grafdesg 06.11.2008, 12:03 Uhr 2 2

Mein Name ist Olaf Jansen

Ich bin Norweger obwohl ich in der kleinen russischen Hafenstadt Uleaborg geboren wurde,

. die an der Ostküste des Golfes von Bothnia, dem nördlichen Arm des Baltischen Meeres liegt.
Meine Eltern fischten im Golf von Bothnia und legten in der russischen Stadt Uleaborg zum Zeitpunkt meiner Geburt an. Dies war am 27.Oktober 1811.
Mein Vater Jens Jansen wurde in Rodwig an der Skandinavischen Küste, in der Nähe der Lofoten Inseln geboren, zog aber nach seiner Heirat nach Stockholm, weil die Verwandten meiner Mutter in dieser Stadt wohnten. Als ich 7 Jahre alt war, begann ich meinen Vater auf seinen Fischzügen an der Skandinavischen Küste entlang zu begleiten.
schon früh in meinem Leben zeigte ich eine Neigung zu Büchern und wurde im Alter von 9 Jahren in Stockholm auf eine private Schule gegeben. Dort blieb ich bis ich 14 Jahre alt war. Danach begleitete ich regelmäßig meinen Vater auf seinen Fischzügen.
Mein Vater war 2.l0 m groß und wog über 95 kg, ein typischer Norse der rauesten Sorte und imstande, mehr Ausdauer aufzubringen als jeder andere Mann, den ich je gekannt habe. Er besaß die Güte einer Frau. Seine Entschlossenheit und Willenskraft aber waren unbeschreiblich. Sein Wille gab sich nie geschlagen.
Ich war in meinem 19. Lebensjahr, als wir zur Fahrt aussetzten, die unsere letzte als Fischer sein sollte und die die seltsame Geschichte ergab, die der Welt übermittelt werden soll - aber erst wenn ich meine irdische Pilgerreise beendet haben werde.
Ich wage es nicht, die Tatsachen während Meines Lebens so zu veröffentlichen, wie ich sie kenne, aus Angst vor weiterer Demütigung, Haft und weiterem Leiden. Ich wurde in Eisen gelegt vom Kapitän des Walfischbootes, das mich rettet, um keiner anderen Ursache willen, als daß ich die Wahrheit über die wunderbaren Entdeckungen erzählte, die mein Vater und ich gemacht hatten.
Dies war aber noch lange nicht das Ende meiner Qualen. Nach einer Abwesenheit von 4 Jahren und 8 Monaten erreichte ich Stockholm wieder, nur um zu erfahren, daß meine Mutter 1 Jahr davor gestorben war. Ihr Eigentum, das den Verwandten meiner Mutter überlassen war, wurde mir sofort übergeben.
Alles wäre in Ordnung gewesen, wenn ich imstande gewesen wäre, die Geschichte unseres Abenteuers und den schrecklichen Tod meines Vaters aus meinem Gedächtnis zu verbannen.
Schließlich erzählte ich meinem Onkel Gustav Osterlind, einem Mann von ziemlichem Vermögen, meine Geschichte bis in alle Einzelheiten und bedrängte ihn, eine Expedition für mich auszurüsten, damit ich eine erneute Reise in das sonderbare Land unternehmen könnte.
Zuerst schien es, als ob er meinem Vorhaben geneigt wäre. Er zeigte sich interessiert und schlug mir vor, zu gewissen Amtsstellen zu gehen und ihnen die Geschichte unserer Reise und Entdeckungen zu erklären. Stellen Sie sich meine Enttäuschung und meinen Schrecken vor, als ich meinen Bericht zu Ende gebracht hatte, gewisse Papiere von meinem Onkel unterschrieben wurden und ich, ohne eine Ahnung oder Warnung festgenommen und in die trübe und furchtbare Haft eines Irrenhauses gebracht wurde.
Dort blieb ich 28 Jahre lang - lange ermüdende, schreckliche Leidensjahre.
Ich hörte nie auf damit zu erklären, daß ich gesund sei und gegen das Unrecht meiner Inhaftierung zu protestieren. Endlich wurde ich am 17. Oktober 1862 entlassen. Mein Onkel war tot und die Freunde meiner Jugend, alle Freunde. Ja, ein Mann, der über 50 Jahre alt, und dessen einzige persönliche Rufzeichnung die eines Irren ist, hat keine Freunde.
Ich wußte nicht, wie ich mich erhalten sollte. Instinktiv aber ging ich zum Hafen, in dem eine große Anzahl von Fischerbooten vor Anker lagen und innerhalb einer Woche fuhr ich zu einem langen Fischfang zu den Lofoten - Inseln mit einem Fischer namens Jan Hansen aus.
Meine langen Jahre früheren Trainings erwiesen sich hier als besonderer Vorteil, besonders, weil ich mich dadurch nützlich machen konnte. Dies war der Anfang einer langen Reihe von Fischzügen und bei sparsamem Leben war es mir möglich, es zu einem eigenen zweimastigen Fischerboot zu bringen.
Siebenundzwanzig Jahre lang, ging ich als Fischer zur See.
Fünf Jahre lang arbeitete ich für andere, 22 Jahre lang für mich selbst.
Während all dieser Jahre habe ich so fleißig Bücher studiert ebenso wie ein Schwerarbeiter zu meinem Nutzen, ich nahm mich aber sehr in acht, die Geschichte der Endeckung, die mein Vater und ich gemacht haben, jemals zu erwähnen.
Selbst in dieser letzten Zeit noch würde ich Angst haben, wenn jemand sehen oder wüßte, was ich hier schreibe und die Aufzeichnungen und Landkarten, die in meinem Besitz sind, entdeckte.
Wenn meine Erdentage vorüber sind, werde ich die Aufzeichnungen und Landkarten zurücklassen und hoffe, daß sie die Menschheit aufklären und ihr zum Segen sein möge.
Die Erinnerungen an meine lange Haft mit Wahnsinnigen und all die schrecklichen Qualen und Leiden sind so lebendig, daß ich nicht wage, ein weiteres Risiko einzugehen.
Im Jahre 1889 verkaufte ich meine Fischerboote und errechnete, daß ich genug Vermögen erspart hatte, mich für den Rest meines Lebens zu versorgen.
Dann ging ich nach Amerika.
Ein dutzend Jahre lang war mein Zuhause in Illinois in der Nähe von Batavia. Dort erstand ich die meisten Bücher meiner jetzigen Bibliothek, obwohl ich auch eine Reihe ausgesuchter Bände von Stockholm mitbrachte.
Später kam ich nach Los Angeles, wo ich am 4.März 1901 ankam.
Ich erinnere mich des Datums gut, weil es Präsident Mc Kinleys 2. Amtseinführung war.
Ich kaufte dies bescheidene Haus und beschloß, hier in Zurückgezogenheit meiner eigenen Wohnung, beschützt vom eigenen Weinstock und Feigenbaum zu leben und mit meinen Büchern, um mich herum Landkarten und Zeichnungen von den neuen Ländern zu machen, die wir entdeckt hatten, und auch die Geschichte vom Zeitpunkt unseres Abschiedes von Stockholm, an bis zu dem tragischen Ereignis das uns im antarktischen Meer trennte, in Einzelheiten wiederzugeben.
Ich erinnere mich gut, daß wir Stockholm am 3. April 1829 in unserer Fischerschaluppe südwärts segelnd verließen, die Gotland-Inseln zur linken und die Öland-Inseln zur rechten hinter uns lassend. Einige Tage später gelang es uns Sandhammarpoint zu umsegeln und machten durch den Sund, der Dänemark von der Skandinavischen Küste trennt.
Zu gegebener Zeit legten wir in Kristiansund an. Dort ruhten wir uns 2 Tage aus und setzten um die skandinavische Küste herum nordöstlich in Richtung der Lofoten-Inseln aus.
Mein Vater war in guter Stimmung wegen der vortrefflichen und erfreulichen Bezahlung die er aus unserem letzten Fang erhielt den er in Stockholm zum Markt brachte, anstatt ihn in einer der Seestädte entlang der skandinavischen Küste zu verkaufen.
Er war besonders erfreut über den Verkauf einiger Elefanten-Stoßzähne, die er an der Westküste des Franz-Josef-Landes gefunden hatte bei einer seiner nördlichen Kreuztouren im Jahr davor und gab seiner Hoffnung Ausdruck, vielleicht das Glück zu haben unsere kleine Schaluppe mit Elfenbein anstatt mit Kabeljau, Hering, Makrelen und Lachs zu füllen.
Wir legten in Hammerfest am 71. Breitengrad und 41 Minuten an, um uns einige Tage auszuruhen. Wir blieben eine Woche dort, versorgten uns mit Extraproviant und einigen Fässern Trinkwasser und segelten dann in Richtung Spitzbergen.
In den ersten Tagen hatten wir offenes Meer und günstigen Wind, dann stießen wir auf viel Eis und viele Eisberge. Ein größeres Boot als unsere kleine Fischerschaluppe hätte seinen Weg nie in das Labyrinth von Eisbergen wagen oder sich durch die gerade noch offenen Kanäle schlängeln können.
Diese Ungeheuer boten eine endlose Reihe von Kristall-Palästen, von massiven Kathedralen und phantastischen Gebirgsketten, grimmig, Wachtposten gleich, unbeweglich wie turmhohe Klippen solider Felsen standen sie da wie die schweigende Sphinx, sie widerstanden den unruhigen Wellen einer bewegten See.
Wir erreichten Spitzbergen, nachdem wir einige Male knapp davongekommen waren am 23. Juni, und liefen vor Wijade Bay kurz vor Anker, wo wir gute Fänge einbrachten. Wir lösten die Anker und segelten durch die Hinlopen - Meerenge und fuhren die Nord-Ost-Land-Küste entlang.
Man wird sich daran erinnern, daß Andree seine fatale Ballonreise von der Nord-West-Küste Spitzbergens aus begann.
Ein starker Südwest erhob sich und mein Vater meinte, daß wir uns diesen zunutze machen und versuchen sollten, das Franz-Josef-Land zu erreichen, in dem er ein Jahr vorher zufällig die Elefanten-Stoßzähne gefunden hatte, die er in Stockholm so günstig hatte verkaufen können.
Nie vorher oder nachher habe ich so viele Seevögel gesehen. Es waren ihrer so viele, daß sie die Felsen der Küste völlig bedeckten und den Himmel verdunkelten.
Mehrere Tage segelten wir an der felsigen Küste des Franz-Josef-Landes entlang. Endlich kam ein günstiger Wind auf der es uns ermöglichte, die Westküste anzupeilen und 24 Stunden später kamen wir an eine wunderschöne Bucht.
Man konnte fast nicht glauben, daß man im hohen Norden war. Der Platz war grün bewachsen und, obwohl die Bodenfläche 1-2 Morgen Land nicht überstieg, war die Luft warm und ruhig. Es schien die Stelle zu sein, an der der Einfluß des Golfstromes am meisten spürbar ist.
Sir John Barrow sagt in seinem Werk mit dem Titel: "Entdeckungsreise und Forschung in den Arktischen Regionen" auf Seite 57:
"Mr. Beechey nimmt Bezug auf das, was oft entdeckt und bemerkt wurde - die Milde der Temperatur an der Westküste von Spitzbergen , man empfindet wenig oder keine Kälte, obwohl das Thermometer nur wenige Grade über dem Gefrierpunkt anzeigt. Man bewundert die leuchtende und lebendige Wirkung eines klaren Tages, wenn die Sonne aus klarem Himmel herniederscheint, dessen azurne Färbung so intensiv ist, daß es keinen Vergleich gibt ausser dem berühmten italienischen Himmel".
An der 0stküste waren zahlreiche Eisberge, hier waren wir im offenen Meer. Weit westlich von uns jedoch war Packeis und noch weiter westlich erschien das Eis wie eine Kette niederer Berge. Vor uns und geradeaus nach Norden war das Meer offen.
Kapitän Kane, zitiert aus Mortons Journal vom Montag, den 26. Dezember auf Seite 299.
"Soweit ich sehen konnte, war der offene Durchgang 15 Meilen breit , gelegentlich durch Stückeis getrennt. Es ist aber nur Kleineis. Ich nehme an daß es entweder nach dem offenen Norden zutreibt oder schmilzt und sinkt, weil ich nichts vor mir im Norden sehen kann".
Mein Vater glaubte feurig an Odin und Thor und hatte mir oft erzählt, daß sie von weit hinter dem "NordWind" herkamen.
Es gibt eine Überlieferung, sagte mein Vater, daß noch weiter nördlich ein Land liegt, das schöner ist als ein sterblicher Mann je sah und daß dieses von den "Auserwählten" bewohnt wird.
In "Deutsche Mythologie" finden wir auf Seite 778 aus der Feder von Jakob Grimm das Folgende:
"Dann erbauten die Söhne Thors mitten im Universum die Stadt, genannt Aagard, in der die Götter und ihre Verwandten wohnten. Und von diesem Wohnsitz gingen so viele wunderbare Dinge aus in beiden Richtungen auf Erden und in die Himmel darüber. In dieser Stadt gibt es einen Ort Hlidskjalf genannt und wenn Odin dort auf seinem erhabenen Throne weilt, überblickt er die ganze Welt und nimmt die Taten aller Menschen wahr".
Meine jugendliche Phantasie war entzündet an der Hitze, dem Eifer und der religiösen Glut meines guten Vaters und ich rief aus:
"Warum segeln wir nicht nach diesem göttlichen Land? Der Himmel ist klar, der Wind günstig und das Meer offen".
Jetzt noch sehe ich den Ausdruck freudiger Überraschung auf seinem Gesicht, als er sich zu mir hinwandte und fragte: "Mein Sohn, bist du willens, mit mir zu gehen und zu forschen - weit über das Gebiet hinaus, in das sich jemals ein Mensch wagte?"
Ich antwortete zustimmend. "Gut" entgegnete er, "möge der Gott Odin uns behüten", und indem er schnell die Segel setzte, warf er einen Blick auf den Kompass drehte den Bug in die nötige nördliche Richtung durch einen offenen Kanal, und unsere Reise hatte begonnen.
Hall schreibt auf Seite 288: "Am 23.1. gingen die beiden Eskimos, begleitet von den zwei Seeleuten nach Cape Lupton. Sie meldeten ein offenes Meer soweit das Auge sehen konnte".
Die Sonne war niedrig am Horizont, weil es noch Frühsommer war. Wir hatten in der Tat noch fast 4 Monate vor uns, bevor die Frostnächte wiederkommen würden.
Unsere kleine Schaluppe bewegte sich voran, als ob sie ebenso abenteuerlustig wäre wie wir selbst. Innerhalb der nächsten 36 Stunden waren wir außer Sicht des höchsten Punktes der Küstenlinie des Franz-Josef-Landes. Wir schienen in einem starken Nord- bis Nordoststrom zu sein.
Weit rechts und links von uns waren Eisberge, aber unsere kleine Schaluppe legte sich in die Meeresenge, passierte Rinnen hinaus ins offene Meer. Rinnen, manchmal so schmal, daß wir, wäre unser Fahrzeug nicht so klein gewesen nie hindurchgekommen wären.
Am dritten Tag stießen wir auf eine Insel. Ihre Küsten waren ausgewaschen vom offenen Meer. Mein Vater beschloß an Land zu gehen und für einen Tag zu forschen. Auf diesem neuen Land gab es keine Bäume, aber wir entdeckten große Ansammlungen von Treibholz am Nordstrand. Einige der Stämme waren 12 m lang und 60 cm dick.
Greely berichtet uns in Band 1 Seite 100, daß die Herren Connell und Fredrick einen großen Nadelbaum am Strande fanden, gerade über der extra hohen Wassermarkierung. Er hatte einen Umfang von 75 cm und war etwa 9 m lang und war offensichtlich im Zeitraum von 2 Jahren von der Strömungen dorthin getragen worden. Ein Teil davon wurde als Feuerholz abgeschnitten und zum ersten Male gab ein helles fröhliches Lagerfeuer, und den Menschen Behaglichkeit.
Nach einer Tagesuntersuchung des Küstenstriches dieser Insel hoben wir die Anker und drehten unseren Bug nordwärts in ein offenes Meer.
Dr. Kane sagt auf Seite 379 seiner Werke:
"Ich kann mir nicht vorstellen, was aus dem Eis wird. Ein starker Strom treibt fortwährend nordwärts, aber von Höhen über 150 m aus sah ich nur schmale Streifen von Eis mit großen Flächen offenen Wassers zwischen 10 bis 15 Meilen breit zwischen ihm. Es muß entweder in einen offenen Raum im Norden verschwinden oder sich auflösen !"
Ich erinnere mich, daß weder mein Vater noch ich fast 30 Stunden lang etwas gegessen hatten. Vielleicht kam es von der Spannung, der Aufregung über unsere seltsame Reise im Wasser weiter nördlich, wovon mein Vater sagte, daß noch nie jemand hier gewesen sei. Aktives Denken hatte die Forderung körperlicher Bedürfnisse abgestumpft. Anstatt der Kälte, die wir erwartet hatten, war es wirklich wärmer und angenehmer als in Hammerfest an der Nordküste Norwegens ungefähr sechs Wochen früher.
Kapitän Peary berichtet von seiner zweiten Reise etwas, das dazu beitragen mag, eine Mutmaßung zu bestätigen, die lange Zeit von einigen aufgestellt wurde, nämlich, daß das Meer am Pol oder in der Polnähe frei von Eis ist.
Am. 2. November sagt Peary: "Der Wind frischt auf zu einem Sturm von Nord nach West, senkte das Thermometer vor Mitternacht um 5 Grad, während eine Zunahme der Windstärke in Melville Island im allgemeinen begleitet wurde von einem damit schritthaltenden Ansteigen des Thermometers bei niedrigen Temperaturen. Könnte das nicht, so fragt er, davon herrühren, daß der Wind über ein offenes Meer weht, aus der Gegend aus welcher der Wind kommt? Und damit zu bestätigen scheint, daß sich am Pol oder in Polnähe ein offenes Meer befindet?"
Wir gaben beide offen zu, daß wir großen Hunger hätten und ich machte sogleich ein kräftiges Essen aus unseren nicht geringen. Vorräten. Als wir uns reichlich satt gegessen hatten gestand ich meinem Vater, daß ich gleich einschlafen würde, weil ich anfing, sehr schläfrig zu werden. "Gut" antwortete er, "ich übernehme, die Wache".
Ich kann nicht sagen wie lange ich schlief, ich weiß nur, daß ich unsanft erwachte durch eine schreckliche Erschütterung unserer Schaluppe. Zu meiner Überraschung entdeckte ich, daß mein Vater fest schlief.
Ich rief ihm laut zu und hochfahrend sprang er schnell auf seine Beine. Es ist Tatsache, daß wenn er nicht augenblicklich die Reling gepackt hätte, er ganz sicher in das siedende Meer geworfen worden wäre.
Ein wilder Schneesturm tobte. Der Wind kam genau von hinten, trieb unsere Schaluppe mit großer Geschwindigkeit vorwärts und drohte, uns jeden Augenblick umzuwerfen. Es war keine Zeit zu verlieren. Die Segel mußten sofort eingezogen werden. Unser Boot krümmte sich in Zuckungen.
Wir wußten, daß einige Eisberge auf beiden Seiten von uns waren, aber die Rinne vor uns, nach Norden, war glücklicherweise offen. Würde es aber so bleiben?
Vor uns lag der Horizont links und rechts von Dunst und Nebel verhüllt, schwarz wie die ägyptische Nacht über der Wasseroberfläche, welche sich schließlich dem Blick nach oben entzog wie eine weiße Dampfwolke und sich mit den großen fallenden Schneeflocken vermischte. Ob sich darunter ein tückischer Eisberg verbarg oder irgend ein anderes verborgenes Hindenis, an dem unsere kleine Schaluppe zerschellen und uns in ein Wassergrab schicken. würde oder ob es nur um die Erscheinung eines arktischen Nebels ging, war unmöglich vorauszusehen.
Auf Seite 284 seiner Werke schreibt Hall: " Vom Gipfel des Providence Berges wurde im Norden ein dunkler Nebel gesichtet, der Wasser bedeutete. Um 10 Uhr morgens gingen 3 der Männer (Krüger, Lindemann und Hobby) zum Cape Lupton um, wenn möglich, die Ausdehnung des offenen Wassers zu ermitteln. Bei ihrer Rückkehr meldeten sie mehrere offene Zwischenräume und viel neues Eis, nicht mehr als einen Tag alt, so dünn, daß es leicht von darauf geworfenen Eisstücken zerbrochen werden konnte."
Ich weiß nicht, durch welches Wunder wir der völligen Vernichtung entkamen. Ich erinnere mich, daß unser kleines Fahrzeug ächste und stöhnte, als ob seine Gelenke zerbrachen. Es schaukelte und taumelte hin und her, als ob es durch einen furchtbaren Unterwasserstrudel oder Mahlstrom festgehalten wurde.
Glücklicherweise war unser Kompass mit langen Schrauben an einem Querbalken befestigt. Der größte Teil unserer Vorräte aber purzelte hinaus und wurde vom Deck der Kutte hinweggefegt. Hätten wir uns nicht gleich vom Anfang an vorsichtiger weise fest an den Mast unserer Schaluppe gebunden gehabt, wären wir in das peitschende Meer gefegt worden.
Über dem ohrenbetäubenden Tumult der wütenden Wellen. hörte ich meines Vaters Stimme: "Sei tapfer, mein Sohn, Odin ist der Gott der Wasser, er ist der Begleiter der Tapferen und er ist mit uns. Fürchte dich nicht."
Es war mir, als ob es keine Möglichkeit zum Entrinnen gab vor einem schrecklichen Tod. Die kleine Schaluppe lud Wasser. Der Schnee fiel so dicht, daß er fast blind machte und Wellen türmten sich über uns hinweg in rücksichtsloser weiß - gichtiger Gewalt. Man mußte jeden Augenblick damit rechnen, an schwimmendem Packeis zu zerschellen.
Die gewaltigen Dünungen hoben uns bis auf die Gipfel bergartiger Wellen und stürzten uns hinab in die Wellentäler, wie wenn unsere Schaluppe eine zerbrechliche Schale wäre. Riesige weißbekappte Wellen umschlossen uns von vorn und hinten wie buchstäbliche Mauern.
Diese schreckliche nervenzermürbende Probe mit ihren zahllosen Zweifeln und unbeschreiblicher Todesangst und Furcht dauerte mehr als 3 Stunden. Und während dieser ganzen Zeit wurden wir mit großer Geschwindigkeit vorwärtsgetrieben. Und dann plötzlich, als ob er seiner rasenden Bemühungen müde geworden wäre, begann der Wind nachzulassen und sich nach und nach zu legen.
Zum Schluß war es vollkommen still. Der Nebel war ebenfalls verschwunden und vor uns lag eine eisfreie Meeresenge, ungefähr 10 - 15 Meilen breit mit einigen Eisbergen weit weg zu unserer Rechten, unterbrochen durch ein Inselmeer kleinerer Eisberge zur Linken.
Ich beobachtete meinen Vater scharf, festentschlossen zu schweigen, bis er sprach. Vorderhand löste er die Seile von seiner Taille und begann ohne Worte, die Pumpen in Betrieb zu setzen, die glücklicherweise nicht beschädigt waren, um die Schaluppe von dem Wasser zu befreien, das sie in der Furie des Sturmes geladen hatte.
Er hißte die Segel so ruhig, als ob er ein Fischernetz auswerfen würde und bemerkte dabei, daß wir fertig wären für einen günstigen Wind, wenn er aufkäme. Sein Mut und seine Ausdauer waren wahrhaft bemerkenswert.
Beim Nachsehen fanden wir nur noch knapp ein drittel unserer Lebensmittelvorräte vor. Wir entdeckten zu unserer äußersten Bestürzung, daß unsere Wasserfässer bei dem heftigen Hinabstürzen unseres Bootes über Bord gegangen waren.
Zwei unserer Wasserfässer waren im Haupthalter, aber beide leer. Wir hatten eine ausreichende Menge an Lebensmitteln, aber kein frisches Wasser.
Mir wurde schlagartig die Furchtbarkeit unserer Lage klar. Augenblicklich überfiel, mich ein verzehrender Durst. "Das ist wirklich schlimm", bemerkte mein Vater, laß uns aber unsere beschmutzten Kleider trocknen, denn wir sind bis auf die Haut durchnäßt. Vertraue auf den Gott Odin, mein Sohn, und gib die Hoffnung nicht auf.
Die Sonne schien so schräg herab, als ob wir uns auf einem südlichen Breitengrad befänden anstelle des hohen Nordens. Sie beschrieb ihre Bahn immer sichtbar und stieg täglich höher und höher, indem sie durch die Wolken sah wie ein verdrießliches Auge des Schicksals.
Sie beschaute das mysteriöse Nordland und wachte eifersüchtig über die Streiche des Menschen, die Eisberge weit zu unserer Rechten.
Man sah ein Panorama von Feuerwerk zahlloser Farben und Formen, während man darunter ein grünes Meer sah und darüber den purpurnen Himmel.
Hinter dem Nordwind.
Ich versuchte, meinen Durst zu vergessen, in dem ich einige Lebensmittel und ein leeres Gefäß aus unserem Halter hervorholte. Ich beugte mich über die seitliche Reling hinaus und füllte das Gefäß mit Wasser, um meine Hände und mein Gesicht damit zu waschen.
Zu meiner Überraschung konnte ich, als das Wasser mit meinen Lippen in Berührung kam, kein Salz schmecken. Ich war über diese Entdeckung bestürzt. "Vater", keuchte ich hervor, "das Wasser ist süß". "Was, Olaf", rief mein Vater aus, schnell einen Blick in die Tiefe werfend, "du irrst Dich bestimmt hier ist nirgends Land, du wirst verrückt". "Aber probiere es" rief ich.
Und so kamen wir zu der Entdeckung, daß das Wasser wirklich süß war, absolut, ohne auch nur den leisesten Anklang oder auch nur den Verdacht eines salzigen Geschmackes.
Wir füllten sogleich unsere beiden übriggebliebenen Wasserbehälter und mein Vater erklärte, daß dies eine himmlische Fügung der Gnade Götter Odin und Thor sei.
Wir waren fast außer uns vor Freude, aber der Hunger drängte uns dazu, unser auferlegtes Fasten zu brechen.
Was konnten wir nun, da wir süßes Wasser im offenen Meer gefunden hatten, nicht noch alles erwarten in diesen fremden Breiten, in denen noch nie ein Schiff gesegelt war und nie das Geräusch eines Ruders gehört worden war?
Im Band 1, Seite 196 schreibt Nansen: "Dieses tote Wasser ist eine eigenartige Erscheinung. Wir hatten auf einmal eine bessere Gelegenheit, es zu erforschen, als wir wünschten. Es tritt dort auf, wo eine Oberschicht von Süßwasser auf dem Salzwasser des Meeres liegt und dieses Süßwasser trägt das Schiff und fließt auf dem schwereren unteren Salzwasser wie auf einem festen Grund. Der Unterschied in den beiden Schichten war in diesem Fall so groß, daß während wir Trinkwasser auf der Oberfläche hatten, das Wasser vom Bodenwasserhahn des Maschinenraumes viel zu salzig für den Wasserspeicher war."
Wir hatten kaum unseren Hunger gestillt, als ein Luftzug unsere laschen Segel zu füllen begann, und auf unseren Kompaß blickend, stellten wir fest, daß der nördliche Punkt fest gegen das Glas drückte. Zu meinem Erstaunen sagte mein Vater: " Davon habe ich schon gehört, man nennt es das Sichneigen der Magnetnadel".
Wir lösten den Kompaß und drehten ihn rechtwinklich zur Meeresoberfläche, bevor der Kompaßstrich sich vom Glase löste und sich frei in die anziehende Richtung bewegte. Die Nadel bewegte sich schwerfällig und schien so unsicher wie ein betrunkener Mann, gab aber endlich einen Kurs an.
Bevor dies geschah, dachten wir, daß uns der Wind in Richtung Nord- bis Nordwest treiben würde, nun aber, mit der freien Nadel entdeckten wir, falls Verlaß darauf war, daß wir leicht Nord- bis Nordost segelten. Unser Kurs war aber nach Norden gerichtet.
In dem Band 2 auf den Seiten 18 und 19 schreibt Nansen über die Neigung der Nadel. Er spricht von Johnson, seinen Gehilfen: "Eines Tages - es war am 24. November - kam er kurz nach 6 Uhr zum Nachtessen herein, ziemlich beunruhigt und sagte. Die Nadel hat sich gerade eigenartigerweise um 24 Grad geneigt, und ihr nördliches Ende zeigte beachtenswerterweise nah Osten."
Wir finden auch in Pearys 1. Reise, Seite 67 das Folgende: "Es wurde beobachtet, daß die Bewegung der Kompaßnadel vom Augenblicke an, von dem wir in die Lancaster-Enge gekommen waren sehr träge wurde und beides, dies und ihre Abweichung nahmen zu, sowie sie sich westwärts weiter bewegte und dauerte fast während der ganzen Länge der Bucht. Als der 73. Breitengrad erreicht war, zeigte sich zum ersten mal die kuriose Erscheinung, daß die richtungsgebende Fähigkeit der Nadel so schwach wurde, daß sie von der Anziehungskraft des Schiffes völlig überwältigt wurde, sodaß man sagen könnte, daß die Nadel zum Nordpol des Schiffes zeigte".
Das Meer war glatt und ruhig mit kaum einer unsteten Welle und der Wind frisch und erheiternd. Die Strahlen der Sonne lieferten, obschon sie uns schräg traf, beruhigende Wärme. So verging die Zeit, Tag um Tag und aus unserem Bordbuch errechneten wir, daß wir elf Tage seit dem Sturm im offenen Meer gesegelt waren.
Bei größter Sparsamkeit reichte unser Vorrat noch aus, wurde aber schon weniger. Eines unserer Wasserbehälter war inzwischen leer geworden und mein Vater sagte: "Wir werden ihn wieder füllen".
Zu unserem Schrecken aber entdeckten wir, daß das Wasser jetzt so salzig war wie in der Gegend der Lofoten-Inseln vor der Küste Norwegens. Dies nötigte uns, außerordentlich sorgsam mit dem übrigen Wasservorrat umzugehen.
Ich fand, daß ich sehr schlafbedürftig war. Ob dies auf die Aufregung in fremdem Gewässer zu segeln oder die Entspannung zurückzuführen war nach der schrecklichen Anspannung in Zusammenhang mit unserem Abenteuer im Sturm auf See oder auf Hunger, konnte ich nicht feststellen.
Ich lag zeitweise in der Kajüte unserer kleinen Schaluppe und blickte über mich in den blauen Himmelsdom und obwohl die Sonne weit weg im Osten schien, sah ich immer einen einzelnen Stern über uns. Mehrere Tage lang war der Stern, wenn ich zu ihm hinauf blickte direkt über uns.
Es war, nach unserer Berechnung, um den 1. August herum die Sonne stand hoch am Himmel und war so hell, daß ich den einsamen Stern der meine Aufmerksamkeit noch vor wenigen Tagen auf sich gezogen hatte, nicht. mehr sehen konnte.
Eines Tages erschreckte mich mein Vater um diese Zeit, indem er meine Aufmerksamkeit auf einen neuen Anblick vor uns lenkte, fast am Horizont."Das ist eine Scheinsonne" rief er aus, "ich habe darüber gelesen. Man nennt es eine Reflektion oder ein Spiegelbild. Es wird bald verschwinden"!
Diese mattrote falsche Sonne, für das wir sie hielten aber, verschwand mehrere Stunden lang nicht. Und während wir uns nicht bewußt waren, daß sie Lichtströme aussandte, konnten wir den Horizont vor uns nie absuchen, ohne dies Leuchten der sogenannten falschen Sonne während einer Zeitspanne von mindestens 12 bis 24 Stunden festzustellen.
Wolken und Nebel bedeckten von Zeit zu Zeit fast aber niemals ganz ihren Standort. Sie schien am Horizont des ungewissen purpurnen Himmels allmählich in dem Maße höher zu steigen, in dem wir uns fortbewegten.
Man konnte kaum sagen, daß sie der Sonne glich, ausgenommen ihre runde Form, und wenn sie nicht von Wolken oder Ozeandunst verdunkelt war, war sie von verschwommenem rotem, bronzenem Schein, der sich in ein weißes Licht, einer Wolke gleich, veränderte, so, als ob sie den hellen Schein eines größeren Lichtes dahinter reflektierte.
Endlich kamen wir in unserem Gespräch über diese rauchige, hochofenfarbene Sonne überein, daß, was immer die Ursache dieses Phänomens sein könnte, es sich nicht um eine Widerspiegelung unserer Sonne, sondern um einen Planeten irgendeiner Art, um eine Wirklichkeit, handelte.
Nansen sagt auf Seite 394: "Heute ereignete sich etwas anderes Bemerkenswertes. Es war schon Mittag, als wir die Sonne erblickten, oder, genauer gesagt, ein Ebenbild der Sonne, denn es war nur ein Spiegelbild. Dieses glühende Feuer gerade über der äußersten Eiskante machte einen eigenartigen Eindruck.
Entsprechend den enthusiastischen Beschreibungen, welche viele Arktisforscher von der ersten Erscheinung dieses Lebensgottes nach der langen Winternacht geben, mußte der Eindruck eine jubelnde Begeisterung sein.
Bei mir war dies jedoch nicht der Fall. Wir hatten nicht erwartet, die Sonne einige Tage lang zu sehen, so daß meine Reaktion eher eine schmerzliche Enttäuschung war in dem Sinne, daß wir nämlich weiter nach Süden getrieben sein mußten, als wir dachten.
So entdeckte ich bald mit Vergnügen, daß dies nicht die Sonne selbst sein konnte. Die Spiegelung war zuallererst ein abgeflachter glühend roter Feuerstreifen am Horizont, später waren es 2 Streifen, einer über dem anderen, mit einem dunklen Zwischenraum zwischen ihnen, und vom Hauptpunkt aus konnte ich 4 oder sogar 5 dieser horizontalen Linien, direkt über der anderen liegend sehen, alle waren gleich lang, so wie man sich eine viereckige dunkelrote Sonne mit dunklen horizontalen Querstreifen vorstellen würde".
Einige Tage später fühlte ich mich ganz besonders schläfrig und fiel in einen tiefen Schlaf. Es schien mir, als ob ich fast unmittelbar von meinem Vater durch heftiges Schütteln an meiner Schulter und mit dem Ausruf geweckt wurde. "Olaf, wache auf, es ist Land in Sicht".
Ich sprang auf meine Füße und, oh unaussprechliche Freude! Da, in der Ferne, dennoch aber direkt in unserer Fahrtrichtung war Land, kühn in das Meer hervorspringend. Die Küstenlinie erstreckte sich weit weg zu unserer Rechten, soweit das Auge sehen konnte, und den Sandstrand entlang brachen Wellen sich in hohem Schaume, zurückweichend, dann wieder vorwärts rollend, ewig singend in monotonem Donnergetöse, dem Gesang der Tiefe. Die Küste war von Bäumen und Vegetation bedeckt.
Ich kann meine Gefühle des Frohlockens bei dieser Entdeckung nicht beschreiben. Mein Vater stand bewegungslos, seine Hand auf der Ruderpinne, indem er geradeaus schaute und sein Herz den Göttern Thor und Odin in Dankgebeten und Danksagungen ausschüttete.
Inzwischen hatten wir ein Netz, das wir im Stauraum fanden, ausgeworfen, und wir fingen einige Fische, die unseren schwindenden Vorrat an Proviant materiell bereicherten.
Der Kompass, den wir aus Angst vor einem neuen Sturm, wieder an seinem alten Platz befestigt hatten, zeigte noch immer, nach Norden, indem er sich in seinem Drehpunkt bewegte, genau wie in Stockholm.Das Neigen der Nadel hatte aufgehört. Was konnte das bedeuten? Denn unsere vielen Segeltage hatten uns bestimmt weit über den Nordpol hinausgetragen. Und trotzdem deutete die Nadel weiterhin in Richtung Norden. Wir waren äußerst verblüfft, denn wir fuhren jetzt bestimmt in südlicher Richtung.
Pearys erste Reise, Seiten 69 und 7C sagen: Als wir die Sir-Byam-Martins-Insel, die nächste der Meiville-Inseln, erreichten, wurde am Standort der Beobachtung der Breitengrad. 75 Grad - 09'-23" und der Längengrad 103 Grad - 44'-37" Längengrad gemessen. Das Neigen der magnetischen Nadel 88 Grad-25'-58" westlich auf der Länge von 91 Grad -48', wo die letzte Küstenbeobachtung gemacht worden war zu 165 Grad-50'-09" östlich am augenblicklichen Standort, so daß wir - sagt Peary - beim Übersegeln des Raumes zwischen diesen beiden Meridianen unmittelbar nördlich des magnetischen Pols kreuzten und ohne Zweifel einen dieser Punkte auf dem Erdball passierten, an dem die Nadel in 180 Grad gewechselt hatte oder mit anderen Worten, wo der Nordpol in Richtung Süd gezeigt haben würde.
Drei Tage segelten wir die Küstenlinie entlang und kamen dann zu Mündung oder dem Fjord eines Flusses von enormer Ausdehnung. Sie glich eher einer großen Bucht und in sie hinein steuerten wir unser Fischer - Fahrzeug, Richtung leicht nordöstlich vom Süden.
Durch den Beistand eines unangenehmen Windes , der uns ungefähr 12 Stunden lang, innerhalb jeder 24 Stunden, zur Hilfe kam, fuhren wir fort unsere Route landeinwärts zu nehmen. Dieses Gewässer stellte sich später als mächtiger Strom heraus, der, wie wir von den Bewohnern erfuhren, Middekel genannt wurde.
Danach setzten wir unsere Fahrt noch 10 Tage lang fort und stellten fest, daß wir glücklicherweise eine Strecke zurückgelegt hatten, wo die Gezeiten das Wasser, das süß geworden war, nicht länger beeinflußten.
Diese Entdeckung kam um nichts zu früh, denn unser übriggebliebener Wasserbehälter war so ziemlich erschöpft. wir verloren keine Zeit, unsere Fässer neu zu füllen, und segelten weiter stromaufwärts, wenn der Wind günstig war.
Am Ufer entlang erblickte man große Wälder die sich an den Flußufern ausdehnten. Die Bäume waren von enormer Größe. Wir gingen in der Nähe einer Sandbank vor Anker und wateten an Land. Wir fühlten uns belohnt, als wir eine Menge Nüssse fanden, die sehr gut schmeckten, unseren Hunger stillten und eine willkommene Abwechslung in unserem monotonen Lebensmittelvorrat darstellten.
Es war ungefähr der 1.September, mehr als 5 Monate, errechnete wir, seit dem wir Stockholm verlassen hatten. Plötzlich kamen wir vor Schrecken fast von Sinnen, als wir in der ferne Menschen singen hörten. Sehr kurze Zeit danach erblickten wir ein riesiges Schiff, welches den Fluß hinab direkt auf uns zu glitt. An Bord sang man in solch mächtigem Chor, daß das Echo von Ufer zu Ufer schallte. Es klang wie tausende von Stimmen und erfüllte das ganze Universum mit zitternder Melodie. Die Begleitmusik wurde auf Saiteninstrumenten, unseren Harfen nicht unähnlich gespielt.
Das Schiff war größer als irgendeines das wir je gesehen hatten, und war anders konstruiert.
Äsiatische Mythologie - Seite 240 - "Paradiesischer Fund " - in der Übersetzung von Cayce, in einem Buch mit dem Titel: "Aufzeichnungen der Vergangenheit" wird.uns von einem Aufenthaltsort erzählt, den die Götter für die ersten Menschenwesen erschufen - einem Ort, an dem: sie "groß wurden" und zunahmen an Zahl. Die Ortsangabe, die wörtlich beschrieben ist, korrespondiert genau mit der Iranischen, Indischen, Chinesichen, Nordeuropäischen (Edda) und Astekischen Literatur, nämlich "im Zentrum der Erde" - Warren.
Während dieser bestimmten Zeit geriet unsere Schaluppe in eine windstille Zone und befand sich nicht weit vom Ufer entfernt. Das Flußufer war mit riesigen Bäumen bedeckt und erhob sich in wunderbarer Weise mehrere hundert Meter hoch. Wir schienen am Rande eines Urwalds zu sein, der sich ohne Zweifel weit landeinwärts erstreckte.
Das Riesenfahrzeug hielt an und sofort wurde ein kleines Boot herabgelassen und 6 Männer von gigantischer Statur ruderten auf unser kleines Fischerboot zu. Sie redeten uns in einer fremden Sprache an.
An ihren Gesten konnten wir aber erkennen, daß sie nicht unfreundlich waren. Sie redeten viel miteinander und einer von ihnen lachte maßlos, als ob man mit unserem Auffinden eine komische Entdeckung gemacht hätte. Einer von ihnen erblickte unseren Kompass, und er schien ihn mehr als alles andere an unserer Schaluppe zu interessieren.
Endlich machte ihr Anführer ein Zeichen, als ob er uns fragen wollte, ob wir willens wären, unser Fahrzeug zu verlassen, um an Bord ihres Schiffes zu gehen. "Was sagst du mein Sohn"? fragte mein Vater, "sie können nicht mehr tun als uns umbringen".
"Sie scheinen freundlich gesinnt zu sein", antwortete ich, "obwohl sie schreckliche Riesen sind. Sie müssen die Auserwählten 6 des königlichen Regimentes sein. Sieh nur wie groß sie sind".
"Wir gehen besser freiwillig als mit Gewalt", sagte mein Vater lächeln "denn sie sind bestimmt imstande, uns einzufangen", worauf er durch Zeichen zu verstehen gab, daß wir bereit wären, mit ihnen zu kommen.
Innerhalb weniger Minuten waren wir an Bord des Schiffes und nach eine halben Stunde war unser kleines Fischerfahrzeug direkt aus dem Wasser. mittels einer sonderbaren Art Schlinge und Haken gehoben und als eine Art Kuriosität an Bord gesetzt worden.
Es waren mehrere hundert Menschen auf diesem für uns, enorm großen Schiff, das, wie wir entdeckten, "Die Naz" genannt wurde, was wie wir später erfuhren, "Vergnügen" oder, noch genauer übersetzt "Vergnügungsausflugsschiff" bedeutet.
Wenn mein Vater und ich von den Reisenden neugierig beobachtet wurden so setzte diese fremde Rasse von Riesen uns eben sosehr in Erstaunen.
Es war nicht ein einziger Mann an Bord, der nicht volle 4 m groß war. Sie trugen alle Vollbärte, nicht besonders lang aber offensichtlich kurzgestutzt. Sie hatten milde und schöne Gesichter, ganz besonders hell und von frischer Farbe. Die Haare und der Bart waren bei einigen schwarz, bei anderen sandfarbig, oder gelb. Der Kapitän, wie wir den würdigen Kommandanten des großen Schiffes nannten, war einen ganzen Kopf größer als seine ganze Mannschaft. Die Frauen waren im Durchschnitt 3 m bis 3,3o m groß. Ihre Grundzüge waren ganz besonders ebenmäßig und fein, während ihre Gesichtsfarbe von größter KIarheit war und erhöht durch eine gesunde Ausstrahlung.
Allen errechenbaren Daten nach war das Gebiet des ersten menschlichen Erscheinens der jetzt untergegangene "Miocene Kontinent", der damals den Arktischen Pol umgab. Daß in diesem wirklichen, ursprünglichen Eden einige der früheren Menschengenerationen zu einer Größe und Lebensdauer gelangt waren, die in keinem Land der Geschichte des Postdiluviums je erreicht wurde, ist keines Wegs wissenschaftlich unglaubwürdig". W. F.Warren, "Paradisischer Fund" Seite 284.
Beide, Männer und Frauen, schienen im Besitz dessen zu sein, was wir eine gute Erziehung nennen, und trotz ihrer ungeheuren Größe war nichts an ihnen, das auf Plumpheit schließen ließ.
Weil ich ein junger Mann von 19. Jahren war, sah man, auf mich ohne Zweifel wie auf einen echten Däumeling herab. Die 2,3o m meines Vaters reichten gerade bis zur Taille dieser Leute.
Jeder schien mit den anderen zu wetteifern im Austausch von Höflich- und Freundlichkeiten uns gegenüber, aber alle lachten, herzlich, Wie ich mich erinnere, als sie Stühle für meinen Vater und mich improvisierten, damit wir am Tisch sitzen konnten. Sie waren nach ihrer Eigenart in reiche Gewänder gekleidet, die Männer trugen handgestrickte Tuniken aus Seide und Satin und Gürtel um die Taille. Sie trugen Kniehosen und Strümpfe von feinem Gewebe, während sie an den Füßen Sandalen mit Goldschnallen tugen. Wir entdeckten bald, daß Gold eines der üblichsten bekannten Metalle war, und daß es besonders ausgiebig zu Dekorationen gebraucht wurde.
Es mag seltsam erscheinen, daß weder mein Vater noch ich Angst um unsere Sicherheit empfanden. "Wir sind nach Hause gekommen", sagte mein Vater zu mir "dies ist die Erfüllung der Überlieferung, von der mir mein Vater und meines Vaters Vater und noch rückwärts viele Generationen unserer Rasse erzählten. Dies ist ganz bestimmt das Land hinter dem Nordwind".
Wir schienen die Gesellschaft so zu beeindrucken, daß: wir der besonderen Obhut eines der Männer, Jules Galdea und seiner Frau, anvertraut wurden, damit wir ihre Sprache erlernen sollten, und wir waren unsererseits ebenso begierig zu lernen wie sie zu belehren.
Auf den Befehl des Kapitäns hin wurde das Schiff geschickt gedreht und begann nun, seinen Kurs stromaufwärts zu nehmen. Die Maschinerie, obwohl geräuschlos, war sehr stark.
Die Ufer und Bäume auf beiden Seiten schienen vorbeizuschießen, Die Schiffsgeschwindigkeit übertraf zeitweilig die jeden, Eisenbahnzuges, den ich hier in Amerika je benutzte. Es war wunderbar.
In der Zwischenzeit waren die Sonnenstrahlen unseren Blicken entschwunden, wir fanden aber eine "innere" Strahlungsquell die aus der mattroten Sonne kam und die unsere Aufmerksamkeit schon auf sich gezogen hatte. Sie brachte jetzt weißes Licht hervor, offenbar aus einer fernen Wolkenbank vor uns. Es spendete mehr Licht, würde ich sagen, als 2 Vollmonde in der klarsten aller Nächte.
Zwölf Stunden später sollte diese weiße Wolke sich wie verdunkelt den Blicken entziehen und die 12 Stunden danach stimmten überein mit unserer Nacht. Wir lernten sehr bald, daß diese fremdartigen Menschen Anbeter der großen Nachtwolke waren. Es war der "in eine Feuerwolke gehüllte Gott" der "Inneren Welt".
Das Schiff war ausgerüstet mit einer Beleuchtungsart, von der ich jetzt annehme, daß es Elektrizität war, aber weder mein Vater noch ich waren mit mechanischen Dingen vertraut genug, um verstehen zu können woher die Kraft kam, die das Schiff bewegte, oder aber auch, womit die sanften schönen Leuchten gespeist wurden, die den selben Zweck erfüllten wie unsere heutige Straßenbeleuchtung in unseren Städten, unseren Häusern und den Geschäften.
Es wird daran erinnert, daß der Zeitpunkt der Niederschrift der Herbst des Jahres 1829 ist und wir von der "äußeren" Oberfläche der Erde damals sozusagen nur von Elektrizität sprechen konnten.
Der elektrisch geladene Zustand der Luft wirkte sich wie eine dauernde Anregung aus. Ich habe mich in meinem Leben nie wohler gefühlt als während der 2 Jahre, die mein Vater und ich auf der Innenseite der Erde verbrachten.
Um meine Erzählung weiter aufzugreifen: Das Schiff auf dem wir uns befanden, war 2 Tage nach unserer Anbordnahme am Ziel angekommen. Mein Vater sagte, daß wir uns schätzungsweise direkt unterhalb von Stockholm oder London befänden. Die Stadt, die wir erreicht hatten hieß, "Jehu", eine Seestadt. Die Häuser waren groß und von schöner Bauart, ziemlich einheitlich aber doch nicht gleich. Die Hauptbeschäftigung der Menschen schien der Ackerbau zu sein. Die Berghänge waren von Weingärten bedeckt, während die Täler dem Anbau von Getreide dienten.
Ich habe nie einen solchen Goldaufwand gesehen, er war überall. Die Türrahmen waren eingelegt, die Tische furniert mit Goldblättern. Die Kuppeln der öffentlichen Gebäude waren aus Gold. Es wurde besonders bei der Vollendung großer Musikhallen verwendet.
Die Vegetation wuchs in verschwenderischer Fülle und Früchte hatten das allerherrlichste Aroma. Die Traubenreben waren 120 - 150 cm lang, jede Beere so groß wie eine Orange und mehr als kopfgroße Apfel waren typisch für das wunderbare Wachstum der Dinge auf der "Innenseite", der Erde.
Die großen Rotholzbäume Kaliforniens würde man hier für Unterholz halten, verglichen mit den riesigen Waldbäumen, die sich in alle Richtungen meilenweit erstreckten. Während der letzten Tage unserer Reise auf dem Fluß sahen wir riesige Viehherden in den Vorbergen der Gebirge.
Wir hörten viel von einer Stadt "Eden" genannt, wurden aber ein ganzes Jahr lang in "Jehu" gehalten. Am Ende dieser Zeit hatten wir gelernt, die Sprache dieser fremden Menschenrasse ziemlich gut zu sprechen.
Unser Lehrer Jules Galdea und seine Frau zeigten wahrlich lobenswerte Geduld.
Eines Tages kam eine Regierungsgesandtschaft von Eden und 2 ganze Tage lang wurden meinem Vater und mir eine Reihe überraschender Fragen gestellt. Die wollten wissen, woher wir kamen, welche Art Menschen "draußen" wohnen, welchen Gott wir anbeten, unseren religiösen Glauben, wie wir in unserem fremden Land wohnen und tausend andere Dinge.
Der Kompaß den wir mit uns gebracht hatten zog die Aufmerksamkeit auf sich, mein Vater und ich wiesen auf die Tatsache hin, daß er noch immer nach Norden zeigte, obwohl wir wußten, daß wir über die Krümmung oder den Rand der Öffnung der Erde gesegelt waren und uns weit südlich auf der inneren Oberfläche der Erdkruste befanden, die nach meines Vaters und meiner eigenen Berechnung etwa 300 Meilen (ca. 500 km), Durchmesser von der Inneren bis zur Außenoberfläche mißt, Relativ gesehen ist sie nicht dicker als eine Eierschale, so daß fast so viel Oberfläche auf der "'Innenseite" der Erde ist wie auf der Außenseite.
Die große leuchtende Wolke oder der mattrote Feuerball, der morgens und abends feurigrot ist und über Tag ein schönes weißes Licht hervorbringt, der in eine Feuerwolke gehüllte Gott ist im Zentrum des großen Vakuums in der Erde aufgehängt und wird auf seinem Platz gehalten durch das unveränderliche Gesetz der Gravitation oder einer abstoßenden atmosphärischen Kraft wie dem auch sei. ich verweise auf die bekannte Kraft, die mit gleicher Gewalt in alle Richtung anzieht oder abstößt.
Die Grundlage dieser elektrischen Wolke oder zentralen Beleuchtung, der Sitz der Götter, ist dunkel und undurchsichtig mit Ausnahme zahlloser kleiner Öffnungen, anscheinend auf dem Grund des großen Trägers oder Altars der Gottheit, auf dem der "in eine Feuerwolke gehüllte Gott" ruht; und die Lichter, die durch diese vielen Öffnungen in all ihrer Pracht in der Nacht funkeln, scheinen Sterne zu sein, so natürlich, wie die Sterne, die wir daheim in Stockholm funkeln sehen, nur mit der Ausnahme, das sie größer scheinen.
Der "in eine Feuerwolke gehüllte Gott" erweckt deshalb den Anschein mit jeder täglichen Umdrehung der Erde im Osten aufzugehen und im Westen unterzugehen, genau wie es unsere Sonne auf der äußeren Oberfläche tut. Die Menschen "drinnen" glauben in Wirklichkeit, daß der "in eine Feuerwolke gehüllte Gott" der Thron ihres Jehovas und unbeweglich ist. Die Wirkung von Nacht und Tag wird deshalb hervor gebracht durch die tägliche Umdrehung der Erde.
Inzwischen habe ich entdeckt, daß die Sprache der Menschen der inneren Welt dem Sanskrit ähnlich ist.
Nachdem wir über uns selbst vor der Delegation des zentralen Regierungssitzes des inneren Kontinents Bericht erstattet hatten und mein Vater ihnen in seiner rohen Art auf ihren Wunsch hin Landkarten der "äußeren" Oberfläche der Erde gezeichnet hatte, die Verteilung von Land und Wasser, die Namen eines jeden Kontinents der großen Inseln und der Ozeane wiedergaben, wurden wir über Land zur Stadt "Eden" gebracht in einem Fahrzeug das wir in Europa oder Amerika kennen, zu vergleichen wäre.
Das Gefährt war ohne Zweifel eine elektrische Vorrichtung. Es war Geräuschlos und lief auf einer einzelnen Eisenschiene in vollkommenem Gleichgewicht Die Fahrt wurde in großer Geschwindigkeit zurückgelegt.
Wir, fuhren Berge hinauf und Täler hinunter, durch Täler hin und wieder steile Gebirge entlang, ohne daß ein offensichtlicher Versuch gemacht worden wäre, die Erde zu ebnen, wie wir dies für unsere Eisenbahnspuren tun. Die Wagensitze waren riesig aber eine bequeme Sache und sehr hoch über dem Wagenboden.
Auf dem Dach eines jeden Wagens waren hochgetriebigen Flugräder, die auf ihren Seiten lagen. Sie waren so automatisch angepaßt daß, wenn die Geschwindigkeit des Wagens zunahm, die hohe Geschwindigkeit dieser Flugräder geometrisch zunahm.
Jules Galdea erklärte uns , daß diese sich drehenden flächenartigen Räder auf den Dächern der Wagen den atmosphärischen Druck aufheben bzw. daß, was man allgemein unter Gravitation versteht und dadurch, durch daß diese so durchbrochen bzw. unwirksam gemacht wird ist der Wagen vor dem umkippen nach der einen oder anderen Seite oder der Seite herunterfallen von der einzigen Schiene sicher, als ob er sich in einem Vakuum befände.
Die Flugräder vernichten in ihrer schnellen Umdrehung tatsächlich die sogenannte Schwerkraft oder die Gewalt des atmosphärische Druckes oder was immer es für ein gewaltiger Einfluß sein mag, der alle nicht gestützten Dinge nach unten auf die Oberfläche der Erde oder den nächsten Punkt des Widerstandes fallen läßt.
Meines Vaters und meine Überraschung waren unbeschreiblich, als wir in der königlichen Pracht eines geräumigen Saales endlich vor den Großen-Hohen-Priester gebracht wurden, dem Herrscher über das Land. Er war reich gekleidet, größer als alle die ihn umgaben und bestimmt nicht weniger als 4 1/2 m groß. Der riesige Raum in dem wir empfangen wurden, schien aus soliden Goldplatten gefertigt zu sein dicht besetzt mit Juwelen von verblüffendem Glanz.
Die Stadt ''Eden'' scheint in einem wunderschönen Tal zu liegen. Liegt aber in Wirklichkeit auf der höchsten Hochebene inneren Kontinents, einige tausend Meter höher als das sie umgebende Land. Es ist der schönste Ort, den ich auf all meinen Reisen je erblickt habe. In diesem hochgelegenen Garten gedeihen alle Sorten von Früchten, Trauben, Büsche, Bäume und Blumen in verschwenderischer Fülle.
In diesem Garten entspringen 4 Flüsse in einer mächtigen artesischen Quelle. Sie teilen sich und fließen in 4 Himmelsrichtungen. Diese Stätte wird von den Bewohnern der "Nabel der Erde" oder "die Wiege der menschlichen Rasse" genannt. Die Flüsse werden Euphrat, Pison, Gihon und Hiddekel genannt.
"Und Gott pflanzte einen Garten an und ließ aufwachsen aus der Erde
allerlei Bäume, schön anzusehen und gut zu essen" Das Buch Genesis
Das Unverhoffte erwartete uns in diesem Palast der Schönheit indem wir unser kleines Fischerboot wiederfanden. Es war in tadellosem. Zustand vor den Hohen Priester gebracht worden gerade so, wie es an jenem Tag aus dem Wasser genommen wurde, als es von den Leuten, die uns entdeckten, an Bord des Schiffes gehoben wurde, das war vor mehr als einem Jahr.
Uns wurde eine Audienz von über 2 Stunden mit diesem großen hohen Würdenträger gewährt, der gut gelaunt und rücksichtsvoll mit uns war.
Er zeigte sich eifrig interessiert uns fragen zu stellen und ständig über Dinge, die seine Gesandtschaft zu erkunden unterlassen hatte, Antwort zu erbitten.
Am Ende des Interviews erkundigte er sich nach unseren Wünschen, fragte. uns, ob wir in seinem Land zu bleiben wünschten oder ob wir es vorzogen zur "äußeren" Welt zurückzukehren, vorausgesetzt, daß eine erfolgreiche Rückreise möglich wäre durch die gefrorenen Gürtelschranken hindurch, die sowohl die nördliche als auch die südliche Öffnung der Erde umgibt.
Vater antwortete "es würde meinem Sohn und mir Freude bereiten Ihre Schulen, Ihre Kunst- und Musikpaläste nach diesem angenehmen Zugeständnis würden wir gerne versuchen nach unserem Zuhause auf der "Außenseite" der Erde zurückzukehren. "Dieser Sohn ist mein einziges Kind und meine gute Frau wird auf unsere Rückkehr warten".
"Ich fürchte, Ihr werdet nie zurückkehren können" antwortete der Oberste - Hohe - Priester, denn der Weg ist höchst gefährlich. Wie dem auch sei, ihr sollt mit Jules Galdea als eurer Eskorte die verschiedenen Länder besuchen und jede Höflichkeit und Freundlichkeit soll euch zuteil werden. Wenn jemals sie bereit sind, eine Rückreise anzutreten, versichere Ich Ihnen, daß ihr Boot, das hier ausgestellt ist, an der Mündung des Flusses Hiddekel ins Wasser gelassen werden wird und wir ihnen "Jehavas Schutz". wünschen werden".
So endete unser einziges Interview mit dem Hohen - Priester oder Regenten des Kontinents.
Wir erfuhren daß die Männer nicht vor ihrem 75. bis100. Lebensjahr heiraten und daß das Alter in dem die Frauen in den Ehestand treten nur etwas niedriger liegt, daß beide, Männer und Frauen, oft 600 bis 800 Jahre alt werden und in einigen Fällen sogar viel älter.
Josephus sagt: "Gott verlängerte das Leben der Patriarchen vor der Sintflut um beides, ihrer Tugenden willen und um ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, die Wissenschaft der Geometrie und Astronomie, die sie entdeckt hatten zu vervollkommnen, was sie nicht hätten tun können, wenn sie nicht 6oo Jahre gelebt hätten, denn erst nach Ablauf von Jahren ist das große Jahr abgeschlossen". Flammarion, Astronomische Mythen, Paris, Seite 26.
Im darauf folgenden Jahr besuchten wir viele Dörfer und Städte, die bedeutendsten unter ihnen sind die Städte: Nigi, Delphi und Hectea. Mein Vater wurde nicht weniger als ein halbes Dutzend Mal gebeten, die .Landkarte zu Überprüfen, die aus den rohen Skizzen gefertigt worden war, die er zu Beginn von der Verteilung von Land und Wasser auf der äußeren Oberfläche der Erde angefertigt hatte.
Ich erinnere mich, daß mein Vater bemerkte, daß die Riesenrasse von Menschen im Lande des in eine Feuerwolke gehüllten Gott eine fast so genaue Vorstellung von der Geographie der äußeren Oberfläche der Erde hätte wie ein durchschnittlicher Hochschulprofessor in Stockholm.
Bei unseren Reisen kamen wir auch in der Nähe der Stadt Delphi an einem Wald mit gigantischen Bäumen. Würde in der Bibel stehen, daß es Bäume gibt, die über 12o m hoch sind und 10 m und darüber im Durchmesser betragen,. die im Garten Eden wachsen, hätten die Ingersolls, die Tom Paines und Voltaires diese Angaben ohne Zweifel in das Land der Fabel verwiesen. Und doch ist dies nur die Beschreibung der California sequoia gigantea, aber diese kalifornischen Riesen verblassen zur Bedeutungslosigkeit wenn man sie mit den Waldriesen vergleicht, die sich im inneren Kontinent befinden, die zwischen 25oo und 3ooo m hoch sind und 30 - 35 m im Durchmesser haben,. unzählbar sind und Wälder bilden, die sich hunderte von Meilen vom Meer landeinwärts erstrecken.
Die Menschen sind äußerst musikalisch und bewundernswert gelehrt in ihrer Kunst und Wissenschaft, besonders in der Geometrie und der Astronomie. Ihre Städte sind mit ungeheuer großen Musikpalästen ausgestattet, in denen nicht selten bis zu 25000 kräftige Stimmen dieser Riesenrasse in mächtigen Chören und erhabenen Symphonien ertönen.
Die Kinder sollen kein Lehrinstitut besuchen, bevor sie 2o Jahre alt sind. Dann beginnt ihr Schulleben und dauert 3o Jahre, 10 davon werden von beiden Geschlechtern einheitlich dem Studium der Musik gewidmet. Ihre Hauptfächer sind Architektur, Landwirtschaft, Gartenbau, die Anzucht großer Viehherden und das Bauen von Beförderungsmitteln, für Reisen zu Lande und zu Wasser.
Sie stehen mittels irgendeiner Vorrichtung die ich nicht erklären kann, in Kontakt miteinander über die entferntesten Teile ihres Landes hinweg, über Luftwellen. Alle Gebäude werden errichtet in besonderem Hinblick auf Tragkraft ,Dauerhaftigkeit, Schönheit, Symetrie und in einem architektonischen Stil, dem Auge viel angenehmer als irgendeine Architektur, die ich je woanders erblickt habe.
Dreiviertel der Innenoberfläche der Erde ist Land und ein Viertel Wasser. Es gibt zahllose Flüsse ungeheureren Ausmaßes, einige fließen in nördlicher andere in südlicher Richtung.
Ströme sind 3o Meilen breit (35 km), und aus diesen riesigen Wasserstraßen bilden sich am äußersten nördlichen und südlichen Teile der inneren Oberfläche der Erde, in Regionen, in denen niedrigere. Temperaturen treten, Süßwassereisberge. Sie werden wie riesige, Eiszungen in das Meer hinausgeschoben durch die abnormen Überschwemmungen von turbulenten Wassern, die zweimal jährlich alles vor sich her fegten.
Wir sahen unzählige Arten von Vogelleben, nicht größer als die Vögel , denen man in den Wäldern Europas und Amerikas begegnet. Es ist sehr bekannt, daß in den letzten paar Jahren ganze Vogelgattungen die Erde verlassen haben. Ein Schriftsteller sagt in einem vor kurzem über diesen Gegenstand erschienenen Artikel:
"Fast jedes Jahr erlebt man das endgültige Erlöschen einer oder mehrerer Vogelarten. Aus 14 Arten von Vögeln, die man vor einem Jahrhundert auf einer einzigen Insel - der westindischen Insel von St.Thomas - vorfand, wurden 8 jetzt zu den vermißten gezählt."
Wäre es nicht möglich, daß diese verschwundenen Vogelgattungen ihre Aufenthaltsorte draußen verlassen haben und ein Asyl fanden in der inneren Welt?
Sowohl drinnen zwischen den Bergen wie auch entlang der Meeresküste fanden wir ein reiches Vogelleben. Wenn sie ihre großen Flügel ausbreiteten, schienen einige dieser Vögel 9o bis 10 m von Spitze zu Spitze zu messen. Sie sind von großer Mannigfaltigkeit und vielen Farben.
Es wurde uns gestattet, den Rand eines Felsens hinaufzuklettern und ein Nest mit Eiern zu untersuchen. Wir fanden 5 Stück im Nest- Jedes von ihnen. war mindestens 6o cm lang lind 37 cm im Durchmesser.
Nachdem wir über eine Woche in der Stadt Hectea gewesen waren nahm uns Prof. Galdea mit zu einer- Bucht, wo wir auf deren sandigem Strand entlang tausende von Schildkröten sahen. Ich zögere die Größe dieser Riesenkreaturen wiederzugeben. Sie waren zwischen 7 und 10 m groß, 4,5 - 6 m breit und volle 2 m hoch.
Wenn eine von ihnen, ihren Kopf erhob, sah sie wie ein gräßliches Seemonstrum aus. Die seltsamen Bedingungen "drinnen" sind nicht nur günstig für das Wachstum ungeheurer Wiesen, üppiger Gräser, Wälder, riesiger Bäume und alle Arten pflanzlichen Lebens, sondern auch für wunderbares Tierleben.
Eines Tages sahen wir eine große Elefantenherde. Es müssen 5o0 dieser donnerstimmigen Monster mit ihren ruhelosen hin und her schwenkenden Rüsseln gewesen sein. Sie rissen ungeheure Äste von den Bäumen und. zerstampfen kleineres Wachstum zu Staub wie nichts. Sie wurden Durchschnitt über 3o m lang und zwischen 2o - 23 m groß.
Es war mir während ich auf diese wunderbare Herde riesiger Elefanten blickte, als ob ich mich wieder in der öffentlichen Bibliothek in Stockholm befände, in der ich viel Zeit zugebracht hatte die Wunder des Miocen - Zeitalters zu erforschen. Ich war von stummem Erstaunen erfüllt und mein Vater war sprachlos vor Ehrfurcht Er hielt meinen Arm fest mit beschützender Gebärde, als ob wir in großer Gefahr wären. Wir waren 2 Ätome in diesem großen Wald und glücklicherweise unbemerkt von dieser großen Elefantenherde, während sie an uns vorbei und hinweg zogen indem sie einem Leittier folgten, wie das eine Schafherde tut.
Während ihres Durchzuges fraßen sie von den wachsenden Blattpflanzen und erschütterten dann und wann das Firmament mit ihren tiefen Gebrüll.
"Außerdem gab es auf der Insel eine große Anzahl von Elefanten. Es gab Nahrung für Tiere aller Art. Was immer die Erde an duftenden Gewächsen hervorbringt, ob Wurzel oder Gräser oder Holz oder Tropfen von Blumen oder Früchte wuchs und gedieh in jenem Land". Der Cratyluo von Plato.
Es steigt ein dunstiger Nebel vom Land auf und es regnet unfehlbar einmal jeden Äbend in 24 Stunden. Diese große Feuchtigkeit, das belebende elektrische Licht und die Wärme sind die wahrscheinliche Ursache der üppigen Vegetation, während die hochgeladene elektrische Luft und die Gleichmäßigkeit klimatischer Bedingungen mit. dem riesigen Wachstum und der Langlebigkeit allen animalischen Lebens viel zu tun haben mögen.
Mancherorts erstreckten sich die ebenen Täler in alle Richtungen viele Meilen weit. Der "verborgene Gott" mit seinem klaren weißen Licht blickte ruhig herab.
In der elektrisch geladenen Luft lag es wie eine Betäubung, der die Wangen so sanft berührte wie ein verklingendes Flüstern. Die Natur sang ein Wiegenlied im schwachen Rauschen der Winde deren Atem süß war vom Duft der Knospen und Blüten.
Nachdem wir wesentlich mehr als 1 Jahr mit dem Besuch einiger der vielen Städte der "inneren Welt" und einen großen Teil des dazwischen liegenden Landes zugebracht hatten und mehr als 2 Jahre vergangen waren seit dem Zeitpunkt, an dem wir von dem großen Ausflugsschiff auf dem Fluß mitgenommen worden waren, beschlossen wir unser Glück noch einmal auf das Meer zu setzen und zu versuchen, die "Äußere" Oberfläche der Erde wieder zu erreichen.
Wir machten unsere Wünsche bekannt und sie wurden widerstrebend aber prompt erfüllt. Unsere Gastgeber übergaben meinem Vater auf seinen Wunsch mehrere Landkarten, die die ganze "Innen" - Oberfläche der Erde, ihre Städte, Ozeane, Seen, Flüsse, Golfe und Buchten wiedergaben. Sie boten uns großzügig an, uns so viele Säcke von Goldklumpen zu geben - einige davon waren so groß wie Gänseeier - wie wir in unserem kleinen Fischerboot willens waren mitzunehmen.
Zu gegebener Zeit kehrten wir nach Jehu zurück, wo wir damit verbrachten, unser kleines Fischerboot zu überholen und fertig zu machen. Als alles fertig war, nahm uns dasselbe Schiff "Naz" , uns seinerzeit entdeckt hatte, an Bord und brachte uns zur Mündung des Flusses Hiddekel.
Nachdem unsere Riesenbrüder unser kleines Fahrzeug für uns ausgesetzt hatten, waren sie ganz aufrichtig traurig beim Abschied und bezeugten uns ihre Besorgnis um unsere Sicherheit. Mein Vater gelobte bei den Göttern Odin und Thor, daß er gewiß innerhalb eines Jahres zurückkehren und ihnen erneut einen Besuch abstatten würde. Und so sagten wir ihnen Adieu. wir machten uns fertig und hißten unsere Segel. Es war aber nur wenig Wind da. Wir gerieten in eine .Flaute eine Stunde nachdem uns unsere riesigen Freunde verlassen und sich auf ihre Rückreise gemacht hatten. Es herrschte ständiger Südwind, d.h. er blies von der nördlichen Öffnung der Erde in Richtung dessen, was wir Süden nennen, was aber nach unserem Kompaß nördlich war.
Drei Tage lang versuchten wir zu segeln und gegen den Wind vorwärtszukommen aber ohne Erfolg. Worauf mein Vater sagte: "Mein Sohn, auf derselben Route zurückzukehren, auf der wir kamen ist
zu dieser Jahreszeit unmöglich. Es wundert mich, daß. wir nicht früher daran gedacht hatten. Wir waren fast 2 1/2 Jahre hier, es ist deshalb die Jahreszeit, in der die Sonne in die südlichen Öffnung der Erde zu scheinen beginnt. Die lange kalte Nacht liegt auf Spitzbergen".
"Was sollen wir tun"? erkundigte ich mich, "wir können. nur eines tun", antwortete mein Vater "und das ist Richtung Süden gehen". Er drehte das Fahrzeug übereinstimmend gab voll Reff und fuhr mit Kompaß in nördliche Richtung, in Wirklichkeit aber direkt nach Süden. Der Wind war stark und wir schienen auf eine Strömung gestoßen zu sein, die sich mit sich mit bemerkenswerter Schnelligkeit in der selben Richtung bewegte.
In nur 40 Tagen kamen wir nach Delphi einer Stadt, die wir in der Begleitung unserer Führer Jules Galdea und seiner Frau in der Nähe der Mündung des Gihon -Flusses besucht hatten. Hier hielten wir 2 Tage an, wurden gastfreundlich aufgenommen von denselben Menschen, die uns bei unserem derzeitigen Besuch willkommen geheißen hatten. Wir nahmen, zusätzlich Proviant zu uns und setzten wieder unsere Segel der Nadel folgend genau nach Norden.
Auf unserer Hinausfahrt kamen wir durch einen schmalen Kanal der als ein trennendes Gewässer zwischen zwei ziemlich großen Landstücken erwies. Zu unserer Rechten war ein wunderbarer Strand und wir beschlossen ihn auszukundschaften. Wir gingen vor Anker wateten ans Land um uns für einen Tag auszuruhen, bevor wir unser gewagtes Unternehmen nach draußen fortsetzten. Wir errichteten ein Feuer undlegten einige Stücke trockenes Treibholz darauf. Während mein Vater an der Küste entlang ging, bereitete ich eine verführerische Mahlzeit zu, von bereitgestellten Vorräten.
Man könnte ein mildes helles Licht sehen, von dem mein Vater sagte, daß es von der Sonne herrührte, die in die Südöffnung der Erde schien. In dieser Nacht schliefen wir fest und erwachten so erfrischt als wir in unseren eigenen Betten in Stockholm geschlafen hätten.
Nach dem Frühstück begaben wir uns auf eine Entdeckungstour, landeinwärts, waren aber noch nicht weit gegangen als wir auf eine Vogelart stießen, die wir sofort als zur Familie der Pinguine gehörig erkannten.
Es sind flügellahme Vögel, aber excellente Schwimmer und riesengroß mit weißen Brüsten, kurzen Flügeln, schwarzen Köpfen und langen Schnäbeln. Sie stehen da volle 3-m hoch. Sie sahen uns ohne große Überraschung an, watschelten mehr als sie gingen dem Wasser entgegen und schwammen in nördlicher Richtung davon.
"Die Nächte sind an den Polen nie so dunkel wie in anderen Regionen, weil Mond und Sterne doppelt so viel Licht und lang Glanz zu haben scheinen. Au

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Kommentare

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    Uff, war das lang! Für NEON Verhältnisse ein wahres Epos. Ich freu mich schon auf den zweiten Teil.
    Toller Text und die Sprache erst. Diesen Stil hab ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Wunderbar...

    23.01.2009, 13:16 von ben85
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    teil 2 kommt noch...
    wer bis dahin gekommen ist

    geduld

    06.11.2008, 12:06 von grafdesg
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