Isalou 22.11.2011, 16:54 Uhr 2 4

Menschen und öffentliche Verkehrsmittel

Route: Cuxhaven - Bremerhaven Lehe - Bremen Hbf - Bremen Vahr


In Cuxhaven musste ich mich wegsetzen von - nennen wir ihn mal Jeremy - Jeremy hatte neben mir seine Füße auf dem Sitz, nuckelte unschuldig an einem Lolli und telefonierte. Ich kenne alle Namen von Jeremys Freunden - nur halt seinen eigenen nicht. Er gab seinem Kumpel per Handy Aufträge der und der was zu schreiben. "Ist Chantal mit Chantal da gewesen?!" (O-Ton!)
Ich setzte mich aber erst weg, als er sagte "Du musst mir mit telefonieren, bis ich zuhause bin.. sonst friere ich."
- ja, macht Sinn!


Als ich mich am anderen Ende des Abteils niedergelassen hatte kamen zwei sehr natürliche junge Damen rein. (Extentions in zwei Farben, mehr Schminke als Gesicht, falsche Nägel und Jacken in Müllsack-Optik, die an der Kaputze son totes Opossum haben).
Das Handy klingelt. "Ja, hallo Mama. Ich bin gerade im Zug. Ich muss morgen nicht zur Schule.... Nein, Mama, ich schwöre. Ich muss morgen nicht zur Schule. Nur die mit Praktikum, müssen zum Praktikum. MAAANN MAMA. Ich schwöre es dir. Ich schwänze doch nicht mehr..."
- 7 Minuten. Ich habe die Zeit im Auge behalten.

Nächster Halt. Zwei Typen steigen dazu, selbes Alter, selber Stil. (Uh, schicke Ohrstecker, Boys!)
Sie sprechen die Tussis gleich an und diese ziehen Leine. Ich grinse zufrieden und schon sind sie meine Freunde.
 Sie können sich nicht richtig entscheiden, ob sie mich mit Sie oder Du ansprechen, als ich ihnen mein Alter verrate - was sie sympathisch macht. Sie hören suuuper gern Radio-Musik. Diese "Männer", die die unmännlichsten Stimmen auf der Welt haben (ich glaub das nennt man heute R'n'B) und fragen mich was ich davon halte. Ich tue meine Meinung kund und bekomme sogar Recht.
- Bremerhaven-Lehe, Bye, boys, hier muss ich umsteigen.

Regionalexpress. Hier treffe ich zuerst auf Alex. Und ich schwöre euch, wär es länger als die halbe Stunde gewesen, wär ich auch vor seinem Telefonat - entschuldigung Plural - vor seinen Telefonaten weggelaufen.
Alex hat jetzt einen Job in Bremerhaven. Ab dem 1.4. - Super cool. Auch wenn Bremerhaven nur die zweite Wahl war. München wär cooler. Aber was nicht ist, ist halt nicht. Ja, super. Er und Stefan sind dann jetzt Kollegen. (FÜNF Mal habe ich das mitgehört!) Als ich in Bremen ausstieg rief er wieder jemanden an. Er ist immerhin noch auf dem Weg nach Berlin.
- Na, dann frohes Telefonieren!

Zeitgleich setzt sich ein Herr mittleren Alters auf den "Vierer" neben mir. Trinkt etwas, das aussieht wie Eierlikör aus einem Tupperware-Mixbecher. Nun, wer's mag. Er zieht eine Zeitung aus der Tasche. 100 Punkte. Ich hätte mir auch was zu lesen besorgen sollen. Er beginnt zu wühlen. Ich hätte auch gerne einen Teil seiner Zeitung. Er wühlt weiter, kommt bei den Werbeprospekten in der Mitte an. Ja, richtig - erstmal aussortieren. - Denkste! Er "liest" nun also die Prospekte. Studiert sie eingehend mit seiner Lesebrille. Mediamarkt, wie Saturn, aber auch Rossmann und Rewe.

- Ich glaub es nicht.


Ich bin nun also schon mal in der richtigen Stadt. Meine Bahn gerade verpasst. Naja, in 20 Minuten also die Nächste.
Ich sitze, es ist halb neun unter der Woche, es tummeln sich kaum noch Leute. Meine Reisetasche ist groß, aber Oma, Oma will unbedingt neben mir sitzen. Oma will nicht einen der 50 "freieren" Plätze haben.
- Zugebaut von Tasche und Oma rolle ich auch noch diese 20 Minuten nach hause.

Ich bin da. Gute Nacht Welt.


Tags: Eigenarten, Öffentliche Verkehrmittel
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2 Antworten

Kommentare

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    na wenigstens gibts da noch sitzplätze.
    von bremen nach oldenburg musst du dir sowas im stehen geben. das erhöht den nervfaktor doch erheblich.

    25.05.2012, 16:53 von IceIceFriedhelm
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    "Eine Zugfahrt die ist lustig eine Zugfahrt die ist schön" Bei den Müllsack-Mädls musste ich echt lachen ^^

    22.11.2011, 22:35 von Felix-Oscar
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