Liebe in Zeiten der medialen Revolution
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, beherrscht von den bunten Abziehbildern der Medienkultur.
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, beherrscht von den bunten Abziehbildern der Medienkultur, die uns wunderbare neue Werte vermittelt: jung, schön und erfolgreich mit Gucci und Coke, aber auch unendliche Freiheit, besonders mit Langnese Eis. Die uns in immer neuen Wellen von eindringlichen Hochglanzbildern vermittelte Welt der Freiheit aber ist vor allem eines, die Freiheit des grenzenlosen Konsums mit der die größte Unfreiheit unserer Zeit einhergeht. Mit Geld ist man frei. Mit Geld ist man erfolgreich und oft genug ersetzt uns das liebe Geld auch Jugend, Aussehen und Menschlichkeit. Diese Auffassung von persönlicher Freiheit regiert die Welt, die größte Unfreiheit geht mit ihr einher, nur wer sich verkauft, kann dem Anspruch der globalisierten Werte gerecht werden.
Mit dieser Auffassung von Freiheit als Konsum geht die Absolution der individuellen Freiheit als Potential der Persönlichkeit und ihrer Entwicklung einher.
Es ist selbstverständlich, dass der Lebensabschnittspartner ein Thema ist, wie die dem persönlichen Erfolg und Drang nach der neuen Freiheit untergeordneten Liebe. Vertreten werden die Auffassungen von Magazinen, Gazetten und Feuilletons für beiderlei Geschlecht, denn Erfolg und Freiheit sind schon lange keine exklusiv Männlichen Attribute mehr. Letzteres ist vielleicht die größte Leistung der medialen Wende der Weltgeschichte. Was heißt aber nun Liebe in der medialen Welt? Zum einen natürlich die Suche nach einem für die individuelle Situation passenden Partner, der gewechselt wird, wenn die Situation sich ändert, vor allem aber die Unterordnung der Gefühle unter den persönlichen Erfolg in Beruf und Gesellschaft, also eine rationale Entscheidung, nicht immer begleitet von der Vernunft des Herzens. In diesem Punkt ist eine Regression der zivilisatorischen Prozesse zu erkennen, denn gerade in der Überflussgesellschaft der großen Industrieländer, wo diese Entwicklung am deutlichsten zu beobachten ist, wäre der Vernunft des Herzens aller Raum, alle Möglichkeit gegeben und das in einer Weise, die in der Geschichte der Menschheit beispiellos sein dürfte.
Widmen wir uns nun dem Individuum, so wird, bei Betrachtung der neueren Philosophie, schnell deutlich, dass sich das Individuum vor allem durch die Begrenzung durch und Wahrnehmung des Anderen konstituiert und erlebt. Die größtmögliche Entwicklung des individuellen Potenzial jedoch ist am ehesten noch durch den liebenden Anderen möglich, der, ganz der Vernunft des Herzens gehorchend, dem wiederum Anderen genug Mut und Rückhalt gibt, sich zu entfalten und über sich hinauszuwachsen.
Natürlich muss es gelingen, dass man sich gegenseitig in dieser Weise zur Seite steht, um am Ende nicht nur eine große Liebe zu leben, sondern auch gerade auf diesem Weg zu wirklicher Freiheit zu finden.
Der Mensch ist ein freiheitsliebendes Tier, dass sich gerade diese Freiheit durch falsche Vorspiegelungen verstellen lässt, und wenn er Freiheit findet, findet er oft auch das so viel gepriesene Glück, nachdem wir alle jagen und es doch so oft übersehen oder wieder verlieren, bevor wir uns ihm bewusst geworden sind. Das Glück und die Freiheit liegen genau dort, wo man sie in der heutigen Welt am wenigsten vermuten würde, im liebenden miteinander von Paaren und Freunden, die nicht bereit sind, alles den Kompromissen unterzuordnen, die uns die mediale Revolution aufzuzwingen scheint. Es ist die Achtung vor dem Anderen und das Getragen sein durch den Anderen.
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, beherrscht von den bunten Abziehbildern der Medienkultur, die uns wunderbare neue Werte vermittelt, nur ist nicht alles Neue immer auch das bessere, denn eine Verteidigung der Liebe ist auch immer eine Verteidigung des Lebens und des Glücks.




Kommentare
der artikel ist wirklich einfach super. ich mag deine texte gerne, und diesen besonders. er ist gut geschrieben und das thema ist hoch aktuell. ein schöner denkanstoss
26.07.2007, 21:25 von nancycoladaSehr sehr schön. Über genau das Thema mache cih mir auch grade sehr viele Gedanken. Ich habe das ganze bisher nur ncoh nciht so auf die Liebe bezogen. Sondern eher wie sich diese ganze "mediale Revolution" auf unser Leben auswirkt, auf den Konsum, die Zwänge.....
06.07.2007, 23:10 von SnHAber dein Artikel ist ein sehr schöner Input. Wirklich sehr gut. Großes Lob. Gbt auch gleich ne Empfehlung. :-)
Sehr gut beschrieben!!
06.07.2007, 21:58 von XeNia79Ein Empfehlung wert!!