butterfly17 05.01.2007, 14:08 Uhr 5 1

Klimaschutz durch Kernenergie???

In einem EU-Land soll wieder ein neues Kernkraftwerk gebaut werden- zum ersten Mal seit der Katastrophe von Tschernobyl.

Da kommt der Klimawandel gerade passend. Er liefert den Bauherren ein neues Argument: Die Kernenergie produziert kein Treibhausgas CO2 und sei somit klimafreundlich- wird behauptet. Doch allein in Deutschland würden dann statt 17 Kernkraftwerken 60 Atommeiler stehen. Die Atommeiler sind bei störungsfreiem Betrieb zwar auf den ersten Blick wesentlich umweltschonender als "normale" Kraftweke- aber meiner Meinung nach eben nur auf den ersten Blick. Zwar steht der Kernbrennstoff (Uran) ausreichend zur Verfügung, jedoch findet man reines Uran nur selten. Deswegen müsste es durch verschiedene Verfahren angereichert werden, um eine "kraftwerktaugliche" Urankonzentration zu erreichen.
Ich finde, dass das Hauptproblem jedoch folgendes ist: Wohin mit den ganzen radioaktiven Stoffen? Obwohl bereits große Mengen solcher Abfälle existieren, vor allem abgebrannte Brennstäbe aus Atomreaktoren und Materialien aus dem militärischen Bereich, ist weltweit noch kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Betrieb genommen worden. Was geschieht also damit? Und vor allen Dingen: Der radioaktive Müll strahlt weiter- noch mehrere hunderttausend Jahre.

Die Risiken der Atomkraftwerke
Rohrleitungsschäden in Atomkraftwerken sind gefählich, denn wenn Rohre brechen kann Kühlwasser auslaufen. Ohne ausrecichende Kühlung überhitzt sich der Reaktorkern. Der Reaktor kann außer Kontrolle geraten und im schlimmsten Falle durchschmelzen oder explodieren.

Die Folgen am Beispiel Tschernobyl
Im Atomkraftwerk Tschernobyl explodierte bei einem Experiment am 26. April 1986 ein Reaktor, der binnen Sekunden völlig zerstört wurde. Die radioaktive Wolke kannte keine Grenzen. Millionen von Menschen sind von der Radioaktivität betroffen. Die radioaktive Belastung in Weißrussland, der Ukraine und Russland ist bis heute katastrophal. Ganze Regionen sind hier für die Produktion von Nahrungsmitteln auf Jahrhunderte verloren. In den betroffenen Gebieten sind die meisten Menschen krank.Von den jungen Menschen, die zu Aufräumarbeiten gezwungen wurden, sind bis 2004 bereits 15.000 gestorben.

Verantwortung
Staaten, die Atombomben besitzen und immer wieder testen, haben eine besondere Verantwortung für die radioaktive Verseuchung der Welt. Ein Unfall in der Atomanlage, aber auch schon der Diebstahl von Atommaterial kann für einzelne Fatale Folgen haben.
Haben wenige Menschen das Recht, viele andere einer so großen Gefahr auszusetzen?

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5 Antworten

Kommentare

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    Eine einfache Verknüpfung von Klimaschutz und Kernenergie ist doch sehr vordergründig und auch wenig sachdienlich.

    Ohne Kernenergie geht doch eigentlich gar nichts auf der Erde – kein Windrad, kein Wasser- bzw. Heizkraftwerk usw. – wo nicht die Energie letztlich von der Kernfusion (Sonne) herrührt. Die andere Variante, die Kernspaltung, läuft normalerweise im Erdinnern ab. Diese Masse-Energieumwandlung, wie sie mittlerweile in Kernkraftwerken vom Menschen adaptiert wird, hat den Nachteil, dass radioaktive Abfallstoffe mit sehr langer Halbwertszeit entstehen. Die Zwischenlagerung ist zwar nicht optimal, aber immer noch besser als die „Verteilung“ in Krisengebieten (Kosovo, Irak). Leider hat aber der Atomausstieg unter Rot/Grün auch die deutschen Forschungsaktivitäten ausgebremst. So arbeitet man jetzt eben in USA, China, Portugal z. Bsp. daran, die Strahlungsdauer der Abfälle gezielt zu verringern, so dass zukünftig evt. diese Gefahren besser beherrscht werden.

    Wenn bei steigender Weltbevölkerung so weiter gewurstelt wird, sind irgendwann die Kohlenstoffressourcen zu Ende, die nachwachsenden Rohstoffe nicht mehr ausreichend und es wird Energie benötigt, um aus dem CO2 wieder energetisch verwertbare Verbindungen (Nahrung usw.) herzustellen. Deshalb ist z. Bsp. ein stoffliches Recycling der Müllverbrennung vorzuziehen, denn eigentlich sind die „Kohlenstoffträger“ (Gas, Kohle, Erdöl, Plaste…) viel zu schade, um sie zu CO2 zu verbrennen, vom Treibhauseffekt noch gar nicht zu reden…


    11.01.2007, 11:39 von rybak
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      @rybak ja- so hab ich das auch verstanden- und mir ist auch klar, dass man in der Natur nichts ungeschehen machen kann- wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Doch das ganze hätten wir uns wohl eher überlegen müssen...
      naja viele grüße,


      13.01.2007, 13:22 von butterfly17
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    Strahlend, gefährlich, unbeherrschbar
    An 12 Standorten produzieren in Deutschland noch immer Atomkraftwerke radioaktiven Müll, ohne dass dessen sichere Endlagerung für Jahrtausende geklärt wäre. Abgesehen davon kann es jederzeit in einem der 17 Reaktoren zu einem Störfall kommen, der ganze Landstriche unbewohnbar macht. Die einzig sichere Alternative ist: abschalten! Aber die Frage wär dann: und was nun?Um die Aufheizung der Erdatmosphäre zu stoppen, müssen wir aufhören, weiter fossile Brennstoffe zu verfeuern. Die Atomenergie ist viel zu risikobehaftet, als dass sie eine Alternative sein könnte...Bleiben also noch die Erneuerbaren Energien übrig: Sie sind die einzig sinnvolle Alternative zu fossilen Energieträgern und Atomkraft: Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft und Geothermie (Erdwärme). Bei ihrer Nutzung entsteht weder Kohlendioxid noch jahrtausendelang strahlender Atommüll.

    06.01.2007, 12:05 von butterfly17
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      @[Benutzer gelöscht] Wenns dich nicht interessiert- dann brauchste das auch nicht zu lesen und Kommentare dazu abzulassen!
      Das, was hier steht, ist lediglich meine Meinung und dazu stehe ich auch.
      Viele Grüße,

      06.01.2007, 12:23 von butterfly17
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      @[Benutzer gelöscht] von jammern und nichts- tun aber auch nicht

      06.01.2007, 12:36 von butterfly17
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      @[Benutzer gelöscht] egal vergessen wirs ;) dachte du willst mich auf den arm nehmen wegen dem Bundestagsabgeordneten... also gras über die sache
      viel grüße

      06.01.2007, 13:07 von butterfly17
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    hmm, also ich weiß nicht ob man Kernenergie verurteilen sollte. Die Kraftwerke verschmutzen nicht die Umwelt durch CO2, und wenn neue Krafwerke gebaut werden sind diese bestimmt sicherer als "alte". Aber wenn bei einem dieser Kraftwerke mal die Kühlung versagt ist das natürlich schlecht. Aber die CO2 belastung wird sowieso bald aufhören, denn es gibt noch für Maximal 100 Jahre mit immer weiter steigendem Verbrauch Brennstoffe die man in Engernie umwandeln kann. Außerdem müsste man dann auch nicht mehr Autofahren, Plastiktüten benutzen, oder sonst irgendwelchen Kunststoff kaufen, weil ja Tanker mit ÖL aus dem Kunststoff gemacht wird die Meere verdrecken, weil sie Untergehen oder irgendwo gegen Fahren, oder ist das weniger schlimm als CO2 in der Luft? Ein Opfer für den Fortschritt muss man bringen, egal ob höhere Meeresspiegel, dreckige Ozeanze oder potentielle Zeitbomben in form von AKW's

    05.01.2007, 19:03 von daHunter
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