsbänder in die GPS und Funkempfänger sowie Lautsprecher und Elektroschocker integriert sind. Locker, vom Geländewagen aus, programmiert jetzt der Bauer die Halsbänder der Kühe. - Sendet den virtuellen Weidezaun zu den Halsbändern die nun ständig die aktuelle Position per GPS ermitteln und mit den Vorgabewerten abgleichen. Nähert sich die Kuh der virtuellen Grenze, ertönt ein Warnton, den sie als unangenehm empfindet und dazu veranlasst, der Grenze fern zu bleiben. Geht sie dennoch weiter in Richtung Grenze werden ihr automatisch leichte Stromstöße verpasst. Möchte der Farmer die Kühe zu einer neuen Weide bewegen, brauch er nur am Laptop die Position dahin zu verschieben. Die Kühe folgen, von dem Ton angetrieben, auf Wunsch auch in den Stall.

Das könnte englische Techniker inspiriert haben. Sie haben die Lösung für pädagogisches Versagen gefunden: Mosquito! Auf der Webseite des Herstellers heist es: "Das Gerät Mosquito dient dazu, Gruppen von Jugendlichen zu zerstreuen, die durch ihr unsoziales Verhalten die Öffentlichkeit in ihrer unmittelbaren Umgebung belästigen oder bedrängen und diese damit dahin gehend beeinträchtigen, dass sie ihrem rechtschaffenen Tagesablauf nicht nachgehen können."

Dazu wird ein kleines Kästchen in dem Bereich montiert, der von jungen Menschen (= unsoziale, den Frieden rechtschaffender, störende Menschen) gereinigt werden soll. Das Kästchen verursacht einen Schall, knapp unter der oberen Hörgrenze von Menschen in einem Alter von bis zu 25 Jahren. Dieser Schall wird nach etwa 5-10 Minuten als sehr unangenehm empfunden und veranlasst diese die nähere Umgebung zu verlassen.

Derzeit noch nur zur festen Montage an Wänden oder ähnlichem vorgesehen, dürfte eine Erweiterung nach dem australischem Vorbild sicher nicht lange auf sich warten lassen. Sobald die Halsbänder für Jugendliche verfügbar sind, sind die Möglichkeiten sicher zahlreich. Sicherstellen das die Jugendlichen zur Schule gehen, das sie rechtzeitig zuhause sind, oder aber das sie bestimmt in den neuesten Plattenladen gehen aber all dem fern bleiben, das für ihre Altersgruppe, nach Maßgabe älterer (= der rechtschaffenden), ungeeignet ist. - Alles kein Problem mehr. Mit Mosquito lösen sich endliche diese, seit je her bekannten, Probleme in Luft auf. Die elektronische Fußfessel, - seit 2000 in Hessen im Rahmen eines Pilotprojektes im Einsatz und kontrovers diskutiert -, kann da nicht mithalten. Auch hier zeigen sich ungeahnte Möglichkeiten.

Einige dieser Geräte sind wohl schon installiert worden. - Auf Schulhöfen! OK.-Ich hab's auch nicht verstanden. Also es muss wohl so sein, das dort des öfteren Kinder "herumlungern". (Nee, ist klar. - Wo auch sonst?) Nun ja, und die vermüllen dann den Platz. Und das verärgert die "Rechtschaffenden". Und da man in deutschen Schulen wohl mit Pädagogik und Erziehung zu umweltbewusstem Verhalten sowie Diskussion und Erklärung nicht viel am Hut hat, wohl aber noch ein bischen Geld für Elektronik übrig hat, ist man eben auf Mosquito gekommen. Das ist praktisch. Da kann der Lehrer, wenn er morgens seine Zeit hinter sich gebracht hat, auf einen Knopf drücken und auf einen Schlag ist die verhasste Satansbrut wieder weg und er kann sich einen gemütlichen Nachmittag machen.

Erfreulicher Weise haben junge Leute bereits einen Nutzen der Technologie für sich gezogen: Klingeltöne fürs Handy, die von älteren Menschen nicht gehört werden können. - So simst man im Klassenraum unauffällig."Wichtige Links zu diesem Text"
Sound Innovations and Solutions
Wissenschaftler entwickeln
Mosquito - Mehr als ein Jugendschreck
Mit Ultraschall Jugendliche vertrieben

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